Recht & Ethik · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Welche Rechte an unseren Eingaben verlangt der KI-Anbieter?
Kurz gesagt
Prüfen Sie in den Bedingungen drei Dinge: Wem gehören Ihre Eingaben und die Ergebnisse, wozu darf der Anbieter sie nutzen (nur Betrieb des Dienstes oder auch Training) und wie lange speichert er sie. Achten Sie auf Formulierungen wie «Lizenz», «Verbesserung des Dienstes» und «Weitergabe an Dritte».
Das Problem
Ihre Treuhandfirma möchte mit einem KI-Dienst Briefe und Berichte entwerfen. Bevor Sie beginnen, fragt die Geschäftsleiterin: «Was darf dieser Anbieter eigentlich mit dem, was wir eintippen?» Die Antwort steht in den Vertragsbedingungen, aber nicht in einem Satz, sondern verstreut über mehrere Abschnitte.
Typisch sind Formulierungen wie «Sie gewähren uns eine weltweite, nicht ausschliessliche Lizenz zur Nutzung Ihrer Inhalte». Das kann harmlos sein, etwa nötig, damit der Dienst Ihre Anfrage überhaupt verarbeiten darf. Es kann aber auch bedeuten, dass der Anbieter Ihre Daten dauerhaft speichert, auswertet oder zur Verbesserung seiner Modelle verwendet.
Weil der Unterschied gross ist, lohnt sich ein genauer Blick. Diese Seite zeigt, welche Begriffe wichtig sind und wie Sie Ihre Antworten finden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Alle Vertragsteile sammeln: AGB, Zusatzbedingungen für Geschäftskunden, Datenverarbeitungsvereinbarung, Datenschutzerklärung. Die für Sie gültigen Regeln können je nach Tarif verschieden sein: Gratis-, Privat- und Geschäftstarife unterscheiden sich oft deutlich.
- Eigentumsfrage klären: Suchen Sie nach «Eingaben» (Input) und «Ergebnissen» (Output). Wem gehören sie nach dem Text? Manche Anbieter lassen Ihnen die Rechte, andere behalten sich Nutzungsrechte vor.
- Zweck der Nutzung prüfen: Darf der Anbieter Ihre Daten nur nutzen, um den Dienst für Sie zu erbringen, oder auch, um Modelle zu trainieren oder Produkte zu verbessern? Siehe Training ausschliessen.
- Speicherdauer und Löschung: Wie lange bleiben Eingaben gespeichert, kann man sie löschen, und was passiert nach Vertragsende?
- Weitergabe prüfen: Werden Daten an Unterauftragnehmer oder Partner weitergegeben, etwa Rechenzentren oder Sicherheitsdienstleister? Wer sind sie, und in welchen Ländern?
- Mitarbeit von Menschen: Dürfen Mitarbeitende des Anbieters Ihre Gespräche lesen, etwa zur Missbrauchskontrolle? Wann?
- Besondere Berufsgeheimnisse beachten: Für Anwältinnen, Ärzte, Treuhänder und Ähnliche gelten zusätzliche Anforderungen. Siehe Berufsgeheimnis einfach erklärt.
- Ergebnis festhalten: Notieren Sie die Antworten und die Fundstellen in einer Tabelle, legen Sie die Fassung der Bedingungen mit Datum ab und lassen Sie bei Unsicherheit eine Fachperson prüfen.
Vorlage zum Kopieren
Diese Vorlage erzeugt eine Auswertungstabelle aus den öffentlichen Bedingungen. Fügen Sie nur öffentlich zugängliche Vertragstexte ein:
Du hilfst einem Schweizer KMU, Vertragsbedingungen eines KI-Anbieters zu verstehen. Lies die folgenden Bedingungen für den Tarif [Tarifname oder Geschäftskunden].
Erstelle eine Tabelle mit den Spalten: Frage | Antwort in einfacher Sprache | Fundstelle (Abschnitt und kurzes Zitat) | Offene Punkte.
Fragen: Wem gehören Eingaben und Ergebnisse? Welche Lizenz erhält der Anbieter? Darf er Daten zum Training oder zur Produktverbesserung verwenden? Wie lange werden Daten gespeichert? Gibt es Unterauftragnehmer und Datenübermittlung ins Ausland? Dürfen Menschen beim Anbieter Inhalte einsehen? Was geschieht bei Kündigung mit den Daten?
Wenn der Text etwas nicht regelt, schreibe «nicht geregelt». Erfinde keine Zitate.
[Text der Bedingungen einfügen]Ergänzen Sie weitere Fragen, die für Ihre Branche wichtig sind, und prüfen Sie jede Fundstelle im Original.
Worauf Sie achten müssen
| Formulierung | Was sie bedeuten kann | Nachfragen |
|---|---|---|
| «Lizenz an Ihren Inhalten» | Recht zur Nutzung, Speicherung, Verarbeitung | Beschränkt auf Erbringung des Dienstes? |
| «zur Verbesserung unserer Dienste» | möglicherweise Training | Abschaltbar? Ausnahme für Geschäftskunden? |
| «aggregierte oder anonymisierte Daten» | Weiterverwendung nach Entfernung des Bezugs | Wie wird anonymisiert? |
| «Feedback» | Rückmeldungen dürfen frei genutzt werden | Gilt auch für Eingaben im Feedbackfeld? |
| «Dritte» oder «Partner» | Weitergabe möglich | Wer, wozu, wo? |
- Personendaten: Enthalten Eingaben Daten von Kundschaft oder Mitarbeitenden, braucht es in der Regel eine Vereinbarung zur Auftragsbearbeitung. Siehe Auftragsverarbeitung erkennen.
- Tarif entscheidet: Dieselbe Marke kann bei kostenlosen und Geschäfts-Tarifen unterschiedliche Datenregeln haben. Prüfen Sie den Tarif, den Sie tatsächlich nutzen.
- Einstellungen im Konto: Manche Rechte lassen sich in den Einstellungen begrenzen. Das ersetzt keine Vertragszusage, ist aber ein erster Schritt.
- Spätere Änderungen: Bedingungen können sich ändern. Legen Sie fest, wer sie regelmässig kontrolliert.
- Geschäftsgeheimnisse: Wer vertrauliche Informationen eingibt, sollte die Zusagen zur Vertraulichkeit kennen. Siehe Vertraulichkeit im KI-Vertrag.
- Rechtsprüfung: Die Auslegung von Lizenzklauseln ist anspruchsvoll. Bei sensiblen Daten oder grösseren Verträgen holen Sie Fachrat ein.
- Nach der Kündigung: Klären Sie, ob Eingaben nach Vertragsende gelöscht werden und bis wann. Ohne Frist bleibt unklar, wie lange Ihre Informationen noch beim Anbieter liegen.
- Gespräche mit mehreren Beteiligten: Wenn Kolleginnen gemeinsam einen Zugang nutzen, sehen sie unter Umständen Eingaben der anderen. Regeln Sie Konten und Rechte.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Treuhandbüro in St. Gallen will einen KI-Assistenten für Kundenbriefe einführen.
Vorher: Ein Mitarbeiter testet den Dienst mit einem Gratis-Konto und kopiert anonymisiert wirkende Passagen aus Kundenakten hinein. Niemand hat die Bedingungen gelesen.
Nachher: Die Inhaberin lässt die Bedingungen des Geschäftstarifs mit der Vorlage auswerten. Sie stellt fest, dass für diesen Tarif laut Text keine Nutzung der Eingaben zum Training vorgesehen ist, dass aber Unterauftragnehmer im Ausland beteiligt sind. Sie holt eine Datenverarbeitungsvereinbarung ein, verbietet Gratis-Konten für Kundendaten und hält die Prüfung in der Dokumentation fest.
So hilft Ihnen Alpasana
Damit Ihre Mitarbeitenden wissen, welche Daten in welchen Dienst gehören, bietet absofort KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Laut Beschreibung sind Datenschutz und der verantwortungsbewusste Umgang mit Unternehmensdaten Lerninhalte; Abschlüsse sind verifizierbar, für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit. Die Prüfung Ihres Vertrags selbst übernimmt dieses Angebot nicht.
Häufige Fragen
Gehören die Ergebnisse der KI mir?
Das regeln die Bedingungen des Anbieters, und es ist zu unterscheiden von der Frage, ob Ergebnisse urheberrechtlich geschützt sind. Dazu mehr unter KI-Inhalte und Urheberrecht.
Was heisst «nicht für Training verwenden»?
Dass Ihre Eingaben nicht dazu dienen, das Modell weiterzuentwickeln. Es sagt nicht automatisch, dass sie nicht gespeichert oder von Menschen eingesehen werden. Fragen Sie auch dazu nach.
Reicht ein Opt-out in den Einstellungen?
Es hilft, ist aber eine Funktion, die der Anbieter ändern kann. Eine vertragliche Zusage ist verlässlicher.
Darf ich Kundendaten eingeben, wenn der Anbieter Sicherheit verspricht?
Das ist keine Pauschalfrage. Es kommt auf Datenart, Vertrag, Standort und Ihre Pflichten an. Prüfen Sie zuerst, ob die Daten für die Aufgabe überhaupt nötig sind.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- Wie lasse ich KI-AGB verständlich zusammenfassen?KI AGB prüfen: So lassen Sie lange Nutzungsbedingungen von KI-Anbietern zusammenfassen, finden wichtige Klauseln und bereiten eine Fachprüfung vor.
- Wie wird die Nutzung unserer Daten für KI-Training geregelt?KI Vertrag Training ausschliessen: So prüfen Sie, ob ein Anbieter Ihre Eingaben zum KI-Training nutzen darf, und halten die Zusage verbindlich fest.
- KI-Anbieter auswählen: Welche Vertragsfragen sind wichtig?KI Anbieter Vertrag Checkliste: Prüfen Sie Leistungsumfang, Datenrechte, Haftung und Kündigung, bevor Ihr KMU einen KI-Dienst unterzeichnet.
- Was sollte ein KI-Vertrag zur Vertraulichkeit regeln?KI Vertrag Vertraulichkeit: Diese Punkte sollte ein Vertrag mit einem KI-Dienst zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen regeln, mit Checkliste und Vorlage.
- Wird mit meinen Eingaben KI trainiert und wie prüfe ich das?KI Training eigene Daten: Prüfen Sie Bedingungen, Kontoeinstellungen und Opt-out und unterscheiden Sie Trainingsnutzung von Speicherung und Zugriffen.
- Welche sensiblen Daten gehören nicht ungeprüft in KI?Sensible Daten KI: Erkennen Sie heikle Angaben vor dem Hochladen und lernen Sie, welche Informationen Sie entfernen oder zur Prüfung zurückhalten sollten.