Recht & Ethik · Linup: KI sicher am Arbeitsplatz
Wird mit meinen Eingaben KI trainiert und wie prüfe ich das?
Kurz gesagt
Ob Eingaben für Training verwendet werden, hängt vom Anbieter, Angebot und den geltenden Einstellungen ab. Prüfen Sie die vertraglichen Aussagen und den tatsächlich genutzten Arbeitsbereich; eine abgeschaltete Trainingsnutzung bedeutet nicht automatisch sofortige Löschung.
Das Problem
Frau Müller hört, dass ein KI-Dienst aus Eingaben lernen könne. Sie findet im Konto einen Schalter zur Verbesserung des Dienstes und fragt sich, ob nach dem Ausschalten sämtliche Datenschutzfragen erledigt sind. Gleichzeitig weiss niemand, ob das Team private Konten oder einen gemeinsam verwalteten Arbeitsbereich verwendet.
Training bedeutet hier, dass Daten zur Entwicklung oder Verbesserung eines KI-Modells genutzt werden. Davon zu unterscheiden sind das Bearbeiten Ihrer Anfrage, die Anzeige früherer Gespräche und eine Speicherung für andere Zwecke. Diese Vorgänge können unterschiedliche Regeln haben und müssen getrennt abgeklärt werden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Bestimmen Sie Angebot und Konto. Öffnen Sie die Kontoinformationen und notieren Sie Produkt, Kontotyp und Arbeitsbereich. Prüfen Sie auch, ob Sie direkt beim Anbieter oder über einen anderen Dienst arbeiten. Eine allgemeine Aussage über die Marke kann für Ihre konkrete Nutzung zu ungenau sein.
- Suchen Sie die verbindlichen Aussagen. Lesen Sie die für Ihr Angebot geltenden Datenbedingungen und die zugehörige offizielle Hilfe. Suchen Sie nach Begriffen wie Training, Verbesserung, Feedback und Aufbewahrung. Speichern Sie die Fundstelle mit Datum intern, damit spätere Änderungen erkennbar werden.
- Prüfen Sie die vorhandenen Einstellungen. Suchen Sie im Konto nach Datenschutz- oder Datenkontrollen. Ein Opt-out ist die Möglichkeit, einer vorgesehenen Nutzung zu widersprechen beziehungsweise sie abzuschalten. Lassen Sie sich bei einem verwalteten Firmenkonto erklären, welche Einstellung die Administration festlegt und welche Sie selbst ändern können.
- Klären Sie Sonderwege. Fragen Sie nach freiwilligem Feedback, geteilten Gesprächen, verbundenen Diensten und hochgeladenen Dateien. Prüfen Sie, ob dafür zusätzliche Bedingungen gelten. Aktivieren Sie solche Funktionen nicht allein zum Testen mit echten Firmendaten, solange ihre Wirkung ungeklärt ist.
- Trennen Sie Training von Aufbewahrung. Stellen Sie zwei verschiedene Fragen: «Werden unsere Inhalte für Training verwendet?» und «Wie lange und zu welchen anderen Zwecken werden sie gespeichert?» Ergänzen Sie, wer Zugriff erhalten kann. Der Vertragscheck hilft beim systematischen Sammeln der Antworten.
- Lassen Sie KI nur Ihre Prüfliste ordnen. Verwenden Sie die untenstehende Vorlage mit allgemeinen Angaben. Geben Sie keine vertraulichen Inhalte ein, um ausgerechnet deren Trainingsschutz zu testen. Die Antwort des Modells über seine eigenen Bedingungen ist kein Ersatz für offizielle Vertrags- und Kontoinformationen.
- Halten Sie eine klare Arbeitsregel fest. Dokumentieren Sie den erlaubten Arbeitsbereich und die freigegebenen Datenarten. Zeigen Sie dem Team, woran es diesen Bereich erkennt. Bei Änderungen an Bedingungen oder Funktionen sollte die zuständige Person die Entscheidung überprüfen und die Anweisung aktualisieren.
Vorlage zum Kopieren
Erstelle aus diesen Angaben eine Prüfliste zur Datenverwendung.
Angebot und Kontotyp: [Angaben]
Offizielle Aussagen zur Trainingsnutzung: [geprüfte Zusammenfassung]
Bekannte Kontoeinstellungen: [Angaben]
Offene Punkte zu Speicherung und Zugriffen: [Liste]
Trenne Training, Aufbewahrung, Feedback und verbundene Dienste.
Kennzeichne unbelegte Angaben als offen. Behaupte keine aktuelle Produktfunktion,
wenn sie in meinen Angaben nicht bestätigt ist.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre geprüften Angaben; verwenden Sie für die KI-Anfrage keine vertraulichen Originalunterlagen.
| Prüffrage | Nicht damit gleichsetzen |
|---|---|
| Trainingsnutzung ausgeschlossen? | Sofortige Löschung |
| Chat nicht mehr sichtbar? | Sämtliche Kopien entfernt |
| Firmenkonto vorhanden? | Jede Datenart freigegeben |
| Zugriff beschränkt? | Gesamter Datenweg geprüft |
Welche Angaben gehören in die interne Kurznotiz?
Halten Sie das geprüfte Angebot, den erlaubten Arbeitsbereich und die Fundstelle der Datenbedingungen fest. Ergänzen Sie, wer die Einstellungen kontrolliert hat und welche Funktionen noch nicht beurteilt wurden. Eine kurze verständliche Notiz ist hilfreicher als ein Bildschirmfoto ohne Datum und Erklärung.
Zeigen Sie diese Notiz einer Stellvertretung und lassen Sie sie das passende Konto finden. Kann sie nicht erkennen, ob sie im freigegebenen Bereich arbeitet, verbessern Sie die Anweisung vor der Nutzung echter Daten. Die technischen Kontrollen und die menschliche Orientierung müssen zusammenpassen; ein korrekt gesetzter Schalter nützt wenig, wenn das Team versehentlich ein anderes Angebot verwendet.
Worauf Sie achten müssen
- Stand Oktober 2026 verweist die OpenAI-Dokumentation auf die Regeln des jeweiligen Arbeitsbereichs. Prüfen Sie diese Zuordnung konkret und übertragen Sie Aussagen nicht ungeprüft auf andere Angebote.
- Eine spätere Änderung einer Einstellung muss nicht rückwirkend alle früheren Bearbeitungen beseitigen. Lassen Sie bei bereits übermittelten heiklen Daten gesondert klären, was geschehen ist und welche Schritte möglich sind.
- Eine KI kann einen Text aus dem Gespräch wiedergeben, ohne dass damit ein neues Modelltraining bewiesen wäre. Umgekehrt beweist eine erfolglose Wiederholungsfrage nicht, dass keine Verarbeitung stattgefunden hat.
- Geben Sie weiterhin möglichst wenige Daten ein. Die Anleitung zum Anonymisieren unterstützt eine sichere Vorbereitung, wenn eine allgemeine Beschreibung genügt.
- Lassen Sie offene Rechtsfragen anhand Ihres konkreten Falls fachlich prüfen. Eine KI kann Informationen ordnen, aber auch Regeln, Quellen und Schlussfolgerungen erfinden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: In einem Treuhandbüro in Chur nutzen Mitarbeitende verschiedene KI-Konten. Frau Müller findet in einem davon einen Datenschalter und vermutet, dessen Stellung gelte für das ganze Team. Die Administration erklärt, dass mehrere voneinander getrennte Arbeitsbereiche bestehen.
Das Büro legt deshalb zuerst fest, welches Angebot für welche Aufgaben geprüft wird. Die Aussagen zu Training und Speicherung werden getrennt dokumentiert. Mitarbeitende üben den Ablauf mit erfundenen Texten und erkennen den erlaubten Arbeitsbereich vor jeder Eingabe. Der Schalter wird damit Teil einer nachvollziehbaren Regel statt eines vermeintlichen Rundumschutzes.
So hilft Ihnen Alpasana
Linup vermittelt Grundregeln zum Umgang mit Daten, zur Prüfung von KI-Ergebnissen und zum Erkennen von Betrugsversuchen. Der Online-Kurs richtet sich auch an Menschen ohne Technikkenntnisse. Für Teams stehen Einladungen, Fortschrittsübersicht und eine Nachweismappe mit Kursinhalt und Abschlussangaben zur Verfügung. Das Angebot finden Sie unter Linup: KI sicher am Arbeitsplatz.
Linup kann Ihrem Team die Unterscheidung zwischen Datenfreigabe, Ergebniskontrolle und alltäglichen Einstellungen vermitteln und abgeschlossene Schulungen dokumentieren. Eine Weiterbildung und ihr Nachweis ersetzen keine rechtliche Einzelfallprüfung und garantieren keine vollständige Erfüllung gesetzlicher Pflichten.
Häufige Fragen
Bedeutet ein gelöschter Chat, dass ein Modell ihn vergessen hat?
Das lässt sich aus der Benutzeroberfläche nicht ableiten. Fragen Sie nach der konkreten Löschwirkung und den Bedingungen des Angebots; Aussagen über bereits erfolgtes Training benötigen eine gesonderte Klärung.
Kann ich einen Dienst mit einem erfundenen Geheimwort testen?
Ein solcher Versuch liefert keinen verlässlichen Nachweis für oder gegen Trainingsnutzung. Verwenden Sie stattdessen offizielle Unterlagen, passende Verträge und dokumentierte Einstellungen.
Dürfen wir nach abgeschaltetem Training Kundendaten eingeben?
Nicht automatisch; weitere Fragen zu Zweck, Vertrag, Zugriffen und Freigabe bleiben bestehen. Die Seite Kundendaten in ChatGPT zeigt einen datensparsamen Arbeitsablauf.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.
Quellen
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