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Recht & Ethik · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Wem gehören Texte und Bilder aus einer KI?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Rein maschinell erzeugte Texte und Bilder sind in der Schweiz nach heutiger Auffassung meist nicht urheberrechtlich geschützt, weil ein Werk eine menschliche geistige Schöpfung voraussetzt. Je mehr Sie selbst auswählen, überarbeiten und gestalten, desto eher entsteht ein Schutz für Ihren Anteil. Was Sie mit dem Ergebnis tun dürfen, regeln zusätzlich die Nutzungsbedingungen des Anbieters.

Das Problem

Sie lassen von einer KI einen Werbetext für Ihre neue Dienstleistung schreiben und ein passendes Bild erzeugen. Beides gefällt Ihnen, und Sie verwenden es auf Ihrer Website. Wenige Wochen später entdecken Sie Text und Bild nahezu unverändert bei einem Mitbewerber. Können Sie sich dagegen wehren?

Umgekehrt fragen sich viele: Darf ich ein KI-Ergebnis überhaupt frei nutzen, oder gehört es dem Anbieter? Und was passiert, wenn das Bild einem bestehenden Foto ähnelt?

Das Urheberrecht wurde für menschliche Werke geschaffen. Bei KI-Inhalten stellt sich deshalb eine neue Grundfrage: Wer ist überhaupt Urheber, wenn ein Programm den Text erzeugt hat?

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Verstehen Sie den Werkbegriff. Das Schweizer Urheberrechtsgesetz (URG) schützt Werke, also geistige Schöpfungen mit individuellem Charakter. Gemeint ist eine menschliche Leistung. Nach heute vorherrschender Auffassung, wie sie auch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) darstellt, sind rein maschinell erzeugte Inhalte deshalb in der Regel nicht geschützt.
  1. Bestimmen Sie Ihren eigenen Anteil. Fragen Sie sich ehrlich: Habe ich nur einen kurzen Auftrag eingegeben und das Ergebnis übernommen? Oder habe ich ausgewählt, umgeschrieben, kombiniert und eigene Gedanken eingebracht? Nur der menschliche, schöpferische Anteil kann geschützt sein.
  1. Lesen Sie die Nutzungsbedingungen des Anbieters. Viele KI-Anbieter übertragen den Nutzenden die Rechte am Ergebnis, soweit solche bestehen. Manche schränken die kommerzielle Nutzung in Gratis-Tarifen ein. Suchen Sie in den Bedingungen nach Wörtern wie «Output», «Ergebnis», «Eigentum» oder «kommerziell».
  1. Überarbeiten Sie wichtige Inhalte selbst. Für Texte, die Ihr Unternehmen prägen, etwa Slogans oder Leitbilder, lohnt sich eine echte eigene Bearbeitung. Wie das gelingt, zeigt KI-Text menschlich überarbeiten.
  1. Dokumentieren Sie den Entstehungsweg. Speichern Sie Prompts, Zwischenstände und Ihre Änderungen mit Datum. So können Sie später zeigen, was Ihr eigener Beitrag war. Hilfreich ist die Anleitung Herkunft von KI-Bildern dokumentieren.
  1. Prüfen Sie Rechte Dritter. Ein KI-Ergebnis kann einem bestehenden Werk, einer Marke oder einer realen Person ähneln. Auch wenn Sie selbst kein Urheberrecht erwerben, können Sie fremde Rechte verletzen.
  1. Lassen Sie KI Ihren Anteil sichtbar machen. Mit der Vorlage unten vergleicht eine KI Ihre Endfassung mit dem ursprünglichen KI-Entwurf. Das ergibt eine Übersicht Ihrer Änderungen für Ihre Ablage.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Verstehen Sie den Werkbegriff; 2. Bestimmen Sie Ihren eigenen Anteil; 3. Lesen Sie die Nutzungsbedingungen des Anbieters; 4. Überarbeiten Sie wichtige Inhalte selbst; 5. Dokumentieren Sie den Entstehungsweg; 6. Prüfen Sie Rechte Dritter; 7. Lassen Sie KI Ihren Anteil sichtbar machen.
Der Weg im Überblick: Wem gehören Texte und Bilder aus einer KI?

Vorlage zum Kopieren

Vergleiche zwei Fassungen eines Textes und liste meine Änderungen auf.
Fassung A (ursprünglicher KI-Entwurf): [Text A einfügen]
Fassung B (meine Endfassung): [Text B einfügen]
Erstelle eine Tabelle mit den Spalten: Stelle | Fassung A | Fassung B | Art der Änderung (gestrichen, umformuliert, ergänzt, neu geordnet).
Fasse am Schluss in drei Sätzen zusammen, welche inhaltlichen Entscheidungen in Fassung B neu hinzugekommen sind.
Beurteile nicht, ob ein Urheberrecht besteht.

Setzen Sie beide Fassungen ein und speichern Sie die Tabelle zusammen mit Datum und Werkzeugnamen in Ihrer Projektablage.

SituationSchutz wahrscheinlich?
Kurzer Prompt, Ergebnis unverändert übernommenEher nein
KI-Entwurf deutlich umgeschrieben und ergänztFür Ihre Änderungen eher ja
Eigener Text, KI nur für RechtschreibungJa, wie bisher
Eigene Auswahl und Anordnung vieler KI-Bilder zu einer BroschüreDie Gestaltung kann geschützt sein

Worauf Sie achten müssen

  • Rechtslage in Bewegung: Die Anwendung des allgemeinen Werkbegriffs auf KI-Inhalte kann im Einzelfall offen sein. Die Einschätzungen beruhen auf den geltenden Grundsätzen; ein Gericht kann einen konkreten Fall anders beurteilen.
  • Andere Länder: Auch in der EU wird Urheberrecht grundsätzlich an eine eigene geistige Schöpfung geknüpft. Wie dies im Einzelnen beurteilt wird, richtet sich nach dem EU-Recht und der Rechtsprechung der Mitgliedstaaten. Das US-Urheberrechtsamt hat 2025 in einem Bericht festgehalten, dass Prompts allein in der Regel nicht für einen Schutz genügen.
  • Kein Schutz heisst nicht frei von Pflichten: Marken-, Persönlichkeits- und Lauterkeitsrecht gelten weiter.
  • Vertragliche Regeln: Die Nutzungsbedingungen des Anbieters können die Verwendung einschränken. Sie ändern sich gelegentlich; speichern Sie die Fassung, die beim Erstellen galt.
  • Vertrauliche Daten: Geben Sie für kreative Aufgaben keine Kunden- oder Geschäftsgeheimnisse ein.
  • Lassen Sie bei wichtigen Inhalten wie Logos oder Kampagnen den Einzelfall fachlich prüfen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Fotografin aus Luzern erstellt für ihre Website eine Seite über Hochzeitsreportagen. Den ersten Entwurf lässt sie von einer KI schreiben. Er ist ordentlich, klingt aber austauschbar.

Sie streicht die Hälfte, ergänzt eigene Erlebnisse von Hochzeiten am Vierwaldstättersee und ordnet den Text neu. Mit der Vorlage dokumentiert sie den Unterschied zwischen Entwurf und Endfassung. Als sie später ähnliche Passagen auf einer anderen Website findet, kann sie zeigen, welche Teile von ihr stammen. Ihre Anwältin kann den Fall so viel schneller beurteilen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie KI-generierte Texte, Bilder oder andere Inhalte einsetzen, bieten KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben praktische Übungen zum Erstellen und Prüfen von KI-Inhalten. Die Kurse behandeln unter anderem KI-Bilder, Video-Teaser sowie Podcast- und Voiceover-Vorbereitung. Eine rechtliche Beurteilung einzelner Inhalte ist nicht enthalten.

Häufige Fragen

Gehört das Ergebnis dem KI-Anbieter?

Meist nicht. Viele Anbieter überlassen den Nutzenden die Rechte am Ergebnis, soweit solche bestehen. Massgebend sind die Nutzungsbedingungen Ihres Tarifs.

Ist mein Prompt urheberrechtlich geschützt?

Ein kurzer, alltäglicher Prompt kaum. Ein ausführlicher, origineller Text kann im Einzelfall selbst ein Werk sein. Mehr dazu unter Ist ein Prompt urheberrechtlich geschützt?.

Muss ich angeben, dass ein Text von einer KI stammt?

Urheberrechtlich besteht dazu meist keine Pflicht. Kennzeichnungspflichten können sich aber aus anderen Regeln ergeben, etwa aus dem EU AI Act bei Deepfakes oder aus den Richtlinien von Plattformen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.

Quellen

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