Recht & Ethik · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Wie dokumentiere ich die Herkunft eines KI-Bildes?
Kurz gesagt
Halten Sie für jedes KI-Bild fest, mit welchem Werkzeug, wann, mit welcher Eingabe und welchen Nachbearbeitungen es entstand und unter welchen Nutzungsbedingungen. Speichern Sie Originaldatei und Belege zusammen. Diese Dokumentation hilft bei Rückfragen, Streit um Rechte und bei Kennzeichnungspflichten.
Das Problem
Ihr Betrieb verwendet KI-Bilder für die Website, den Newsletter oder eine Broschüre. Ein halbes Jahr später fragt jemand: «Woher stammt dieses Bild? Dürfen wir es so verwenden?» Vielleicht meldet sich eine Agentur, ein Kunde, eine Plattform oder ein Mitbewerber. Sie öffnen den Ordner und finden eine Datei namens «bild_final_3.png». Wie sie entstanden ist, wissen Sie nicht mehr.
Ohne Dokumentation stehen Sie dann schlecht da. Sie können nicht belegen, welche Bedingungen galten, ob Sie das Bild selbst erzeugt haben und welche Änderungen von Ihnen stammen. Das ist nicht nur lästig, sondern kann bei Rechtsfragen zum Nachteil werden. Hinzu kommt, dass für KI-erzeugte Inhalte zunehmend Kennzeichnungs- und Transparenzfragen eine Rolle spielen.
Eine kurze Dokumentation pro Bild, die Sie beim Erstellen anlegen, löst das Problem. Der Aufwand hängt vom Umfang ab; die Dokumentation dient als Gedächtnisstütze. Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Wie die Rechte im Einzelfall aussehen, klären Sie bei Bedarf mit einer Fachperson.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Ordner und Namensregel festlegen: Legen Sie einen Ordner «KI-Bilder» an und benennen Sie Dateien mit Datum und Zweck, zum Beispiel «2026-10-10_newsletter-herbst_v1».
- Werkzeug und Version notieren: Schreiben Sie auf, mit welchem Bildwerkzeug (und welchem Tarif) das Bild entstand und welche Modellbezeichnung angezeigt wurde, soweit sichtbar.
- Prompt speichern: Kopieren Sie die Eingabe, mit der das Bild erzeugt wurde, samt Einstellungen (Format, Stil, Zufallswert, falls angezeigt).
- Ausgangsmaterial festhalten: Wenn Sie ein eigenes Foto oder fremdes Bildmaterial als Vorlage hochgeladen haben, notieren Sie dessen Quelle und die Berechtigung dazu.
- Bearbeitungen dokumentieren: Halten Sie fest, was Sie selbst verändert haben, etwa Zuschnitt, Retusche, Textüberlagerung, und mit welchem Programm.
- Nutzungsbedingungen sichern: Speichern Sie die Bedingungen des Werkzeugs zum Zeitpunkt der Nutzung als PDF oder Screenshot mit Datum. Bedingungen ändern sich.
- Verwendung erfassen: Notieren Sie, wo das Bild verwendet wird (Website, Plakat, Social Media) und seit wann.
- Kennzeichnung entscheiden: Legen Sie fest, ob und wie das Bild als KI-erzeugt gekennzeichnet wird, siehe Kennzeichnung nach dem AI Act, Artikel 50.
- Alles zusammen ablegen: Speichern Sie Originaldatei, Dokumentation und Belege im selben Ordner und sichern Sie ihn regelmässig.
Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Vorlage lassen Sie sich von der KI ein Formular für Ihre Dokumentation erstellen und später ausfüllen.
Erstelle mir ein einseitiges Dokumentationsblatt «Herkunft eines KI-Bildes» als Tabelle.
Felder: Dateiname | Datum der Erstellung | Werkzeug und Tarif | angezeigte Modellbezeichnung |
Prompt (wörtlich) | Einstellungen | hochgeladene Vorlagen (Quelle, Berechtigung) |
eigene Bearbeitungen (was, womit) | Nutzungsbedingungen gesichert (ja/nein, Datum, Ablageort) |
Verwendung (wo, seit wann) | Kennzeichnung als KI-Bild (ja/nein, wie) | verantwortliche Person.
Füge eine kurze Anleitung (5 Zeilen) bei, wie das Blatt ausgefüllt wird. Erfinde keine Angaben.
Sprache: Deutsch (Schweiz).Setzen Sie bei jedem neuen Bild eine Zeile ein. Passen Sie die Felder an Ihren Betrieb an.
Worauf Sie achten müssen
- Nutzungsbedingungen ändern sich: Sichern Sie den Stand der Bedingungen zum Erstellungszeitpunkt mit Datum. Welche rechtliche Wirkung er hat, hängt von den jeweiligen Bedingungen und allfälligen Änderungen oder Übergangsregeln ab.
- Urheberrecht ist nicht automatisch: Ob an einem KI-Bild Schutz entsteht, hängt davon ab, ob eine menschliche geistige Schöpfung vorliegt. Die Rechtslage ist in Bewegung. Klären Sie wichtige Fälle mit einer Fachperson. Hintergrund: KI-Bilder kommerziell nutzen.
- Fremde Vorlagen: Wer fremde Bilder hochlädt, braucht dafür die Berechtigung. Notieren Sie sie.
- Kennzeichnung: Der EU AI Act sieht Transparenzpflichten für KI-erzeugte Inhalte vor. Ob und ab wann sie für Ihren Fall gelten, prüfen Sie anhand der Quelle und bei Bedarf mit einer Fachperson.
- Personen im Bild: Bei Bildern mit erkennbaren Personen gelten zusätzliche Regeln zum Persönlichkeitsschutz.
- Datenschutz: Die Dokumentation sollte keine Personendaten enthalten, die nicht nötig sind.
| Angabe | Warum wichtig |
|---|---|
| Werkzeug, Version, Tarif | bestimmt die geltenden Bedingungen |
| Prompt und Einstellungen | zeigt, wer welche Eingabe gewählt hat |
| Vorlagen und Quellen | belegt Berechtigung bei fremdem Material |
| eigene Bearbeitung | zeigt eigenen Beitrag |
| gesicherte Bedingungen | Nachweis für spätere Streitfragen |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Die Marketingverantwortliche eines Möbelhauses in Suhr verwendet KI-Bilder für Plakate und Newsletter.
Vorher: Die Bilder liegen unbenannt in verschiedenen Ordnern. Als ein Plakat auf einer Messe auffällt und eine Agentur nach der Herkunft fragt, kann niemand sagen, welches Werkzeug und welche Bedingungen galten.
Nachher: Seit einem Quartal legt sie für jedes Bild ein Blatt an, mit Werkzeug, Prompt, Datum, Bearbeitungen und einem Screenshot der Bedingungen. Bei der nächsten Rückfrage kann sie in wenigen Minuten belegen, wie das Bild entstanden ist. Wichtige Fälle mit möglichen Rechten Dritter lässt sie von einer Fachperson ansehen.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort behandeln laut Angebotsbeschreibung unter anderem KI-Bilder, Video-Teaser und betriebliche KI-Richtlinien. Praxisaufgaben und ein KI-Lerncoach unterstützen das Lernen. Rechtsberatung gehört nicht dazu, aber Sie lernen, KI-Bilder bewusst und nachvollziehbar einzusetzen.
Häufige Fragen
Muss ich jedes KI-Bild dokumentieren?
Für Bilder, die Sie geschäftlich verwenden oder veröffentlichen, ist es sinnvoll. Für reine Entwürfe genügt oft eine einfachere Notiz.
Reicht ein Screenshot der Nutzungsbedingungen?
Er ist ein guter Anfang, vor allem mit Datum und Adresse der Seite. Bei wichtigen Fällen sichern Sie zusätzlich die vollständigen Bedingungen als Datei.
Was ist, wenn ich den Prompt nicht mehr habe?
Dann rekonstruieren Sie, was möglich ist, und notieren, dass die Angabe fehlt. Beim nächsten Mal speichern Sie ihn sofort. Hinweise zum Speichern: Prompts speichern und wiederfinden.
Wer ist für die Dokumentation verantwortlich?
Legen Sie eine Person fest, meist die, die das Bild veröffentlicht. Im Betrieb hilft eine kurze Regel, siehe KI-Bilder: Quelle nennen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.
Quellen
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