KI im Unternehmen · KI-Weiterbildung für Unternehmen
Wann sollten wir KI-Inhalte im Betrieb kennzeichnen?
Kurz gesagt
Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für jeden KI-Einsatz gibt es nicht, aber in manchen Fällen schon: etwa bei KI-Chatbots, täuschend echten Bildern und Videos oder wenn Kunden es vertraglich verlangen. Legen Sie intern fest, wann Sie kennzeichnen, und halten Sie die Regel einfach.
Das Problem
Eine Offerte wurde mit KI vorbereitet, der Newsletter-Text ebenfalls, und das Bild auf der Website stammt aus einem Bildgenerator. Muss das irgendwo stehen? Müssen Kundinnen wissen, dass sie mit einem Chatbot schreiben? Und wie sieht es intern aus: Müssen Mitarbeitende angeben, dass ein Bericht mit KI-Hilfe entstanden ist?
Die Antworten sind nicht einheitlich, weil sie vom Zusammenhang abhängen. Es gibt Fälle, in denen Offenlegung rechtlich verlangt sein kann, andere, in denen sie vertraglich vereinbart ist, und viele, in denen sie eine Frage der Fairness und des Vertrauens ist. Wer das nicht regelt, erlebt in jedem Team eine andere Praxis.
Eine einfache interne Regel schafft Klarheit. Sie muss nicht perfekt sein, aber verständlich. Dieser Beitrag ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Sammeln Sie, wo KI bei Ihnen Inhalte erzeugt. Texte, Bilder, Antworten im Kundenservice, Protokolle, Berichte, Social Media, Präsentationen. Ordnen Sie jedem Bereich zu, wer die Empfänger sind (intern, Kundschaft, Öffentlichkeit).
- Unterscheiden Sie Art und Umfang der KI-Beteiligung. Rechtschreibhilfe oder Übersetzungsvorschlag ist etwas anderes als ein weitgehend von KI erzeugter Text oder ein täuschend echtes Bild. Je grösser der Anteil und je grösser die Gefahr einer Täuschung, desto eher kennzeichnen Sie.
- Prüfen Sie rechtliche und vertragliche Vorgaben. Im EU-Recht regelt der AI Act Transparenzpflichten, etwa wenn Menschen mit KI-Systemen interagieren oder wenn täuschend echte Bild-, Ton- oder Videoinhalte erzeugt werden (siehe Quelle). Ob und ab wann das für Sie gilt, klären Sie im Einzelfall; siehe Artikel 50 AI Act. Prüfen Sie auch Kundenverträge, Branchenregeln und Plattformbedingungen.
- Legen Sie Grundsätze fest. Zum Beispiel: Chatbots im Kundenkontakt werden als solche erkannt. Täuschend echte Bilder und Videos werden gekennzeichnet. Berichte und Offerten, die weitgehend von KI stammen, enthalten intern einen Vermerk. Reine Hilfsmittel wie Rechtschreibprüfung brauchen keinen Hinweis.
- Formulieren Sie kurze Standardhinweise. Zum Beispiel: «Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von [Name/Funktion] geprüft.» oder «Sie schreiben mit einem KI-Assistenten; ein Mensch kann auf Wunsch übernehmen.» Eine Vorlage für Chatbots: Chatbot kennzeichnen.
- Verknüpfen Sie die Kennzeichnung mit der Prüfung. Ein Hinweis allein ersetzt die inhaltliche Kontrolle nicht. Legen Sie fest, wer vor Versand prüft; siehe Freigabe vor Versand.
- Überprüfen Sie die Regel regelmässig. Rechtliche Vorgaben und Erwartungen ändern sich. Prüfen Sie sie mindestens jährlich und bei Änderungen im Angebot oder in den Werkzeugen.
Checkliste: Kennzeichnen oder nicht?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Chatbot im Kundenkontakt | Kennzeichnen |
| Täuschend echtes KI-Bild oder -Video | Kennzeichnen, rechtlich prüfen |
| Text weitgehend von KI, nach aussen | Hinweis empfehlenswert |
| Text von KI vorbereitet, stark überarbeitet | Interne Regel entscheidet |
| Rechtschreib- und Stilhilfe | Kein Hinweis nötig |
| Kundenvertrag verlangt Offenlegung | Vertrag befolgen |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der Arbeitsauftrag an die KI. Mit dieser Vorlage entwerfen Sie eine verständliche Regel und Standardhinweise; geben Sie keine vertraulichen Inhalte ein.
Wir sind ein Schweizer Betrieb mit [Anzahl] Mitarbeitenden in der Branche [Branche]. Wir nutzen KI für [Texte, Bilder, Kundenantworten, Protokolle]. Wir wollen eine einfache Regel, wann wir KI-Beteiligung kennzeichnen.
Erstelle: 1. eine halbseitige interne Regel mit den Abschnitten «Wann kennzeichnen wir?», «Wann nicht?», «Wie lautet der Hinweis?», «Wer prüft vorher?», «Wen frage ich im Zweifel?»,
2. fünf kurze Standardhinweise (intern, Kundenmail, Website, Chatbot, Bild),
3. eine Liste von zehn Fragen, die wir mit einer Fachperson klären sollten (Verträge, Branchenregeln, EU-Bezug).
Keine Rechtsaussagen, keine Gesetzesartikel. Unsicheres mit [klären] markieren. Schweizer Rechtschreibung, Sie-Form.Passen Sie die Einsatzbereiche an; für Betriebe mit EU-Kundschaft sollten Sie zusätzlich die Vorgaben des AI Act prüfen lassen.
Worauf Sie achten müssen
- Rechtslage ist im Fluss: Transparenzpflichten und deren Fristen werden diskutiert und konkretisiert. Prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie sich auf eine Auslegung verlassen. Für die Schweiz gibt es keine direkte Entsprechung des AI Act, aber bei EU-Bezug kann er greifen.
- Täuschung vermeiden: Das Lauterkeitsrecht verbietet irreführende Angaben. Wer KI-Inhalte als menschliche Erfahrung ausgibt (etwa erfundene Kundenstimmen), riskiert Ärger; siehe KI-Kundenstimmen mit erfundenen Personen.
- Kennzeichnung ersetzt keine Prüfung: Ein Hinweis «KI-unterstützt» entlastet nicht von der Verantwortung für den Inhalt. Fehler bleiben Ihre Fehler.
- Nicht übertreiben: Ein Hinweis unter jedem Satz nützt niemandem. Kennzeichnen Sie dort, wo es für die Leserin relevant ist.
- Technische Kennzeichnung: Manche Werkzeuge versehen Bilder automatisch mit Hinweisen oder Metadaten. Prüfen Sie, ob das bei Ihnen aktiv ist und ob Sie es ergänzen müssen.
- Intern ehrlich bleiben: Wer Mitarbeitende dazu bringt, KI-Nutzung zu verstecken, schafft Schatten-Nutzung. Eine offene Kultur hilft; siehe Arbeitsergebnisse offenlegen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Gemeindeverwaltung im Kanton Aargau setzt einen Chatbot für Fragen zu Öffnungszeiten und Formularen ein und lässt Merkblätter mit KI vorbereiten. Frau Müller aus der Kanzlei soll entscheiden, was gekennzeichnet wird.
Sie legt fest: Der Chatbot stellt sich beim Start als Assistent vor und weist auf die Möglichkeit hin, mit einer Person zu sprechen. Merkblätter erhalten intern einen Vermerk «mit KI-Unterstützung erstellt, geprüft von …», nach aussen keinen Hinweis, solange sie stark überarbeitet sind. Ein Foto für die Website, das mit KI erzeugt wurde, wird mit «Illustration, mit KI erstellt» beschriftet. Die Regel passt auf eine halbe Seite.
So hilft Ihnen Alpasana
Wie Ihre Mitarbeitenden KI für Verwaltung, Kommunikation und Texte nutzen und dabei Ergebnisse und Daten sorgfältig behandeln, lernen sie in der KI-Weiterbildung für Unternehmen von absofort: mit Schweizer Praxisbezug, Datenschutz als Lerninhalt, EU AI Act bei EU-Bezug und verantwortungsvollem Umgang mit Unternehmensdaten. Gelernt wird im eigenen Tempo, mit verifizierbaren Abschlüssen; für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
Eine rechtliche Beurteilung Ihrer Kennzeichnungspflichten ist nicht Teil des Angebots.
Häufige Fragen
Muss ich jede E-Mail mit KI-Hilfe kennzeichnen?
Nein, das wäre unpraktisch und meist nicht verlangt. Sinnvoll ist die Kennzeichnung, wenn der Inhalt weitgehend von KI stammt und ein Irrtum über die Herkunft relevant ist, oder wenn Regeln es verlangen.
Reicht ein Hinweis in den AGB?
Für Chatbots und täuschend echte Inhalte sollte die Information dort erfolgen, wo die Person sie wahrnimmt, nicht nur im Kleingedruckten. Prüfen Sie die Anforderungen für Ihren Fall.
Schadet die Kennzeichnung dem Ruf?
Meist nicht. Viele Kundinnen schätzen Ehrlichkeit. Wichtig ist, dass Sie die Qualität sichern und erklären, dass ein Mensch verantwortlich bleibt.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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