Coaching verstehen · Prompt Engineering
Wunderfrage im Coaching: Mit KI alltagstauglich formulieren
Kurz gesagt
Die Wunderfrage lädt dazu ein, sich einen Tag vorzustellen, an dem das Problem gelöst ist, und zu beschreiben, was dann anders wäre. Wenn die klassische Formulierung nicht passt, kann KI Alternativen in Alltagssprache entwerfen. Prüfen und anpassen müssen Sie diese selbst.
Das Problem
Die Wunderfrage ist ein Klassiker des lösungsfokussierten Coachings. Sinngemäss lautet sie: «Angenommen, über Nacht geschieht ein Wunder und Ihr Problem ist gelöst. Woran würden Sie am Morgen merken, dass etwas anders ist?» Die Frage soll den Blick von der Schwierigkeit auf eine gewünschte Zukunft lenken.
Nicht allen Menschen liegt das Bild. Manche finden es kindisch, andere verstehen es wörtlich («Wunder gibt es nicht»), wieder andere sind in einer Lage, in der das Wort «Wunder» wie Hohn klingt. In diesen Fällen verfehlt die Frage ihr Ziel.
Mit KI können Sie mehrere Varianten in Alltagssprache entwerfen, die dieselbe Idee tragen: Was wäre anders, wenn es gut wäre? Entscheidend bleibt, dass Sie die passende Formulierung für Ihre Person und Ihren Moment wählen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Absicht der Frage klären. Schreiben Sie auf, was die Frage leisten soll: Zielbild gewinnen, Hoffnung wecken, Wünsche konkret machen. Das schützt vor Floskeln.
- Gegenüber beschreiben. Halten Sie fest, wie Ihr Gegenüber spricht: nüchtern, bildhaft, sachlich. Notieren Sie nur allgemeine Merkmale, nie persönliche Angaben.
- Varianten erzeugen. Bitten Sie die KI um fünf Formulierungen ohne das Wort «Wunder», die dasselbe fragen: zum Beispiel «Stellen Sie sich einen normalen Dienstag vor, an dem es gut läuft. Was ist an diesem Tag anders?»
- Passung prüfen. Streichen Sie Varianten, die Annahmen enthalten (zum Beispiel «wenn Sie endlich glücklich sind»), zu abstrakt sind oder Druck erzeugen.
- Nachfragen sammeln. Lassen Sie je zwei Anschlussfragen formulieren, etwa «Was würden andere an Ihnen bemerken?» oder «Was davon gelingt Ihnen heute schon teilweise?».
- Im Rollenspiel testen. Sprechen Sie die Frage laut oder üben Sie mit einer Kollegin. Klingt sie natürlich? Würden Sie sie so selbst gern hören?
- Behutsam einführen. Fragen Sie vor der Frage um Erlaubnis und lassen Sie Raum für Ablehnung. Wenn die Person nicht mitgeht, wechseln Sie auf eine andere Frage.

Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der Arbeitsauftrag, den Sie in das Eingabefeld der KI schreiben. Dieser Prompt erzeugt Formulierungsalternativen ohne Bezug zu einer realen Person.
Ich nutze im Coaching die Wunderfrage (lösungsfokussiert) und möchte
sie in Alltagssprache formulieren.
Gegenüber (allgemein): [z. B. nüchtern, sachlich, wenig Coaching-
Erfahrung, Berufsalltag im Handwerk]
Thema (allgemein): [z. B. Zusammenarbeit im Team]
Schreibe fünf Varianten der Frage ohne das Wort «Wunder». Sie sollen
eine gewünschte Zukunft in einem normalen Tag erkunden.
Vermeide Annahmen über das Gefühlsleben der Person und Druck.
Gib je Variante einen Satz an, für wen sie passt und wo sie
missverstanden werden könnte. Nenne zwei Anschlussfragen.Passen Sie Gegenüber und Thema an. Bei Menschen, die sich in einer akuten Notlage befinden, ist diese Methode nicht der erste Schritt.
Klassisch oder alltagsnah
| Formulierung | Wirkung | Eignung |
|---|---|---|
| «Angenommen, über Nacht geschieht ein Wunder …» | Bildhaft, kann kindlich wirken | Menschen, die gern in Bildern denken |
| «Stellen Sie sich einen guten Arbeitstag vor …» | Konkret und nüchtern | Sachlich orientierte Personen |
| «Woran würden Sie in drei Monaten merken, dass es besser läuft?» | Zeitbezug, überprüfbar | Zielorientierte Gespräche |
Worauf Sie achten müssen
- Nicht in der akuten Krise: Bei starker Belastung, Verzweiflung oder Gedanken an Selbstverletzung ist diese Frage fehl am Platz. Verweisen Sie an Fachpersonen, in der Schweiz auch an die Dargebotene Hand, Telefon 143.
- Keine Garantie auf Veränderung: Die Frage erzeugt ein Bild, keine Lösung. Sie ersetzt keine Auftragsklärung und keine Handlungsschritte.
- KI-Formulierungen prüfen: Entwürfe wirken oft pathetisch oder werten («endlich Erfolg»). Wählen Sie neutrale Wörter.
- Kein Zwang: Wer sich nichts vorstellen kann oder will, soll nicht gedrängt werden. Alternativen sind Fragen zu Ausnahmen oder zu kleinen Fortschritten.
- Datenschutz: Schreiben Sie keine Klientenantworten in öffentliche KI-Dienste, auch nicht zur «Verbesserung der Frage».
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Frau Berger begleitet einen Elektroinstallateur in Aarau bei einem Konflikt im Team. Als sie die Wunderfrage stellt, lacht er: «Ich glaube nicht an Wunder, ich bin Praktiker.»
Für das nächste Treffen lässt sie sich von der KI Alternativen schreiben. Sie wählt: «Angenommen, die Zusammenarbeit läuft in einem Monat gut. Woran würden Sie das an einem normalen Montag merken?» Er antwortet: «Wir würden morgens kurz absprechen, wer was macht.»
Vorher blockierte das Wort «Wunder» das Gespräch, nachher führt die Frage zu einem konkreten Bild. Zur Ergänzung passt die Seite zu Ausnahmefragen, die nach bereits gelingenden Momenten fragen.
Planen Sie nach der Antwort Zeit für Nachfragen ein. Der Wert der Wunderfrage liegt weniger im Bild selbst als in den Details, die danach auftauchen: Wer wäre dabei, was würde zuerst auffallen, welcher kleine Teil davon ist heute schon sichtbar? Diese Konkretisierung macht die Antwort für den Alltag brauchbar.
So hilft Ihnen Alpasana
Gute Formulierungshilfen entstehen durch präzise Aufträge. Der Prompt-Engineering-Kurs von absofort vermittelt, wie Sie Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, Beispiele zur Steuerung nutzen und Ergebnisse prüfen. Der Datenschutz ist Teil der Inhalte.
Der Kurs läuft online, setzt keine Programmierkenntnisse voraus und endet mit einem Zertifikat. Er ersetzt keine fachliche Ausbildung in lösungsfokussiertem Coaching.
Häufige Fragen
Muss ich die Wunderfrage stellen, um lösungsfokussiert zu arbeiten?
Nein. Sie ist eine Methode unter mehreren. Ausnahme-, Bewältigungs- und Skalierungsfragen verfolgen ähnliche Ziele und passen oft besser.
Was, wenn die Antwort unrealistisch ist?
Das ist in Ordnung. Das Bild dient als Richtung. Danach lässt sich fragen, was davon heute schon ein wenig sichtbar ist oder in kleinen Schritten erreichbar wäre.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Mehr, als man denkt: Oft braucht die Person einige Minuten, um ein Bild zu entwickeln. Planen Sie Ruhe ein und schliessen Sie die Übung nicht zu schnell ab.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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