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KI im Coaching · Prompt Engineering

Wunderfrage mit KI anpassen: Vom Wunsch zum Alltag

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Wunderfrage lädt dazu ein, sich einen Tag vorzustellen, an dem das Problem über Nacht gelöst ist, und zu beschreiben, woran man es merken würde. Sie stammt aus dem lösungsfokussierten Coaching. KI kann Formulierungen und Anschlussfragen vorbereiten, ob die Methode zur Klientin passt, entscheiden Sie im Gespräch.

Das Problem

«Stellen Sie sich vor, heute Nacht geschieht ein Wunder, und Ihr Problem ist gelöst. Woran würden Sie es morgen früh merken?» Diese Frage, die Wunderfrage, wurde von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg im lösungsfokussierten Ansatz entwickelt. Sie lenkt den Blick weg vom Problem und hin zu dem, was anders wäre. Manche Klientinnen reagieren zunächst überrascht; andere finden die Frage unpassend.

Ihre Stärke liegt darin, dass sie ein Zukunftsbild entstehen lässt, das über allgemeine Wünsche hinausgeht. Wer sich vorstellt, wie der Morgen nach dem Wunder aussieht, beschreibt konkrete Einzelheiten: andere Gespräche, andere Gefühle, andere Handlungen. Daraus lassen sich erste Schritte ableiten.

Doch die Frage passt nicht immer. Manche Menschen empfinden sie als kindlich oder unpassend, andere flüchten sich in Fantasien («Dann hätte ich im Lotto gewonnen»). Auch bei akuten Belastungen kann sie unangemessen wirken. Sie muss an die Person und die Situation angepasst werden. KI kann helfen, Varianten und Anschlussfragen zu entwerfen. Ob und wie Sie sie einsetzen, entscheiden Sie im Gespräch.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie die Passung. Eignet sich die Methode für diese Klientin und dieses Anliegen? Sie passt eher bei Entscheidungen, Zielklärung und festgefahrenen Situationen als bei akuter Belastung.
  1. Klären Sie das Ziel der Frage. Wollen Sie ein Zukunftsbild, erste Schritte oder eine Ressourcenklärung? Notieren Sie, was Sie erreichen möchten.
  1. Lassen Sie Varianten entwerfen. Bitten Sie die KI um verschiedene Formulierungen: klassisch, kürzer, alltagsnah, ohne das Wort «Wunder» (zum Beispiel «Stellen Sie sich vor, in einem Jahr ist es gut. Wie sieht Ihr Alltag aus?»).
  1. Wählen Sie eine passende Version. Streichen Sie, was nicht zu Ihrer Sprache oder zur Klientin passt. Die Frage soll natürlich klingen.
  1. Planen Sie Anschlussfragen. Lassen Sie Fragen sammeln, die vom Bild zum Alltag führen: Wer würde es zuerst bemerken? Was würden Sie anders tun? Was ist davon schon manchmal da?
  1. Planen Sie Raum und Tempo. Geben Sie der Klientin Zeit zum Nachdenken. Schweigen ist erlaubt. Bereiten Sie Sätze vor, die nicht drängen.
  1. Leiten Sie Hinweise für den Alltag ab. Fragen Sie: «Welches dieser Zeichen wäre das kleinste, das Sie morgen beobachten könnten?» So wird aus dem Bild ein Experiment.
  1. Reflektieren Sie. Notieren Sie nach dem Gespräch, wie die Klientin reagiert hat und was Sie das nächste Mal anders formulieren.
VarianteWann passend
Klassische WunderfrageOffene, bildhafte Klientinnen
«In einem Jahr ist es gut»Wer mit «Wunder» wenig anfangen kann
«Stellen Sie sich einen guten Tag vor»Alltagsnah, kurz

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt entwirft Varianten und Anschlussfragen. Keine Klientendaten verwenden.

Ich bin Coach und möchte die Wunderfrage aus dem lösungsfokussierten Ansatz zum allgemeinen Thema [Thema, z. B. berufliche Veränderung] vorbereiten.
1. Formuliere fünf Varianten der Frage: die klassische Form, zwei alltagsnahe Formen ohne das Wort «Wunder», eine kurze und eine für zurückhaltende Klientinnen.
2. Schlage acht Anschlussfragen vor, die vom Zukunftsbild zu beobachtbaren Veränderungen im Alltag führen.
3. Nenne drei Anzeichen, dass die Frage nicht passt, und eine Alternative.
4. Formuliere zwei Sätze, mit denen ich nach der Antwort nachfrage, ohne zu bewerten.
Gib keine inhaltlichen Ratschläge und stelle keine Annahmen über die Klientin an.

Wählen Sie nur, was zu Ihrer Haltung passt, und üben Sie die Formulierung laut, bevor Sie sie in der Sitzung verwenden.

Worauf Sie achten müssen

  • Die Frage setzt voraus, dass die Klientin sich auf Vorstellungen einlassen mag. Drängen Sie nicht.
  • Bei akuter Belastung, Verlust oder Krisen kann das Bild einer Lösung verletzend wirken. In solchen Fällen ist Coaching nicht der richtige Rahmen. Verweisen Sie auf Fachpersonen und die Dargebotene Hand (143).
  • Die Wirksamkeit der Methode sollten Sie nicht als belegt darstellen. Sie ist ein verbreitetes Gesprächsmittel, kein Garant.
  • Geben Sie keine Klientendaten oder Gesprächsinhalte in öffentliche KI-Dienste ein.
  • KI-Formulierungen wirken manchmal gestelzt. Prüfen Sie, ob sie zu Ihrer Sprache und Klientin passen.
  • Unrealistische Bilder («Ich bin reich») dürfen Sie freundlich aufnehmen und zum Alltag zurückführen, ohne sie abzuwerten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Biel begleitet einen Mitarbeitenden aus dem Bauwesen, der sich beruflich festgefahren fühlt. Die klassische Wunderfrage hält sie für zu abgehoben.

Mit KI formuliert sie eine alltagsnahe Variante: «Stellen Sie sich vor, in einem Jahr ist Ihr Arbeitsalltag so, wie Sie ihn sich wünschen. Was machen Sie morgens als Erstes?» Der Klient beschreibt, dass er mit einem kleinen Team an einem Projekt arbeitet. Auf die Frage, was davon schon heute möglich ist, nennt er den wöchentlichen Austausch mit einem Kollegen. Den will er in der nächsten Woche einführen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie für sich selbst ein Zukunftsbild entwickeln möchten, bietet my-coach.ch Life Coaching und Mental Coaching mit Nataliya Fiechter an. Themen wie berufliche Neuorientierung, Lebensmitte und Entscheidungen sind veröffentlicht. Es gibt Einzeltermine und Pakete, online schweizweit oder in Safenwil, mit kostenlosem, unverbindlichem Erstgespräch.

Ob die Wunderfrage dort eingesetzt wird, ist nicht beschrieben. Fragen Sie nach der Arbeitsweise.

Häufige Fragen

Was, wenn die Klientin die Frage albern findet?

Nehmen Sie das ernst, wechseln Sie die Form oder die Methode. Fragen Sie zum Beispiel, was sie sich in der Zukunft wünscht, ohne Bild.

Ist die Wunderfrage für Anfänger?

Sie ist leicht zu lernen, aber schwer gut zu führen. Üben Sie das Zuhören und Nachfragen, nicht nur die Formulierung.

Wie unterscheidet sie sich von Zielfragen?

Eine Zielfrage fragt nach dem gewünschten Ergebnis, die Wunderfrage nach dem Alltag danach. Sie liefert oft konkretere Hinweise.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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