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KI-Chatbot erstellen: Möglichkeiten und Grenzen im Coaching
Kurz gesagt
Einen KI-Chatbot erstellen können Sie auch ohne Programmieren: mit einem Assistenten, dem Sie Anweisungen und Wissen mitgeben. Machbar sind Übungsbegleiter, FAQ und Vorbereitungsfragen. Nicht machbar ist, Coaching oder den Umgang mit Krisen dem Chatbot zu überlassen.
Das Problem
Frau Berger möchte ihren Klientinnen und Klienten zwischen den Sitzungen etwas an die Hand geben: Reflexionsfragen, Erinnerungen an Vereinbarungen, vielleicht eine Antwort auf häufige Fragen zu ihrem Angebot. Sie hat gelesen, man könne einen KI-Chatbot erstellen und sogar selbst bauen, und fragt sich, was dabei tatsächlich möglich ist.
Die Antwort: Technisch ist vieles einfacher geworden. Ohne Programmierkenntnisse lässt sich ein Assistent einrichten, der nach Ihren Anweisungen antwortet. Schwieriger ist die fachliche Seite. Ein Chatbot, der mit Menschen über persönliche Themen spricht, braucht klare Regeln, Tests und Grenzen.
Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt, was sich damit verantwortbar umsetzen lässt und was Sie besser nicht versuchen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Legen Sie den Zweck in einem Satz fest. Zum Beispiel: «Der Chatbot beantwortet Fragen zu meinen Angeboten und stellt nach einer Sitzung drei Reflexionsfragen.» Alles, was darüber hinausgeht, bleibt draussen.
- Schreiben Sie auf, was er nicht tun darf. Keine Diagnosen, keine Therapie, keine Ratschläge zu Medikamenten oder Finanzen, keine Versprechen über Erfolge.
- Wählen Sie den Weg. Es gibt drei Stufen (Tabelle unten): ein Assistent mit Anweisungen, ein No-Code-Werkzeug mit eigener Wissensbasis oder eine Eigenentwicklung. Für die meisten Coaches reicht die erste.
- Formulieren Sie die Systemanweisung. Das ist der Grundauftrag, den der Chatbot bei jedem Gespräch befolgt: Rolle, Ton, Aufgaben, Verbote und Verhalten in Krisen. Eine Vorlage finden Sie unten.
- Legen Sie das Wissen fest. Geben Sie nur Inhalte mit, die öffentlich sein dürfen: Ihre Angebotsbeschreibung, Ablauf, Preise nur, wenn aktuell, Methodenbeschreibungen. Keine Klientendaten.
- Testen Sie mit Fällen. Spielen Sie schwierige Situationen durch: Klient schreibt «Ich kann nicht mehr», fragt nach Medikamenten oder will eine Garantie. Anregungen gibt Testfälle für Coaching-Chatbots.
- Verankern Sie den Weg zu Menschen. Der Chatbot verweist bei Krisen auf Fachstellen und bei Bedarf auf Sie. Siehe Chatbot und menschliche Hilfe.
- Kennzeichnen und klären. Machen Sie sichtbar, dass es sich um eine KI handelt, informieren Sie über die Datenverarbeitung und holen Sie bei Bedarf Einwilligungen ein.
- Beobachten und anpassen. Prüfen Sie regelmässig Stichproben nach vorheriger Information der Nutzenden und verbessern Sie die Anweisung.

Vorlage zum Kopieren
Schreibe eine Systemanweisung für einen KI-Assistenten, der [Zweck, z. B. nach einer Coaching-Sitzung drei Reflexionsfragen stellt] für [Zielgruppe, z. B. erwachsene Klientinnen und Klienten einer Laufbahncoachin].
Rolle: unterstützender Übungsbegleiter, kein Coach, kein Therapeut.
Ton: freundlich, sachlich, Anrede «Sie», Deutsch (Schweiz).
Erlaubt: [Aufgaben, z. B. Fragen stellen, Gedanken zusammenfassen, auf Vereinbarungen erinnern].
Verboten: Diagnosen, Therapie, medizinische oder rechtliche Ratschläge, Erfolgsversprechen.
Krisen: Bei Hinweisen auf Selbst- oder Fremdgefährdung, starke Verzweiflung oder Sucht bricht der Assistent die Übung ab,
verweist auf Hausarzt, Psychotherapie und die Dargebotene Hand (Telefon 143) und empfiehlt, [Coach-Name] zu kontaktieren.
Ausserdem: Der Assistent sagt offen, dass er eine KI ist, und gibt zu, wenn er etwas nicht weiss.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihr Angebot und passen Sie die Verbote an. Nach dem Einsetzen testen Sie jede Regel mit einem Gegenbeispiel.
Drei Wege im Vergleich
| Weg | Aufwand | Machbar | Grenze |
|---|---|---|---|
| Assistent mit Anweisungen und Dokumenten | gering, ohne Programmieren | FAQ, Übungsbegleiter, Reflexionsfragen | Datenschutz des Anbieters, begrenzte Kontrolle |
| No-Code-Werkzeug mit Wissensbasis | mittel | Website-Chatbot, Terminvorbereitung | Kosten, Abhängigkeit vom Anbieter |
| Eigenentwicklung über Schnittstelle oder lokal | hoch, Fachwissen nötig | volle Kontrolle über Ablauf und Daten | Betrieb, Sicherheit, Wartung |
Worauf Sie achten müssen
- Kein eigenes Modell nötig. Sie müssen keine KI «trainieren». Meist nutzen Sie ein vorhandenes Sprachmodell und steuern es über Anweisungen. Mehr dazu unter Eigener Chatbot ohne eigenes Modell.
- Der Chatbot kann Krisen nicht zuverlässig erkennen. Verlassen Sie sich nie darauf. Weisen Sie Nutzende klar darauf hin, wann sie sich an Menschen wenden müssen.
- Datenschutz zuerst. Sobald Klientinnen und Klienten persönliche Dinge eingeben, werden Personendaten verarbeitet. Prüfen Sie Speicherort, Auftragsverarbeitung und Einwilligung. Grundsätze erläutert der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte; für Ihren Einzelfall holen Sie fachlichen Rat ein.
- Transparenz. Nutzende müssen wissen, dass sie mit einer KI sprechen. Bei Bezug zur EU können zusätzliche Regeln des EU AI Act gelten; die Einordnung gehört in eine fachliche Prüfung.
- Keine Heilsversprechen. Formulierungen wie «ersetzt Ihren Coach» entsprechen nicht guter Praxis. Siehe Leistungsversprechen bei Coaching-Chatbots.
- Haftung und Verantwortung. Die rechtliche Verantwortung hängt unter anderem von Ihrer Rolle, dem Angebot und dem konkreten Einsatz ab. Lassen Sie den Einzelfall fachlich prüfen und klären Sie den Versicherungsschutz.
- Wartung. Modelle ändern sich. Testen Sie nach jedem Update erneut.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Coachin für Berufsumstieg in Baden bietet nach jedem Termin einen «Reflexionsbegleiter» an. Er stellt drei Fragen zur Vereinbarung der Woche und fasst die Antworten für die Klientin zusammen.
Vorher hatte sie einen sehr offenen Auftrag eingegeben («Sei eine einfühlsame Coachin»). Im Test gab der Bot einer fiktiven Nutzerin Tipps zu Schlafmitteln. Nachher: Mit der Vorlage von oben, einem festen Krisenhinweis und einem Wissensdokument nur mit ihrem Angebot bleibt er bei seiner Aufgabe. Die Klientinnen werden vorab informiert, dass es eine KI ist und welche Eingaben sie nicht machen sollen.
So hilft Ihnen Alpasana
Für den technischen Einstieg in einen eigenen Chatbot vermitteln die KI-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben auf absofort.ch Inhalte zu Chatbot-Wissen, No-Code-Automatisierung und KI-Agenten. Die fachliche Gestaltung eines Coaching-Chatbots, etwa für Krisensituationen, ist dort nicht beschrieben.
Häufige Fragen
Kann ich eine KI kostenlos selbst erstellen?
Ob eine kostenlose oder günstige Version verfügbar ist, hängt vom Anbieter und dessen aktuellen Bedingungen ab. Prüfen Sie Umfang und Datenbedingungen vor dem Start. Eine eigene KI im Sinn eines neu trainierten Modells ist dagegen sehr aufwendig und für Coaches in der Regel nicht nötig.
Kann der Chatbot meine Coaching-Methode übernehmen?
Er kann Ihre Methode nachahmen, wenn Sie sie beschreiben, etwa die Phasen von GROW. Er versteht sie aber nicht wie eine Fachperson. Prüfen Sie seine Antworten gegen Ihre Praxis, wie in Methodenwissen bei Coaching-Chatbots beschrieben.
Darf der Chatbot Sitzungsinhalte speichern?
Das ist eine Datenschutzfrage mit hohem Risiko, denn Gesprächsinhalte sind sensibel. Verzichten Sie im Zweifel darauf und lassen Sie die Lösung vor dem Einsatz prüfen.
Wann lohnt sich ein Chatbot auf meiner Website?
Für häufige, einfache Fragen zu Angebot und Ablauf kann das sinnvoll sein. Hinweise gibt Chatbot für die Coaching-Website einrichten.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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