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Coaching verstehen · Prompt Engineering

KI im Coaching vereinbaren: Eine verständliche Gesprächsvorlage

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Setzen Sie als Coach KI ein, gehört das offen angesprochen: Wofür, mit welchen Daten, welche Alternative gibt es? Mit KI entwerfen Sie eine verständliche Erklärung als Gesprächsgrundlage. Rechtliche Details prüfen Sie im Einzelfall mit einer Fachperson.

Das Problem

Als Coachin nutzen Sie KI vielleicht, um Sitzungen vorzubereiten, Übungsmaterial zu erstellen oder Texte zu formulieren. Ihre Klientin weiss davon nichts. Oder sie fragt unvermittelt: «Machen Sie das mit ChatGPT?» Dann wird die Antwort schnell vage, und das Vertrauen kann leiden.

Coaching lebt von Vertrauen und Vertraulichkeit. Wenn KI im Spiel ist, sollten Klientinnen wissen, wofür sie eingesetzt wird und wofür nicht. Das heisst nicht, dass KI im Coaching ausgeschlossen ist. Es bedeutet, dass Sie Transparenz herstellen: Welche Aufgaben übernimmt die KI? Gelangen Klientendaten in ein KI-System? Was ist die Alternative, wenn die Klientin das nicht möchte?

Eine KI kann Ihnen helfen, eine verständliche Erklärung zu entwerfen, die Sie im Erstgespräch oder in der Vereinbarung verwenden. Wichtig: Der Entwurf enthält keine Klientendaten und keine rechtlichen Zusagen. Datenschutzrechtliche Details (Einwilligung, Auftragsbearbeitung, Auslandübermittlung) klären Sie im Einzelfall mit einer Fachperson.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Einsatz klären: Wofür nutzen Sie KI? Beispiele: Sitzungsvorbereitung ohne Klientendaten, Formulierungshilfe, Übungsmaterial. Notieren Sie, wofür nicht (z. B. Auswertung von Gesprächsinhalten).
  2. Datenfluss beschreiben: Gelangen Daten der Klientin in ein KI-System? Wenn ja, welche, wohin, wie lange? Im Zweifel: keine.
  3. Anbieter und Einstellungen prüfen: Klären Sie Nutzungsbedingungen und Datenschutzeinstellungen Ihres Werkzeugs selbst.
  4. KI Entwurf erstellen lassen: Nutzen Sie die Vorlage, ohne reale Angaben.
  5. Verständlich machen: Streichen Sie Fachwörter, kürzen Sie auf eine halbe Seite.
  6. Wahlmöglichkeiten benennen: Die Klientin kann ablehnen, ohne Nachteile. Beschreiben Sie, wie Sie dann arbeiten.
  7. Im Gespräch erklären: Geben Sie das Blatt nicht nur ab, sondern sprechen Sie darüber. Beantworten Sie Fragen.
  8. Dokumentieren und überprüfen: Halten Sie fest, was vereinbart wurde, und prüfen Sie die Regelung jährlich.

Vorlage zum Kopieren

Ich bin Coach in der Schweiz. Ich möchte meinen Klientinnen verständlich
erklären, wie ich KI einsetze. Entwirf eine halbseitige Erklärung in
einfacher Sprache mit diesen Punkten:
1. Wofür ich KI nutze: [z. B. Vorbereitung von Übungsmaterial ohne
   Klientendaten].
2. Wofür ich KI nicht nutze: [z. B. Gesprächsinhalte eingeben].
3. Welche Daten verarbeitet werden: [keine / folgende: …].
4. Wahlmöglichkeit: die Klientin kann den Einsatz ablehnen, ohne Nachteile.
5. Ansprechpartner für Fragen: [Platzhalter].
Verwende Platzhalter statt realer Angaben. Gib keine rechtlichen Zusagen
und keine Datenschutzgarantien. Weise am Ende darauf hin, dass der Text
fachlich zu prüfen ist. Sprache: Deutsch (Schweiz).

Passen Sie die Punkte an Ihren tatsächlichen Einsatz an. Eine Erklärung, die nicht der Wirklichkeit entspricht, schadet mehr als keine.

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz: In der Schweiz gilt das Datenschutzgesetz (DSG). Gesundheitsdaten und andere besonders schützenswerte Personendaten verlangen besondere Sorgfalt. Informationen finden Sie beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (siehe Quellen). Ob in Ihrem Fall eine Einwilligung oder weitere Massnahmen nötig sind, klären Sie mit einer Fachperson.
  • Keine Klientendaten in öffentliche KI-Dienste: Gesprächsinhalte, Namen, Gesundheits- und Beziehungsangaben gehören nicht in öffentliche KI-Dienste, auch nicht «anonymisiert», wenn die Person erkennbar bleibt.
  • Freiwilligkeit: Die Klientin darf Nein sagen. Siehe Freiwilligkeit im Coaching.
  • Berufsregeln: Ihr Berufsverband kann Hinweise zum Umgang mit KI geben. Prüfen Sie dessen Richtlinien.
  • Keine Zusagen, die Sie nicht halten können: Sagen Sie nicht «Ihre Daten sind sicher», wenn Sie das nicht belegen können.
  • Coaching ist keine Therapie: Bei Krisen gehört die Hilfe in Fachhände, etwa Hausärztin, Psychotherapie oder «Die Dargebotene Hand» (143).
Frage der KlientinMögliche ehrliche Antwort
Nutzen Sie KI?Ja, für [Zweck]. Nein, für [Zweck].
Landen meine Daten in der KI?Nein, ich gebe keine Gesprächsinhalte ein.
Kann ich das ablehnen?Ja, ohne Nachteile. Ich arbeite dann ohne KI.
Wer sieht meine Notizen?Nur ich. Sie liegen auf [Ort].

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Aarau nutzt KI für Übungsblätter und Formulierungshilfen und hat bisher nie darüber gesprochen.

Vorher: Eine Klientin sieht ein ähnlich klingendes Arbeitsblatt im Internet und fragt, ob es von einer KI stamme. Die Coachin antwortet ausweichend, die Klientin ist irritiert.

Nachher: Die Coachin lässt sich mit der KI eine einfache halbseitige Erklärung entwerfen, ohne reale Daten. Sie kürzt sie, prüft sie mit ihrem Verband und bespricht sie im Erstgespräch. Eine Klientin lehnt den KI-Einsatz ab, die Coachin arbeitet mit ihr ohne KI weiter. Die Klientinnen schätzen, dass sie gefragt werden.

So hilft Ihnen Alpasana

Für Texte wie diese Erklärung ist ein klarer Auftrag an die KI entscheidend. Der Kurs Prompt Engineering von absofort.ch behandelt laut Beschreibung Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat, das Überarbeiten von Prompts, das Prüfen von Ergebnissen und Datenschutz. Online-Kurs mit Zertifikat, ohne Programmierkenntnisse.

Rechtliche Prüfung und Datenschutzbeurteilung bleiben Aufgabe von Fachpersonen. Der Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Muss ich meinen KI-Einsatz offenlegen?

Das hängt vom Einzelfall ab, insbesondere davon, ob Personendaten verarbeitet werden. Unabhängig von der Rechtslage ist Offenheit gegenüber Klientinnen eine Frage der Vertrauenskultur.

Reicht ein Satz im Vertrag?

Ein Satz kann ein Anfang sein, ersetzt aber das Gespräch nicht. Wichtig ist, dass die Klientin versteht, worum es geht.

Darf ich KI für meine Sitzungsnotizen nutzen?

Notizen enthalten Personendaten und oft heikle Inhalte. Nutzen Sie dafür keine öffentlichen KI-Dienste und klären Sie das mit einer Fachperson.

Was, wenn die Klientin KI selbst nutzen möchte?

Das kann zwischen den Sitzungen sinnvoll sein, zum Beispiel für Reflexionsfragen. Besprechen Sie, welche Daten sie eingibt, und weisen Sie auf Datenschutz hin.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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