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Coaching verstehen · Coaching-Planet und CoachPass

Coaching-Vertrag vorbereiten: KI-Prüfliste für offene Punkte

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Coaching-Vertrag hält fest, was angeboten wird, wie lange, zu welchem Honorar und mit welcher Vertraulichkeit. KI kann eine Prüfliste mit offenen Fragen erstellen. Einen rechtsverbindlichen Vertrag ersetzt sie nicht; vor der Verwendung braucht es eine fachliche Prüfung.

Das Problem

Viele Coaches arbeiten mit Handschlag oder einer kurzen E-Mail. Das geht gut, bis eine Sitzung kurzfristig abgesagt wird, jemand fragt, was mit den Notizen geschieht, oder ein Arbeitgeber mehr Informationen wünscht. Dann fehlen Regeln, und Missverständnisse belasten die Beziehung.

Ein Vertrag muss nicht lang sein. Er soll die wichtigsten Punkte klären: Angebot, Dauer, Honorar, Absagen, Vertraulichkeit, Datenschutz, Beendigung. Fehlt ein Punkt, entstehen Lücken, die sich später schwer füllen lassen.

Frau Berger möchte einen Vertragsentwurf vorbereiten. Mit KI kann sie eine Prüfliste erstellen und Formulierungsfragen sammeln. Die rechtliche Prüfung und die endgültigen Klauseln gehören aber in die Hand einer fachkundigen Person, etwa einer Juristin oder einer Verbandsstelle.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Angebot beschreiben. Notieren Sie in einfachen Worten, was Sie anbieten: Einzelcoaching, Dauer einer Sitzung, Ort, Online oder vor Ort. Nennen Sie auch, was nicht dazugehört, etwa Therapie oder Rechtsberatung.
  2. Beteiligte klären. Halten Sie fest, ob die gecoachte Person selbst zahlt oder eine Organisation. Bei drei Beteiligten braucht es zusätzliche Regeln zur Vertraulichkeit.
  3. KI-Prüfliste erstellen. Bitten Sie die KI um eine Liste möglicher Vertragspunkte als Fragen, nicht als Klauseln. So sehen Sie, woran Sie denken sollten.
  4. Punkte abarbeiten. Beantworten Sie jede Frage in einem Satz. Streichen Sie Punkte, die für Ihr Angebot nicht passen.
  5. Entwurf schreiben. Formulieren Sie die Antworten in klaren Sätzen. Verwenden Sie einfache Sprache und Sie-Form, damit der Vertrag verständlich bleibt.
  6. Rechtlich prüfen lassen. Legen Sie den Entwurf einer Fachperson oder einer Verbandsstelle vor. Je nach Ausgestaltung kann ein Coaching-Vertrag unter das Auftragsrecht des Obligationenrechts fallen; das ist im Einzelfall zu beurteilen.
  7. Datenschutz ergänzen. Beschreiben Sie, welche Daten Sie wo speichern und wie lange. Gelten Sie als Verantwortliche im Sinne des Datenschutzgesetzes, gehört ein Hinweis dazu.
  8. Probe mit einer Testperson. Lassen Sie eine Vertrauensperson den Entwurf lesen: Ist klar, was passiert, wenn ein Termin ausfällt?
Ablaufgrafik in 8 Schritten: 1. Angebot beschreiben; 2. Beteiligte klären; 3. KI-Prüfliste erstellen; 4. Punkte abarbeiten; 5. Entwurf schreiben; 6. Rechtlich prüfen lassen; 7. Datenschutz ergänzen; 8. Probe mit einer Testperson.
Der Weg im Überblick: Coaching-Vertrag vorbereiten: KI-Prüfliste für offene Punkte

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der Arbeitsauftrag, den Sie in das Eingabefeld der KI schreiben. Dieser Prompt erzeugt eine Fragenliste, keinen Vertrag.

Ich bereite einen Vertrag für mein Einzelcoaching in der Schweiz vor.
Mein Angebot: [kurze Beschreibung, z. B. 60-Minuten-Sitzungen, online]
Zahlende Partei: [gecoachte Person / Arbeitgeber]
Erstelle eine Prüfliste mit offenen Punkten, jeweils als Frage an
mich, zu: Leistungsumfang, Dauer, Honorar und Zahlung, Absagen,
Vertraulichkeit, Datenschutz, KI-Einsatz, Haftungsgrenzen,
Beendigung, Streitfall.
Schreibe keine Vertragsklauseln und gib keine Rechtsberatung.
Erfinde keine Gesetzesartikel. Markiere jeden Punkt, der ich
unbedingt fachlich prüfen lassen sollte.

Setzen Sie Ihr Angebot und die zahlende Partei ein. Bitten Sie die KI nicht, die Antworten gleich in Vertragstext zu verwandeln, ohne dass eine Fachperson mitliest.

Prüfliste als Raster

PunktFrage an michFachprüfung nötig?
LeistungWas bieten Sie an, was nicht?Ja, bei Abgrenzung zu Therapie
HonorarWie wird abgerechnet, wann gezahlt?Ja, bei Mehrwertsteuer-Fragen
AbsageBis wann ist eine Absage kostenlos?Ja, wegen Verhältnismässigkeit
VertraulichkeitWer erfährt was?Ja, besonders bei Arbeitgeberaufträgen
DatenschutzWelche Daten, wie lange gespeichert?Ja

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Rechtsberatung durch KI: Entwürfe aus KI können Lücken oder erfundene Gesetzesverweise enthalten. Behandeln Sie sie als Gedankenstütze und prüfen Sie wichtige Punkte bei der Fachperson.
  • Gesetzliche Besonderheiten: Das Obligationenrecht kennt Regeln zum Auftrag, etwa zur Beendigung. Welche Regeln für Ihren Vertrag gelten und was vertraglich abweichend vereinbart werden kann, ist im Einzelfall zu prüfen.
  • Datenschutz: Gesundheitsnahe oder persönliche Angaben können als besonders schützenswert gelten. Informieren Sie Klientinnen über Zweck und Aufbewahrung. Orientierung bietet das Datenschutzgesetz auf Fedlex.
  • Keine Klientendaten in KI: Der Entwurf kommt ohne Namen aus. Verwenden Sie Platzhalter wie [Klient/in] bis zur Unterschrift.
  • Keine Heilversprechen: Vermeiden Sie Formulierungen, die Erfolg oder Heilung zusagen. Mehr dazu in Erfolgsgarantien im Coaching.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Eine selbständige Coachin in Wil möchte nach ihrer Ausbildung vom Handschlag zu einem schriftlichen Vertrag wechseln. Sie lässt sich von der KI eine Prüfliste mit Fragen schreiben und beantwortet sie in einer Stunde.

Bei «Absagen» merkt sie, dass sie nie festgelegt hat, wie kurzfristig man absagen darf. Bei «Vertraulichkeit» stellt sie fest, dass ein Auftrag der Gemeinde, bei dem diese zahlt, einen eigenen Abschnitt braucht. Beides bespricht sie danach mit einem Rechtsberater ihres Berufsverbands.

Vorher fehlten Regeln, nachher gibt es einen Entwurf mit klaren, offenen Fragen. Passend dazu: Coaching-Termine absagen: Mit KI Vereinbarungen verständlich machen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer als Coach sichtbar werden möchte, findet bei Coaching-Planet und CoachPass ein Schweizer Verzeichnis. Coaches erhalten ein Profil mit Angeboten und eine eigene Coaching-Website; Vorlagen und KI-Textvorschläge sind vorhanden, die Entscheidung über die Veröffentlichung trifft der Coach. Das Verzeichnis prüft Profile auf Vollständigkeit und Plausibilität.

Eine Rechtsprüfung Ihres Vertrags ist darin nicht belegt. Nutzen Sie das Profil, um Ihr Angebot und Ihre Rahmenbedingungen klar zu beschreiben, und lassen Sie den Vertrag separat prüfen.

Häufige Fragen

Brauche ich zwingend einen schriftlichen Vertrag?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Schriftlichkeit schafft aber Klarheit über Leistung, Honorar und Vertraulichkeit. Eine einfache, verständliche Vereinbarung ist in jedem Fall hilfreich.

Kann ich eine Vorlage aus dem Internet übernehmen?

Das Risiko liegt in der Passung. Vorlagen sind für andere Fälle geschrieben und können Lücken enthalten. Nutzen Sie sie höchstens als Ausgangspunkt und lassen Sie sie prüfen.

Wie lange soll ein Coaching-Vertrag sein?

So kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig. Oft genügen ein bis zwei Seiten, bei Aufträgen mit Organisationen etwas mehr.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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