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Coaching verstehen · Prompt Engineering

GROW-Modell einfach erklärt: Einen KI-Fall durchgehen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Das GROW-Modell gliedert ein Coaching-Gespräch in vier Fragefelder: Goal (Ziel), Reality (Ist-Lage), Options (Möglichkeiten) und Will (Entscheidung und Umsetzung). An einem fiktiven KI-Fall sehen Sie, wie die Phasen ineinandergreifen. Starr abgearbeitet werden müssen sie nicht.

Das Problem

Viele Menschen kennen die vier Buchstaben GROW, sind aber unsicher, wie ein Gespräch damit konkret abläuft. Die Begriffe wirken in Lehrbüchern klar, im Alltag aber vermischen sich Ziele, Probleme und Ideen schnell. Gerade am Anfang fehlt ein Beispiel, an dem man den Verlauf nachvollziehen kann.

GROW steht für Goal (Ziel), Reality (Realität, also die aktuelle Lage), Options (Handlungsmöglichkeiten) und Will (Wille, also die Entscheidung und Umsetzung). Das Modell wurde im englischsprachigen Raum verbreitet und wird heute in vielen Ausbildungen genutzt. Es ist ein Gerüst für Fragen, kein Zwang.

Ein fiktiver Fall, den eine KI schreibt, erlaubt das Durchspielen ohne reale Klienten. Frau Berger nutzt das, um das Modell für sich zu festigen und in der Ausbildung zu erklären.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Die vier Phasen in eigenen Worten notieren. Schreiben Sie je einen Satz: Was klärt man im Ziel? Was in der Realität? Was in den Optionen? Was im Will? Vergleichen Sie danach mit einer Lehrbuchquelle Ihrer Ausbildung.
  2. Einen Fall erfinden lassen. Bitten Sie die KI um eine kurze, fiktive Ausgangslage mit einem beruflichen Anliegen, zum Beispiel einer Fachfrau, die eine neue Rolle übernehmen soll.
  3. Phase Goal bearbeiten. Formulieren Sie, welches Ziel in dem Fall erkennbar ist und welche Frage das Ziel klärt. Prüfen Sie: Ist es ein Anliegen oder schon ein Ziel?
  4. Phase Reality bearbeiten. Sammeln Sie, was in dem Fall über die aktuelle Lage bekannt ist, und trennen Sie Tatsachen von Vermutungen. Fragen Sie, was bereits unternommen wurde.
  5. Phase Options bearbeiten. Notieren Sie drei mögliche Wege, die die Person selbst finden könnte. Eigene Ideen kommen vor Vorschlägen von aussen.
  6. Phase Will bearbeiten. Entwerfen Sie eine Frage, die einen ersten, kleinen Schritt festlegt, und eine, die die Verbindlichkeit prüft.
  7. KI-Verlauf kritisch lesen. Lassen Sie die KI ein Beispiel-Gespräch schreiben und markieren Sie Stellen, an denen die Coach-Figur rät, bewertet oder die Phase überspringt.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Die vier Phasen in eigenen Worten notieren; 2. Einen Fall erfinden lassen; 3. Phase Goal bearbeiten; 4. Phase Reality bearbeiten; 5. Phase Options bearbeiten; 6. Phase Will bearbeiten; 7. KI-Verlauf kritisch lesen.
Der Weg im Überblick: GROW-Modell einfach erklärt: Einen KI-Fall durchgehen

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der Auftrag an die KI. Diese Vorlage erzeugt einen vollständig erfundenen Fall zum Üben.

Erfinde einen kurzen Fall (6–8 Sätze) für das GROW-Modell: Eine
Person aus dem Schweizer Berufsalltag ([Rolle, z. B. Teamleiterin in
einer Gemeinde]) hat das Anliegen «[Anliegen, z. B. neue Aufgabe
übernehmen]». Keine realen Namen, keine Diagnosen.
Zeige dann ein Beispiel-Gespräch mit je zwei Fragen der Coach-Figur pro
Phase (Goal, Reality, Options, Will) und den Antworten der Person.
Die Coach-Figur gibt keine Ratschläge und erklärt nichts.
Füge am Ende eine Liste hinzu, woran man erkennt, dass eine Phase
abgeschlossen ist. Kennzeichne, dass der Fall erfunden ist.

Ändern Sie Rolle und Anliegen. Mit dem Zusatz «Baue bewusst eine Stelle ein, an der die Coach-Figur zu früh in Lösungen springt» erhalten Sie ein Fehlerbeispiel zum Analysieren.

Die vier Phasen im Überblick

PhaseLeitfrageBeispiel-FrageTypischer Stolperstein
GoalWas soll am Ende anders sein?«Was möchten Sie in dieser Sitzung erreichen?»Problem statt Ziel
RealityWo stehen Sie jetzt?«Was ist bisher passiert?»Vermutungen als Fakten
OptionsWas wäre möglich?«Welche Wege sehen Sie?»Ratschläge von aussen
WillWas tun Sie konkret?«Was ist Ihr erster Schritt, und bis wann?»Unverbindliche Absichten

Worauf Sie achten müssen

  • Fiktiver Fall: KI-Fälle sind geglättet. Echte Gespräche verlaufen weniger sauber, und Phasen mischen sich. Nehmen Sie das Beispiel als Lernhilfe, nicht als Vorlage für Wirklichkeit.
  • Keine Erfolgsversprechen: Das Modell hat eine breite Verbreitung, aber Sie sollten keine feste Wirkung versprechen. Prüfen Sie Aussagen zu Wirksamkeit an Fachquellen.
  • Datenschutz: Geben Sie keine echten Gesprächsinhalte von Klientinnen in öffentliche KI-Dienste ein.
  • Grenzen von Coaching: Wird im Fall eine Belastung sichtbar, die über Entwicklungsfragen hinausgeht, ist an Fachstellen zu verweisen, in der Schweiz auch an die Dargebotene Hand, Telefon 143.
  • Nicht alles passt in vier Felder: Manche Themen brauchen zuerst Vertrauen oder eine Klärung des Auftrags, bevor ein Ziel formuliert werden kann.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: In einer Coaching-Weiterbildung in Luzern soll eine Gruppe GROW verstehen. Die Kursleiterin lässt die KI einen Fall zu einer Sachbearbeiterin schreiben, die eine Teilzeit-Leitung angeboten bekommt.

Die Gruppe teilt sich in vier Teams, je eine Phase. Team Reality bemerkt, dass der Fall viele Annahmen enthält («sie hat Angst vor der Verantwortung»), die nirgends belegt sind. Das Team Options merkt, dass die KI-Coach-Figur schon eine Lösung vorgibt.

Vorher blieben die Begriffe Theorie, nachher gibt es eine Fehlersammlung für die eigene Praxis. Eine gute Anschlusslektüre ist GROW Reality: Mit KI Fakten und Vermutungen trennen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie weitere GROW-Übungsfälle mit KI erstellen möchten, zeigt der Prompt-Engineering-Kurs von absofort, wie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar beschrieben werden. Der Online-Kurs setzt keine Programmierkenntnisse voraus und ersetzt keine Coaching-Ausbildung.

Häufige Fragen

Muss ich GROW in der Reihenfolge durchlaufen?

Nein. Viele Coaches springen, etwa zurück zum Ziel, wenn sich in der Reality ein anderes Anliegen zeigt. Die Reihenfolge ist eine Orientierung, kein Ablaufzwang.

Ist GROW für jedes Anliegen geeignet?

Es eignet sich für Anliegen mit einem erkennbaren Handlungsspielraum. Bei Konflikten mit mehreren Beteiligten oder bei sehr emotionalen Themen braucht es oft zusätzliche Ansätze.

Was unterscheidet Ziel und Anliegen?

Ein Anliegen beschreibt, was beschäftigt («Ich bin unzufrieden»). Ein Ziel beschreibt einen gewünschten Zustand («Ich möchte klar wissen, ob ich die Stelle wechsle»). GROW beginnt meist mit der Klärung dieses Unterschieds.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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