Ausstellungstexte mit KI kürzen und verständlicher machen
Kurz gesagt
Eine KI kann Ausstellungstexte kürzen, vereinfachen und in verschiedene Textebenen gliedern, etwa Kurztext und Vertiefung. Fachliche Richtigkeit, Jahreszahlen, Namen und Zuschreibungen prüft die Kuratorin oder der Kurator. Die KI darf nichts ergänzen, was nicht aus geprüften Quellen stammt.
Das Problem
Der Wandtext hat 400 Wörter, der Besucher bleibt nach 20 Sekunden stehen und geht weiter. Die Texte in Museen und Ausstellungen sind oft von Fachleuten für Fachleute geschrieben: lang, dicht, voller Begriffe. Dabei sind die meisten Besucherinnen und Besucher Laien, die in Ruhe schauen und nur ein paar Sätze lesen.
Kuratorinnen kennen das Dilemma. Alles ist wichtig, nichts darf fehlen, und doch muss es kurz und verständlich sein. Einen Text von 400 auf 80 Wörter zu kürzen, ohne Wesentliches zu verlieren, ist anspruchsvoll und kostet viel Zeit, vor allem bei einer ganzen Ausstellung.
Eine KI kann dabei unterstützen. Sie schlägt kürzere Fassungen vor, ersetzt Fachwörter, teilt einen Text in Ebenen und liefert Varianten. Doch Museen leben von Genauigkeit. Eine KI, die ein Datum verschiebt oder eine Zuschreibung glättet, schadet dem Ruf des Hauses. Darum gilt: Die KI kürzt, die Fachperson verantwortet.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Zielgruppe und Ebenen festlegen. Wer liest? Erwachsene Laien, Familien, Schulklassen? Viele Häuser arbeiten mit Ebenen: ein Kurztext (Kernaussage), ein Haupttext und eine Vertiefung zum Nachlesen oder per QR-Code.
- Faktenblatt bereitstellen. Stellen Sie die geprüften Fakten zum Objekt zusammen: Datum, Herkunft, Material, Zuschreibung, Quellen. Das ist die einzige Wissensbasis für die KI.
- Länge und Ton bestimmen. Zum Beispiel «höchstens 80 Wörter, Sätze unter 15 Wörtern, Fachwörter erklärt, freundlich-sachlich».
- Kürzen lassen. Geben Sie Originaltext und Vorgaben in die KI. Verwenden Sie die Vorlage unten und lassen Sie zwei Varianten schreiben.
- Fakten abgleichen. Prüfen Sie jede Zahl, jeden Namen und jede Aussage gegen Ihr Faktenblatt. Streichen Sie alles, was die KI hinzugefügt hat.
- Verständlichkeit testen. Lassen Sie jemanden, der das Thema nicht kennt, den Text lesen. Versteht sie ihn? Was bleibt hängen?
- Fachlich freigeben. Die zuständige Kuratorin oder der Kurator gibt den Text frei. Dokumentieren Sie Version und Datum.
- Barrierefreiheit mitdenken. Prüfen Sie Schriftgrösse, Kontraste und Lesbarkeit der Beschriftung. Bieten Sie Texte, wenn möglich, in leichter Sprache und in anderen Sprachen an.
Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt ein Schweizer Museum bei der Überarbeitung von Ausstellungstexten. Du verwendest ausschliesslich die Angaben aus dem Faktenblatt und dem Originaltext.
Zielgruppe: [z. B. erwachsene Laien und Familien]
Objekt/Thema: [Bezeichnung]
Faktenblatt (geprüft): [Datum, Herkunft, Material, Zuschreibung, Quellen]
Originaltext: [Text]
Aufgabe:
1. Schreibe einen Kurztext von höchstens 40 Wörtern mit der Kernaussage.
2. Schreibe einen Haupttext von höchstens 100 Wörtern. Sätze höchstens 15 Wörter lang, Fachwörter in Klammern erklärt.
3. Schreibe eine Vertiefung von höchstens 150 Wörtern für Interessierte.
4. Nenne am Ende alles, was du weggelassen hast.
Regeln: Keine neuen Fakten, keine Wertungen, keine Vermutungen als Tatsachen. Bei unsicheren Angaben verwende die Formulierung des Originals. Wenn etwas im Faktenblatt fehlt, schreibe «[klären]».Passen Sie Zielgruppe und Längen an; für Kinder verlangen Sie «Sätze höchstens 10 Wörter, ein Bild aus dem Alltag».
| Textebene | Länge (Beispiel) | Zweck |
|---|---|---|
| Kurztext | bis 40 Wörter | Kernaussage auf einen Blick |
| Haupttext | bis 100 Wörter | Zusammenhang verstehen |
| Vertiefung | bis 150 Wörter | Für Neugierige |
Worauf Sie achten müssen
- Fachliche Richtigkeit: KI vereinfacht und kann dabei Ungenauigkeiten erzeugen, etwa aus «vermutlich» ein «war». Prüfen Sie Modalitäten, Datierungen und Zuschreibungen.
- Eigene Quellen: Geben Sie der KI nur geprüfte Informationen. Sonst bringt sie Wissen ein, das nicht zu Ihrem Haus oder Objekt passt.
- Urheberrecht: Texte Dritter, Zitate und Bilder dürfen Sie nicht ohne Weiteres in Ihre Ausstellung übernehmen. Klären Sie Rechte. Siehe KI-Inhalte und Urheberrecht.
- Sensible Themen: Bei Kolonialgeschichte, Krieg oder Leid ist die Wortwahl heikel. Besprechen Sie Formulierungen im Team und mit betroffenen Gruppen, statt sie der KI zu überlassen.
- Stil des Hauses: Ein Museum hat eine eigene Stimme. Geben Sie der KI Beispiele aus guten bestehenden Texten.
- Übersetzungen: Lassen Sie mehrsprachige Fassungen von Muttersprachlern prüfen. Siehe Werktexte übersetzen mit KI.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein regionales Heimatmuseum im Toggenburg überarbeitet seine Dauerausstellung zur Textilindustrie. Die Texte stammen aus den 1990er-Jahren, sind lang und mit Fachbegriffen gespickt. Die Kuratorin nimmt sich einen Raum vor und gibt der KI den Originaltext, ein Faktenblatt und die Vorgaben.
Aus einem Text von 380 Wörtern werden Kurztext, Haupttext und Vertiefung. Beim Abgleich stellt sie fest, dass die KI aus «um 1850» «im Jahr 1850» gemacht hat und einen Begriff aus der Webtechnik falsch erklärt hat. Beides korrigiert sie.
Eine Testperson, die das Museum nicht kennt, versteht nun den Haupttext beim ersten Lesen. Vorher blieben viele Besucherinnen nicht stehen, nachher gibt es mehr Gespräche am Objekt. Wie aus den Texten Hörtexte werden, beschreibt Audioguide mit KI vorbereiten.
So hilft Ihnen Alpasana
Gute Textvorgaben entstehen, wenn Sie der KI Aufgabe, Zielgruppe, Ton und Ausgabeformat klar beschreiben. Im Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Beispiele einzusetzen und Prompts zu überarbeiten. Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden Prozess.
Der Kurs ist online und ohne Programmierkenntnisse. Kuratorische Fachkenntnis ersetzt er nicht.
Häufige Fragen
Soll die KI eigene Texte für Objekte schreiben?
Davon ist abzuraten, wenn es um Fakten geht. Besser kürzt und vereinfacht sie Texte, die Fachleute geschrieben haben. So bleibt die Verantwortung klar.
Wie lang sollte ein Wandtext sein?
Das hängt vom Haus und der Gestaltung ab. Kurz ist meist besser. Mit Ebenen können Sie Neugierigen mehr bieten, ohne alle zu überfordern.
Muss ich den Einsatz von KI bei den Texten kennzeichnen?
Eine allgemeine Pflicht dazu gibt es für Ausstellungstexte nicht. Transparenz kann Vertrauen schaffen, besonders wenn Sie KI auch bei Übersetzungen oder Bildern einsetzen. Entscheiden Sie das im Team.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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