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Branchen · KI-Weiterbildung für Unternehmen

Darf ich Patientendaten in ChatGPT eingeben?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Patientendaten gehören nicht in ein frei zugängliches KI-Werkzeug wie die normale ChatGPT-Oberfläche, solange keine geprüfte Lösung mit Vertrag besteht. Sie unterliegen dem Berufsgeheimnis und dem Datenschutz; erlaubt ist, Texte ohne jeden Personenbezug zu bearbeiten.

Das Problem

Die MPA muss einen Brief an eine Krankenkasse formulieren und denkt: «Das kann ChatGPT sicher schneller.» Sie kopiert Diagnose, Name und Geburtsdatum in das Eingabefeld. Zwei Sekunden später ist der Brief fertig. Und die Angaben sind bei einem Dienst, den die Praxis nie geprüft hat.

Das ist das Dilemma: Die Werkzeuge sind praktisch und sehr verbreitet. Aber in einer Arztpraxis ist fast jede Information über Patientinnen und Patienten geschützt. Das Berufsgeheimnis betrifft nicht nur die Ärztin, sondern auch ihre Mitarbeitenden.

Viele wissen nicht genau, wo die Grenze verläuft. Die Unsicherheit führt entweder zu Verboten, die niemand beachtet, oder zu stillschweigender Nutzung ohne Regeln. Beides ist ungünstig. Diese Seite zeigt eine klare Linie.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Bestandsaufnahme machen. Fragen Sie im Team, ob und wie KI-Werkzeuge bereits genutzt werden. Ziel ist keine Schuldzuweisung, sondern ein ehrliches Bild.
  2. Datenarten sortieren. Legen Sie drei Gruppen fest: Daten mit Personenbezug (Name, Geburtsdatum, Diagnose, Fallnummer), anonymisierte Texte (nichts führt auf eine Person zurück) und allgemeine Texte (Praxisinformationen, Vorlagen).
  3. Regel formulieren. Schreiben Sie auf einer Seite: Gruppe 1 kommt in kein KI-Werkzeug ohne geprüfte Lösung; Gruppe 2 nur nach Prüfung; Gruppe 3 ist erlaubt. Die ärztliche Leitung gibt die Regel frei.
  4. Anonymisieren üben. Entfernen Sie nicht nur Namen. Auch seltene Diagnose, Alter, Wohnort und Datum können eine Person erkennbar machen. Üben Sie das mit gespielten Fällen.
  5. Werkzeuge prüfen. Wenn die Praxis KI nutzen will, lassen Sie Anbieter, Vertrag, Speicherort und Weiterverwendung der Eingaben fachlich prüfen. Beachten Sie die Unterschiede zwischen Gratisversion und Unternehmenslösung.
  6. Team schulen. Besprechen Sie die Regel an einem Teamtermin mit Beispielen. Wiederholen Sie sie bei neuen Mitarbeitenden.
  7. Verstösse melden dürfen. Wer versehentlich Daten eingegeben hat, soll das sofort melden können, ohne Angst. Nur so lässt sich der Schaden begrenzen.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Bestandsaufnahme machen; 2. Datenarten sortieren; 3. Regel formulieren; 4. Anonymisieren üben; 5. Werkzeuge prüfen; 6. Team schulen; 7. Verstösse melden dürfen.
Der Weg im Überblick: Darf ich Patientendaten in ChatGPT eingeben?

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt arbeiten Sie an einem Text, der keinerlei Personenbezug hat, zum Beispiel an einer allgemeinen Vorlage:

Du formulierst Praxis-Briefvorlagen in einfacher, höflicher Sprache (Schweizer Hochdeutsch).
Anlass: [z. B. Rückfrage zu einem fehlenden Formular]
Empfänger: [z. B. Krankenversicherung, allgemein]
Ton: [sachlich und freundlich]
Länge: [maximal 120 Wörter]
Verwende Platzhalter wie [NAME], [GEBURTSDATUM] und [FALLNUMMER] und setze keine echten Angaben ein.

Setzen Sie echte Angaben erst im eigenen Textprogramm ein, nicht im KI-Fenster.

Was ist erlaubt?

EingabeEinschätzungWarum
Name, Diagnose, Befund in ein KI-FensterNicht ohne geprüfte LösungBerufsgeheimnis und Datenschutz
Allgemeine Brief-Vorlage mit PlatzhalternIn der Regel unproblematischKein Personenbezug
«Anonymisierter» Fall mit Alter, Ort, seltener DiagnoseVorsichtPerson kann erkennbar bleiben
Öffentliche PraxisinformationenIn der Regel unproblematischBereits veröffentlicht

Eine ausführlichere rechtliche Einordnung finden Sie unter KI und Patientendaten in der Arztpraxis. Wie das Berufsgeheimnis grundsätzlich funktioniert, erklärt Berufsgeheimnis und KI einfach. Das Prinzip des Entfernens von Personenbezug zeigt Anonymisieren und Pseudonymisieren.

Worauf Sie achten müssen

  • Berufsgeheimnis. Medizinalpersonen und ihre Hilfspersonen unterliegen dem Berufsgeheimnis nach Art. 321 des Strafgesetzbuchs. Eine Offenbarung ist grundsätzlich nur mit Einwilligung, mit Bewilligung der zuständigen Behörde oder aufgrund einer gesetzlichen Pflicht zulässig. Ob die Nutzung eines KI-Dienstes darunter fällt, beurteilen Fachpersonen im Einzelfall.
  • Datenschutz. Gesundheitsdaten sind nach dem Datenschutzgesetz (DSG) besonders schützenswert. Für Dienstleister braucht es klare Verträge. Der EDÖB bietet Informationen zu KI und Datenschutz.
  • Gratis ist nicht gleich geprüft. Bei Gratisangeboten ist oft unklar, was mit den Eingaben geschieht. Verlassen Sie sich nicht auf Werbeaussagen, sondern auf schriftliche Vertragsbedingungen.
  • EU-Bezug. Behandeln Sie Patientinnen aus EU-Ländern oder arbeiten Sie mit EU-Partnern, kann zusätzlich die DSGVO relevant sein. Das klären Sie fachlich.
  • Fehler in Antworten. Auch ohne Patientendaten können KI-Texte Fehler enthalten. Medizinische Inhalte gehören vor Versand von einer Fachperson geprüft.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einer Praxis in Frauenfeld stellt Frau Müller bei einem Teamtreffen fest, dass drei Mitarbeitende privat ChatGPT nutzen. Eine MPA hat schon einmal einen Befundtext hineinkopiert, «nur zum Umformulieren».

Vorher gab es keine Regel, und niemand sprach darüber. Nachher erarbeitet das Team ein Blatt mit den drei Datengruppen. Die Praxis informiert ihre ärztliche Leitung über den Vorfall und lässt prüfen, welche Schritte nötig sind. Ab sofort arbeitet das Team mit Platzhalter-Vorlagen. Offene Fragen zum Vorfall klärt eine Fachperson; die Praxis hat gelernt, dass Offenheit mehr nützt als Schweigen.

So hilft Ihnen Alpasana

Damit Ihr Team Regeln nicht nur kennt, sondern anwendet, bietet Alpasana die KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Die Online-Weiterbildung vermittelt KI-Grundlagen, Datenschutz als Lerninhalt und den verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten. Mitarbeitende lernen im eigenen Tempo und erhalten verifizierbare Abschlüsse; für Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.

Die Weiterbildung ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine Zusicherung, dass Ihr konkreter Einsatz zulässig ist. Sie hilft, dass im Alltag weniger Fehler passieren.

Häufige Fragen

Ist ein anonymisierter Text immer erlaubt?

Nur, wenn wirklich keine Person erkennbar ist. Ein seltener Befund mit Alter und Wohnort kann reichen, um jemanden zu erkennen. Im Zweifel lassen Sie den Text weg oder verallgemeinern ihn stärker.

Gibt es eine ChatGPT-Version, die für Praxen zulässig ist?

Es gibt Unternehmensangebote mit anderen Vertragsbedingungen. Ob sie für Ihre Praxis zulässig sind, hängt von Vertrag, Speicherort und Ihrer Berufsrechtslage ab und muss fachlich geprüft werden. Eine Zusicherung können wir hier nicht geben.

Darf ich die Patientin selbst fragen?

Eine Einwilligung kann ein Baustein sein, muss aber informiert und freiwillig sein und genügt nicht immer allein. Lassen Sie das Vorgehen von einer Fachperson prüfen, bevor Sie es einführen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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