Anzeigentexte mit KI variieren und Aussagen prüfen
Kurz gesagt
Lassen Sie die KI aus einem Briefing mehrere Anzeigenvarianten entwerfen, und kontrollieren Sie danach jede Aussage auf Belegbarkeit. Was Sie nicht belegen können, streichen Sie. Der Kunde gibt jeden Text frei, bevor er erscheint.
Das Problem
Für eine Online-Kampagne braucht die Agentur zehn Anzeigentexte in verschiedenen Längen: kurze Titel, Beschreibungen mit begrenzter Zeichenzahl, Varianten für verschiedene Zielgruppen. Von Hand dauert das lange. Eine KI liefert in Sekunden Dutzende Vorschläge.
Das Problem liegt in der Qualität. KI-Texte klingen flüssig, versprechen aber manchmal mehr, als der Kunde halten kann: «Die beste Lösung der Schweiz», «Garantiert in 24 Stunden», «Spart bis zu 50 Prozent». Solche Aussagen sind ohne Beleg riskant. In der Schweiz verbietet das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) unter anderem unrichtige oder irreführende Angaben in der Werbung. Welche Aussage im Einzelfall problematisch ist, hängt von den Umständen ab.
Deshalb gilt: Die KI darf Varianten liefern, aber jede Aussage wird geprüft, bevor sie in eine Anzeige kommt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Grundlage bereitstellen. Sammeln Sie das Briefing, die erlaubten Aussagen und die Belege des Kunden: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, Auszeichnungen, Referenzen. Nur das darf in den Text.
- Vorgaben festhalten. Notieren Sie Zielgruppe, Ziel der Anzeige (Anfrage, Besuch, Kauf), Tonalität, Kanal und Zeichengrenzen. Sie stehen in den Richtlinien der Werbeplattform.
- Varianten entwerfen lassen. Mit der Vorlage unten erstellt die KI mehrere Varianten pro Zielgruppe und Ansatz, zum Beispiel sachlich, nutzenorientiert, fragend.
- Zeichenzahl prüfen. Zählen Sie die Zeichen mit einem Werkzeug, nicht per KI. Sie zählt oft falsch.
- Aussagen markieren. Streichen Sie jede Behauptung, die nicht durch die Belege gedeckt ist: Superlative, Garantien, Prozentangaben, Vergleiche mit Konkurrenz, Heilversprechen.
- Belege eintragen. Führen Sie zu jeder verbleibenden Aussage eine Quelle: Seite auf der Website, Dokument, Auszeichnung. Das hilft bei Rückfragen.
- Kundenfreigabe einholen. Senden Sie die Varianten mit Belegen und bitten um schriftliche Freigabe. Mehr dazu: Kundenfreigabe bei KI-Inhalten.
- Testen und auswerten. Schalten Sie die freigegebenen Varianten und beobachten Sie die Wirkung. Lernen Sie aus den Ergebnissen für den nächsten Durchgang.
Vorlage zum Kopieren
Du bist Texterin in einer Schweizer Werbeagentur. Schreibe Anzeigenvarianten für [Kanal, z. B. Google-Suchanzeige].
Kunde und Angebot: [Kurzbeschreibung]
Erlaubte, belegte Aussagen (nur diese dürfen vorkommen): [Liste]
Zielgruppe: [Beschreibung]
Ziel der Anzeige: [z. B. Terminanfrage]
Tonalität: [z. B. freundlich, sachlich]
Vorgaben: Titel höchstens [Zahl] Zeichen, Beschreibung höchstens [Zahl] Zeichen
Nicht erlaubt: Superlative wie «beste» oder «einzige», Garantien, Prozentversprechen, Vergleiche mit Mitbewerbern, Aussagen, die nicht oben stehen.
Liefere 6 Varianten (je Titel und Beschreibung), jede mit anderem Ansatz (Nutzen, Frage, Sachinfo).
Zu jeder Variante: Liste, welche erlaubte Aussage sie verwendet. Erfinde keine Zahlen, Preise oder Zitate.Setzen Sie die belegten Aussagen des Kunden ein und lassen Sie nur diese verwenden. Die Zeichenzahl prüfen Sie anschliessend selbst.
| Aussage | Prüffrage |
|---|---|
| «Beste», «Nummer 1» | Gibt es einen Beleg, einen Vergleich, eine Quelle? |
| «Garantiert» | Gibt es eine schriftliche Garantie? |
| Prozent oder Zahl | Woher stammt die Zahl, wie aktuell? |
| Preis | Stimmt er, gilt er für alle? |
| Referenz oder Zitat | Hat die Person zugestimmt? |
Worauf Sie achten müssen
- Irreführende Werbung: Das UWG verbietet irreführende Angaben. Prüfen Sie Aussagen sorgfältig. Bei Unsicherheit holen Sie rechtliche Beratung ein, das gilt vor allem für Branchen mit besonderen Regeln wie Gesundheit oder Finanzen.
- Vorgaben der Plattformen: Werbeplattformen haben eigene Richtlinien zu Länge und Inhalt. Prüfen Sie sie vor der Schaltung.
- Vertrauliches: Interne Kundendaten und unveröffentlichte Preise gehören nicht ungeschützt in KI-Dienste.
- Sprachliche Qualität: Achten Sie auf Schweizer Schreibweise, Umlaute und Tonalität. KI mischt manchmal deutsche und schweizerische Formen.
- Gleichförmigkeit: Viele KI-Varianten ähneln sich. Wählen Sie bewusst aus und ergänzen Sie eigene Ideen. Hilfe bei der Bewertung bietet Kampagnenideen bewerten.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Agentur in Winterthur bewirbt für ein Physiotherapie-Zentrum einen neuen Rückenkurs. Die KI schlägt unter anderem vor: «Schmerzfrei in vier Wochen» und «Der beste Rückenkurs der Region».
Die Projektleiterin streicht beide Sätze, weil das Zentrum keine Belege hat und Heilversprechen heikel sind. Übrig bleiben sachliche Varianten wie «Neuer Rückenkurs: Übungen für den Alltag, Start im Januar» und eine Frage-Variante. Zu jeder Aussage notiert sie die Quelle, nämlich die Kursbeschreibung auf der Website des Zentrums. Die Praxisleiterin gibt per E-Mail frei, die Anzeigen laufen, und bei einer Rückfrage ist alles belegt.
So hilft Ihnen Alpasana
Gute Varianten entstehen durch klare Anweisungen. Im Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat zu bestimmen, Beispiele zur Steuerung von Inhalt und Format einzusetzen und Prompts zu überarbeiten. Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden Prozess.
Der Kurs ist online, ohne Programmierkenntnisse, mit Zertifikat. Rechtsberatung zu Werbeaussagen bietet er nicht.
Häufige Fragen
Darf ich KI-Texte unverändert verwenden?
Technisch ja, empfohlen ist es nicht. Prüfen Sie jeden Text auf Richtigkeit, Ton und Rechtmässigkeit. Für die Verantwortung gegenüber dem Kunden und dem Gesetz sind Sie zuständig.
Muss ich Werbung mit KI-Texten kennzeichnen?
Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für KI-Texte in der Werbung gibt es in der Schweiz nach gängiger Auffassung nicht, einzelne Plattformen und Kunden können aber Regeln haben. Klären Sie das im Einzelfall.
Wie viele Varianten sind sinnvoll?
Drei bis sechs pro Zielgruppe reichen für einen Test. Zu viele Varianten verwässern die Auswertung.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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