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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Coachingziele mit KI präziser formulieren

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Gute Coachingziele sind konkret, überprüfbar und von der Klientin selbst formuliert. Eine KI kann Ihnen helfen, Fragen zur Zielklärung zu sammeln und Beispiele für klare Formulierungen zu zeigen. Das Ziel entsteht im Gespräch, und Klientendaten gehören nicht in öffentliche KI-Werkzeuge.

Das Problem

Die Klientin sagt: «Ich möchte glücklicher sein im Job.» Das ist ein ehrliches Anliegen, aber noch kein Ziel. Woran würde sie merken, dass sie glücklicher ist? Was wäre anders? Bis wann? Wer ein unklares Ziel mit ins Coaching nimmt, dreht sich oft im Kreis. Nach vier Sitzungen fragt sie: «Und was haben wir jetzt erreicht?»

Zielklärung ist eine Kernaufgabe im Coaching. Aus einem diffusen Wunsch wird eine Richtung, aus der Richtung ein Ziel, aus dem Ziel ein erster Schritt. Das gelingt nur im Gespräch, mit passenden Fragen, Geduld und den Worten der Klientin. Ein Ziel, das die Coach formuliert, bleibt fremd und wird selten umgesetzt.

Eine KI kann hier nicht ersetzen, aber ergänzen: Sie kann Fragen vorschlagen, die bei der Zielklärung helfen, Beispiele zeigen, wie man ein vages Anliegen präzisiert, und Ihnen beim Üben als Gegenüber dienen. Wichtig ist die Trennung: Das Üben und Sammeln läuft mit erfundenen Beispielen, das echte Ziel entsteht mit der Klientin, und ihre Daten bleiben aus der KI heraus.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Prinzipien der Zielklärung festhalten. Gute Ziele sind positiv formuliert («Ich möchte …» statt «Ich will nicht mehr …»), konkret, überprüfbar, selbst beeinflussbar, zeitlich eingegrenzt und für die Klientin bedeutsam. Halten Sie diese Kriterien als Checkliste fest.
  1. Typische Anliegen sammeln. Schreiben Sie auf, mit welchen Anliegen Klientinnen kommen: Stress im Job, Entscheidung, Konflikt, Neuorientierung. Pro Anliegen entwickeln Sie Fragen.
  1. Erfundene Beispiele verwenden. Erfinden Sie ein Anliegen ohne Bezug zu einer realen Person. Das genügt für die Übung. Siehe Coaching-Notizen und KI.
  1. Fragen mit KI sammeln. Kopieren Sie die Vorlage unten und lassen Sie sich Fragen für die Zielklärung vorschlagen. Wählen Sie die aus, die zu Ihrem Stil passen.
  1. Vom Anliegen zum Ziel üben. Lassen Sie die KI ein vages Anliegen in mehreren Schritten zu einem konkreten Ziel führen, durch Ihre Fragen. Sie beobachten, welche Fragen etwas öffnen.
  1. Im Gespräch zuhören. Mit der Klientin stellen Sie Fragen, hören zu und verwenden ihre Worte. Fragen Sie: «Woran würden Sie merken, dass Sie Ihrem Ziel näher sind?»
  1. Ziel in der Sprache der Klientin festhalten. Schreiben Sie es wörtlich auf und lesen Sie es ihr vor. «Stimmt das so für Sie?» Passen Sie an, bis es sich richtig anfühlt.
  1. Messbarkeit prüfen. Gibt es ein beobachtbares Zeichen? «Ich spreche einmal pro Woche mit meiner Vorgesetzten über meine Aufgaben» ist überprüfbar, «Ich fühle mich besser» nur bedingt.
  1. Ziele regelmässig überprüfen. Fragen Sie in jeder Sitzung, ob das Ziel noch stimmt. Ziele dürfen sich verändern.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst einer Coach in der Schweiz, Fragen für die Zielklärung im Coaching zu sammeln. Du arbeitest nur mit dem erfundenen Beispiel unten. Du bestimmst keine Ziele für eine Klientin und machst keine psychologischen Einschätzungen.

Erfundenes Anliegen einer Klientin: [z. B. «Ich möchte im Beruf zufriedener sein.»]
Bereich: [z. B. Beruf / Beziehung / Gesundheit im Alltag / Ausbildung]

Bitte:
1. Nenne zehn offene Fragen, die helfen, das Anliegen zu einem konkreten Ziel zu klären (z. B. nach Woran-merken-Sie, Zeitraum, erstem Schritt, eigenem Beitrag, Hindernissen).
2. Zeige an dem Beispiel in drei Schritten, wie sich das Anliegen zu einem Ziel entwickeln könnte, jeweils mit der Frage, die den Schritt auslöst. Kennzeichne das als Beispiel.
3. Nenne drei häufige Fehler bei Zielformulierungen (z. B. Verneinung, nicht beeinflussbar, zu gross) mit einer besseren Formulierung.
Formuliere keine Ziele für reale Personen und gib keine Ratschläge. Sprache: einfach, Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung.

Ändern Sie das erfundene Anliegen und üben Sie mit verschiedenen Bereichen. Die Fragen der KI sind Anregungen, nicht Skripte.

StattBesserWarum
«Ich will weniger Stress.»«Ich nehme mir jeden Tag 15 Minuten Pause ohne Telefon.»Positiv, konkret, beeinflussbar
«Ich will glücklicher sein.»«Ich verbringe bis Ende Monat zwei Abende pro Woche mit Dingen, die mir Freude machen.»Überprüfbar, zeitlich
«Mein Chef soll netter sein.»«Ich spreche mit meinem Chef über unsere Zusammenarbeit.»Selbst beeinflussbar

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Vorgaben durch KI: Eine KI formuliert gern glatte Ziele, die nach Standard klingen. Prüfen Sie, ob sie zur Klientin passen. Siehe Systemische Fragen im Coaching.
  • Keine Klientendaten: Verwenden Sie für das Üben erfundene Beispiele. Echte Angaben gehören nicht in öffentliche KI-Werkzeuge.
  • Keine Therapie: Wenn hinter einem Anliegen psychische Belastung steht, ist Coaching nicht der richtige Rahmen. Siehe KI im Coaching: Grenzen.
  • Nicht übersteuern: Ein präzises Ziel soll nicht in ein Korsett zwängen. Lassen Sie Raum für Veränderung.
  • Realistisch bleiben: KI schlägt oft ambitionierte Ziele vor. Prüfen Sie, ob sie für die Klientin machbar sind.
  • Respekt vor Eigenheiten: Nicht jede Klientin denkt in Zielen. Manche arbeiten besser mit Bildern oder Themen. Passen Sie Ihr Vorgehen an.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coach in Winterthur bemerkt, dass ihre Klientinnen oft mit sehr allgemeinen Anliegen kommen. Sie übt mit der Vorlage an einem erfundenen Beispiel («Ich will beruflich weiterkommen») und sammelt zehn Fragen. Zwei davon übernimmt sie in ihren Stil: «Wie würde ein guter Arbeitstag in einem Jahr aussehen?» und «Was könnten Sie schon diese Woche anders machen?»

In der nächsten Sitzung fragt sie eine Klientin, die «weiterkommen» möchte, genau das. Die Klientin zögert, dann sagt sie: «Ich möchte mehr Verantwortung im Team übernehmen, aber ich traue mich nicht, danach zu fragen.» Daraus entsteht ein Ziel: «Ich spreche bis Ende Monat mit meiner Vorgesetzten über ein eigenes Teilprojekt.» Die Coach schreibt es wörtlich auf. Die Klientin sagt: «Jetzt weiss ich, worum es mir wirklich geht.»

So hilft Ihnen Alpasana

Wer KI als Übungspartnerin im Coaching nutzen will, braucht klare Aufträge. Im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Beispiele zur Steuerung einzusetzen und Ergebnisse zu überarbeiten. Datenschutz wird berücksichtigt, der Kurs braucht keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat.

Coachingausbildung und Gesprächsführung vermittelt der Kurs nicht. Dafür gelten Ihre Ausbildung und Supervision.

Häufige Fragen

Muss jedes Coaching ein messbares Ziel haben?

Nicht zwingend, aber ein klares Ziel hilft, Fortschritte zu erkennen. Manche Coachings arbeiten themenorientiert. Klären Sie mit der Klientin, was für sie stimmig ist.

Was, wenn die Klientin ihr Ziel nicht benennen kann?

Das ist häufig. Arbeiten Sie mit kleinen Fragen, Beispielen oder Bildern, und nehmen Sie sich Zeit. Manchmal ist die Zielklärung bereits das Coaching.

Wie unterscheiden sich Ziele im Coaching und im Hilfeplan?

Im Coaching setzt die Klientin das Ziel frei, im Hilfeplan können institutionelle Vorgaben mitspielen. Mehr dazu: Hilfeplan mit KI vorbereiten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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