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Berufe & Funktionen · Prompt Engineering

Coaching-Erstgespräch mit KI vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Im Erstgespräch klären Sie mit der Klientin Anliegen, Erwartungen, Rahmen und Grenzen. Eine KI hilft, daraus einen Leitfaden mit Fragen und Erklärungen zu bauen. Die Gesprächsführung und die Entscheidung, ob ein Coaching passt, bleiben bei Ihnen, und Klientendaten gehören nicht in öffentliche KI-Werkzeuge.

Das Problem

Eine neue Interessentin ruft an und sagt: «Ich bin unzufrieden im Job und weiss nicht weiter.» Sie vereinbaren ein kostenloses Erstgespräch. Dann fragen Sie sich: Wie gehe ich das an? Was will ich wissen? Wie erkläre ich, was Coaching ist und was nicht? Und woran merke ich, ob die Zusammenarbeit passt?

Das Erstgespräch ist der wichtigste Termin einer Coachingbeziehung. Hier klären sich Anliegen, Erwartungen, Rahmen und Vertrauen. Fehler zeigen sich später: Wenn die Erwartungen auseinandergehen, wenn die Klientin etwas erhofft, das Coaching nicht leisten kann, oder wenn Fragen zu Honorar, Dauer und Vertraulichkeit offen bleiben.

Viele Coaches führen Erstgespräche aus dem Bauch heraus. Das funktioniert oft, aber ein Leitfaden hilft, nichts Wichtiges zu vergessen und trotzdem flexibel zu bleiben. Eine KI kann beim Entwurf eines solchen Leitfadens unterstützen: Sie sammelt Fragen, ordnet sie in Phasen und formuliert Erklärungen in einfacher Sprache. Die Haltung im Gespräch und die Entscheidung, ob ein Coaching passt oder ob eine andere Hilfe nötig ist, bleiben Ihre Aufgabe.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ziel des Erstgesprächs bestimmen. Was soll am Ende klar sein? Anliegen verstanden, Erwartungen abgeglichen, Rahmen vereinbart, Entscheidung über Zusammenarbeit? Schreiben Sie es in drei Sätzen auf.
  1. Eigenes Angebot beschreiben. Was bieten Sie an, wie arbeiten Sie, was ist nicht Teil davon? Besonders wichtig: Abgrenzung zu Therapie und medizinischer Behandlung. Siehe KI im Coaching: Grenzen zu Therapie.
  1. Rahmen festlegen. Dauer, Anzahl Termine, Honorar, Absageregeln, Vertraulichkeit, Datenschutz, Kommunikationswege. Notieren Sie, was Sie klar machen wollen.
  1. Phasen planen. Typisch: Ankommen, Anliegen schildern lassen, Klärung von Zielen, Erwartungen und Ressourcen, Erklärung Ihres Vorgehens, Rahmen und Fragen, Entscheidung über Weiteres.
  1. Leitfaden mit KI entwerfen. Kopieren Sie die Vorlage unten und fügen Sie Ihre Angaben ein. Verwenden Sie keine echten Klientendaten.
  1. Fragen auswählen. Streichen Sie, was nicht zu Ihnen passt. Behalten Sie acht bis zwölf Fragen, die Sie natürlich stellen können. Weniger ist mehr.
  1. Erklärung des Rahmens in eigenen Worten. Üben Sie, Coaching, Ablauf, Vertraulichkeit und Grenzen in drei Minuten verständlich zu erklären. Eine KI kann dazu eine Rohfassung liefern.
  1. Gespräch führen. Hören Sie zu, fragen Sie nach, fassen Sie zusammen. Der Leitfaden ist eine Stütze, kein Skript.
  1. Entscheidung klären und festhalten. Am Ende steht: Wir vereinbaren ein Coaching, wir denken nach, oder dieses Anliegen gehört woanders hin. Schreiben Sie kurz auf, was vereinbart wurde.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst einer Coach in der Schweiz, einen Leitfaden für ein kostenloses Coaching-Erstgespräch zu entwerfen. Du erfindest keine Angaben über das Angebot und gibst keine psychologischen Einschätzungen. Du bist bei Anliegen, die therapeutisch sein könnten, vorsichtig und weist auf die Grenzen hin.

Mein Angebot (Stichworte): [z. B. Karriere-Coaching für Berufstätige, Einzelsitzungen à 60 Minuten, online oder vor Ort]
Was nicht Teil meines Angebots ist: [z. B. Therapie, medizinische oder rechtliche Beratung]
Rahmen: [z. B. 3 bis 6 Sitzungen, Honorar auf Anfrage, Absage bis 24 Stunden vorher]
Dauer des Erstgesprächs: [z. B. 30 Minuten]

Erstelle einen Gesprächsleitfaden mit:
1. Einstieg und Ankommen (zwei Sätze)
2. zehn offene Fragen zu Anliegen, bisherigen Lösungsversuchen, Wünschen, Erwartungen an Coaching, Ressourcen
3. einen Absatz in einfacher Sprache: Was ist Coaching, wie arbeite ich, was gehört nicht dazu (höchstens 100 Wörter)
4. Fragen zu Rahmen und Vertraulichkeit, die ich klären sollte
5. drei Warnzeichen im Gespräch, bei denen ich auf andere Hilfe (z. B. Therapie, Beratungsstelle) hinweisen sollte
6. Vorschlag für den Abschluss mit klarer Entscheidung
Teile die Zeit auf die Phasen auf. Sprache: Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung.

Passen Sie Ihr Angebot und den Rahmen an. Lesen Sie den Entwurf kritisch und ergänzen Sie, was Ihnen im Gespräch wichtig ist.

PhaseZielZeit (bei 30 Minuten)
AnkommenVertrauen, Rahmen des Gesprächs3 Minuten
AnliegenVerstehen, worum es geht10 Minuten
Erwartungen und ZieleErgebnisse und Grenzen abgleichen8 Minuten
Vorgehen und RahmenWie Zusammenarbeit aussieht5 Minuten
AbschlussEntscheidung, nächster Schritt4 Minuten

Worauf Sie achten müssen

  • Grenzen zu Therapie: Bei Hinweisen auf psychische Erkrankung, Krise oder Gefährdung ist Coaching nicht der richtige Weg. Verweisen Sie an geeignete Stellen. In akuten Krisen erreichen Sie die Dargebotene Hand unter der Nummer 143. Mehr: KI im Coaching: Grenzen.
  • Datenschutz: Gesprächsnotizen von Erstgesprächen sind Personendaten. Geben Sie keine Klientendaten in öffentliche KI-Werkzeuge ein. Siehe Coaching-Notizen und KI.
  • Keine Heilversprechen: Versprechen Sie keine Ergebnisse. Coaching unterstützt, garantiert aber nichts.
  • Transparenz zu Kosten und Rahmen: Klären Sie Honorar, Dauer und Absageregeln offen und schriftlich.
  • Eigene Haltung: Ein Leitfaden macht kein gutes Gespräch. Offenheit, Zuhören und Echtheit entscheiden.
  • Kein Zwang: Die Klientin entscheidet frei, ob sie weitermacht. Vermeiden Sie Verkaufsdruck.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coach in Aarau, die Berufstätige in beruflichen Übergängen begleitet, bekommt immer wieder Erstgespräche, in denen sie sich verzettelt. Mit der Vorlage entwirft sie einen Leitfaden für 30 Minuten und streicht vier Fragen, die ihr zu «therapeutisch» klingen. Sie ergänzt einen Satz zu ihren Grenzen: «Ich begleite beim Beruflichen, nicht bei psychischen Erkrankungen.»

Im nächsten Erstgespräch erzählt eine Klientin von Schlafstörungen und anhaltender Niedergeschlagenheit. Die Coach hört zu, erklärt behutsam, dass sie hier an Grenzen stossen würde, und empfiehlt, dies zuerst mit der Hausärztin zu klären. Sie bietet an, sich später wieder zu melden. Die Klientin ist erleichtert. Zwei Monate später kommt sie zurück und beginnt ein Coaching zu ihrer beruflichen Situation.

So hilft Ihnen Alpasana

Je klarer der Auftrag an die KI, desto brauchbarer der Leitfaden. Im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Beispiele zur Steuerung von Inhalt und Format einzusetzen, komplexe Aufgaben schrittweise zu bearbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Datenschutz wird berücksichtigt. Der Kurs braucht keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat.

Eine Coaching-Ausbildung oder Gesprächsführungstraining ist das nicht. Dafür gelten Ihre Ausbildung, Supervision und Erfahrung.

Häufige Fragen

Soll das Erstgespräch kostenlos sein?

Viele Coaches bieten es kostenlos an, andere nicht. Wichtig ist, dass der Rahmen vorher klar ist und beide wissen, worauf sie sich einlassen.

Wie erkläre ich Coaching in einfachen Worten?

Zum Beispiel: «Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Situation zu ordnen, Ziele zu klären und nächste Schritte zu planen. Ich berate nicht medizinisch und behandle keine Krankheiten.» Die KI kann Rohfassungen liefern, Sie passen an.

Darf ich Notizen zum Erstgespräch mit KI auswerten?

Nur ohne Klientendaten oder mit geprüftem, freigegebenem Werkzeug und Einwilligung. Mehr: Coaching-Notizen und KI.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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