KI im Unternehmen · KI-Weiterbildung für Unternehmen
KI-Marketingtexte auf falsche Versprechen prüfen
Kurz gesagt
Lassen Sie jeden KI-Marketingtext vor der Veröffentlichung Satz für Satz auf Belege prüfen: Stimmen Zahlen, Eigenschaften, Preise und Vergleiche? Streichen Sie alles, was Sie nicht belegen können. Erfundene oder übertriebene Angaben können rechtliche Folgen haben und schaden dem Vertrauen.
Das Problem
Sie lassen sich von einer KI einen Werbetext, eine Produktbeschreibung oder einen Beitrag für die Website schreiben. Das Ergebnis klingt gut, fast zu gut: «Unsere Software spart Ihnen garantiert 50 Prozent Zeit», «Als führendes Unternehmen der Region …», «Ausgezeichnet mit höchster Qualität».
Das Problem: Die KI kennt Ihr Angebot nur aus Ihren Angaben und aus allgemeinen Mustern. Was Werbetexte üblicherweise behaupten, ergänzt sie gern, auch wenn es bei Ihnen nicht stimmt. Sie erfindet Zahlen, Auszeichnungen oder Eigenschaften, ohne zu merken, dass es erfunden ist.
Veröffentlichen Sie solche Texte ungeprüft, geben Sie Versprechen ab, die Sie nicht halten können. Das kann Kundschaft verärgern und im schlimmsten Fall rechtliche Folgen haben. Eine systematische Prüfung vor der Freigabe schützt davor.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Geben Sie der KI nur belegte Fakten. Liefern Sie im Auftrag eine Liste mit Eigenschaften, die Sie belegen können, und verbieten Sie ausdrücklich, weitere zu ergänzen. Das senkt die Fehlerquote, beseitigt sie aber nicht.
- Markieren Sie jede Tatsachenaussage. Gehen Sie den Text Satz für Satz durch und unterstreichen Sie alles, was prüfbar ist: Zahlen, Preise, Vergleiche, Auszeichnungen, Zeitangaben, Eigenschaften, Kundenzitate.
- Suchen Sie für jede Aussage einen Beleg. Datenblatt, Preisliste, Zertifikat, Messung, Vertrag. Notieren Sie neben der Aussage, wo der Beleg liegt. Ohne Beleg gilt: streichen oder abschwächen.
- Achten Sie auf Superlative und Absolutes. Wörter wie «bester», «einziger», «garantiert», «100 Prozent», «immer» sind riskant. Ersetzen Sie sie durch überprüfbare Aussagen.
- Prüfen Sie Vergleiche. Vergleiche mit Mitbewerbern müssen sachlich, belegt und fair sein. Im Zweifel verzichten Sie darauf.
- Prüfen Sie Kundenstimmen und Bewertungen. Erfundene oder nicht freigegebene Zitate gehören nie in Texte. Verwenden Sie nur echte, mit Zustimmung veröffentlichte Aussagen.
- Lassen Sie eine zweite Person gegenlesen. Wer das Angebot kennt, bemerkt Ungereimtheiten schneller. Siehe Vier-Augen-Prüfung.
- Geben Sie den Text bewusst frei. Halten Sie fest, wer wann freigegeben hat. Ein einfacher Vermerk genügt. Mehr: Freigabe vor Versand.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt beauftragen Sie die KI, Texte nur mit belegten Angaben zu schreiben und kritische Stellen zu markieren. Eine Garantie für Fehlerfreiheit ist das nicht.
Schreibe einen Marketingtext für [Produkt/Dienstleistung] eines Schweizer Betriebs ([Branche]). Zielgruppe: [Beschreibung]. Kanal: [Website / Newsletter / Inserat]. Länge: [Zahl] Wörter.
Verwende ausschliesslich diese belegten Angaben:
- [Angabe 1]
- [Angabe 2]
- [Angabe 3]
Regeln:
- Erfinde keine Zahlen, Auszeichnungen, Kundenzitate, Preise oder Vergleiche.
- Verwende keine Superlative und keine Garantien («beste», «garantiert», «einzige»).
- Wenn eine Aussage über meine Angaben hinausgeht, setze sie in eckige Klammern und markiere sie mit [BELEG NÖTIG].
- Schreibe in einfacher Sprache, Anrede «Sie», Schweizer Rechtschreibung.
Gib am Ende eine Liste aller Aussagen aus, die ich vor der Veröffentlichung prüfen muss.Prüfen Sie auch Stellen, die die KI nicht markiert hat. Sie erkennt nicht immer, was erfunden ist.
Aussagen mit Prüfbedarf
| Aussageart | Beispiel | Prüfung |
|---|---|---|
| Zahlen | «30 Jahre Erfahrung» | Handelsregister, Firmenunterlagen |
| Auszeichnungen | «Ausgezeichneter Betrieb» | Urkunde, Quelle |
| Eigenschaften | «Wasserdicht» | Datenblatt, Prüfbericht |
| Vergleiche | «Günstiger als andere» | Belegte Preisvergleiche |
| Garantien | «Zufriedenheitsgarantie» | Vertragsbedingungen |
| Kundenstimmen | «Beste Beratung!» | Echtes Zitat mit Zustimmung |
Worauf Sie achten müssen
- KI erfindet plausibel. Sie kann Zahlen, Quellen und Eigenschaften so formulieren, dass sie echt wirken. Verlassen Sie sich nie darauf, dass etwas stimmt, weil es überzeugend klingt.
- Rechtliche Folgen sind möglich. Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verbietet unter anderem unrichtige oder irreführende Angaben über das eigene Angebot. Die Beurteilung im Einzelfall überlassen Sie einer Fachperson.
- Branchenregeln beachten. In Bereichen wie Gesundheit, Finanzen oder Lebensmittel gelten besondere Werberegeln. Klären Sie diese vorab.
- Kennzeichnung prüfen. Ob und wie KI-Inhalte gekennzeichnet werden sollten, regeln Ihre internen Vorgaben. Siehe Inhalte kennzeichnen im Betrieb.
- Bilder und Zitate. Prüfen Sie auch Fotos und Aussagen auf Rechte und Echtheit.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Velohändler in Zug lässt sich eine Produktbeschreibung für ein E-Bike von der KI schreiben. Frau Müller aus dem Verkauf liest den Text vor dem Aufschalten.
Vorher lautet er: «Mit bis zu 150 Kilometern Reichweite und der besten Motorleistung seiner Klasse.» Das Datenblatt nennt eine deutlich geringere Reichweite unter bestimmten Bedingungen und keinen Vergleich.
Nachher steht im Text die Reichweite laut Datenblatt mit dem Hinweis auf die Bedingungen, der Superlativ ist gestrichen. Frau Müller notiert die Belegstellen am Rand und lässt den Chef freigeben.
So hilft Ihnen Alpasana
In der KI-Weiterbildung für Unternehmen lernen Mitarbeitende laut Beschreibung, KI für Verwaltung, Kommunikation, Analyse und Texte einzusetzen und Ergebnisse sowie Daten sorgfältig zu behandeln. Schweizer Praxisbezug und Datenschutz sind Lerninhalte, die Weiterbildung findet im eigenen Tempo mit verifizierbaren Abschlüssen statt.
Rechtliche Beurteilungen von Werbeaussagen bietet die Weiterbildung nicht. Für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
Häufige Fragen
Muss ich KI-Texte als solche kennzeichnen?
Eine allgemeine Pflicht für alle Marketingtexte lässt sich nicht pauschal nennen. Das hängt von Kanal, Inhalt und Rechtslage ab, bei Bildern oder Stimmen von Personen besonders. Klären Sie es im Einzelfall und legen Sie eine interne Regel fest.
Reicht es, die KI zu bitten, nichts zu erfinden?
Das hilft, aber nicht zuverlässig. Prüfen Sie jeden Text selbst. Die Anweisung senkt das Risiko, sie ersetzt keine Kontrolle.
Wie viel Zeit sollte die Prüfung dauern?
Je nach Länge zehn bis zwanzig Minuten pro Text, mit Beleglisten oft weniger. Das ist wenig im Verhältnis zum Schaden, den ein falsches Versprechen anrichten kann.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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