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KI im Unternehmen · KI-Beratung und digitale Transformation

KI-Pilot: Feedbackbogen für Mitarbeitende

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein guter Feedbackbogen fragt nach konkreten Erlebnissen statt nach Gesamtnoten: Wofür wurde die KI genutzt, wo hat sie geholfen, wo gestört, was fehlte, was würden Sie ändern. Kurze Fragen, wenige Skalen und Raum für Freitext liefern verwertbare Rückmeldungen. Anonyme Auswertung erhöht die Ehrlichkeit.

Das Problem

Der Pilot ist beendet. Sie fragen die Testpersonen: «Wie fanden Sie es?» Die Antworten: «Ganz gut.» «Geht so.» «Praktisch, aber manchmal mühsam.» Damit können Sie nichts anfangen. Was war gut? Was mühsam? Bei welcher Aufgabe? Was müsste sich ändern, damit Sie es wirklich nutzen würden?

Allgemeine Fragen erzeugen allgemeine Antworten. Wer aber nach konkreten Situationen fragt, erfährt, wo die KI im Alltag hilft, wo sie stört und woran es liegt. Das ist die Grundlage für Verbesserungen und für die Entscheidung, ob ein Rollout sinnvoll ist.

Ein Feedbackbogen muss dafür weder lang noch kompliziert sein. Zehn bis fünfzehn gut gewählte Fragen genügen. Wichtig sind Verständlichkeit, ein geschützter Rahmen und ein erkennbarer Nutzen für die Antwortenden.

Welche Fragen gehören in den Bogen?

ThemenblockBeispielfragenAntwortform
NutzungWie oft und wofür haben Sie die KI genutzt?Auswahl, Häufigkeit
NutzenBei welcher Aufgabe hat sie Ihnen am meisten geholfen? Wie viel Zeit sparten Sie ungefähr?Freitext, Zeitschätzung
QualitätWie oft musste das Ergebnis stark korrigiert werden? Welche Fehler traten auf?Skala, Freitext
BedienbarkeitWie leicht war der Einstieg? Was war unklar?Skala, Freitext
VertrauenWobei haben Sie dem Ergebnis nicht getraut? Warum?Freitext
Datenschutz und SicherheitGab es Situationen, in denen Sie unsicher waren, ob Sie Daten eingeben dürfen?Ja/nein, Freitext
ArbeitsablaufHat die KI Ihre Arbeit erleichtert, verlängert oder verändert?Auswahl, Freitext
WeiterverwendungWürden Sie sie weiter nutzen? Unter welchen Bedingungen?Auswahl, Freitext
VerbesserungWas soll sich ändern, damit sie wirklich nützt?Freitext

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie, was Sie wissen wollen. Entscheiden Sie, welche Erkenntnisse Sie brauchen: Nutzen, Bedienbarkeit, Fehler, Akzeptanz, Schulungsbedarf. Daraus ergeben sich die Fragen.
  2. Wählen Sie 10 bis 15 Fragen. Nicht mehr. Mischen Sie Skalen (schnell auszufüllen) mit Freitext (Tiefe).
  3. Formulieren Sie neutral und konkret. «Wie oft musste das Ergebnis stark korrigiert werden?» statt «War die KI zuverlässig?». Vermeiden Sie Suggestivfragen.
  4. Fragen Sie nach Situationen. «Erinnern Sie sich an ein Beispiel, bei dem die KI geholfen hat?» liefert mehr als «Wie zufrieden waren Sie?».
  5. Sichern Sie Vertraulichkeit zu. Wenn möglich anonym oder zusammengefasst auswerten. Sagen Sie klar, was mit den Antworten geschieht und dass es nicht um Leistungsbeurteilung geht, siehe Leistungskontrolle vermeiden.
  6. Lassen Sie den Bogen testen. Zwei Personen füllen ihn vorab aus: Sind Fragen verständlich? Wie lange dauert es?
  7. Verteilen Sie ihn zum richtigen Zeitpunkt. Kurz nach dem Pilot oder nach einer Zwischenphase, mit einer Frist von wenigen Tagen. Ergänzen Sie bei Bedarf ein kurzes Gespräch.
  8. Werten Sie aus und geben Sie Rückmeldung. Fassen Sie zusammen: häufigste Probleme, bestes Lob, konkrete Vorschläge. Zeigen Sie dem Team, was daraus folgt. Siehe Abschlussbericht.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Auftrag lassen Sie einen Feedbackbogen entwerfen:

Erstelle einen Feedbackbogen für Mitarbeitende nach einem KI-Pilot in [Betrieb, Branche, Schweiz]. Aufgabe der KI im Pilot: [z. B. Kundenmails sortieren und Antwortentwürfe erstellen]. Dauer des Piloten: [z. B. 6 Wochen].
Der Bogen soll höchstens 12 Fragen enthalten, in einfacher Sprache (Anrede «Sie»), mit diesen Blöcken: Nutzung, Nutzen im Alltag, Qualität und Fehler, Bedienbarkeit, Vertrauen, Datenschutz/Unsicherheit, Auswirkungen auf den Arbeitsablauf, Weiterverwendung, Verbesserungsvorschläge.
Verwende pro Block 1 bis 2 Fragen, davon nur wenige Skalenfragen (1 bis 5 mit Erklärung der Endpunkte) und mehrere Freitextfragen mit konkretem Bezug («Beschreiben Sie eine Situation, in der …»).
Vermeide Suggestivfragen. Füge einen kurzen Einleitungstext hinzu (zwei Sätze), der erklärt, wozu der Bogen dient, dass die Auswertung zusammengefasst erfolgt und dass es nicht um eine Beurteilung der Person geht.

Prüfen Sie den Entwurf auf Verständlichkeit, kürzen Sie ihn und testen Sie ihn mit zwei Personen.

Worauf Sie achten müssen

  • Ehrlichkeit braucht Schutz: Wer fürchtet, dass Kritik Folgen hat, schreibt Gefälliges. Anonymität oder Zusammenfassung helfen. Bei kleinen Teams ist Anonymität schwierig, dann sind Gruppengespräche eine Alternative.
  • Lenkung vermeiden: Wer begeistert nach Vorteilen fragt, erhält Vorteile. Fragen Sie auch nach Störendem und nach Gründen, die KI nicht zu nutzen.
  • Keine Pflicht zu Superlativen: Wenn alle «sehr gut» ankreuzen, fehlt Information. Nutzen Sie Freitext.
  • Datenschutz bei der Befragung: Die Rückmeldungen sind Personendaten, wenn sie Personen zuordenbar sind. Gehen Sie sorgsam damit um, und besprechen Sie das bei Bedarf mit der Datenschutzverantwortlichen.
  • Rückmeldung an das Team: Wer nie erfährt, was aus seinem Feedback wurde, antwortet beim nächsten Mal nicht mehr.
  • Ergänzende Methoden: Beobachtung und Testprotokoll zeigen, was Menschen tun, der Bogen, was sie denken. Beides zusammen ergibt ein vollständigeres Bild, siehe Testprotokoll.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Versicherungsagentur in Olten hat vier Wochen lang eine KI für Kundenkorrespondenz erprobt.

Vorher: Auf die Frage «Wie war's?» antworten fast alle «ganz gut». Der Leiter plant den Rollout. Zwei Monate später nutzt nur noch eine Person die KI.

Nachher: Im zweiten Anlauf füllen die Mitarbeitenden einen Bogen mit zwölf Fragen aus. Die Freitexte zeigen: «Die Entwürfe sind okay, aber ich muss die Anrede jedes Mal ändern», «Ich weiss nicht, ob ich Kundennamen eingeben darf» und «Ich dachte, ich müsse alles prüfen, daher dauert es länger». Die Agentur ergänzt den Auftrag um die richtige Anrede, klärt die Datenregel und schult die Prüfung. Ein Jahr später nutzen vier von fünf Personen die KI regelmässig.

So hilft Ihnen Alpasana

Rückmeldungen aus dem Team sind ein zentraler Bestandteil der Pilotauswertung. Die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana unterstützt dabei, Prozesse aufzunehmen, KI-Potenziale zu analysieren, Vorhaben zu priorisieren und einen Umsetzungsplan zu erstellen, ausserdem bei der Integration von KI-Agenten mit Anwendungsfall, Pilot, Einsatzregeln und Skalierung. Projekte werden individuell offeriert.

Häufige Fragen

Wie lang darf der Bogen sein?

Etwa 10 Minuten Ausfüllzeit, also 10 bis 15 Fragen. Längere Bögen werden oberflächlich oder gar nicht ausgefüllt.

Soll der Bogen anonym sein?

Wenn möglich ja, oder die Auswertung erfolgt zusammengefasst. In sehr kleinen Teams lässt sich Anonymität kaum sichern. Dann helfen moderierte Gespräche.

Was tue ich mit widersprüchlichem Feedback?

Zeigen Sie die Bandbreite offen. Häufig stehen unterschiedliche Aufgaben oder Vorkenntnisse dahinter. Fragen Sie nach, wo die Unterschiede herkommen, und leiten Sie daraus Schulung oder Anpassungen ab.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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