KI im Unternehmen · KI-Beratung und digitale Transformation
Verkürzt KI den ganzen Ablauf oder nur einen Arbeitsschritt?
Kurz gesagt
Eine schnellere Einzelaufgabe verkürzt nicht automatisch den ganzen Ablauf. Messen Sie die Durchlaufzeit vom Eingang bis zum Abschluss, unterscheiden Sie Bearbeitungs- und Wartezeit und suchen Sie den Engpass. Oft liegt die Zeit in Übergaben und Freigaben, nicht im KI-Schritt.
Das Problem
Mit KI schreiben Sie Offerten in 15 statt in 45 Minuten. Ein guter Fortschritt, sollte man meinen. Trotzdem warten Ihre Kundinnen nach wie vor drei Tage auf das Angebot. Die Frage lautet: Wo bleibt die gewonnene Zeit?
Häufig liegt es daran, dass ein Ablauf aus mehreren Schritten besteht und die Bearbeitungszeit nur einen kleinen Teil der Gesamtzeit ausmacht. Der Rest ist Warten: auf eine Freigabe, auf Rückfragen, auf Unterschriften, auf die nächste Person. Wenn KI nur einen kurzen Schritt beschleunigt, ändert sich an der Gesamtdauer wenig.
Die Durchlaufzeit, also die Zeit vom Eingang einer Anfrage bis zum fertigen Ergebnis, zeigt das ganze Bild. Sie hilft, den wahren Engpass zu finden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Einen Ablauf auswählen. Nehmen Sie einen konkreten Vorgang, etwa «Offertanfrage bis Versand». Definieren Sie Start und Ende klar. Ein Vorgang pro Messung ist übersichtlich genug.
- Die Schritte aufzeichnen. Listen Sie auf, welche Stationen der Vorgang durchläuft: Eingang, Sichtung, Bearbeitung, Prüfung, Freigabe, Versand. Eine Skizze auf Papier genügt. Siehe Prozesse aufnehmen.
- Bearbeitungs- und Wartezeit trennen. Notieren Sie für jeden Schritt, wie lange tatsächlich gearbeitet wird und wie lange der Vorgang liegt. Das gelingt mit Zeitstempeln, Mailverläufen oder einer Strichliste.
- Mehrere Vorgänge messen. Messen Sie 10 bis 20 Vorgänge, nicht nur einen. So erkennen Sie, was typisch ist und was Ausnahme. Vergleichen Sie mit Werten von vor der KI, siehe Ausgangswerte erfassen.
- Den Engpass finden. Wo ist die längste Wartezeit? Meist sind es Übergaben zwischen Personen, Freigaben, fehlende Informationen oder Abwesenheiten. Der Engpass bestimmt die Gesamtdauer, nicht der schnellste Schritt.
- Gezielt verbessern. Prüfen Sie, ob Übergaben vereinfacht, Freigaben gebündelt oder Rückfragen vermieden werden können, bevor Sie weitere KI einführen. Manchmal hilft es, den Ablauf vorher zu vereinfachen: Prozess vorher vereinfachen.
- Mit KI die Auswertung vorbereiten. Öffnen Sie einen erlaubten KI-Assistenten, also ein Programm, dem Sie schriftlich Aufgaben geben. Lassen Sie sich mit der Vorlage unten eine Messtabelle und Fragen zur Engpasssuche erstellen. Verwenden Sie nur anonymisierte Angaben.
- Nach der Änderung erneut messen. Wiederholen Sie die Messung mit denselben Regeln. Nur so sehen Sie, ob die Gesamtdauer wirklich gesunken ist und nicht nur ein Teilschritt.
| Schritt | Bearbeitung | Wartezeit | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Eingang bis Sichtung | 5 Min. | 4 Std. | Mails werden gebündelt gelesen |
| Erstellen der Offerte (mit KI) | 15 Min. | 0 | Früher 45 Min. |
| Prüfung durch Leitung | 10 Min. | 1,5 Tage | Leitung oft unterwegs |
| Versand | 5 Min. | 0 |
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte prüfen, ob KI die gesamte Durchlaufzeit eines Ablaufs verkürzt oder nur einen Schritt.
Ablauf: [z. B. Offertanfrage bis Versand].
Die Schritte: [Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3 …].
Wo KI eingesetzt wird: [Schritt].
Bekannte Zeiten (falls vorhanden): [Dauer pro Schritt, Wartezeiten].
Bitte erstelle mir:
1. eine Tabelle zum Erfassen von Bearbeitungszeit und Wartezeit je Schritt für mindestens zehn Vorgänge,
2. eine Anleitung, wie ich den Engpass erkenne,
3. fünf Fragen, mit denen ich Ursachen langer Wartezeiten suche.
Erfinde keine Zeiten. Sage mir, welche Angaben dir noch fehlen.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Angaben und verwenden Sie keine Kundennamen.
Worauf Sie achten müssen
- Nicht nur den KI-Schritt messen. Die Verlockung ist gross, den sichtbaren Erfolg zu zeigen. Für Kundinnen zählt die gesamte Wartezeit.
- Ausnahmen mitzählen. Besonders lange Vorgänge zeigen oft die eigentlichen Probleme. Lassen Sie sie nicht aus der Auswertung fallen.
- Keine Leistungsüberwachung. Es geht um den Ablauf, nicht um Personen. Zeitmessungen einzelner Mitarbeitender sind heikel, siehe Leistungskontrolle vermeiden.
- Vergleichbarkeit sichern. Dieselbe Zählweise vorher und nachher. Saison und Auslastung beeinflussen die Zeiten.
- Gewonnene Zeit lenken. Was mit der freigewordenen Zeit passiert, ist eine eigene Frage, siehe Mehrleistung statt Mehrarbeit.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Eine Schreinerei in Lenzburg erstellt Offerten neu mit KI-Unterstützung. Die Erstellung dauert nur noch 15 statt 45 Minuten. Trotzdem kommen Kundinnen nicht schneller zu ihrem Angebot. Frau Müller aus dem Büro misst 15 Vorgänge.
Das Ergebnis: Die Offerte liegt im Schnitt 1,5 Tage beim Inhaber zur Freigabe, weil er viel auf Baustellen ist. Die KI-Zeit macht nur wenige Prozent der Gesamtzeit aus. Der Betrieb vereinbart zwei feste Freigabezeiten pro Woche und sieht die Offerten täglich kurz durch. Die Durchlaufzeit sinkt von drei auf zwei Tage.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana umfasst laut Leistungsbeschreibung das Aufnehmen von Prozessen, das Verbessern von Geschäftsprozessen und das Entwickeln digitaler Workflows und Automatisierungen.
Das hilft, den ganzen Ablauf zu betrachten und nicht nur einzelne Schritte. Die Messung im Alltag und die Freigabeorganisation bleiben bei Ihnen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Durchlaufzeit und Bearbeitungszeit?
Die Bearbeitungszeit ist die Zeit, in der aktiv gearbeitet wird. Die Durchlaufzeit umfasst auch alle Wartezeiten, vom Eingang bis zum Abschluss.
Brauche ich Software für die Messung?
Nein, zu Beginn genügt eine Tabelle. Mailverläufe und Zeitstempel liefern viele Angaben. Siehe auch Zeitersparnis messen.
Was, wenn die Wartezeit nicht an uns liegt?
Dann kann sie von Kunden, Lieferanten oder Behörden abhängen. Messen Sie das getrennt. Auch dort können kleine Änderungen helfen, etwa Rückfragen früher zu stellen.
Kann KI Engpässe selbst erkennen?
Sie kann bei der Auswertung Muster beschreiben, wenn Sie ihr Zahlen geben. Der Blick in den Alltag gehört Ihnen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Wie messen wir die tatsächliche Zeitersparnis durch KI?KI Zeitersparnis messen: Vergleichen Sie ganze Arbeitsabläufe inklusive Vorbereitung, Kontrolle und Korrekturen, um die Entlastung im KMU zu beurteilen.
- Was müssen wir vor dem KI-Start messen?KI Ausgangswerte messen: Welche Zahlen Sie vor der Einführung erfassen, damit Sie später belegen können, ob KI Zeit, Qualität oder Kosten verbessert hat.
- Müssen wir einen Arbeitsablauf vor dem KI-Einsatz ändern?Prozesse vor KI vereinfachen: Prüfen Sie Abläufe auf unnötige Schritte und verbessern Sie diese, bevor Sie KI gezielt einsetzen und Arbeit sparen.
- Mit KI mehr schaffen: Wie messen wir nutzbare Kapazität?KI Produktivität Kapazität messen: So prüfen Sie, ob durch KI gewonnene Zeit tatsächlich für andere Aufgaben frei wird, statt in Mehrarbeit zu verschwinden.
- Arbeitsabläufe für KI erfassen: einfache VorlageProzessaufnahme für KI: Eine einfache Vorlage, um Arbeitsabläufe mit Schritten, Eingaben, Ergebnissen und Ausnahmen verständlich aufzuschreiben.
- Offerte mit KI schreiben: Leistungen klar beschreibenOfferte schreiben mit KI-Vorlage: Leistungen verständlich und vollständig beschreiben, Ausschlüsse klar nennen und Preise sowie Bedingungen selbst prüfen.