Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
KI ausprobieren: Testdaten statt echter Kundendaten nutzen
Kurz gesagt
Erfinden Sie realistische, aber frei erfundene Beispieldaten, mit denen Sie die KI testen können, zum Beispiel Namen, Beträge und Fälle, die wie echte aussehen. So lernen Sie die Möglichkeiten kennen, ohne dass Kundendaten in einen Dienst gelangen.
Das Problem
Sie möchten testen, ob eine KI Ihre Kundenanfragen einordnen, Rechnungen prüfen oder Protokolle zusammenfassen kann. Der naheliegende Weg: echte Anfragen, Rechnungen und Protokolle hochladen und schauen, was passiert. Dort stecken aber Namen, Adressen und Beträge Ihrer Kundschaft.
Beim Ausprobieren ist die Versuchung gross, es «nur kurz» mit echten Daten zu machen. Doch gerade in der Testphase ist oft noch unklar, welcher Dienst geeignet und freigegeben ist, wie lange Daten gespeichert werden und ob sie fürs Training genutzt werden.
Die Lösung ist einfach: Testen Sie mit erfundenen Daten. Sie sehen dasselbe Verhalten der KI, aber niemand kann daraus echte Personen ableiten. Wenn der Test überzeugt, entscheiden Sie in Ruhe, ob und wie echte Daten verwendet werden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Legen Sie das Testziel fest. Was möchten Sie herausfinden: Versteht die KI Ihre Fachbegriffe? Wie gut sortiert sie Anfragen? Wie lange dauert es? Je klarer das Ziel, desto weniger Daten brauchen Sie.
- Beschreiben Sie, wie Ihre echten Daten aussehen. Überlegen Sie, welche Felder und Formate typisch sind: Kundennummern, Beträge, Daten, Beschreibungen, Rechtschreibfehler. Nur die Struktur zählt, nicht der Inhalt.
- Lassen Sie sich erfundene Daten erzeugen. Eine KI kann Beispieldatensätze erfinden, wenn Sie ihr nur die Struktur beschreiben (nicht Ihre echten Daten). Verwenden Sie klar erfundene Namen und Orte, damit keine Verwechslung mit echten Personen entsteht.
- Bauen Sie realistische Fälle ein. Fügen Sie typische Sonderfälle hinzu: fehlende Angaben, falsche Schreibweisen, widersprüchliche Informationen. Daran zeigt sich die Qualität der KI.
- Mischen Sie keine echten Daten darunter. Ersetzen Sie auch Firmennamen, Strassen, Telefonnummern und IBAN-Nummern. Verwenden Sie eindeutig ungültige Angaben, etwa eine offensichtlich erfundene Telefonnummer.
- Testen Sie und halten Sie Ergebnisse fest. Notieren Sie: Was klappt, was nicht, wo macht die KI Fehler? Bewerten Sie Qualität, Tempo und Aufwand.
- Prüfen Sie die Datenschutzfragen des Dienstes. Parallel zum Test klären Sie: Wo liegen die Daten, wird für Training genutzt, gibt es einen Vertrag? Erst danach entscheiden Sie über echte Daten.
- Entscheiden Sie über den nächsten Schritt. Wenn der Test überzeugt, gehen Sie schrittweise vor: erst anonymisierte Daten, dann nur in freigegebenen Diensten echte Daten. Siehe Anonymisieren oder pseudonymisieren.
Vorlage zum Kopieren
Erzeuge [Anzahl, z. B. 10] frei erfundene Beispieldatensätze für
einen KI-Test.
Zweck: [z. B. Kundenanfragen nach Dringlichkeit sortieren].
Felder: [z. B. Datum, Betreff, Nachricht (2–4 Sätze), Produkt,
Betrag in CHF].
Branche/Kontext: [z. B. Heizungsservice in einer Region der Schweiz].
Wichtig: Alle Namen, Firmen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-
Adressen müssen frei erfunden und offensichtlich nicht echt sein
(z. B. Beispiel-Domains). Baue 3 Sonderfälle ein: unvollständige
Angabe, Schreibfehler, widersprüchliche Information.
Gib die Daten als Tabelle aus.Beschreiben Sie nur die Struktur, keine echten Daten. Markieren Sie die erzeugten Beispiele deutlich als «Testdaten».
Wann reichen Testdaten, wann nicht?
| Ziel | Testdaten genügen? |
|---|---|
| Funktionen und Bedienung kennenlernen | Ja |
| Formulierungen und Prompts verbessern | Ja |
| Fachbegriffe und Struktur prüfen | Meist ja |
| Genauigkeit bei Ihren echten Daten messen | Nur eingeschränkt, danach vorsichtig anonymisiert prüfen |
| Produktiver Einsatz | Nein, dann braucht es einen freigegebenen Dienst |
Worauf Sie achten müssen
- Erfunden heisst erfunden: Schreiben Sie nicht einfach echte Daten leicht um. Name und Ort geändert, Rest echt, bleibt ein Risiko. Siehe Daten vor dem KI-Einsatz anonymisieren.
- Zufällige Übereinstimmungen: Erfundene Namen können zufällig echten Personen entsprechen. Das ist bei offensichtlich fiktiven Angaben unproblematisch, bei realistischen Kombinationen vermeiden Sie echte Adressen.
- Aussagekraft begrenzen: Testdaten sind meist «sauberer» als echte. Rechnen Sie damit, dass die Ergebnisse im Alltag schlechter ausfallen können.
- Schutz der Zugangsdaten: Auch bei Tests nie echte Passwörter, Schlüssel oder Zugänge eingeben.
- Vorgaben im Betrieb: Klären Sie, welche Dienste getestet werden dürfen. Auch Tests mit erfundenen Daten laufen über Konten, die geregelt sein sollten.
- Rechtlicher Rahmen: Weitere Hinweise zu KI und Datenschutz finden Sie beim EDÖB.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Die Leiterin des Kundendiensts eines Sanitärbetriebs in Sursee möchte prüfen, ob eine KI eingehende Anfragen nach Dringlichkeit sortieren kann. Zuerst plant sie, 200 echte Anfragen der letzten Monate hochzuladen.
Ihr Kollege schlägt vor, mit Testdaten zu beginnen. Mit der Vorlage lässt sie 30 erfundene Anfragen erzeugen, inklusive typischer Fälle wie «Wasser tritt aus» und «Hahn tropft seit Wochen», dazu Tippfehler und fehlende Angaben. Echte Namen kommen nicht vor.
Der Test zeigt, dass die KI gut sortiert, aber bei knappen Anfragen unsicher ist. Nachher kann die Leiterin das Konzept intern vorstellen, ohne Kundendaten preiszugeben. Für einen echten Einsatz klärt sie als Nächstes Vertrag und Dienst.
So hilft Ihnen Alpasana
Wie Sie KI an praktischen Aufgaben ausprobieren und verantwortungsvoll einsetzen, lernen Sie in den Kursen bei KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben auf absofort: Vertrieb, Kundenservice, FAQ, No-Code-Automatisierung, Excel und Datenverständnis sowie betriebliche KI-Richtlinien. Online im eigenen Tempo, mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss.
Eine Auswahl des passenden Dienstes für Ihren Betrieb nehmen die Kurse nicht ab. Weiterführend: Nur nötige Daten an KI geben und Excel für KI vorbereiten.
Häufige Fragen
Kann die KI erfundene Daten realistisch genug erzeugen?
Für die meisten Tests ja. Sie sollten ihr aber nur die Struktur und typische Fälle beschreiben, keine echten Beispiele. Prüfen Sie, dass die Daten offensichtlich erfunden sind.
Sind erfundene Daten datenschutzrechtlich unproblematisch?
Wirklich frei erfundene Daten ohne Bezug zu echten Personen sind keine Personendaten. Problematisch wird es, wenn sie aus echten Daten abgeleitet wurden und Personen erkennbar bleiben.
Wann sollte ich von Testdaten zu echten Daten wechseln?
Erst, wenn Zweck, Dienst, Vertrag und Schutzmassnahmen geklärt sind und die verantwortliche Stelle zugestimmt hat. Beginnen Sie dann mit einem kleinen Ausschnitt und anonymisierten Daten.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- Nur nötige Daten an KI geben: So kürzen Sie einen AuftragKI Datenminimierung: So kürzen Sie einen Prompt auf das Nötigste, ersetzen Namen und Zahlen durch Platzhalter und erhalten trotzdem eine gute Antwort.
- Wie anonymisiere ich Texte vor der KI-Nutzung?Daten für KI anonymisieren: Entfernen Sie Namen und indirekte Hinweise, prüfen Sie Text und Anhänge und erstellen Sie eine brauchbare Arbeitsfassung.
- Welche Daten darf ich nicht in eine KI eingeben?KI sensible Daten: Prüfen Sie vor jeder Eingabe, welche Büroangaben geschützt bleiben müssen und wie Sie mit bereinigten Beispielen sicher arbeiten.
- Anonymisieren oder pseudonymisieren: Was schützt bei KI?KI anonymisieren pseudonymisieren: Der Unterschied, wann Daten wirklich anonym sind und welche Methode für Texte und Tabellen vor dem KI-Einsatz taugt.
- Excel für KI vorbereiten: Versteckte Daten prüfenExcel KI Datenschutz: Prüfen Sie versteckte Blätter, Spalten, Kommentare und Verknüpfungen, bevor Sie eine Tabelle in einen KI-Dienst hochladen.