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Sicherheit · Linup: KI sicher am Arbeitsplatz

KI-Kompetenz nach Artikel 4: Fragen fürs KMU

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Artikel 4 des EU AI Act betrifft Massnahmen zur KI-Kompetenz von Personen, die KI im Anwendungsbereich einsetzen. Ob er Ihr Schweizer KMU betrifft, hängt vom EU-Bezug ab. Klären Sie Anwendungsbereich, Rollen, Einsatz und vorhandene Schulungen, und prüfen Sie die aktuelle Fassung.

Das Problem

Sie haben gehört oder gelesen, dass im europäischen KI-Gesetz eine Pflicht zur «KI-Kompetenz» stehe. Ein Anbieter wirbt mit einem «Pflichtzertifikat», ein Kollege meint, das gelte nur für Konzerne. Sie leiten ein kleines Unternehmen in der Schweiz und wissen nicht, ob und was das für Sie bedeutet.

Der EU AI Act ist die Verordnung der Europäischen Union über künstliche Intelligenz. Artikel 4 handelt von KI-Kompetenz: Personen, die mit KI arbeiten, sollen genügend Wissen haben, um sie verantwortungsvoll einzusetzen. Er wurde 2026 geändert; deshalb sind ältere Texte mit Vorsicht zu lesen.

Diese Seite ordnet ein, welche Fragen Sie klären sollten. Sie ersetzt keine Rechtsberatung. Wo es um Ihren konkreten Fall geht, lassen Sie sich fachlich beraten.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie den EU-Bezug. Bietet Ihr Betrieb KI-gestützte Leistungen für Kundschaft in der EU an, oder wirken Ergebnisse Ihrer KI in der EU? Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU. Eine Orientierung bietet EU AI Act: Gilt er für die Schweiz?.
  2. Lesen Sie die aktuelle Fassung. Schauen Sie in den Wortlaut von Artikel 4 auf dem Service-Desk der EU. Beachten Sie, dass ältere Aussagen aus der Zeit vor der Änderung nicht mehr stimmen müssen.
  3. Erfassen Sie, wo KI bei Ihnen zum Einsatz kommt. Machen Sie eine einfache Liste: Welche Werkzeuge, wer nutzt sie, wofür? Ohne diese Übersicht lässt sich die Frage nach Kompetenz nicht beantworten.
  4. Ordnen Sie Rollen zu. Ein Sekretariat, das Texte entwirft, braucht andere Kenntnisse als eine Führungskraft, die Auswertungen freigibt. Die Seite Wer braucht KI-Schulung? hilft bei der Zuordnung.
  5. Prüfen Sie, was es schon gibt. Welche Schulungen, Einführungen und Regeln bestehen? Wo fehlen Übungen für die tatsächlichen Aufgaben? Notieren Sie ehrlich offene Punkte.
  6. Planen Sie Massnahmen mit Mass. Wählen Sie Lernangebote, die zu Vorkenntnissen und Aufgaben passen, und halten Sie fest, was Sie durchgeführt haben. Eine Vorlage bietet KI-Kompetenz nachweisen.
  7. Holen Sie bei Unsicherheit Rat. Wenn Sie unsicher sind, ob und wie die Verordnung Ihren Betrieb betrifft, wenden Sie sich an eine auf Technologierecht spezialisierte Fachperson.

Einfach erklärt

KI-Kompetenz heisst nicht, dass alle programmieren können. Gemeint ist, dass Menschen verstehen, was die KI ungefähr tut, wo sie sich irrt, welche Daten sie nicht bekommen darf und wann sie jemanden fragen müssen. Es geht um Verhalten im Alltag, nicht um Diplome.

Ein Vergleich: Wer einen Gabelstapler bedient, braucht eine Einweisung für genau diese Maschine. Genauso braucht, wer ein KI-Werkzeug nutzt, eine Einweisung in dieses Werkzeug und die eigenen Aufgaben. Ein Papier mit Unterschrift ersetzt das Üben nicht.

Welche Anforderungen im Einzelnen gelten und wie streng, hängt vom Anwendungsbereich ab. Die Kommission informiert auf ihren Seiten zu KI-Kompetenz und Weiterbildung und zur Änderung der KI-Verordnung. Verlassen Sie sich nicht auf Zusammenfassungen von Anbietern, die ein Pflichtzertifikat verkaufen wollen.

Vorlage zum Kopieren

Ich leite ein Schweizer KMU der Branche [Branche] mit [Anzahl] Mitarbeitenden.
Wir nutzen KI für [Aufgaben]. Wir haben [Kundschaft in der EU: ja/nein/teilweise].
Erstelle eine Checkliste mit zehn Fragen, die ich klären sollte, um die Anforderungen
an KI-Kompetenz nach Artikel 4 des EU AI Act für unseren Betrieb einzuordnen.
Sortiere sie in: Anwendungsbereich, Rollen, Einsatz, vorhandene Schulungen, Dokumentation.
Weise bei jeder Frage darauf hin, dass ich Rechtsfragen fachlich prüfen lassen muss.
Nenne keine Fristen, Bussgelder oder Paragrafen, die du nicht sicher belegen kannst.

Ergänzen Sie die Platzhalter und gleichen Sie die Antworten mit den offiziellen Quellen ab.

Worauf Sie achten müssen

  • Rechtsstand nicht aus dem Gedächtnis. Gesetzestexte werden angepasst, und KI-Assistenten kennen den aktuellen Stand nicht sicher. Prüfen Sie immer die offizielle Quelle.
  • Kein allgemeines Pflichtzertifikat. Aus dem Artikel folgt nach der aktuellen Quellenlage kein Zertifikat eines bestimmten Anbieters. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die das behaupten.
  • Schweizer Recht ist separat. Datenschutz und andere Schweizer Vorschriften bleiben wichtig. Der EDÖB informiert zu KI und Datenschutz (EDÖB).
  • Fristen nur mit Quelle. Ob und wann bestimmte Pflichten gelten, steht in den offiziellen Texten. Zur Orientierung dient EU AI Act: Fristen.
  • Nicht aus Angst überreagieren. Sinnvolle Schulung nützt dem Betrieb unabhängig von rechtlichen Fragen, weil sie Fehler und Datenpannen vermeiden hilft.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller führt das Sekretariat einer kleinen Softwarefirma in St. Gallen, die auch Kundschaft in Österreich bedient. Die Firma setzt KI für Support-Texte ein. Ein Anbieter schickt ihr ein Angebot für ein «Pflichtzertifikat».

Vorher wollte die Geschäftsleitung sofort für alle buchen. Nachher klärt Frau Müller zuerst den EU-Bezug, listet Werkzeuge und Rollen auf und liest den aktuellen Artikel. Sie plant gezielte Übungen für das Support-Team und holt eine Einschätzung bei einer Fachperson ein.

So hilft Ihnen Alpasana

Linup: KI sicher am Arbeitsplatz ist ein Online-Kurs zu Grundregeln im Umgang mit Daten, zur Prüfung von KI-Ergebnissen und zum Erkennen von Betrugsversuchen, laut Angebotsseite ohne Technikkenntnisse. Für Teams gibt es Einladungen, Erinnerungen und eine Nachweismappe pro Person.

Linup kann einen Baustein Ihrer Lernmassnahmen liefern. Ob damit Anforderungen erfüllt sind, ist eine rechtliche Einzelfallfrage, die der Kurs nicht beantwortet.

Häufige Fragen

Gilt Artikel 4 auch für Schweizer Firmen?

Das hängt vom Anwendungsbereich der Verordnung ab, etwa vom Bezug zur EU. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Siehe EU AI Act in der Schweiz und lassen Sie sich im Zweifel beraten.

Müssen alle Mitarbeitenden geschult werden?

Massgeblich ist, wer KI einsetzt oder mit ihr arbeitet. Wer das nicht tut, braucht keine Spezialschulung. Erfassen Sie deshalb zuerst die Nutzung.

Reicht ein einmaliger Kurs?

Ein Kurs ist ein guter Anfang. Werkzeuge und Aufgaben ändern sich, deshalb sind Ergänzungen sinnvoll. Wie Sie das festhalten, zeigt KI-Schulungen dokumentieren.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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