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Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI-Erinnerungen prüfen und vertrauliche Angaben entfernen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Viele KI-Assistenten speichern auf Wunsch oder automatisch Angaben über Sie, damit künftige Chats persönlicher werden. Prüfen Sie in den Einstellungen, was gespeichert ist, löschen Sie Vertrauliches und schalten Sie die Funktion ab, wenn Sie sie nicht brauchen.

Das Problem

Ihr KI-Assistent hat plötzlich Wissen, das Sie ihm nie direkt gegeben haben: Er spricht Sie mit Vornamen an, kennt Ihre Branche und nimmt Rücksicht auf Ihre Arbeitsweise. Das wirkt praktisch, fast wie ein persönlicher Assistent. Der Grund ist eine Gedächtnisfunktion, oft «Erinnerungen» oder «Personalisierung» genannt.

Solche Funktionen speichern Angaben aus früheren Gesprächen, damit der Assistent später darauf zurückgreifen kann. Das Praktische hat einen Preis: Es können auch Dinge gespeichert sein, die dort nicht hingehören, etwa Namen von Kundschaft, Projektdetails, Gesundheitsangaben oder interne Preise, die Sie nur nebenbei erwähnt haben.

Anders als im Chatverlauf verschwinden solche Einträge nicht, wenn Sie den Chat löschen. Sie sind ein eigener Speicher, den man gezielt kontrollieren muss.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Finden Sie heraus, ob Ihr Dienst ein Gedächtnis hat. Suchen Sie in den Einstellungen nach «Erinnerungen», «Gedächtnis», «Personalisierung», «Memory» oder «Benutzerdefinierte Anweisungen». Funktionen und Namen unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif.
  1. Sehen Sie sich die gespeicherten Einträge an. Öffnen Sie die Übersicht und lesen Sie jeden Eintrag. Viele Dienste zeigen eine Liste mit Sätzen wie «Arbeitet als Büroleiterin in einer Schreinerei».
  1. Markieren Sie Vertrauliches. Prüfen Sie auf Namen von Personen, Firmennamen, Adressen, Gesundheitsangaben, Preise, interne Pläne, Zugangsdaten. Alles, was nicht in fremde Hände gehört, löschen Sie.
  1. Löschen Sie einzelne Einträge oder alle. Entfernen Sie Einträge einzeln, oder setzen Sie das ganze Gedächtnis zurück. Prüfen Sie nach dem Löschen die Liste erneut.
  1. Prüfen Sie «Anweisungen» und Profilangaben. Auch Felder wie «Was soll der Assistent über mich wissen?» können Vertrauliches enthalten. Kürzen Sie sie auf das Nötigste.
  1. Entscheiden Sie, ob Sie die Funktion brauchen. Für berufliche, vertrauliche Arbeit schalten Sie das Gedächtnis besser aus. Für einfache, unkritische Aufgaben kann es nützlich sein, dann mit regelmässiger Kontrolle.
  1. Nutzen Sie temporäre Chats, wenn vorhanden. Manche Dienste bieten Chats ohne Gedächtnis und ohne Verlauf an. Für vertrauliche Fragen kann das sinnvoll sein, ersetzt aber die Prüfung der Bedingungen nicht.
  1. Bedenken Sie die Weitergabe. Wer ein Konto teilt oder Chats teilt, teilt eventuell auch das Gedächtnis. Siehe Gemeinsame Konten und Risiken.
  1. Kontrollieren Sie regelmässig. Planen Sie monatlich einen Blick in die Erinnerungen, besonders wenn Sie viel mit dem Assistenten arbeiten.

Vorlage zum Kopieren

Erstelle mir eine kurze Checkliste für den Umgang mit der
Gedächtnisfunktion («Erinnerungen») meines KI-Assistenten.
Dienst: [Name]. Verwendung: [privat/beruflich/gemischt].
Ich arbeite mit: [z. B. Kundendaten, interne Berichte, nur
allgemeine Texte].
Gliedere in: 1. Was ich in den Einstellungen prüfe, 2. Welche Arten
von Angaben ich entfernen sollte, 3. Wann ich das Gedächtnis besser
abschalte, 4. Wie oft ich kontrolliere.
Schreibe verständlich, in höchstens 12 Punkten. Erfinde keine
Menüpunkte und weise darauf hin, dass ich die Hilfeseite des
Anbieters prüfen muss.

Ergänzen Sie Ihren Dienst und Ihre Arbeitsweise, und gleichen Sie die Punkte mit den echten Einstellungen ab.

Welche Angaben gehören nicht ins Gedächtnis?

AngabeBesser
Namen von Kundschaft, MitarbeitendenNeutrale Platzhalter verwenden
Preise, Kalkulationen, VerträgeNicht eingeben oder löschen
Gesundheits- oder SozialangabenNie speichern lassen
Zugangsdaten, SchlüsselNiemals eingeben
Interne Pläne, noch nicht öffentliche ProjekteNicht speichern
Allgemeine Vorlieben (Sprache, Tonfall)Unkritisch, regelmässig prüfen

Worauf Sie achten müssen

  • Es wird automatisch gespeichert: Manche Dienste legen Erinnerungen selbständig an. Prüfen Sie, ob Sie das ausschalten können.
  • Löschen im Chat reicht nicht: Gelöschte Chats entfernen nicht zwingend die Erinnerungen. Kontrollieren Sie beide Orte, siehe Ist nach dem Löschen eines KI-Chats wirklich alles weg?.
  • Vermischung privat und beruflich: Bei einem Konto für beides landen berufliche Angaben im privaten Gedächtnis. Trennen Sie Konten.
  • Fehlerhafte Erinnerungen: Die KI kann Dinge falsch speichern und sie später falsch verwenden. Korrigieren Sie Einträge.
  • Agenten und Langzeitgedächtnis: Bei KI-Agenten mit Gedächtnis kann gespeicherter Inhalt auch manipuliert werden, siehe Langzeitgedächtnis von KI-Agenten.
  • Datenschutz: Personendaten Dritter dürfen Sie nicht ohne Grundlage speichern lassen. Hinweise gibt der EDÖB zu KI und Datenschutz.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Eine Geschäftsleiterin eines kleinen Coiffeursalons in Thun nutzt ihr KI-Konto für Geschäftliches und Privates. Beim Blick in die Erinnerungen findet sie 27 Einträge, darunter Namen von Stammkundinnen, ihre Preiskalkulation und eine Bemerkung zu ihrem Gesundheitszustand.

Sie löscht die heiklen Einträge, schaltet das Gedächtnis für berufliche Anfragen aus und legt ein zweites Konto für Privates an. Mit der Vorlage erstellt sie sich eine Mini-Checkliste, die sie jeden Monat durchgeht.

Nachher bleiben nur unkritische Vorlieben gespeichert, etwa «schreibt in Du-Form an Kundinnen». Die KI arbeitet weiterhin hilfreich, aber mit weniger Wissen über den Betrieb. Wenn das Konto einmal gehackt wird, ist der mögliche Schaden deutlich kleiner.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie Sie KI-Assistenten sicher einstellen und betriebliche Regeln aufstellen, lernen Sie in den Kursen bei KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben auf absofort: Dort finden Sie Kurse zu Bürokommunikation, Claude mit Projektstruktur und Einsatzregeln sowie betrieblichen KI-Richtlinien. Online im eigenen Tempo, mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss.

Eine Prüfung Ihrer Kontoeinstellungen übernehmen die Kurse nicht. Weiterführend: Welche Daten gehören nicht in KI? und KI-Training mit eigenen Daten verhindern.

Häufige Fragen

Ist die Gedächtnisfunktion dasselbe wie das Training des Modells?

Nein. Das Gedächtnis ist ein Speicher für Ihr Konto, damit der Assistent Sie besser kennt. Das Training betrifft die Weiterentwicklung der Modelle mit Daten. Beides kann in den Einstellungen getrennt geregelt sein, prüfen Sie beides.

Kann ich der KI sagen, sie solle etwas vergessen?

Manche Dienste erlauben das im Chat, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Kontrollieren Sie die Liste der Erinnerungen in den Einstellungen und löschen Sie dort.

Sieht mein Arbeitgeber meine Erinnerungen?

Bei einem Firmenkonto können Administratoren je nach Dienst und Tarif Zugriff auf Daten haben. Auch bei privaten Konten hängen Zugriffsmöglichkeiten vom Dienst und den Kontoeinstellungen ab. Vermischen Sie Privates und Berufliches deshalb nicht.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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