Sicherheit · KI-Beratung und digitale Transformation
Unsere Firma wird in einem Fake-Video gezeigt: Was tun?
Kurz gesagt
Sichern Sie das Video als Beleg, klären Sie intern, wer entscheidet und spricht, und informieren Sie Ihre Kundschaft kurz und sachlich über die Fälschung. Melden Sie den Beitrag der Plattform und prüfen Sie rechtliche Schritte. Reagieren Sie ruhig; eine Eskalation vergrössert oft die Reichweite.
Das Problem
Ein Kunde ruft an: «Habt ihr wirklich gesagt, dass ihr Rückrufe vertuscht?» Sie wissen nichts davon. Dann sehen Sie es: Auf einer Plattform kursiert ein Video, in dem Ihr Geschäftsführer scheinbar etwas Schädliches sagt, oder eine «Mitarbeiterin» bewirbt ein zweifelhaftes Produkt unter Ihrem Firmennamen. Es ist gefälscht, mit KI erzeugt.
Das ist ein Ernstfall, auch für kleine Betriebe. Der Ruf leidet schnell, Kunden sind verunsichert, vielleicht entsteht ein Betrugsrisiko für Dritte. Und in der ersten Aufregung passieren oft Fehler: voreilige Dementis, Streit in den Kommentaren, Löschung ohne Belege.
Mit einem klaren Ablauf, der nicht kompliziert ist, behalten Sie die Ruhe. Sie müssen nicht alles allein regeln; einige Schritte lassen sich vorbereiten, bevor etwas passiert.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Prüfen Sie zuerst, ob es wirklich eine Fälschung ist. Nur kurz: Stammt die Aufnahme aus einem echten Anlass? Sprechen Sie mit der abgebildeten Person. Siehe Deepfake oder Videoschnitt.
- Sichern Sie Belege, bevor Sie etwas melden. Bildschirmfotos mit Adresszeile und Uhrzeit, Internetadresse, Profil, Datei, wenn möglich. Anleitung: Wie sichere ich Beweise für einen Deepfake?.
- Bilden Sie ein kleines Krisenteam. Zwei bis drei Personen: Entscheidung (Geschäftsleitung), Kommunikation, Technik. Legen Sie fest, wer nach aussen spricht. Alle anderen verweisen auf diese Stelle.
- Verschaffen Sie sich einen Überblick. Wo ist das Video zu sehen? Wie viele Aufrufe? Wird es mit Betrug verbunden (zum Beispiel ein Link oder Zahlungsaufruf)? Ist eine Kundenbeziehung betroffen?
- Informieren Sie Ihre Kundschaft kurz und sachlich. Auf Ihrer Website, in den Kanälen, per Mail an betroffene Kunden: «Im Umlauf ist ein gefälschtes Video, das [Firma] zeigt. Es stammt nicht von uns und gibt nicht unsere Haltung wieder. Wir haben es gemeldet.» Kein langer Streit, keine Schuldzuweisung.
- Melden Sie den Beitrag der Plattform. Nutzen Sie die Meldefunktion für gefälschte Inhalte, Identitätsmissbrauch oder Betrug und führen Sie Ihre Belege an. Siehe Deepfake melden und löschen lassen.
- Prüfen Sie weitere Schritte. Anzeige bei der Polizei, zivilrechtliche Schritte, Information der Versicherung. Einzelheiten klären Sie mit einer Rechtsberatung. Bei Betrug oder Erpressung gehen Sie zur Polizei: Betrug melden in der Schweiz.
- Warnen Sie Mitarbeitende und Partner. Erklären Sie, was passiert ist und wie sie bei Anfragen reagieren. Bei Zahlungsaufträgen im Namen der Chefin gilt immer ein Rückruf; siehe Deepfake: Zahlungsauftrag vom Chef.
- Beobachten Sie die Lage. Prüfen Sie regelmässig, ob das Video wieder auftaucht, und passen Sie die Kommunikation an.
- Lernen Sie daraus. Nach dem Vorfall: Was war gut, was fehlte? Notieren Sie einen kurzen Notfallplan für die Zukunft.
Kurzer Krisenablauf:
| Zeitpunkt | Aufgabe | Wer |
|---|---|---|
| Sofort | Prüfen, sichern, Krisenteam bilden | Geschäftsleitung |
| Innert Stunden | Plattform melden, Kundschaft informieren | Kommunikation |
| Innert Tagen | Rechtsberatung, ggf. Anzeige, Versicherung | Geschäftsleitung |
| Danach | Lage beobachten, Notfallplan schreiben | alle |
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt erstellt einen Entwurf für Ihre Kundeninformation. Geben Sie keine vertraulichen Angaben ein.
Schreibe auf Deutsch (Schweiz) eine kurze, sachliche Kundeninformation für unseren Betrieb [Name, Branche] zu einem gefälschten Video, das uns zeigt.
Fakten: Das Video wurde am [Datum] auf [Plattform] entdeckt. Es ist gefälscht, mit KI erzeugt. Wir haben es [gesichert und] der Plattform gemeldet. Kunden können sich bei [Kontakt] melden. [Falls zutreffend: Wir bitten um Vorsicht bei Zahlungsaufforderungen im Namen unseres Betriebs.]
Erstelle drei Fassungen: 1. für die Website (höchstens 80 Wörter), 2. für eine E-Mail an betroffene Kunden (höchstens 120 Wörter), 3. für einen Kurzbeitrag auf Social Media (höchstens 50 Wörter).
Der Ton ist ruhig, ohne Schuldzuweisung und ohne Wiederholung des falschen Inhalts. Hinweis: Der Text sollte vor Veröffentlichung rechtlich geprüft werden.Wiederholen Sie die falsche Behauptung nicht ausführlich; sonst verbreiten Sie sie weiter.
Worauf Sie achten müssen
- Nicht überreagieren. Wütende Antworten oder Rechtsdrohungen in den Kommentaren erhöhen die Aufmerksamkeit. Lassen Sie die Stelle sprechen, die dafür zuständig ist.
- Belege zuerst. Gemeldete Beiträge verschwinden schnell; ohne Kopie fehlt Ihnen später der Nachweis.
- Rechtliche Einordnung. Fälschungen können Persönlichkeitsrechte, Namens- und Firmenrechte oder das Lauterkeitsrecht berühren, im schlimmsten Fall liegt Betrug vor. Welche Schritte sinnvoll sind, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt im Einzelfall.
- Betrugsgefahr für Kunden. Gefälschte Firmenvideos dienen oft Anlage- oder Shop-Betrug. Informieren Sie Kundschaft klar, wo echte Angebote zu finden sind.
- Auch Mitarbeitende können betroffen sein. Wenn Personen des Betriebs abgebildet sind, brauchen sie Unterstützung; siehe Eigenes Gesicht in einem Fake-Video.
- Nicht jede Plattform reagiert. Ob und wie schnell ein Beitrag entfernt wird, ist nicht garantiert. Bereiten Sie sich auf eine längere Lage vor.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Möbelhaus in der Region Olten entdeckt ein Video, in dem der «Inhaber» eine Geldanlage empfiehlt. Mehrere Kunden fragen nach. Stimme und Gesicht stammen aus echten Videos der Website, wurden aber mit KI verändert.
Vorher: Die Geschäftsleitung ist ratlos und will das Video sofort melden. Nachher: Sie sichert zuerst Bildschirmfotos und Adresse, bestimmt den Inhaber als alleinigen Sprecher und veröffentlicht am selben Tag eine kurze Info auf der Website und per Newsletter. Dann meldet sie das Video der Plattform, erstattet Anzeige und informiert die Versicherung. Das Video verschwindet nach einigen Tagen; die Kundschaft weiss Bescheid.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie Ihren Betrieb auf solche Fälle vorbereiten möchten, begleitet Sie die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Laut Leistungsbeschreibung werden Prozesse aufgenommen und Vorhaben priorisiert; Content- und Kampagnenstrategie gehören ebenfalls zum Angebot.
Krisenkommunikation im Einzelfall und Rechtsberatung sind darin nicht ausdrücklich beschrieben. Was Alpasana leisten kann, klärt ein Erstgespräch.
Häufige Fragen
Soll ich öffentlich dementieren?
Eine kurze, sachliche Information an Ihre Kundschaft ist meist sinnvoll. Ein langer Streit in öffentlichen Kommentaren nicht. Wägen Sie ab, wie weit das Video verbreitet ist.
Hilft eine Anzeige?
Bei Betrug, Drohung oder Rufschädigung kann sie sinnvoll sein. Die Polizei sagt Ihnen, welche Belege nötig sind. Rechtliche Details klärt eine Fachperson.
Wie bereite ich mich vor?
Bestimmen Sie vorab eine Sprecherin oder einen Sprecher und legen Sie eine einfache Notfallmappe an. Siehe Online-Betrug: Notfallplan.
Kann eine KI das Video für mich prüfen?
Eine Chat-KI sieht das Video meist nicht und kann seine Echtheit nicht verlässlich beurteilen. Entscheidend sind Quelle, Rücksprache mit den Betroffenen und Gegenprüfung.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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