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Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Mein Gesicht in einem gefälschten Video: Was kann ich tun?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bleiben Sie ruhig und sichern Sie zuerst Beweise: Link, Screenshots, Datum. Melden Sie das Video bei der Plattform und lassen Sie sich bei der Polizei oder einer Beratungsstelle zu den nächsten Schritten beraten.

Das Problem

Ein Bekannter schreibt Ihnen: «Habe ein Video von dir gesehen, bist du das?» Sie öffnen den Link und erkennen Ihr Gesicht, aber Sie haben das nie gesagt oder getan. Das Video kann ein Deepfake sein, also ein mit KI erzeugtes oder verändertes Video, das echt aussieht.

Das kann Wut, Scham und Angst auslösen. Verständlich: Es geht um Ihr Gesicht, Ihren Ruf und manchmal um Ihre Arbeit. Ein solches Video kann sich schnell verbreiten; weitere Kopien sind möglich.

Es hilft, strukturiert vorzugehen. Sie müssen nicht alles auf einmal lösen. Die ersten Schritte sind Beweise sichern, melden und Unterstützung holen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Atmen Sie durch und nehmen Sie sich jemand zur Seite. Sprechen Sie mit einer vertrauten Person. Sie müssen das nicht allein tragen.
  2. Sichern Sie Beweise, bevor Sie handeln. Speichern Sie den Link, machen Sie Screenshots mit Datum, Uhrzeit und Adresse und notieren Sie den Namen des Kontos, das das Video hochgeladen hat. Eine genaue Anleitung steht unter Deepfake-Beweise sichern.
  3. Laden Sie das Video nicht selbst weiter. Teilen Sie es nicht, auch nicht zur Warnung. Sonst hilft es der Verbreitung. Zeigen Sie es nur den Stellen, die Sie unterstützen.
  4. Melden Sie es der Plattform. Nutzen Sie die Meldefunktion beim Video oder das Formular der Plattform. Wählen Sie Gründe wie Identitätsmissbrauch, Betrug oder Verletzung der Persönlichkeit. Ein Muster steht unter Deepfake melden und Löschung beantragen.
  5. Informieren Sie Ihr Umfeld knapp. Wenn Arbeitgeber oder Familie betroffen sein könnten, sagen Sie kurz: «Es kursiert ein gefälschtes Video von mir. Es ist nicht echt.» Das kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
  6. Wenden Sie sich an die Polizei. Fragen Sie, ob eine Anzeige sinnvoll ist. Über cybercrimepolice.ch und die lokale Polizeistelle erhalten Sie Orientierung. Bringen Sie Ihre gesicherten Belege mit.
  7. Holen Sie Beratung. Bei starker Belastung helfen Opferhilfe-Beratungsstellen. Bei rechtlichen Fragen lohnt eine Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt.

Vorlage zum Kopieren

Mit einem KI-Assistenten können Sie eine sachliche Meldung an die Plattform vorbereiten. Geben Sie dabei keine vertraulichen Daten ein:

Ich möchte ein gefälschtes Video melden, das mein Gesicht zeigt.
Fakten: Das Video wurde am [Datum] auf [Plattform] vom Konto [Kontoname] veröffentlicht.
Link: [Link]. Ich habe das nie gesagt oder getan.
Schreibe eine kurze, sachliche Meldung auf Deutsch (maximal 120 Wörter),
die Identitätsmissbrauch erklärt, die Entfernung verlangt
und um eine Bestätigung der Meldung bittet.
Verwende keine Drohungen und erfinde keine Rechtsgrundlagen.

Ersetzen Sie die Platzhalter. Prüfen Sie den Text vor dem Absenden selbst.

Erste Hilfe auf einen Blick

SchrittZiel
Beweise sichernSpätere Meldung und Anzeige ermöglichen
Plattform meldenEntfernen und Verbreitung bremsen
Polizei kontaktierenRechtliche Möglichkeiten klären
Beratung holenEntlastung und Orientierung
Umfeld informierenMissverständnisse vermeiden

Worauf Sie achten müssen

  • Antworten Sie nicht auf Erpressung. Wenn jemand für die Löschung Geld verlangt, zahlen Sie nicht. Sichern Sie die Nachricht und melden Sie sie der Polizei.
  • Suchen Sie nicht endlos selbst nach Kopien. Das kann belasten. Beschränken Sie sich auf die Funde, die Ihnen bekannt werden, und lassen Sie Vertrauenspersonen helfen.
  • Rechtliche Möglichkeiten im Einzelfall klären. Ob und wie ein Video gelöscht oder strafrechtlich verfolgt werden kann, hängt von Inhalt und Plattform ab. Nennen Sie keine Fristen aus dem Gedächtnis: Eine Rechtsberatung klärt sie im Einzelfall.
  • Keine unbekannten «Löschdienste». Viele Angebote versprechen, alles zu entfernen, und verlangen Vorauszahlung. Seien Sie vorsichtig.
  • Verwenden Sie KI nur für Texte. Ein Assistent kann Meldungen formulieren, aber er kann nicht prüfen, ob ein Video gefälscht ist, und er kann nichts löschen.

Das Bundesamt für Cybersicherheit beschreibt Deepfakes als wachsendes Mittel für Täuschung und Betrug (BACS). Die Opferhilfe Schweiz informiert über Beratungsstellen (opferhilfe-schweiz.ch).

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller ist Sekretärin bei einer Schule in Aarau. Eine Kollegin zeigt ihr ein Video in einer Chatgruppe, in dem ihr Gesicht Dinge sagt, die sie nie gesagt hat.

Vorher hätte sie das Video aus Wut weitergeleitet. Nachher sichert sie den Link und Screenshots, meldet das Video der Plattform, informiert die Schulleitung mit einem kurzen Satz und geht zur Polizei. Eine Freundin begleitet sie. Das Video wird nach der Meldung entfernt.

Wie gehen Sie mit der Belastung um?

Ein gefälschtes Video ist keine Kleinigkeit, auch wenn Aussenstehende das manchmal so sehen. Es ist in Ordnung, dass Sie aufgewühlt sind, schlecht schlafen oder sich zurückziehen möchten. Reden Sie darüber, mit Freundinnen, der Familie oder einer Beratungsstelle.

Falls Sie am Arbeitsplatz betroffen sind, sprechen Sie früh mit einer Vertrauensperson in der Personalstelle. Eine frühe Information des Umfelds kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden; wie sich der Rufschaden entwickelt, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Auch das Muster auf der Seite zu gefälschten Profilen mit Ihrem Namen kann Ihnen helfen, wenn zusätzlich falsche Konten auftauchen.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Praxiskurse von absofort behandeln Deepfakes und den bewussten Umgang mit KI. Sie helfen, Fälschungen einzuordnen und vorbeugend zu handeln, etwa bei den Einstellungen für Ihre Bilder.

Für akute Vorfälle sind Polizei und Beratungsstellen zuständig. Die Kurse bieten weder Rechtsberatung noch Löschung.

Häufige Fragen

Kann ich verhindern, dass mein Gesicht verwendet wird?

Nicht vollständig. Sie können aber weniger Fotos öffentlich zeigen und Privatsphäre-Einstellungen prüfen. Das senkt das Risiko, beseitigt es nicht.

Soll ich selbst Anzeige erstatten?

Das entscheiden Sie. Die Polizei kann Sie beraten, was im Einzelfall möglich ist. Bringen Sie Belege mit.

Wie reagiere ich bei Verbreitung im Betrieb?

Informieren Sie Vorgesetzte und die Personalstelle sachlich. Weiteres zu falschen Profilen steht unter Fake-Profil mit meinem Namen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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