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Recht & Ethik · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI verbreitet falsche Behauptungen über mich: Was tun?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Sichern Sie die Antwort mit Datum, Frage und Werkzeug, melden Sie den Fehler dem Anbieter und fordern Sie Berichtigung. Ob rechtliche Schritte möglich sind, hängt vom Einzelfall ab und sollte früh mit einer Fachperson geklärt werden, weil manche Fristen kurz sind.

Das Problem

Sie geben Ihren Namen oder den Ihrer Firma in einen KI-Chatbot ein, und die Antwort enthält Behauptungen, die nicht stimmen: ein Strafverfahren, das es nie gab, eine Insolvenz, ein Skandal, eine falsche Berufsbezeichnung. Eine Kundin oder ein Geschäftspartner könnte dasselbe lesen.

Solche Fehler heissen Halluzinationen: Die KI erfindet Aussagen, die plausibel klingen, aber nicht belegt sind. Das ist kein Einzelfall und kein Zeichen, dass jemand Sie angreifen will. Für Betroffene kann es dennoch ernste Folgen haben: verlorene Aufträge, Rufschaden, Verunsicherung.

Die Rechtslage ist für KI-Antworten noch nicht in allen Punkten geklärt. Fest steht aber: Sie müssen sich nicht damit abfinden. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie vorgehen, und ersetzt keine Rechtsberatung.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie zuerst Ruhe und Fakten. Lesen Sie die Antwort genau. Was ist falsch, was richtig? Wird eine Tatsache behauptet (z. B. «wurde verurteilt») oder eine Meinung geäussert? Notieren Sie die Stellen, die Sie beanstanden.
  1. Sichern Sie Beweise. Machen Sie Bildschirmfotos der Antwort mit sichtbarem Datum, Uhrzeit, Werkzeug und Ihrer Frage. Speichern Sie den Verlauf, wenn das Werkzeug das erlaubt. Wiederholen Sie die Frage ein- bis zweimal und sichern Sie auch diese Antworten, denn KI-Antworten können sich ändern. Siehe Persönlichkeitsverletzung: Beweise.
  1. Finden Sie heraus, wo die Aussage herkommt. Prüfen Sie, ob es eine echte Quelle gibt, etwa eine veraltete Website oder einen Namensvetter. Manchmal lässt sich das Problem dort beheben. Meist ist die Quelle aber nicht auffindbar.
  1. Melden Sie den Fehler dem Anbieter. Die meisten Anbieter haben ein Formular für Datenschutz- oder Korrekturanfragen. Nennen Sie sachlich: Ihre Frage, die falsche Aussage, warum sie falsch ist, und die Bitte um Berichtigung oder Sperrung. Eine Vorlage finden Sie unten.
  1. Prüfen Sie Ihre Rechte nach Datenschutzrecht. Das Datenschutzgesetz kennt ein Auskunfts- und ein Berichtigungsrecht für Personendaten (siehe Quelle). Wie diese Rechte bei KI-Antworten durchgesetzt werden können, ist im Einzelnen nicht abschliessend geklärt. Eine Vorlage für Auskunftsbegehren bietet Auskunftsbegehren.
  1. Lassen Sie rechtliche Schritte prüfen. Falsche Tatsachenbehauptungen können Persönlichkeitsrechte verletzen; dagegen sieht das Zivilgesetzbuch Klagen vor. Wo der Vorwurf einer Straftat im Raum steht oder die Ehre verletzt wird, kommen strafrechtliche Wege in Frage. Antragsfristen sind kurz, oft drei Monate ab Kenntnis. Lassen Sie sich früh beraten.
  1. Beobachten Sie weiter. Prüfen Sie nach einigen Wochen, ob die falsche Aussage noch erscheint. Dokumentieren Sie jede Antwort des Anbieters und jeden Schritt.

Welcher Weg bei welchem Ziel?

ZielMöglicher Weg
Falsche Aussage soll verschwindenMeldung an Anbieter, Berichtigung verlangen
Wissen, welche Daten über Sie vorhanden sindAuskunftsbegehren
Schaden oder RufverlustRechtliche Beratung, Persönlichkeitsschutz
Straftatverdacht (z. B. Verleumdung)Beratung, mögliche Anzeige

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der Arbeitsauftrag an die KI. Mit dieser Vorlage entwerfen Sie eine sachliche Meldung an den Anbieter. Setzen Sie nur Angaben ein, die Sie dem Anbieter ohnehin mitteilen würden.

Schreibe eine sachliche Meldung an den Anbieter eines KI-Chatbots wegen einer falschen Aussage über mich.
Werkzeug: [Name]. Datum der Antwort: [Datum]. Meine Frage: [Frage].
Die falsche Aussage lautet: [wörtliches Zitat].
Das ist richtig: [Tatsache, die ich belegen kann].
Bitte um: [Berichtigung / Sperrung der Aussage / Auskunft, welche Daten über mich verarbeitet werden], und um schriftliche Bestätigung bis [Datum].
Ton: ruhig, sachlich, Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung, höchstens 150 Wörter. Keine Drohungen, keine Rechtsbehauptungen.
Füge einen Satz an, dass ich mir weitere Schritte vorbehalte.

Fügen Sie ein Bildschirmfoto als Beilage hinzu, aber geben Sie keine weiteren persönlichen Daten an, als der Anbieter zur Bearbeitung braucht.

Worauf Sie achten müssen

  • Beweise vor Berichtigung: Sichern Sie die Antwort, bevor Sie den Anbieter kontaktieren. Nach einer Korrektur ist sie womöglich nicht mehr reproduzierbar.
  • Tatsache oder Meinung: Eine falsche Tatsachenbehauptung wiegt anders als ein Werturteil. Die Unterscheidung ist im Einzelfall schwierig und gehört in die rechtliche Prüfung.
  • Wer ist verantwortlich? Ob und wie der Anbieter für Antworten haftet, ist rechtlich nicht abschliessend geklärt. Das ist ein Grund, früh Rat einzuholen.
  • Nicht selbst nachhelfen: Verbreiten Sie die falsche Aussage nicht weiter, auch nicht, um sie zu widerlegen, ausser, es ist nötig. Antworten Sie sachlich.
  • Eigene Daten: Wenn die Fehler daher kommen, dass im Netz falsche Informationen über Sie stehen, hilft Falsche Personendaten berichtigen.
  • Prüfen Sie Ihr Umfeld: Informieren Sie wichtige Kontakte nur, wenn nötig, und sachlich.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Müller führt ein kleines Reisebüro in Burgdorf. Eine Kundin erzählt, ein KI-Chatbot habe ihr gesagt, das Büro sei «wegen Betrugs verurteilt worden». Das stimmt nicht; es gibt einen Namensvetter in einem anderen Kanton.

Frau Müller fragt den Chatbot selbst, sichert drei Antworten mit Datum und schreibt dem Anbieter eine sachliche Meldung. Sie fügt ein Bildschirmfoto bei und bittet um Berichtigung. Zusätzlich lässt sie sich von einer Anwältin beraten, die auf kurze Fristen hinweist, falls Strafanträge nötig werden. Nach drei Wochen erscheint die Behauptung nicht mehr; die Unterlagen bewahrt sie trotzdem auf.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie KI-Antworten entstehen, warum sie Fehler enthalten und wie man damit umgeht, ist Thema der Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort, unter anderem mit Qualitätsprüfung und Einsatzregeln. Sie üben an Praxisaufgaben und mit einem KI-Lerncoach.

Rechtsberatung oder die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Anbietern gehören nicht zum Angebot. Für rechtliche Schritte brauchen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Kann ich vom Anbieter verlangen, dass er die Aussage löscht?

Sie können Berichtigung oder Sperrung verlangen. Ob und wie der Anbieter das technisch und rechtlich umsetzt, ist offen. Manche Anbieter blockieren bestimmte Namen oder Aussagen; eine Garantie gibt es nicht.

Reicht ein Hinweis auf der eigenen Website?

Ein Hinweis kann Kundinnen und Kunden informieren, ersetzt aber die Berichtigung bei der Quelle nicht. Er sollte sachlich und kurz sein und keine neuen Behauptungen enthalten.

Lohnt sich ein Anwalt, wenn die Aussage klein ist?

Bei kleinen Fehlern genügt oft die Meldung an den Anbieter. Wenn die Aussage geschäftsschädigend ist oder den Vorwurf einer Straftat enthält, ist eine Beratung ratsam, auch wegen der kurzen Fristen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.

Quellen

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