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KI im Coaching · Prompt Engineering

Coaching-Folgesitzung: Mit KI eine flexible Agenda entwerfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Folgesitzung knüpft an die letzte Vereinbarung an und lässt Raum für das, was die Klientin heute am meisten beschäftigt. KI kann eine Agenda mit Zeitfenstern und Einstiegsfragen entwerfen, ohne Inhalte der Sitzung zu kennen. Was besprochen wird, bestimmt die Klientin zu Beginn der Sitzung.

Das Problem

Frau Berger kennt zwei Arten, eine Folgesitzung schlecht zu beginnen. Die erste: Sie hat eine ausgefeilte Agenda im Kopf, die auf der letzten Sitzung aufbaut, und die Klientin kommt mit einem ganz anderen Thema. Wer an der Agenda festhält, arbeitet am Anliegen von gestern vorbei. Die zweite: Sie improvisiert, fragt «Wo stehen wir?» und verliert Zeit, bis die Klientin zum Kern findet.

Eine Folgesitzung braucht beides: einen roten Faden und Offenheit. Der rote Faden ergibt sich aus Ziel, Vereinbarungen und Experimenten der letzten Sitzung. Die Offenheit bedeutet, dass die Klientin entscheidet, was heute Vorrang hat. Das passt zum Grundsatz, dass Coaching dem Anliegen der Klientin folgt und nicht einem Programm.

Eine Agenda in diesem Sinn ist kein Skript, sondern ein Gerüst mit wenigen Zeitfenstern und möglichen Einstiegsfragen. KI kann es vorbereiten, wenn Sie ihr nur allgemeine Angaben geben. Inhalte der Sitzungen und Daten der Klientin gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Notieren Sie die Eckpunkte der letzten Sitzung selbst. Schreiben Sie in Stichworten, was vereinbart wurde: das Ziel, ein Experiment, offene Fragen. Verwenden Sie Ihre eigenen Notizen, nicht die Gesprächsinhalte.
  1. Abstrahieren Sie für die KI. Ersetzen Sie persönliche Details durch allgemeine Beschreibungen, etwa «Klientin wollte eine Entscheidung zur beruflichen Richtung klären und ein Gespräch mit der Vorgesetzten führen».
  1. Lassen Sie ein Gerüst entwerfen. Bitten Sie um eine Agenda für 60 Minuten mit Zeitfenstern: Ankommen, Rückblick auf die Vereinbarung, Anliegen von heute festlegen, Arbeit am Anliegen, Transfer und Abschluss.
  1. Planen Sie den Einstieg. Lassen Sie fünf offene Einstiegsfragen formulieren, die weder die letzte Sitzung noch ein Thema vorgeben, zum Beispiel «Was ist seit unserem letzten Treffen passiert, das Ihnen wichtig ist?»
  1. Planen Sie den Rückblick auf die Vereinbarung. Bereiten Sie Fragen vor, die Neugier statt Kontrolle ausdrücken: «Was haben Sie ausprobiert? Was haben Sie dabei bemerkt?»
  1. Lassen Sie Raum für ein neues Anliegen. Bauen Sie bewusst eine Weiche ein: «Möchten Sie an dem weiterarbeiten, was wir besprochen haben, oder ist heute etwas anderes dringender?»
  1. Halten Sie die Agenda leicht. Kürzen Sie alles, was Sie unter Druck setzt. Die Agenda ist Orientierung, die Sie bei Bedarf beiseitelegen.
  1. Reflektieren Sie nach der Sitzung. Notieren Sie, ob die Agenda geholfen hat und was Sie das nächste Mal anders machen. Verbessern Sie Ihre Vorlage.
ZeitfensterZiel
Ankommen (5 Min.)Kontakt herstellen, Befinden klären
Rückblick (10 Min.)An Vereinbarung anknüpfen, ohne zu kontrollieren
Anliegen heute (5 Min.)Gemeinsam entscheiden, woran gearbeitet wird
Arbeitsphase (30 Min.)Am Anliegen arbeiten
Transfer, Abschluss (10 Min.)Nächsten Schritt vereinbaren

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt entwirft ein Gerüst. Verwenden Sie keine Klientendaten und keine Namen.

Ich bin Coach und bereite eine Folgesitzung von [Dauer] Minuten vor. Allgemeine Eckdaten der letzten Sitzung (ohne persönliche Details): Thema [allgemein], vereinbartes Experiment [allgemein].
1. Entwirf eine flexible Agenda mit Zeitfenstern: Ankommen, Rückblick auf die Vereinbarung, Festlegung des Anliegens von heute, Arbeitsphase, Transfer und Abschluss.
2. Formuliere fünf offene Einstiegsfragen, die kein Thema vorgeben.
3. Formuliere drei Fragen für den Rückblick auf das Experiment, die neugierig und nicht kontrollierend sind.
4. Schlage einen Satz vor, mit dem ich der Klientin anbiete, das Thema zu wechseln.
Gib keine Ratschläge zu Inhalten, stelle keine Diagnosen und frage nicht nach persönlichen Daten.

Passen Sie die Dauer an, und ergänzen Sie, wenn Sie eine bestimmte Methode wie GROW verwenden, deren Phasen als Stichworte.

Worauf Sie achten müssen

  • Geben Sie keine Inhalte aus Sitzungen, keine Namen und keine Gesundheitsangaben in öffentliche KI-Dienste ein. Das revidierte Datenschutzgesetz gilt auch für Coaching-Praxen; im Zweifel lassen Sie Ihre Datenbearbeitung fachlich prüfen.
  • KI kennt Ihre Klientin nicht. Ein Gerüst ersetzt nicht das Zuhören zu Beginn der Sitzung.
  • Halten Sie nicht an der Agenda fest, wenn die Klientin etwas Dringenderes mitbringt. Prüfen Sie dann, ob das Anliegen ins Coaching gehört. Bei Krisen, Depressionen oder Gefährdung verweisen Sie auf Fachpersonen und die Dargebotene Hand (Telefon 143).
  • Vereinbarungen aus der letzten Sitzung sind Einladungen, keine Pflichten. Siehe auch Aufgaben zwischen Sitzungen.
  • Dokumentieren Sie knapp und datensparsam.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Aarau begleitet einen Teamleiter zum Thema Delegation. In der zweiten Sitzung hat sie eine Agenda zum Thema «Aufgaben abgeben» vorbereitet.

Mit der KI hatte sie ein flexibles Gerüst erstellt und den Einstieg offen formuliert. Der Klient erzählt zuerst von einem Konflikt mit einem Kollegen, der ihn beschäftigt. Dank der eingebauten Weiche fragt sie, ob er daran arbeiten möchte. Er entscheidet sich dafür. Das Delegationsthema schliessen sie in den letzten zehn Minuten kurz ab und vertagen es auf die nächste Sitzung.

So hilft Ihnen Alpasana

Für klare, präzise Aufträge an KI, etwa bei der Planung von Sitzungsgerüsten, bietet absofort den Kurs Prompt Engineering an. Sie lernen, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Prompts zu überarbeiten, Datenschutz zu berücksichtigen und Ergebnisse zu prüfen. Der Online-Kurs läuft mit Zertifikat und ohne Programmierkenntnisse.

Wie Sie Ihre Sitzungen inhaltlich gestalten, bleibt Ihre professionelle Aufgabe.

Häufige Fragen

Soll ich der Klientin die Agenda zeigen?

Sie können sie als Orientierung teilen, wenn das passt. Manche Klienten schätzen Transparenz, andere fühlen sich dadurch festgelegt. Wichtig ist, dass sie das Anliegen bestimmt.

Wie viel Zeit sollte der Rückblick einnehmen?

So viel wie nötig, aber nicht mehr als nötig. Wenn der Rückblick das Anliegen von heute verdrängt, kürzen Sie und vereinbaren Sie, später darauf zurückzukommen.

Darf ich KI Notizen der letzten Sitzung geben?

Nicht im Klartext. Verwenden Sie nur allgemeine, anonymisierte Stichworte oder arbeiten Sie mit einem Werkzeug, das Ihr Datenschutzkonzept erfüllt.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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