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Grundlagen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Wie zuverlässig lässt sich ein KI-Text erkennen?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Nicht zuverlässig. Programme, die KI-Texte erkennen sollen, liefern nur Wahrscheinlichkeiten und stufen auch von Menschen geschriebene Texte immer wieder als KI ein. Fairer ist es, auf Inhalt, Fakten und Entstehung zu achten und offen nachzufragen, statt aus dem Stil allein einen Vorwurf abzuleiten.

Das Problem

Sie lesen ein Bewerbungsschreiben, einen Bericht oder einen Leserbrief und denken: «Das klingt nach ChatGPT.» Der Text ist glatt, höflich, gut gegliedert, ein bisschen austauschbar. Sie kopieren ihn in einen Online-Detektor, und der meldet: «92 % KI-generiert».

Ein KI-Detektor ist ein Programm, das anhand statistischer Merkmale schätzt, ob ein Text von einem Sprachmodell stammt. Das Ergebnis wirkt eindeutig, ist aber eine Vermutung. Selbst der Hersteller von ChatGPT hat sein eigenes Erkennungswerkzeug 2023 wegen zu geringer Treffsicherheit wieder zurückgezogen.

Das Risiko ist erheblich: Eine Bewerberin wird aussortiert, ein Mitarbeiter fühlt sich zu Unrecht beschuldigt, ein Vertrauensverhältnis leidet. Umgekehrt rutschen Texte durch, die tatsächlich ungeprüft aus einer KI stammen und Fehler enthalten.

Warum die Erkennung so unsicher ist

Sprachmodelle schreiben, was statistisch wahrscheinlich ist. Menschen, die klar, sachlich und nach Vorlage schreiben, tun oft dasselbe. Darum gleichen sich die Texte.

  • Fehlverdacht bei klarem Stil: Wer korrekt und formell schreibt, etwa in Amtssprache oder in einer Fremdsprache mit einfachem Wortschatz, wird leichter als «KI» eingestuft.
  • Einfache Umgehung: Ein KI-Text, den jemand umformuliert oder mit eigenen Beispielen ergänzt, fällt dem Detektor oft nicht mehr auf.
  • Mischformen sind normal: Viele Texte entstehen heute gemeinsam: Ein Mensch schreibt, die KI glättet, der Mensch korrigiert. Eine Ja/Nein-Antwort passt dazu nicht.
  • Kurze Texte sind kaum prüfbar: Bei wenigen Sätzen fehlt den Werkzeugen jede statistische Grundlage.
MerkmalSpricht wirklich für KI?
Fehlerfreie Rechtschreibungnein, das kann jedes Korrekturprogramm
Typische Wendungen wie «Zusammenfassend lässt sich sagen»kaum, Menschen nutzen sie auch
Erfundene Quellen, Zitate oder Gesetzesartikelja, ein ernstzunehmender Hinweis
Fakten, die nicht zur Person oder Firma passenja, ein Hinweis auf fehlende Prüfung
Detektor meldet hohen Prozentwertallein nicht aussagekräftig

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie, warum es Ihnen wichtig ist. Geht es um Ehrlichkeit (hat jemand die Arbeit selbst gemacht?) oder um Qualität (stimmt, was dasteht)? Je nach Ziel prüfen Sie anders.
  2. Prüfen Sie die Fakten. Markieren Sie Zahlen, Namen, Daten und Quellen. Stimmen sie? Erfundene Belege sind ein typisches Merkmal ungeprüfter KI-Texte, mehr dazu unter Erfundene Quellen erkennen.
  3. Lassen Sie sich von einer KI Prüffragen erstellen. Nutzen Sie die Vorlage unten. Die KI hebt Aussagen hervor, die Sie nachprüfen sollten, und schlägt Fragen zum Inhalt vor. Sie sagt aber nicht, wer den Text geschrieben hat.
  4. Fragen Sie nach der Entstehung. In Word oder Google Docs gibt es einen Versionsverlauf, der zeigt, wie ein Text gewachsen ist. Bei Lernenden oder Mitarbeitenden ist ein kurzes Gespräch über den Inhalt meist aufschlussreicher als jedes Werkzeug.
  5. Legen Sie Regeln im Voraus fest. Statt im Nachhinein zu verdächtigen: Halten Sie fest, wann KI erlaubt ist und wie sie angegeben wird. Anregungen dazu bietet die Seite KI-Ergebnisse transparent machen.
  6. Wenn Sie einen Detektor nutzen, dann nur als Hinweis. Dokumentieren Sie das Ergebnis nie als Beweis und ziehen Sie keine Konsequenzen allein daraus.
Ablaufgrafik in 6 Schritten: 1. Klären Sie, warum es Ihnen wichtig ist; 2. Prüfen Sie die Fakten; 3. Lassen Sie sich von einer KI Prüffragen erstellen; 4. Fragen Sie nach der Entstehung; 5. Legen Sie Regeln im Voraus fest; 6. Wenn Sie einen Detektor nutzen, dann nur als Hinweis.
Der Weg im Überblick: Wie zuverlässig lässt sich ein KI-Text erkennen?

Vorlage zum Kopieren

Ich gebe dir einen Text, den ich beurteilen muss. Es geht NICHT darum, ob ihn eine KI geschrieben hat.
Kontext: [z. B. Bewerbungsschreiben für eine Stelle als Sachbearbeiterin / Bericht eines Lernenden / Offerte eines Lieferanten]

Bitte:
1. Liste alle überprüfbaren Tatsachenbehauptungen auf (Zahlen, Namen, Daten, Quellen) und markiere, welche besonders kritisch sind.
2. Nenne Stellen, die allgemein bleiben und keinen Bezug zu [Firma / Stelle / Thema] haben.
3. Schlage mir 4 Fragen vor, mit denen ich im Gespräch herausfinde, ob die Person den Inhalt versteht.
Bewerte nicht den Schreibstil als Hinweis auf KI.

Text:
[Text einfügen, Namen und Kontaktdaten vorher entfernen]

Entfernen Sie vor dem Einfügen Namen, Adressen und andere Personendaten und passen Sie den Kontext an Ihre Situation an.

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz: Bewerbungen und interne Berichte enthalten Personendaten. Fügen Sie sie nur anonymisiert in einen KI-Dienst oder Online-Detektor ein, und nur, wenn Ihre Firma das erlaubt.
  • Fairness: Ein falscher Verdacht kann Menschen schaden. Behandeln Sie jedes Werkzeugergebnis als offene Frage, nicht als Urteil.
  • Plagiat ist etwas anderes: Ob ein Text von anderen abgeschrieben wurde, prüfen Plagiatssoftware und Quellensuche. Das ist eine eigene Frage, siehe KI-Texte und Plagiat.
  • Grenzen der KI-Hilfe: Die KI kann bei der Faktenprüfung selbst irren. Kritische Angaben prüfen Sie in der Originalquelle.
  • Konsequenzen rechtlich absichern: Wenn Sie arbeits- oder schulrechtliche Schritte erwägen, lassen Sie das Vorgehen fachlich prüfen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Die Personalverantwortliche einer Sanitärfirma in Frauenfeld erhält zwei sehr ähnlich klingende Motivationsschreiben. Ein Online-Detektor stuft beide als «wahrscheinlich KI» ein.

Vorher: Sie hätte beide Dossiers aussortiert.

Nachher: Sie prüft mit der Vorlage den Inhalt. Im ersten Schreiben stehen konkrete, stimmige Angaben zur letzten Stelle. Im zweiten wird ein Projekt bei einer Firma erwähnt, die es nicht gibt. Sie lädt die erste Bewerberin ein und stellt die vorgeschlagenen Fragen. Diese erzählt offen, dass sie das Schreiben mit KI geglättet hat, die Inhalte aber selbst stammen. Sie wird eingestellt.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie KI-gestützte Bewerbungen oder andere Texte im Auswahlprozess beurteilen, können die Kurse zu Recruiting und fairer Auswahlvorbereitung unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben hilfreiche Praxis bieten. Sie behandeln auch Regeln für den betrieblichen KI-Einsatz.

Häufige Fragen

Gibt es ein verstecktes Wasserzeichen in KI-Texten?

Einige Anbieter forschen an unsichtbaren Markierungen in KI-Texten. Stand Oktober 2026 gibt es aber kein allgemein verbreitetes, für Sie prüfbares Verfahren, das über alle Dienste hinweg funktioniert. Umformulierte Texte verlieren solche Spuren zudem leicht.

Darf ich von Mitarbeitenden verlangen, KI-Nutzung offenzulegen?

Eine Firma kann Regeln zum Umgang mit KI festlegen, zum Beispiel in einer internen Richtlinie. Wie weit solche Vorgaben gehen dürfen, hängt vom Einzelfall und vom Arbeitsvertrag ab. Am besten klären Sie das vor dem ersten Konflikt.

Ist es schlimm, wenn ein Brief mit KI geschrieben wurde?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, ob der Inhalt stimmt und ob die Person dahintersteht. Viele nutzen KI wie ein Korrekturprogramm, das ist legitim.

Warum sagen zwei Detektoren zum selben Text Unterschiedliches?

Jedes Werkzeug arbeitet mit eigenen Trainingsdaten und Schwellenwerten. Darum fallen die Ergebnisse oft weit auseinander. Das zeigt gerade, wie unsicher die Einstufung ist.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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