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Recht & Ethik · Prompt Engineering

Wie prüfe ich KI-Texte auf mögliche Urheberrechtsverletzungen?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Suchen Sie auffällige Sätze in Anführungszeichen in einer Suchmaschine und nutzen Sie bei wichtigen Texten ein Prüfwerkzeug für Textähnlichkeit. Prüfen Sie Zitate am Original und überarbeiten Sie verdächtige Stellen in eigenen Worten. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme sinkt deutlich.

Das Problem

KI-Sprachmodelle schreiben neue Texte, indem sie Wort für Wort wahrscheinliche Fortsetzungen berechnen. Meist entsteht dabei etwas Eigenes. Gelegentlich geben sie aber Passagen wieder, die sehr nahe an Texten aus ihren Trainingsdaten liegen – besonders bei bekannten Gedichten, Liedern, Werbesprüchen oder Fachtexten mit wenigen Formulierungsvarianten.

Wenn Sie einen solchen Text auf Ihrer Website, in einer Broschüre oder in einem Fachartikel veröffentlichen, tragen Sie die Verantwortung. Eine geschützte Formulierung ohne Erlaubnis zu verwenden, kann eine Urheberrechtsverletzung sein. Das kann zu Abmahnungen und Kosten führen.

Dazu kommt ein Rufschaden: Ein Fachartikel, der sich als teilweise abgeschrieben herausstellt, schadet Ihrer Glaubwürdigkeit mehr als ein fehlender Artikel.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Beurteilen Sie das Risiko des Textes. Ein interner Gesprächsleitfaden ist weniger heikel als ein veröffentlichter Fachartikel. Prüfen Sie besonders gründlich bei Texten, die veröffentlicht oder verkauft werden.
  1. Fragen Sie die KI nach Quellen. Bitten Sie die KI mit der Vorlage unten, Stellen zu markieren, die wörtlich aus bekannten Werken stammen könnten. Seien Sie vorsichtig: Die KI kann sich dabei irren oder Quellen erfinden. Das Ergebnis ist ein Hinweis, kein Beweis.
  1. Suchen Sie auffällige Sätze. Wählen Sie Sätze, die besonders elegant, ungewöhnlich oder sehr spezifisch klingen. Setzen Sie sie in einer Suchmaschine in Anführungszeichen, etwa «"Ihr Satz hier"». So sucht die Maschine genau diese Wortfolge.
  1. Nutzen Sie ein Prüfwerkzeug für Textähnlichkeit. Solche Werkzeuge vergleichen Ihren Text mit vielen Webseiten und Publikationen und zeigen übereinstimmende Stellen. Sie werden oft Plagiatsprüfung genannt. Achten Sie darauf, wie der Anbieter mit Ihrem Text umgeht, und laden Sie keine vertraulichen Texte hoch.
  1. Prüfen Sie Zitate am Original. Wenn der Text ein Zitat enthält, suchen Sie die Originalquelle und vergleichen Sie Wortlaut und Zusammenhang. Wie das geht, zeigt Zitate und Quellen aus KI-Antworten prüfen.
  1. Überarbeiten Sie verdächtige Stellen. Formulieren Sie Stellen mit Übereinstimmungen in eigenen Worten neu. Ergänzen Sie eigene Beispiele aus Ihrem Betrieb. Tipps dazu finden Sie unter KI-Text menschlich überarbeiten.
  1. Zitieren Sie korrekt, wo Sie übernehmen wollen. Möchten Sie eine fremde Formulierung bewusst verwenden, setzen Sie sie in Anführungszeichen und nennen Sie die Quelle. Das Zitatrecht erlaubt das nur in begrenztem Umfang und zu einem bestimmten Zweck.
  1. Halten Sie Ihre Prüfung fest. Notieren Sie Datum, verwendete Werkzeuge und das Ergebnis. Bei einer späteren Rückfrage zeigen Sie so, dass Sie sorgfältig vorgegangen sind.
Ablaufgrafik in 8 Schritten: 1. Beurteilen Sie das Risiko des Textes; 2. Fragen Sie die KI nach Quellen; 3. Suchen Sie auffällige Sätze; 4. Nutzen Sie ein Prüfwerkzeug für Textähnlichkeit; 5. Prüfen Sie Zitate am Original; 6. Überarbeiten Sie verdächtige Stellen; 7. Zitieren Sie korrekt, wo Sie übernehmen wollen; 8. Halten Sie Ihre Prüfung fest.
Der Weg im Überblick: Wie prüfe ich KI-Texte auf mögliche Urheberrechtsverletzungen?

Vorlage zum Kopieren

Prüfe den folgenden Text auf Stellen, die möglicherweise wörtlich oder fast wörtlich aus bekannten Werken übernommen sind.
Text: [Text einfügen]
Verwendung: [z. B. Fachartikel für ein Branchenmagazin, Website-Text]
Liste auffällige Stellen in einer Tabelle mit den Spalten: Textstelle | Warum auffällig | Suchbegriff für meine eigene Prüfung.
Wenn du eine mögliche Quelle vermutest, schreibe «vermutete Quelle – unbedingt selbst prüfen» dazu.
Erfinde keine Quellen, Autoren oder Links. Wenn dir nichts auffällt, sage das deutlich.
Schlage anschliessend für jede auffällige Stelle eine eigenständige Neuformulierung vor.

Ersetzen Sie Text und Verwendung; nutzen Sie die Suchbegriffe aus der Tabelle danach selbst in einer Suchmaschine.

PrüfmethodeStärkeGrenze
KI fragenSchnell, gibt HinweiseKann irren und Quellen erfinden
Suche in AnführungszeichenFindet exakte Übereinstimmungen im WebNur öffentliche Texte, nur exakte Wortfolgen
Prüfwerkzeug für TextähnlichkeitPrüft ganze Texte gegen viele QuellenBücher und Bezahlinhalte oft nicht erfasst
Vergleich mit OriginalquelleSicher für bekannte ZitateAufwendig, Quelle muss bekannt sein

Worauf Sie achten müssen

  • Ideen sind frei, Formulierungen nicht immer: Das Urheberrecht schützt die konkrete Gestaltung eines Werks, nicht die dahinterliegenden Fakten oder Ideen. Als allgemeine Orientierung kann eine eigenständige Wiedergabe von Informationen in eigenen Worten das Risiko einer Übernahme geschützter Ausdrucksform verringern. Ob eine konkrete Passage dennoch geschützte Elemente übernimmt, ist im Einzelfall zu prüfen.
  • Kurze Wendungen: Allgemein übliche, kurze Formulierungen sind in der Regel nicht geschützt. Ein markanter Werbeslogan oder eine Gedichtzeile kann es aber sein.
  • KI-Detektoren sind etwas anderes: Werkzeuge, die erkennen wollen, ob ein Text von einer KI stammt, prüfen nicht auf Übernahmen aus fremden Werken. Sie sind zudem oft unzuverlässig.
  • Vertraulichkeit: Laden Sie keine Kundentexte oder unveröffentlichten Manuskripte in Prüfwerkzeuge, deren Datenverwendung Sie nicht kennen.
  • Zitatrecht: Ein Zitat muss als solches erkennbar sein und die Quelle nennen. Der Umfang muss durch den Zweck gerechtfertigt sein.
  • Lassen Sie bei Veröffentlichungen mit hohem Risiko, etwa Büchern, den Einzelfall fachlich prüfen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Weinhändler im Lavaux schreibt mit KI-Unterstützung eine Broschüre über die Rebbaugeschichte der Region. Ein Absatz über die Terrassen klingt besonders poetisch. Bei der Suche in Anführungszeichen findet er den fast identischen Wortlaut in einem Reiseführer.

Er streicht den Absatz und beschreibt die Terrassen mit eigenen Beobachtungen aus dem Rebberg. Zwei Fakten zur Geschichte prüft er zusätzlich in einer offiziellen Quelle. Die Broschüre erscheint ohne Bedenken, und er hat eine kurze Notiz zur Prüfung in seinem Projektordner.

So hilft Ihnen Alpasana

Im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar festzulegen, Prompts zu überarbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Datenschutz ist ebenfalls Thema. Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden Prozess, etwa das Schreiben und Prüfen von Fachtexten.

Der Kurs braucht keine Programmierkenntnisse und schliesst mit einem Zertifikat ab. Eine Garantie gegen Urheberrechtsverletzungen bietet weder der Kurs noch ein Prüfwerkzeug.

Häufige Fragen

Kann ich die KI einfach bitten, «keinen Plagiatstext» zu schreiben?

Sie können das in den Prompt schreiben, aber die KI kann Übernahmen nicht zuverlässig selbst erkennen. Die Prüfung mit Suchmaschine und Originalquelle bleibt nötig.

Wer haftet, wenn ein KI-Text fremde Formulierungen enthält?

Wer den Text veröffentlicht, ist gegenüber dem Rechteinhaber in der Regel verantwortlich. Was Sie im Ernstfall tun können, erklärt Abmahnung wegen KI-Inhalten.

Sind Prüfwerkzeuge für Textähnlichkeit zuverlässig?

Sie finden viele Übereinstimmungen, aber nicht alle. Bücher, Zeitungsarchive hinter Bezahlschranken und nicht öffentliche Texte fehlen oft in ihren Vergleichsquellen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Massgeblich sind die geltenden Gesetzestexte.

Quellen

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