Zum Inhalt springen

Gefragte Berufe · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Wie hoch ist der Fachkräftemangel?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wie hoch der Fachkräftemangel ist, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl sagen, weil er von Beruf, Region und Messmethode abhängt. Verlässlich sind mehrere Indikatoren zusammen, etwa offene Stellen, Arbeitslosigkeit je Beruf und Besetzungsdauer. Verbandsumfragen und Schlagzeilen sollten Sie als Einschätzungen lesen.

Das Problem

Sie suchen die Antwort auf die Frage «Wie hoch ist der Fachkräftemangel?» und finden sehr unterschiedliche Angaben. Ein Verband spricht von Tausenden fehlenden Fachleuten, eine Zeitung von einem «historischen Mangel», ein Ökonom von einer Übertreibung. Welcher Zahl können Sie trauen?

Das Problem liegt nicht bei Ihnen, sondern bei der Sache. Fachkräftemangel ist kein direkt messbarer Wert wie die Temperatur. Man kann nur Anzeichen beobachten: Wie viele Stellen sind offen? Wie lange dauert die Besetzung? Wie viele Personen suchen in diesem Beruf eine Stelle? Je nach Auswahl und Definition ergeben sich verschiedene Bilder.

Für Berufstätige, die eine Weiterbildung oder einen Wechsel erwägen, ist das wichtig. Wer einer einzelnen Schlagzeile folgt, wählt vielleicht einen Beruf, der nur in einer Region oder für kurze Zeit gefragt ist. Wer mehrere Indikatoren kennt, entscheidet besser.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

KI kann Ihnen helfen, Zahlenquellen einzuordnen. Die Daten selbst holen Sie bei offiziellen Stellen.

  1. Frage präzisieren: Wollen Sie den Mangel in der ganzen Schweiz, in Ihrer Branche oder in Ihrer Region wissen? Schreiben Sie es als Satz auf.
  2. Zahl und Herkunft notieren: Wenn Sie eine Angabe finden, notieren Sie Herausgeber, Datum, Berufsgruppe und Region.
  3. Messart bestimmen: Ist es eine Beobachtung (zum Beispiel gemeldete offene Stellen), eine Umfrage bei Betrieben oder eine Schätzung?
  4. Mit KI Texte ordnen: Kopieren Sie öffentliche Textstellen in die Vorlage unten und lassen Sie die Aussageart bestimmen. Bitten Sie ausdrücklich, keine eigenen Zahlen zu nennen.
  5. Mehrere Indikatoren vergleichen: Suchen Sie bei SECO und Bundesamt für Statistik (BFS) Angaben zu Arbeitslosigkeit, offenen Stellen und Beschäftigung in Ihrem Beruf.
  6. Zeitverlauf anschauen: Ein einzelner Wert sagt wenig. Wichtig ist, ob eine Entwicklung über mehrere Jahre steigt, sinkt oder schwankt.
  7. Ergebnis einordnen: Halten Sie fest, was belegt ist, was plausibel erscheint und was offen bleibt.
IndikatorWas er zeigtGrenze
Offene StellenWie viele Stellen Betriebe suchenNicht alle Stellen werden gemeldet, Mehrfachinserate möglich
Arbeitslosigkeit je BerufsgruppeWie viele Personen im Beruf eine Stelle suchenZeigt nur gemeldete Arbeitslose
BesetzungsdauerWie lange Stellen offen bleibenWird nicht überall einheitlich erfasst
StellenmeldepflichtFür bestimmte Berufsarten gelten Melde- und PublikationsregelnDie jährlich festgelegte Liste sowie die aktuellen Regeln sind bei arbeit.swiss zu prüfen
BetriebsumfragenEinschätzung der UnternehmenSubjektiv, abhängig von der Fragestellung
VerbandsangabenEinschätzung der BrancheEigeninteresse möglich

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte verstehen, wie hoch der Fachkräftemangel im Beruf [Beruf] in
der Region [Kanton] ist. Unten stehen Textstellen, die ich gefunden habe:
[Textstelle 1 mit Quelle und Datum]
[Textstelle 2 mit Quelle und Datum]

Aufgaben:
1. Bestimme je Textstelle, ob es eine Beobachtung (gemessene Daten), eine
   Umfrage, eine Schätzung oder eine Meinung ist.
2. Nenne, was die Aussage nicht zeigt (zum Beispiel Region, Zeitraum, Beruf).
3. Liste auf, bei welchen amtlichen Stellen ich vergleichen kann (SECO, BFS).
Nenne keine eigenen Zahlen, Prozente oder Studien und erfinde nichts.
Antworte auf Deutsch (Schweiz) in kurzen Sätzen.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihren Beruf und Kanton. Fügen Sie nur öffentliche Texte ein, keine personenbezogenen Daten.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine einzelne Zahl als Wahrheit nehmen: Fragen Sie immer nach Beruf, Region, Zeitraum und Messart.
  • KI erfindet Zahlen: Sprachmodelle können glaubwürdig klingende, falsche Zahlen nennen. Übernehmen Sie nur, was Sie bei SECO, BFS oder einer anderen amtlichen Stelle gefunden haben.
  • Mangel heisst nicht Jobgarantie: Auch in einem Berufsfeld mit Bedarf können einzelne Betriebe Stellen abbauen. Die Passung zu Ihnen und Ihrer Region zählt.
  • Prognosen als Szenarien lesen: Wie sich der Bedarf in zehn Jahren entwickelt, ist offen. Wahrscheinlich bleibt der Bedarf in Gesundheit, Bau und Energie breit belegt, im Einzelnen kann sich vieles ändern. Mehr dazu unter Arbeitsmarktprognosen richtig lesen.
  • Debatte ist offen: Fachleute beurteilen den Mangel unterschiedlich, siehe Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?.
  • Kantone unterscheiden sich: Prüfen Sie Angaben für Ihren Kanton. Die Laufbahnberatung Ihres Kantons kann helfen.
  • Belastung: Wenn die Unsicherheit über Ihre berufliche Zukunft Sie stark belastet, sprechen Sie mit einer Vertrauensperson oder Fachstelle. In einer akuten Krise erreichen Sie in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin aus Zug, 44, liest in einer Zeitung, im Gesundheitswesen fehlten «Zehntausende». Sie überlegt, in die Pflege zu wechseln.

Vorher: Sie weiss nicht, ob die Zahl stimmt, woher sie stammt und ob sie für ihren Kanton gilt. Sie fürchtet, einer Schlagzeile zu folgen.

Nachher: Sie notiert Herausgeber und Datum und lässt die Aussageart mit der Vorlage bestimmen: Es handelt sich um eine Schätzung eines Verbands. Danach sucht sie Angaben zu offenen Stellen und Arbeitslosigkeit in ihrem Kanton bei SECO und BFS und vergleicht mit den Stellen auf arbeit.swiss. Sie erkennt, dass der Bedarf in der Pflege breit belegt ist, dass aber Anforderungen und Ausbildungswege je nach Rolle verschieden sind. Mit dieser Grundlage bucht sie ein Gespräch bei der Laufbahnberatung.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie nach dem Vergleich von Arbeitsmarktdaten Ihre beruflichen Möglichkeiten ordnen möchten, kann Job-Coaching und Laufbahnberatung bei Standortbestimmung, Stärkenprofil und Laufbahnplanung unterstützen. Die Beratung hilft, nächste Schritte zu formulieren; Zahlen zum Fachkräftemangel prüfen Sie weiterhin bei amtlichen Stellen.

Häufige Fragen

Gibt es eine amtliche Zahl zum Fachkräftemangel?

Eine einzelne amtliche Gesamtzahl gibt es nicht. Das SECO und das BFS veröffentlichen verschiedene Statistiken, aus denen sich ein Bild ergibt. Die Interpretation hängt von der Fragestellung ab.

Was bedeutet Stellenmeldepflicht?

Für Berufsarten, die auf der jährlich festgelegten Liste stehen, gilt grundsätzlich eine Meldepflicht für offene Stellen an die öffentliche Arbeitsvermittlung. Es gelten zudem Regeln zu Publikation und Vermittlung; Ausnahmen und Fristen sind im Einzelfall anhand der aktuellen Angaben von arbeit.swiss zu prüfen. Die Liste knüpft an die Arbeitslosenquote der Berufsarten an und ist keine direkte Messung eines Fachkräftemangels.

Warum widersprechen sich Verbände und Statistiken?

Sie verwenden verschiedene Definitionen, Zeiträume und Methoden. Verbände beschreiben oft die Sicht der Betriebe, Statistiken zählen gemeldete Stellen oder Arbeitslose. Beides kann stimmen und trotzdem verschieden aussehen.

Wie finde ich Zahlen für meinen Beruf?

Beginnen Sie bei der Berufsberatung und beim SECO, dann beim BFS. Dort finden Sie Angaben zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nach Berufsgruppen. Wie das geht, zeigt SECO-Arbeitsmarktstatistik nutzen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie