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Branchen · KI-Weiterbildung für Unternehmen

Uhrendesigns und KI: Unveröffentlichte Entwürfe schützen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Laden Sie unveröffentlichte Entwürfe, Skizzen oder technische Zeichnungen nicht in öffentliche KI-Dienste hoch. Nutzen Sie KI mit abstrakten Beschreibungen, öffentlichen Referenzen oder in einer Umgebung mit vertraglich geklärtem Schutz. Legen Sie intern fest, was die KI sehen darf, und klären Sie Schutzrechte vor einer Offenlegung.

Das Problem

Ihr Atelier arbeitet an einer neuen Uhrenlinie. Die Zifferblattentwürfe, die Gehäuseform und der Name sind noch geheim, das Modell erscheint erst in einem Jahr. Jemand im Team möchte schnell Varianten ausprobieren und lädt eine Skizze in einen KI-Bildgenerator hoch, «nur um zu sehen, wie es mit anderen Farben aussieht».

Was damit passiert, ist oft unklar. Manche Dienste speichern Eingaben, nutzen sie unter Umständen zur Verbesserung ihrer Modelle oder lassen Mitarbeitende des Anbieters Stichproben ansehen. Je nach Einstellung und Vertrag kann das anders sein. Ein einmal hochgeladener Entwurf lässt sich nicht zuverlässig zurückholen.

Für ein Unternehmen, dessen Wert zu einem grossen Teil in Neuheiten und Designs liegt, ist das ein Risiko. Es lässt sich mit klaren Regeln steuern, ohne dass Sie auf nützliche KI-Hilfen verzichten müssen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Legen Sie die Schutzstufen fest. Zum Beispiel: Stufe 1: öffentliche Inhalte (veröffentlichte Modelle, Pressebilder). Stufe 2: intern, aber nicht geheim (Moodboards ohne Originale). Stufe 3: streng vertraulich (unveröffentlichte Entwürfe, technische Zeichnungen, Lieferantendaten).
  2. Ordnen Sie Ihre Unterlagen ein. Welche Dateien fallen in welche Stufe? Eine kurze Liste genügt. Siehe Datenampel.
  3. Legen Sie fest, was KI-Werkzeuge sehen dürfen. Stufe 1 in freigegebenen Werkzeugen, Stufe 2 nur in Werkzeugen mit geklärtem Datenschutz, Stufe 3 gar nicht oder nur in einer geschützten Umgebung.
  4. Prüfen Sie die Werkzeuge. Was sagt der Anbieter zu Speicherung, Training mit Eingaben und Löschung? Siehe Training mit eigenen Daten verhindern.
  5. Arbeiten Sie mit Abstraktion. Statt der Skizze beschreiben Sie Stimmung und Stil in Worten: «Zifferblatt in tiefem Blau mit feiner Sonnenstrahl-Struktur, zurückhaltendes Design». Keine Originaldatei.
  6. Nutzen Sie öffentliche Referenzen. Bereits veröffentlichte Bilder oder lizenzfreie Quellen dienen als Ausgangspunkt für Ideen.
  7. Regeln Sie Externe. Agenturen, Grafiker und Lieferanten, die KI nutzen, müssen sich an Ihre Vorgaben halten. Klären Sie das vertraglich, etwa über Vertraulichkeitsvereinbarungen.
  8. Schulen Sie das Team. Zeigen Sie an einem Beispiel, was zum Abfluss führen kann, und was ein sicherer Weg ist. Bieten Sie freigegebene Alternativen an.

Vorlage zum Kopieren

Verwenden Sie diesen Auftrag nur mit allgemeinen, nicht vertraulichen Angaben.

Hilf mir, eine einseitige interne Regel «KI und unveröffentlichte Designs» für ein Schweizer Uhrenunternehmen mit [Anzahl] Mitarbeitenden zu entwerfen.
Rahmen: Wir arbeiten mit [z. B. eigenen Designern und externen Agenturen]. Wir nutzen KI für [z. B. Textideen, Moodboards, Bildvarianten]. Freigegebene Werkzeuge: [Werkzeuge oder «noch offen»].
Erstelle: 1. drei Schutzstufen (öffentlich, intern, streng vertraulich) mit Beispielen aus dem Uhrendesign, 2. eine Tabelle, welche Stufe in welchem KI-Werkzeug bearbeitet werden darf, 3. fünf einfache Regeln für den Alltag, 4. eine Liste von Fragen, die wir einem KI-Anbieter zu Speicherung und Training mit Eingaben stellen sollten, 5. einen Hinweis, wann Rechtsberatung oder das Institut für Geistiges Eigentum angefragt werden sollte.
Verwende einfache Sprache und die Anrede «Sie». Gib keine rechtlichen Zusicherungen und nenne keine Anbieter.

Ergänzen Sie die Regel mit Ihren eigenen Werkzeugen und lassen Sie sie von der Geschäftsleitung freigeben.

Was darf wohin?

SchutzstufeBeispielKI-Nutzung
1 – öffentlichVeröffentlichte Modelle, PressebilderIn freigegebenen Werkzeugen erlaubt
2 – internMoodboards ohne Originalentwürfe, StilbeschreibungenNur in Werkzeugen mit geklärter Datennutzung
3 – streng vertraulichUnveröffentlichte Entwürfe, technische Zeichnungen, Namen geplanter ModelleNicht in öffentlichen Diensten, nur in geschützter Umgebung mit Freigabe

Worauf Sie achten müssen

  • Geschäftsgeheimnisse: Ob Informationen rechtlich als Geschäftsgeheimnis geschützt sind, hängt auch davon ab, ob Sie angemessene Geheimhaltungsmassnahmen treffen. Siehe Geschäftsgeheimnisse schützen.
  • Schutzrechte und Neuheit: Eine Offenlegung vor einer Anmeldung von Design oder Marke kann Folgen für den Schutz haben. Fragen Sie vor einer Veröffentlichung, auch gegenüber KI-Diensten, eine Fachperson oder das Institut für Geistiges Eigentum.
  • Verträge mit Anbietern: Vertragliche Zusicherungen zu Training und Löschung unterscheiden sich je Angebot. Lesen Sie die Bedingungen, siehe NDA-Dokumente hochladen.
  • Rechte an KI-Ergebnissen: Ob und wie an KI-generierten Designs Schutz besteht, ist rechtlich nicht einfach. Siehe Produktdesign-Schutz.
  • Lieferanten und Agenturen: Auch sie müssen die Regeln kennen. Klären Sie das in Verträgen und Briefings.
  • Dokumentation: Halten Sie fest, welche Entwürfe wann mit wem geteilt wurden. Das hilft bei Streit.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine kleine Uhrenmanufaktur im Jurabogen entwickelt eine limitierte Serie. Ein Designer möchte Farbvarianten testen.

Vorher: Er lädt die Zeichnung des Gehäuses und des Zifferblatts in einen kostenlosen Bildgenerator hoch. Niemand hat geklärt, wie der Dienst mit Eingaben umgeht. Später bemerkt die Inhaberin, dass ähnliche Gehäuseformen in Online-Galerien auftauchen, und weiss nicht, woher.

Nachher: Die Manufaktur führt eine einseitige Regel mit drei Schutzstufen ein. Unveröffentlichte Entwürfe bleiben ausserhalb öffentlicher KI-Dienste, Farbstimmungen werden in Worten beschrieben und mit veröffentlichten Referenzbildern kombiniert. Die Agentur unterschreibt eine Vertraulichkeitsvereinbarung mit KI-Klausel. Die Manufaktur klärt zudem mit einer Fachperson, wann sie Schutzrechte anmeldet.

So hilft Ihnen Alpasana

absofort: KI-Weiterbildung für Unternehmen behandelt Schweizer Praxisbezug und Datenschutz als Lerninhalte, den verantwortungsvollen Umgang mit Unternehmensdaten und, bei EU-Bezug, den EU AI Act. So lernen Mitarbeitende, was in KI-Werkzeuge gehört und was nicht.

Die Weiterbildung läuft online im eigenen Tempo, die Abschlüsse sind verifizierbar. Für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit. Rechtsberatung zu Schutzrechten ist nicht Teil des Angebots.

Häufige Fragen

Darf ich überhaupt Bildgeneratoren für Designideen nutzen?

Ja, wenn Sie keine vertraulichen Originale hochladen und die Bedingungen des Dienstes zur Nutzung der Ergebnisse geprüft haben. Beschreibende Aufträge ohne Geheimes sind meist unkritisch.

Reicht es, die Trainingsfunktion im Konto auszuschalten?

Das hilft, ist aber keine Garantie für alle Fälle. Eingaben können trotzdem gespeichert werden, etwa für Sicherheit oder Fehlersuche. Lesen Sie die Bedingungen und die Angaben zur Speicherdauer.

Was tun, wenn ein Entwurf bereits hochgeladen wurde?

Dokumentieren Sie den Vorgang, prüfen Sie, ob der Dienst eine Löschung anbietet, und informieren Sie die Verantwortlichen. Klären Sie mit einer Fachperson, welche Folgen für Schutzrechte und Geheimhaltung möglich sind. Siehe auch Vorfallplan.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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