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Berufe & Funktionen · KI-Weiterbildung für Unternehmen

Aufsätze mit KI korrigieren: Was muss die Lehrperson prüfen?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI kann Rückmeldungen zu Rechtschreibung, Aufbau und Verständlichkeit vorschlagen, die Beurteilung und Note bleiben bei der Lehrperson. Geben Sie Texte nur anonymisiert und in einem von der Schule freigegebenen Werkzeug ein, prüfen Sie jeden Hinweis und nutzen Sie Ihre Beurteilungskriterien.

Kurz gesagt: KI kann Rückmeldungen zu Rechtschreibung, Aufbau und Verständlichkeit vorschlagen, die Beurteilung und Note bleiben bei der Lehrperson. Geben Sie Texte nur anonymisiert und in einem von der Schule freigegebenen Werkzeug ein, prüfen Sie jeden Hinweis und nutzen Sie Ihre Beurteilungskriterien.

Das Problem

Fünfundzwanzig Aufsätze liegen auf dem Pult. Jeder verdient eine genaue Rückmeldung, doch das Korrigieren frisst Abende und Wochenenden. Da liegt der Gedanke nahe, die Texte von einer KI durchsehen zu lassen.

Das ist verlockend, aber heikel. Die Aufsätze enthalten Namen, persönliche Erlebnisse und manchmal Dinge, die Kinder nur der Lehrperson anvertrauen wollten. Zudem beurteilt eine KI nicht nach Ihren Kriterien, Ihrer Klasse und dem Lernstand des einzelnen Kindes. Sie kann Fehler übersehen, Erfundenes behaupten oder zu hart und zu milde urteilen, ohne dass es jemand merkt.

Sinnvoll eingesetzt kann KI Ihnen Teile der Arbeit abnehmen, etwa Rechtschreibhinweise, Formulierungsvorschläge und Rückmeldungsentwürfe. Die Bewertung gehört nicht dazu.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie die Regeln. Fragen Sie Ihre Schulleitung, ob und wie KI für Schülertexte verwendet werden darf. Ohne Freigabe verwenden Sie keine Schülertexte in einem KI-Dienst.
  2. Legen Sie Ihre Beurteilungskriterien fest, zum Beispiel Inhalt, Aufbau, Sprache, Rechtschreibung. Ein Bewertungsraster schafft Klarheit.
  3. Anonymisieren Sie den Text. Entfernen Sie Namen, Orte, Schulnamen und persönliche Angaben. Geben Sie nur den Text ein, nicht die Klasse oder Identität des Kindes.
  4. Bestimmen Sie den Zweck. Soll die KI nur Rechtschreibung markieren, Schreibtipps geben oder einen Rückmeldungsentwurf erstellen? Je enger der Auftrag, desto zuverlässiger das Ergebnis.
  5. Lassen Sie Hinweise erstellen, nicht Noten. Verlangen Sie Beobachtungen mit Textstellen und Vorschläge für nächste Lernschritte.
  6. Lesen Sie den Text selbst. Sie kennen das Kind und seine Entwicklung. Prüfen Sie jede Rückmeldung der KI: Stimmt sie? Ist der Ton passend? Hat die KI etwas übersehen oder zu streng beurteilt?
  7. Wählen Sie aus und formulieren Sie persönlich. Übernehmen Sie nur die Hinweise, die zum Kind passen, und ergänzen Sie Anerkennung für konkrete Stärken.
  8. Beurteilen Sie nach Ihren Kriterien. Note und Gesamteindruck legen Sie selbst fest und können sie begründen.
  9. Besprechen Sie die Rückmeldung mit dem Kind. Ein kurzes Gespräch bringt mehr als lange schriftliche Kommentare. Erklären Sie, wie Sie vorgegangen sind, wenn KI beteiligt war.

Wer prüft was?

AufgabeKI kann helfenLehrperson entscheidet
Rechtschreibung und Grammatik markierenJa, als HinweisWas ein Fehler ist und gewertet wird
Aufbau und VerständlichkeitBeobachtungen vorschlagenGewichtung nach Lernziel
RückmeldungstextEntwurf formulierenTon, Inhalt, persönliche Ansprache
Beurteilung und NoteNeinImmer die Lehrperson
Verdacht auf unselbstständige ArbeitNeinSiehe KI-Texte erkennen

Vorlage zum Kopieren

Gib mir Rückmeldehinweise zu einem anonymisierten Schülertext. Du bewertest nicht und vergibst keine Note.
Stufe: [z. B. 6. Klasse]
Textsorte und Auftrag: [z. B. Erlebniserzählung, Thema «Ein Tag am See»]
Meine Kriterien: [z. B. Aufbau, Wortwahl, Satzbau, Rechtschreibung]
Lernstand des Kindes (allgemein, ohne Name): [z. B. schreibt gerne, Satzbau noch unsicher]
Text (anonymisiert):
[Text einfügen]

Aufgabe:
1. Nenne drei Stärken mit je einer Textstelle als Beleg.
2. Nenne drei Verbesserungsvorschläge mit Textstelle und einem konkreten Tipp.
3. Liste Rechtschreibfehler auf, ohne sie zu bewerten.
4. Formuliere zwei Sätze Rückmeldung, die ich persönlich anpassen kann. Ton: ermutigend, ehrlich, kindgerecht.
Erfinde nichts, was nicht im Text steht. Markiere Stellen, bei denen du unsicher bist.
Schweizer Rechtschreibung mit «ss».

Ersetzen Sie die Angaben in Klammern. Den Text geben Sie nur ein, wenn die Schule das Werkzeug freigegeben hat.

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz zuerst. Schülertexte sind Personendaten und oft persönlich. Ohne Freigabe des Dienstes gehören sie nicht in KI-Chats, auch nicht anonymisiert, wenn die Schule das untersagt. Siehe Schülerdaten und ChatGPT.
  • Keine automatische Bewertung. Eine Note ist eine Beurteilung durch die Lehrperson. Verlassen Sie sich nicht auf eine KI-Punktzahl.
  • Fehler der KI. Sie kann korrekte Wendungen als falsch markieren, Dialektfärbungen «korrigieren» oder Fehler übersehen. Prüfen Sie jeden Hinweis.
  • Fairness und Verzerrung. KI beurteilt Sprache nach typischen Mustern. Texte von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache können unfair eingeschätzt werden.
  • Eigenleistung der Kinder. Rückmeldungen sollen Lernen fördern. Beobachten Sie, ob Kinder KI-Korrekturen unbesehen übernehmen.
  • Transparenz. Informieren Sie Klasse und Eltern, wenn KI bei Rückmeldungen mithilft, und befolgen Sie schulische Vorgaben.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Lehrerin der 6. Klasse in Zofingen hat 22 Erlebniserzählungen zu korrigieren. Die Schulleitung hat ein datenschutzgeprüftes Werkzeug freigegeben, das sie nutzen darf.

Vorher: Sie korrigiert zwei Abende lang. Die Rückmeldungen werden zum Schluss knapper, weil sie müde ist.

Nachher: Sie anonymisiert die Texte und lässt für jeden Hinweise nach ihren Kriterien erstellen. Sie liest jeden Text selbst. Bei einem Aufsatz markiert die KI eine regionale Wendung als Fehler, die Lehrerin lässt sie stehen. Aus den Entwürfen formuliert sie persönliche Rückmeldungen, benennt je eine konkrete Stärke und eine Aufgabe fürs nächste Mal und beurteilt nach ihrem Raster. Die Korrektur dauert einen Abend, und die Gespräche mit den Kindern fallen konkreter aus.

So hilft Ihnen Alpasana

Absofort bietet KI-Weiterbildung für Unternehmen mit Schweizer Praxisbezug an. Datenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Daten sind dort Lerninhalte; Teams können sich über die Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen melden. Auch Schulen und Bildungsorganisationen können das nutzen, um gemeinsame Regeln für KI zu erarbeiten.

Lernen im eigenen Tempo und verifizierbare Abschlüsse gehören dazu. Eine Rechtsberatung zu schulrechtlichen Fragen ersetzt das nicht.

Häufige Fragen

Darf ich Aufsätze von Schülerinnen in ChatGPT eingeben?

Das hängt von den Vorgaben Ihrer Schule und Ihres Kantons ab und vom Dienst. Ohne ausdrückliche Freigabe sollten Sie es nicht tun. Mehr dazu unter Schülerdaten und ChatGPT.

Kann die KI meine Note überprüfen?

Sie kann Ihnen Beobachtungen liefern, aber nicht objektiv bewerten. Eine Note beruht auf Ihrem Raster, dem Lernstand und Ihrem Urteil. Nutzen Sie die KI als zweite Meinung zu einzelnen Punkten, nicht als Instanz.

Wie gehe ich mit Kindern um, die KI-Korrekturen einfach übernehmen?

Besprechen Sie im Unterricht, wie man Vorschläge prüft, und lassen Sie Korrekturen begründen. Regeln dazu finden Sie unter KI-Regeln für die Klasse.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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