Berufe & Funktionen · KI-Weiterbildung für Unternehmen
KI-Nutzung in Artikeln offenlegen: Eine Redaktionsvorlage
Kurz gesagt
Legen Sie fest, ab welcher Beteiligung von KI Sie offenlegen und wie: kurz, sachlich und konkret, etwa «Für die Recherche wurde ein KI-Werkzeug zum Ordnen von Notizen verwendet; Text und Prüfung stammen von der Redaktion». Entscheidend ist, dass der Hinweis stimmt und für Lesende verständlich ist.
Das Problem
In Ihrer Redaktion oder Kommunikationsabteilung wird KI genutzt: zum Ordnen von Notizen, für Titelideen, zur Übersetzung, für Entwürfe, für Bildvorschläge. Leserinnen fragen zunehmend: «Hat das eine KI geschrieben?» Manche Redaktionen kennzeichnen jede KI-Nutzung, andere nie, die meisten wissen nicht genau, was angemessen ist.
Zu viel Offenlegung kann verwirren oder den Eindruck erwecken, die Redaktion habe die Verantwortung abgegeben. Zu wenig kann Vertrauen kosten, wenn die Nutzung später bekannt wird. Dazu kommt Unklarheit: Wann ist KI wesentlich beteiligt, wann nur ein Hilfsmittel wie eine Rechtschreibprüfung?
Eine klare Regel und eine Vorlage schaffen Ordnung. Sie müssen nicht kompliziert sein: ein Satz, der sagt, was KI getan hat und was nicht, und wer die Verantwortung trägt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Die Haltung der Redaktion klären. Besprechen Sie im Team: Wofür darf KI genutzt werden, wofür nicht? Und was möchten wir den Lesenden darüber sagen? Halten Sie Grundsätze schriftlich fest. Orientierung geben die Berufsregeln, etwa die Grundsätze des Schweizer Presserats.
- Stufen der KI-Beteiligung unterscheiden. Zum Beispiel: keine (nur klassische Hilfsmittel wie Rechtschreibprüfung), unterstützend (Ordnen von Notizen, Ideen, Übersetzungshilfe, Transkription), wesentlich (KI hat Textteile oder Bilder erzeugt, die veröffentlicht wurden), vollständig (Inhalt automatisch erzeugt).
- Festlegen, ab wann offengelegt wird. Viele Redaktionen legen ab «wesentlich» offen und führen bei «unterstützend» eine allgemeine Information auf der Website. KI-erzeugte Bilder und Audio kennzeichnen sie in der Regel immer, weil Täuschungsgefahr besteht.
- Standardformulierungen entwickeln. Kurz, konkret, ohne Fachjargon: «Dieser Beitrag wurde von [Name] verfasst. Für das Ordnen von Recherchenotizen wurde ein KI-Werkzeug verwendet. Alle Aussagen wurden von der Redaktion geprüft.» Verwenden Sie je Stufe eine passende Formulierung.
- Mit KI Formulierungsvarianten entwerfen. Öffnen Sie einen erlaubten KI-Assistenten, also ein Programm, dem Sie schriftlich Aufgaben geben. Mit der Vorlage unten lassen Sie sich Varianten für Ihre Stufen vorschlagen. Wählen Sie selbst aus und passen Sie an.
- Den Hinweis auf Richtigkeit prüfen. Stimmt er mit dem tatsächlichen Ablauf überein? Wer hat geprüft? Ein ungenauer oder beschönigender Hinweis schadet mehr als keiner.
- Platzierung festlegen. Wo steht der Hinweis: am Textende, unter dem Titel, bei Bildern in der Bildlegende? Er muss auffindbar, aber nicht aufdringlich sein. Bei KI-Bildern gehört er direkt zum Bild.
- Regel veröffentlichen und pflegen. Erklären Sie auf der Website, wie Ihre Redaktion KI einsetzt. Überprüfen Sie die Regel jährlich und bei neuen Werkzeugen. Prüfen Sie rechtliche Entwicklungen, siehe EU AI Act Artikel 50.
| Stufe | Beispiel | Mögliche Offenlegung |
|---|---|---|
| Keine | Rechtschreibprüfung | Keine |
| Unterstützend | Notizen ordnen, Übersetzungshilfe | Allgemeine Information, ggf. Hinweis |
| Wesentlich | KI-Textentwurf übernommen | Hinweis am Beitrag |
| KI-Bild oder -Audio | Illustration, Stimme | Immer im oder beim Bild kennzeichnen |
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte für unsere Redaktion Formulierungen entwickeln, mit denen wir die Beteiligung von KI an Artikeln offenlegen.
Unser Medium: [Art, z. B. Regionalzeitung, Gemeindemagazin].
Unsere Stufen der KI-Beteiligung: [keine, unterstützend, wesentlich, KI-Bild oder -Audio].
Wofür wir KI nutzen: [z. B. Notizen ordnen, Übersetzungshilfe, Titelideen, Illustrationen].
Bitte schlage für jede Stufe zwei kurze Formulierungen vor (höchstens 30 Wörter), sachlich, verständlich, in der Anrede «Sie» für die Leserschaft, und nenne die Verantwortung der Redaktion.
Füge einen Vorschlag für eine allgemeine Erklärung auf der Website hinzu (höchstens 120 Wörter).
Behaupte keine Beteiligung, die ich nicht genannt habe, und erfinde keine rechtlichen Pflichten. Nenne rechtliche Fragen als «bitte fachlich klären».Passen Sie die Platzhalter an Ihre Redaktion an und stimmen Sie die Formulierungen im Team ab.
Worauf Sie achten müssen
- Der Hinweis muss stimmen. Beschönigende oder ungenaue Formulierungen sind selbst eine Irreführung. Dokumentieren Sie intern, wie KI eingesetzt wurde.
- Rechtliche Entwicklungen. Für KI-erzeugte oder -veränderte Inhalte können Kennzeichnungspflichten gelten, besonders bei EU-Bezug. Die Einzelheiten sind im Fluss. Klären Sie sie mit einer Fachperson. Eine Einordnung bietet EU AI Act Artikel 50. Offizielle Texte finden Sie bei EUR-Lex.
- Berufsethik. Die Berufsregeln verlangen Wahrhaftigkeit und Sorgfalt. Offenlegung ist Teil davon. Bei Zweifeln hilft der Presserat.
- Bilder und Audio. Synthetische Bilder und Stimmen können täuschen. Kennzeichnen Sie sie deutlich, besonders in der Nähe von Nachrichteninhalten. Siehe KI-Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen.
- Verantwortung bleibt bei der Redaktion. Der Hinweis darf nie so klingen, als trage die KI die Verantwortung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: Ein Regionalportal im Aargau diskutiert, ob es Beiträge kennzeichnen soll, bei denen KI Notizen geordnet und Titel vorgeschlagen hat. Frau Müller, die die Redaktionsleitung unterstützt, soll eine Vorlage erstellen.
Mit der Vorlage entstehen Formulierungen für drei Stufen. Das Team beschliesst: Bei unterstützender Nutzung genügt eine allgemeine Erklärung auf der Website, bei wesentlicher Beteiligung ein Hinweis am Beitrag, KI-Bilder werden immer gekennzeichnet. Eine Leserin bedankt sich später für die Transparenz.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Weiterbildung für Unternehmen von absofort bietet Online-Weiterbildung von Grundlagen an, mit Schweizer Praxisbezug, Datenschutz als Lerninhalt, EU AI Act bei EU-Bezug und dem verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten. Lernen geschieht im eigenen Tempo mit verifizierbaren Abschlüssen; für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
So kann ein Team Wissen zu Möglichkeiten, Grenzen und Kennzeichnung aufbauen. Rechtliche oder berufsethische Beratung gehört nicht zum Angebot.
Häufige Fragen
Muss ich jeden Einsatz von KI offenlegen?
Das hängt von Beteiligung und Regeln ab. Bei klassischen Hilfsmitteln meist nicht. Bei wesentlichen Teilen und synthetischen Medien ist Offenlegung üblich und teils verlangt. Klären Sie Einzelfälle fachlich.
Wirkt ein KI-Hinweis nicht abschreckend?
Ein sachlicher Hinweis, der zeigt, dass die Redaktion prüft und verantwortet, schafft eher Vertrauen. Entscheidend ist die Qualität des Beitrags.
Was gehört in die Erklärung auf der Website?
Wofür Sie KI nutzen, wofür nicht, wer prüft und wie Leserinnen Fragen stellen können. Eine ähnliche Offenheit empfiehlt sich gegenüber Kundschaft, siehe KI-Nutzung gegenüber Kunden erklären.
Wie gehe ich mit Bildern um?
Kennzeichnen Sie KI-Bilder immer, am besten in der Bildlegende. Dokumentieren Sie Herkunft und Rechte.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- KI in der Redaktion: Wie schütze ich vertrauliche Quellen?KI Journalismus Quellenschutz: So nutzen Sie KI bei der Recherche, ohne vertrauliche Quellen preiszugeben, mit Regeln und Checkliste für die Redaktion.
- Wie hält KI den Ton unserer Redaktion ein?KI Redaktionsstil: So geben Sie einer KI Ihren Ton vor, mit Stilvorlage, Beispieltexten und Prüfliste, damit Entwürfe nicht ständig dieselben Korrekturen brauchen.
- Wie erkläre ich Kunden meinen KI-Einsatz?KI Einsatz Kunden informieren: So erklären Sie offen, wofür Sie KI nutzen und wo Sie die Verantwortung tragen. Mit Textvorlage für Website und Offerte.
- Artikel 50 AI Act: Welche Transparenzpflichten gibt es?AI Act Artikel 50 einfach erklärt: Wann Chatbots, Deepfakes und KI-Texte gekennzeichnet werden müssen und was das für Schweizer KMU bedeutet.
- Was bedeutet maschinenlesbare Kennzeichnung von KI-Inhalten?KI maschinenlesbare Kennzeichnung: Was Wasserzeichen und Metadaten bei KI-Inhalten bedeuten, was der EU AI Act für Anbieter vorsieht und wo die Grenzen liegen.