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KI-Illustrationen kommerziell nutzen: Welche Fragen klären?
Kurz gesagt
Ob Sie eine KI-Illustration für einen bezahlten Auftrag verwenden dürfen, hängt von den Nutzungsbedingungen des Anbieters, der Rechtslage und dem Inhalt des Bildes ab. Klären Sie Tarif, Rechte, Marken, erkennbare Personen und Ähnlichkeit zu Bestehendem, und dokumentieren Sie das Ergebnis. Bei Unsicherheit entscheidet eine Fachperson.
Das Problem
Frau Müller arbeitet als Grafikerin in einem kleinen Büro. Ein Kunde, ein Bio-Hofladen, möchte ein Plakat mit einer freundlichen Illustration: ein Bauernhof im Frühling, Kinder mit einem Korb. Eine KI liefert in Minuten verblüffend gute Bilder. Das Honorar für eine Illustratorin hätte das Budget gesprengt. Aber darf sie das Bild verkaufen, also in einen Auftrag einbauen und dem Kunden übergeben?
Die Unsicherheit ist berechtigt. Bei KI-Bildern vermischen sich mehrere Fragen: Was erlaubt der Anbieter? Wem gehört das Bild rechtlich? Könnte es einem bestehenden Werk zu ähnlich sein? Sind darin Marken, Figuren oder Gesichter erkennbar? Was sagt man dem Kunden zu den Rechten?
Eine klare Antwort für alle Fälle gibt es nicht. Sie können aber eine Liste von Fragen durchgehen und das Ergebnis dokumentieren. Das ist der professionelle Weg und schützt Sie vor Ärger. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung, denn die Beurteilung im Einzelfall gehört zu Fachleuten.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Verwendungszweck festlegen. Plakat im Dorf, Website, Verpackung, Werbung auf Social Media oder Grossauflage? Je öffentlicher und umfangreicher die Nutzung, desto gründlicher prüfen Sie.
- Nutzungsbedingungen des Anbieters prüfen. Lesen Sie die aktuellen Bedingungen und achten Sie darauf: Ist kommerzielle Nutzung im Tarif erlaubt? Dürfen Sie Bilder an Kundschaft weitergeben? Gibt es Einschränkungen bei bestimmten Inhalten? Speichern Sie die Fassung samt Datum.
- Eingaben kontrollieren. Prüfen Sie, ob Sie in der Bildbeschreibung Künstlernamen, Markennamen, Figuren oder Personen genannt haben. Das kann zu Bildern führen, die Rechte verletzen.
- Bild gründlich ansehen. Gibt es darauf Logos, Markenzeichen, Schriftzüge, bekannte Figuren oder erkennbare reale Personen? Sind Details fehlerhaft, etwa Hände, Texte oder Zeichen? Ersetzen oder entfernen Sie Problematisches.
- Ähnlichkeit prüfen. Suchen Sie nach ähnlichen Bildern, etwa mit einer Bild-Rückwärtssuche. Wirkt die Illustration wie das Werk einer bestimmten Illustratorin? Dann ist Vorsicht geboten.
- Rechte und Zusagen gegenüber dem Kunden klären. Sagen Sie ehrlich, dass das Bild KI-erzeugt ist, und beschreiben Sie, welche Nutzung Ihnen der Anbieter erlaubt. Versprechen Sie keinen Urheberrechtsschutz und keine Exklusivität, die Sie nicht garantieren können.
- Herkunft dokumentieren. Legen Sie fest: Plattform, Tarif, Datum, Eingabe, Bilddatei, Bedingungen. Eine kurze Dokumentation genügt. Eine Anleitung steht bei Herkunft von KI-Bildern dokumentieren.
- Bei Unsicherheit Fachperson fragen. Bei grossen Auflagen, Verpackungen, Markenlogos oder sensiblen Motiven holen Sie rechtlichen Rat ein.
Vorlage zum Kopieren
Diese Fragenliste bereiten Sie für jedes Projekt vor. Mit einer KI können Sie sie auf Ihr Projekt zuschneiden lassen, aber beantworten müssen Sie sie selbst.
Du hilfst einer Schweizer Grafikerin, Fragen für die Prüfung einer KI-Illustration in einem bezahlten Kundenauftrag zusammenzustellen. Du gibst KEINE rechtliche Beurteilung und beantwortest die Fragen nicht selbst.
Projekt: [Kurzbeschreibung]
Verwendung: [Plakat / Website / Verpackung / Social Media]
Auflage / Reichweite: [Angabe]
Bildinhalt: [Beschreibung]
Aufgaben:
1. Erstelle eine Checkliste mit 12–15 Fragen, die ich vor der Lieferung klären muss (Nutzungsbedingungen, Rechte, Marken, Personen, Ähnlichkeit, Dokumentation, Zusagen an den Kunden).
2. Gruppiere die Fragen nach «selbst prüfbar» und «Fachperson nötig».
3. Nenne drei Punkte, bei denen Unsicherheit besonders riskant ist.
4. Formuliere einen kurzen, ehrlichen Hinweis für den Kunden zur Herkunft des Bildes (KI-erzeugt) ohne Rechtsversprechen.Gehen Sie die Fragen schriftlich durch. Bei jedem «unklar» holen Sie Auskunft ein, statt zu raten.
| Frage | Mögliche Antwort | Konsequenz |
|---|---|---|
| Kommerzielle Nutzung im Tarif erlaubt? | Ja / Nein / Unklar | Bei Nein oder Unklar nicht verwenden |
| Marken oder Figuren im Bild? | Ja / Nein | Bei Ja ändern oder verzichten |
| Erkennbare reale Person? | Ja / Nein | Bei Ja nicht ohne Einwilligung |
| Ähnlich zu bestehendem Werk? | Ja / Nein / Unklar | Bei Ja neu erzeugen |
| Exklusivität versprochen? | Ja / Nein | Nur versprechen, was sicher ist |
Worauf Sie achten müssen
- Rechtslage im Fluss: Wem KI-erzeugte Bilder gehören und wie weit Schutz besteht, ist nicht überall abschliessend geklärt. Nach verbreiteter Auffassung verlangt das schweizerische Urheberrecht eine menschliche Schöpfung. Quellen am Seitenanfang. Vertiefung: KI-Bilder kommerziell nutzen.
- Nutzungsbedingungen: Sie bestimmen, was Sie vertraglich dürfen. Sie können sich ändern. Halten Sie die Fassung zum Zeitpunkt der Erstellung fest.
- Marken und Figuren: Logos, bekannte Figuren und markante Produktformen können Rechte Dritter berühren. Mehr dazu: Marken im KI-Bild.
- Personen: Auch ein KI-erzeugtes Gesicht kann einer realen Person ähneln. Bei Ähnlichkeit mit bekannten Personen sind Persönlichkeitsrechte betroffen.
- Exklusivität: Mit ähnlichen Eingaben erzeugen andere ähnliche Bilder. Exklusive Rechte können Sie meist nicht zusichern. Hinweise: Exklusive Rechte an KI-Bildern.
- Druckqualität: Für Print brauchen Bilder genügend Auflösung und sorgfältige Prüfung auf Fehler. Siehe KI-Bilder für den Druck prüfen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Grafikerin in Frauenfeld soll für einen Hofladen ein Plakat gestalten. Sie lässt eine Illustration mit KI erzeugen und geht die Fragenliste durch. Der Anbieter erlaubt im verwendeten Tarif kommerzielle Nutzung. Im Bild entdeckt sie einen Schriftzug auf einem Korb, der wie ein Markenname aussieht, und einen Traktor mit einem Logo, das einem bekannten Hersteller ähnelt.
Sie lässt das Bild ohne diese Elemente neu erzeugen und prüft es erneut. Eine Bildsuche zeigt keine auffällige Ähnlichkeit zu bestehenden Illustrationen. Sie dokumentiert Anbieter, Tarif, Datum und Eingabe und teilt dem Hofladen mit, dass die Illustration KI-erzeugt ist. Von Exklusivität ist keine Rede. Der Auftraggeber ist einverstanden, und die Dokumentation liegt im Ordner.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer Bilder mit KI für Kundenprojekte erstellt, braucht Know-how zu Werkzeugen, Prüfung und Regeln. Die KI- und IT-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort umfassen unter anderem KI-Bilder, Video-Teaser, Podcast- und Voiceover-Vorbereitung, Phishing und Deepfakes sowie betriebliche KI-Richtlinien. Dazu gehören KI-Lerncoach, Praxisaufgaben und verifizierbarer Abschluss; das Lernen läuft online im eigenen Tempo.
Eine rechtliche Prüfung einzelner Bilder gehört nicht zum belegten Kursinhalt. Dafür sind Fachpersonen zuständig.
Häufige Fragen
Darf ich KI-Bilder verkaufen?
Das hängt von den Nutzungsbedingungen des Anbieters und vom Inhalt ab. Prüfen Sie Tarif, Bedingungen und Bildinhalt, und halten Sie fest, was Sie dem Kunden zusagen.
Muss ich angeben, dass ein Bild von einer KI stammt?
Ob eine Pflicht besteht, hängt von Kontext und Vorgaben ab. Gegenüber dem Kunden ist Offenheit sinnvoll. Für Werbeauftritte kann es zusätzliche Anforderungen von Plattformen geben.
Was ist, wenn jemand behauptet, das Bild kopiere sein Werk?
Dokumentierte Herkunft hilft, den Vorwurf einzuordnen. Holen Sie sofort Rat, statt selbst zu antworten. Hintergrund: Abmahnung wegen Urheberrecht bei KI-Inhalten.
Ist ein Stockfoto sicherer?
Oft ist die Lizenzlage klarer, weil sie auf einer eindeutigen Vereinbarung beruht. Prüfen Sie aber auch dort die Lizenz für Ihre Nutzung.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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