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Berufe & Funktionen · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Jobsuche mit KI: persönliche Daten schützen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Entfernen Sie vor dem Einfügen in eine KI alles, was Sie direkt erkennbar macht: Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum, AHV-Nummer und Foto. Auch Namen von Ex-Arbeitgebern und Referenzpersonen sind sensibel. Die KI braucht für gute Hilfe meist nur Ihre Tätigkeiten und Kompetenzen, nicht Ihre Identität.

Das Problem

Ihr Lebenslauf enthält viel mehr, als Sie beim Schreiben bemerken. Name, Wohnadresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Heimatort, Zivilstand, vielleicht ein Foto, dazu Arbeitgeber, Referenzpersonen und Zeugnisse mit Beurteilungen. Zusammen ergibt das ein genaues Bild von Ihnen.

Wenn Sie diese Unterlagen in ein KI-Werkzeug laden, damit es den Text verbessert, geben Sie Daten an einen Anbieter weiter, meist mit Servern im Ausland. Was danach mit den Eingaben geschieht, hängt von Einstellungen und Vertragsbedingungen ab. Manche Dienste verwenden Eingaben zum Training, andere speichern Verläufe für längere Zeit.

Das ist kein Grund, auf KI-Hilfe zu verzichten. Aber ein paar Minuten Vorbereitung genügen, damit Sie nur das hochladen, was die KI wirklich braucht. Die Stellensuche ist bereits stressig genug, ohne dass Ihre privaten Daten irgendwo kursieren.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ziel klären. Was soll die KI tun: Text verbessern, Erfolge formulieren, eine Stelle abgleichen? Je klarer das Ziel, desto weniger Daten braucht sie.
  1. Original behalten. Arbeiten Sie immer mit einer Kopie. Das Original bleibt unverändert auf Ihrem Gerät.
  1. Kontaktdaten entfernen. Löschen Sie Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum, AHV-Nummer, Nationalität, Heimatort und LinkedIn-Link. Ersetzen Sie sie durch Platzhalter wie [NAME] oder [ORT].
  1. Dritte entfernen. Namen von Referenzpersonen, Vorgesetzten und Kolleginnen sind Daten anderer Personen. Ersetzen Sie sie durch «Vorgesetzte» oder «Referenzperson».
  1. Firmen abstrahieren, wenn nötig. Bei kleinen Firmen kann schon der Name identifizieren. Schreiben Sie «Treuhandbüro, 8 Mitarbeitende, Region Aargau» statt dem Firmennamen.
  1. Zeugnisse und Fotos nicht hochladen. Arbeitszeugnisse enthalten Beurteilungen und oft Namen. Fügen Sie lieber nur einzelne Sätze ein, die Sie verstehen möchten, ohne Namen. Das Bewerbungsfoto gehört nie in eine KI.
  1. Einstellungen prüfen. Schauen Sie im KI-Werkzeug nach, ob Eingaben zum Training verwendet werden, und schalten Sie das aus, wenn möglich. Verlauf nach der Sitzung löschen.
  1. Ergebnis zurückübertragen. Fügen Sie Ihre Daten erst im eigenen Word-Dokument wieder ein, nicht in der KI.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst mir bei meiner Bewerbung. Ich habe alle persönlichen Angaben durch Platzhalter ersetzt. Bitte frage nicht nach Namen, Adressen oder Kontaktdaten und erfinde keine.

Zielstelle (Funktion, Branche, Region): [z. B. Sachbearbeitung Administration, Treuhand, Region Aargau]
Meine Tätigkeiten (anonymisiert, in Stichworten): [z. B. Rechnungswesen für 40 Kunden, Korrespondenz Deutsch/Französisch, Einarbeitung von Lernenden]
Meine Ausbildungen (nur Abschluss und Jahr): [z. B. KV-Abschluss, Weiterbildung Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen]

Aufgabe: [z. B. Formuliere drei Zeilen für mein Profil oben im Lebenslauf]
Bitte: Verwende nur die obigen Angaben, erfinde nichts hinzu und kennzeichne Stellen, an denen ich etwas ergänzen muss, mit [ERGÄNZEN].

Passen Sie die Zeilen in Klammern an Ihre Situation an und lassen Sie nie Ihre echten Kontaktdaten stehen.

AngabeEntfernen?Ersatz
Name, Adresse, Telefon, E-MailJa[NAME], [ORT]
Geburtsdatum, AHV-NummerJaweglassen
FotoJanicht hochladen
Namen von ReferenzpersonenJa«Referenzperson»
Firmenname bei kleiner FirmaBesser jaBranche und Grösse
Tätigkeiten, KompetenzenNeinbleiben

Worauf Sie achten müssen

  • Datenschutz ist kein Detail. Nach dem Schweizer Datenschutzgesetz sind Personendaten schützenswert. Für Ihre eigenen Daten entscheiden Sie selbst, was Sie weitergeben. Für Daten Dritter (Referenzen, Kollegen) tragen Sie Verantwortung. Siehe Datenschutzgesetz und KI im KMU.
  • Nicht jede Anonymisierung genügt. Auch Angaben wie «Leiterin Personal einer Gemeinde mit 3000 Einwohnern» können Sie erkennbar machen. Prüfen Sie, ob jemand Sie anhand der Details erkennen könnte. Hilfe: Daten vor der KI anonymisieren.
  • Gesundheit und Familie. Angaben zu Krankheit, Schwangerschaft, Religion oder Betreibungen gehören nicht in einen Prompt.
  • Gratis-Werkzeuge sind nicht neutral. Lesen Sie, wo und wie lange Eingaben gespeichert werden. Ein Business-Konto mit klaren Vertragsbedingungen ist meist sicherer.
  • Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Zweifeln wenden Sie sich an die Datenschutzstelle Ihres Kantons oder an den EDÖB.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Herr R., 52, aus Baden, will seinen Lebenslauf von einer KI aufbereiten lassen. Die Datei enthält sein Foto, seine Adresse, die Namen von drei Referenzpersonen und Arbeitszeugnisse als Scan. Vorher hätte er alles hochgeladen.

Nachher kopiert er nur den Text der letzten Stelle, ersetzt Namen durch Platzhalter und beschreibt die Firma als «Maschinenbau, 120 Mitarbeitende». Er schaltet in den Einstellungen das Training aus und löscht nach der Sitzung den Verlauf. Die KI liefert ein klares Profil. Herr R. fügt Namen und Kontaktdaten selbst in Word wieder ein. Der Aufwand: zehn Minuten.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Ihre Unterlagen überarbeiten möchten und lieber mit einer Person sprechen, ist das Job-Coaching von Alpasana eine Möglichkeit. Dort gibt es Standortbestimmung anhand von CV, Zeugnissen und Diplomen sowie CV und Motivationsschreiben nach Schweizer Standard mit Feedback. Die Begleitung erfolgt durch Nataliya Fiechter, auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil. Ein kostenloses Kennenlerngespräch ist möglich.

Welche Unterlagen Sie weitergeben, entscheiden Sie dabei selbst.

Häufige Fragen

Darf ich mein Foto in einer KI bearbeiten lassen?

Technisch ja, aber ein Foto ist ein sensibles Personendatum. Verwenden Sie dafür nur Werkzeuge, bei denen Sie wissen, was mit den Bildern geschieht. Siehe auch KI-Bewerbungsfoto und Recht.

Reicht es, den Namen wegzulassen?

Oft nicht. Eine seltene Berufskombination oder kleine Firma kann Sie auch ohne Namen verraten. Entfernen oder verallgemeinern Sie auch solche Details.

Was, wenn ich schon etwas hochgeladen habe?

Löschen Sie den Chat-Verlauf, schauen Sie in die Datenschutz-Einstellungen und schalten Sie das Training aus. Eine vollständige Löschung beim Anbieter ist nicht immer garantiert. Passen Sie künftig Ihr Vorgehen an.

Gilt das auch für Arbeitgeber, die meine Unterlagen in KI geben?

Auch dort gelten Datenschutzregeln, Arbeitgeber haben also eigene Pflichten im Umgang mit Bewerberdaten. Im Einzelfall holen Sie fachlichen Rat, zum Beispiel bei den Datenschutzstellen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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