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Berufe & Funktionen · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Gefälschte Stellenangebote erkennen: KI als zweite Prüfhilfe

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Unseriöse Stellenangebote erkennen Sie an Druck, Vorauszahlungen, fehlenden Firmenangaben und Kontakt nur über Chat-Apps. Eine KI kann den Inserat-Text auf Warnsignale durchsehen, ersetzt aber keine eigene Prüfung der Firma. Senden Sie Ausweis, Kontodaten oder Zeugnisse erst nach einer sauberen Prüfung.

Das Problem

Sie haben ein Inserat gefunden, das fast zu schön ist: Homeoffice, guter Lohn, keine Erfahrung nötig, Start sofort. Schon am nächsten Tag meldet sich jemand per Messenger-App und möchte noch heute Ihre Passkopie und Ihre Bankverbindung «für den Arbeitsvertrag». Genau so beginnen viele Betrugsversuche rund um Stellensuche.

Das Perfide daran: Wer arbeitslos ist oder sich beruflich verändern will, ist verletzlich und hofft auf eine Chance. Betrüger nutzen das aus. Mit Ihren Unterlagen können sie Identitätsdiebstahl begehen, Konten eröffnen oder Sie als Zahlstelle für Geld aus Straftaten missbrauchen. Manchmal wird auch zuerst eine «Gebühr» für Schulung oder Arbeitsmaterial verlangt.

Hinzu kommt, dass gefälschte Inserate dank KI heute sauberer aussehen als früher. Rechtschreibfehler sind kein verlässliches Zeichen mehr. Umso wichtiger ist eine ruhige, feste Prüfroutine. Eine KI kann dabei als zweite Meinung helfen, ist aber nur ein Werkzeug von mehreren.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Inserat festhalten. Machen Sie einen Screenshot des Inserats und notieren Sie, wo Sie es gefunden haben (Jobportal, Social Media, E-Mail). Inserate verschwinden oft schnell.
  1. Warnsignale abhaken. Gehen Sie die Tabelle weiter unten durch. Schon zwei, drei Treffer sind Grund für Zurückhaltung.
  1. Text durch die KI prüfen lassen. Kopieren Sie nur den Inserattext (keine eigenen Daten) in die Vorlage unten. Die KI nennt auffällige Formulierungen und fehlende Angaben. Sie kann aber nicht wissen, ob die Firma echt ist.
  1. Firma selbst prüfen. Suchen Sie den Firmennamen im Handelsregister (zefix.ch ist das öffentliche Firmenverzeichnis des Bundes). Gibt es die Firma, passt die Adresse, passt der Zweck zur ausgeschriebenen Stelle? Mehr dazu: Arbeitgeber mit KI recherchieren.
  1. Kontakt gegenprüfen. Rufen Sie die Firma über die Nummer an, die Sie selbst auf der offiziellen Website gefunden haben, nicht über die im Inserat. Fragen Sie, ob die Stelle ausgeschrieben ist und wer dafür zuständig ist.
  1. Nichts Sensibles vorab senden. Lebenslauf und Anschreiben ja, aber keine Kopie von Pass oder ID, keine AHV-Nummer, keine Kontodaten, keine Zeugnisse im Original, bevor ein echter Vertrag vorliegt. Was Sie sonst entfernen sollten: Jobsuche mit KI: Welche Daten entfernen.
  1. Nie vorab bezahlen. Seriöse Arbeitgeber verlangen von Bewerbenden kein Geld, weder für Schulung noch Material noch «Vermittlung». Auch keine Zahlungen annehmen und weiterleiten.
  1. Im Zweifel melden und abbrechen. Brechen Sie den Kontakt ab, melden Sie das Inserat der Plattform und bei Verdacht dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC). Haben Sie bereits Daten oder Geld gegeben, wenden Sie sich an Ihre Bank und die Polizei.

Vorlage zum Kopieren

Du bist eine kritische Prüfhilfe für Stellenangebote. Du kannst nicht überprüfen, ob eine Firma echt ist, und du erfindest keine Fakten über Firmen. Du beurteilst nur den Text.

Hier ist der Text eines Inserats, das ich bekommen habe (ohne meine persönlichen Daten):
[Inserattext einfügen]

Auch die bisherige Kommunikation (Kurzfassung, ohne Namen): [z. B. «Antwort kam nach 10 Minuten per WhatsApp, man will meine ID-Kopie vorab»]

Bitte:
1. Nenne Formulierungen und Angaben, die typisch für unseriöse Angebote sein können, und begründe jeweils kurz.
2. Nenne, welche Angaben im Inserat fehlen (z. B. Firmenadresse, Ansprechperson, Pensum, Lohnrahmen, Arbeitsort).
3. Schlage mir fünf Prüffragen vor, die ich selbst klären sollte, bevor ich Unterlagen sende.
4. Sage ausdrücklich, was du aus dem Text NICHT beurteilen kannst.
Antwort in einfacher Sprache, Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung.

Ersetzen Sie die Platzhalter in den eckigen Klammern. Fügen Sie nie Ihren Namen, Ihre Adresse oder Ausweisdaten ein.

WarnsignalWarum es verdächtig istWas Sie tun
Druck: «Antworten Sie heute»Betrüger wollen Sie am Nachdenken hindernPause machen, nichts senden
Gespräch nur per Chat-AppSchwer nachvollziehbarTelefonat oder Videogespräch verlangen
Ausweis oder Bankdaten vorabTypisch für IdentitätsmissbrauchAblehnen, erst nach Vertrag
Zahlung durch SieSeriöse Arbeitgeber verlangen das nichtAbbrechen
Sehr hoher Lohn für wenig AufgabenKöderSkeptisch prüfen
Gratis-E-Mail-Adresse, falsche DomainFirma nicht erreichbarWebsite selbst suchen
Keine Adresse, kein Handelsregister-EintragFirma evtl. nicht existentZefix prüfen

Worauf Sie achten müssen

  • KI kennt nicht alle Firmen. Sie kann sich irren oder Firmen erfinden (Halluzination, siehe KI-Halluzinationen). Sagt die KI «Die Firma ist seriös», ist das keine Prüfung.
  • Keine persönlichen Daten eingeben. Das gilt auch für Chat-Verläufe mit den Betrügern: Namen und Nummern entfernen.
  • Gute Fälschungen existieren. Manchmal wird eine echte Firma imitiert, mit gestohlenem Logo und ähnlicher Adresse. Rufen Sie deshalb über die offizielle Nummer an.
  • Stimmen und Videos können gefälscht sein. Auch ein Telefonat oder Video ist nicht automatisch echt, siehe KI-Stimmen und Betrug.
  • Keine Rechtsberatung. Wenn Sie schon Daten oder Geld gegeben haben, wenden Sie sich an Bank, Polizei oder NCSC und holen Sie fachlichen Rat.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau K. aus Olten sucht eine Teilzeitstelle im Büro. Auf einer Plattform findet sie ein Inserat als «Remote-Assistenz» mit hohem Stundenlohn. Zwei Stunden nach ihrer Bewerbung schreibt ihr jemand über eine Messenger-App und bittet um eine Kopie der Identitätskarte sowie die IBAN, «damit der Lohn ab morgen laufen kann».

Früher hätte sie die Daten vermutlich geschickt. Diesmal geht sie die Checkliste durch, kopiert den Inserattext in die Vorlage und bekommt fünf Prüffragen. Auf Zefix findet sie die Firma nicht, die Website gibt es erst seit kurzem. Frau K. sendet nichts, meldet das Inserat der Plattform und blockiert den Kontakt. Einige Wochen später bewirbt sie sich bei einer Firma in Aarau, die sie am Telefon über die offizielle Nummer erreicht hat.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Angebot passt oder wie Sie Ihre Stellensuche sicherer gestalten, unterstützt Sie das Job-Coaching und die Laufbahnberatung von Alpasana. Dort gibt es Begleitung der Stellensuche, Bewerbungsstrategie mit Zielrollen, Suchkanälen und Netzwerken sowie CV und Motivationsschreiben nach Schweizer Standard mit Feedback. Die Begleitung erfolgt durch Nataliya Fiechter, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil; ein kostenloses Kennenlerngespräch ist möglich.

Eine Betrugsermittlung oder Rechtsberatung gehört nicht dazu. Dafür sind Polizei und Fachpersonen zuständig.

Häufige Fragen

Ist ein Inserat auf einem bekannten Jobportal automatisch sicher?

Nein. Auch auf grossen Portalen können gefälschte Inserate erscheinen, bevor sie entdeckt werden. Prüfen Sie jede Stelle mit den gleichen Fragen.

Darf ein Arbeitgeber vor dem Vertrag meine ID-Kopie verlangen?

Für die Bewerbung selbst ist das normalerweise nicht nötig. Notwendige Angaben werden üblicherweise erst nach der Zusage oder bei Vertragsabschluss verlangt. Fragen Sie bei Unsicherheit nach, wozu die Kopie dient, und holen Sie bei Bedarf fachlichen Rat.

Was tun, wenn ich schon Daten geschickt habe?

Informieren Sie umgehend Ihre Bank, wenn Kontodaten betroffen sind, und erstatten Sie bei der Polizei Anzeige. Beobachten Sie Ihre Konten und ändern Sie Passwörter. Das NCSC nimmt Meldungen entgegen.

Kann mir die KI sagen, ob eine Firma echt ist?

Nein, nicht zuverlässig. Prüfen Sie Firmen selbst über öffentliche Register und die offizielle Website. Die KI hilft nur, Fragen und Warnsignale zu ordnen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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