Arbeit im Wandel · Job-Coaching und Laufbahnberatung
Wie viele Jobs ersetzt KI? Studienzahlen verstehen
Kurz gesagt
Wie viele Jobs durch KI ersetzt werden, kann niemand verlässlich sagen. Die veröffentlichten Zahlen messen Verschiedenes, etwa betroffene Tätigkeiten, technisch automatisierbare Arbeitszeit, wegfallende oder neu entstehende Stellen. Erst wenn Sie wissen, was gezählt wurde, lässt sich eine Zahl sinnvoll lesen.
Das Problem
Frau Weber arbeitet im Büro eines Schweizer KMU. Heute liest sie, KI bedrohe Millionen von Stellen. Morgen liest sie, KI schaffe unter dem Strich mehr Arbeit. Sie fragt sich: Wie viele Jobs werden durch KI ersetzt, und gehört ihrer dazu?
Die ehrliche Antwort lautet: Das weiss heute niemand. Es gibt Schätzungen, aber sie beantworten verschiedene Fragen. Eine Zahl wie «40 Prozent» kann bedeuten, dass viele Tätigkeiten mit KI in Berührung kommen könnten. Sie sagt nicht, dass 40 Prozent der Menschen ihre Stelle verlieren.
Das ist lästig, weil Zahlen Angst machen oder beruhigen, ohne dass Sie prüfen können, was dahintersteckt. Hier lernen Sie, die Zahl hinter der Schlagzeile zu entschlüsseln. Der Stand ist Oktober 2026; alles, was in die Zukunft weist, sind Szenarien und keine Gewissheiten.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Schreiben Sie die Zahl samt Frage auf. Notieren Sie, was genau behauptet wird: «Anteil betroffener Tätigkeiten», «wegfallende Stellen bis 2030» oder «neu entstehende Stellen». Ohne diesen Satz lässt sich eine Zahl nicht vergleichen.
- Bestimmen Sie die Art der Zahl. Die Tabelle unten zeigt fünf Typen. Die meisten Schlagzeilen vermischen sie.
- Prüfen Sie die Bezugsgrösse. Wird von allen Beschäftigten weltweit, von Industrieländern oder von der Schweiz gesprochen? Sind es Prozent oder absolute Zahlen? Schweizer Berufsbildung und Arbeitsmarkt unterscheiden sich von vielen Ländern.
- Klären Sie den Zeithorizont. Gilt die Aussage für die nächsten drei Jahre oder für 2040? Je weiter die Prognose in die Zukunft reicht, desto mehr ist sie Annahme.
- Fragen Sie nach brutto und netto. Brutto sind die wegfallenden Stellen, netto ist der Saldo nach neu entstehenden Stellen. Beides sagt nichts darüber, wer im Einzelfall betroffen ist.
- Vergleichen Sie mit gemessenen Daten. Statistiken des Bundesamts für Statistik und des SECO zeigen, was am Arbeitsmarkt tatsächlich passiert. Das ist etwas anderes als eine Hochrechnung.
- Lassen Sie die KI beim Ordnen helfen. Nutzen Sie die Vorlage unten, um die Angaben in einen Steckbrief zu übertragen. Die KI strukturiert, die Fakten prüfen Sie selbst im Original.
- Übersetzen Sie die Zahl auf Ihre Tätigkeiten. Fragen Sie nicht «Ist mein Beruf dabei?», sondern «Welche meiner Aufgaben könnten sich ändern?». Dabei hilft Tätigkeiten statt Berufe analysieren.

Welche Zahlentypen gibt es?
| Zahlentyp | Was gezählt wird | Was die Zahl nicht sagt |
|---|---|---|
| Exposition | Tätigkeiten oder Beschäftigte, die mit KI berührt werden könnten | Dass jemand die Stelle verliert |
| Automatisierbare Arbeitszeit | Anteil der Arbeitsstunden, die technisch übernommen werden könnten | Dass Betriebe das wirtschaftlich umsetzen |
| Wegfallende Stellen (brutto) | Stellen, die in einem Szenario verschwinden | Wie viele neue entstehen |
| Neue Stellen | Stellen, die in einem Szenario entstehen | Ob sie für dieselben Personen passen |
| Saldo (netto) | Wegfall minus Neuentstehung | Wie sich Branchen und Regionen unterscheiden |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist Ihr schriftlicher Auftrag an die KI. Kopieren Sie nur öffentlich verfügbare Angaben hinein, keine internen Unterlagen Ihres Betriebs.
Ich habe diese Aussage zu KI und Arbeitsplätzen gefunden:
«[Aussage wörtlich]» (Quelle: [Herausgeber, Jahr]).
Erstelle einen Steckbrief in einer Tabelle mit den Zeilen:
Zahlentyp (Exposition, automatisierbare Arbeitszeit, Wegfall brutto,
neue Stellen, Saldo), Bezugsgrösse (Welt, Region, Schweiz),
Zeithorizont, mögliche Interessen des Herausgebers.
Schreibe «unklar» in jede Zeile, die sich aus meinem Text nicht
ergibt. Erfinde keine Zahlen. Nenne am Ende drei Fragen, die ich im
Originalbericht nachlesen muss.Ersetzen Sie die Platzhalter durch die Textstelle und die Quellenangabe. Wenn die KI eine Zeile mit «unklar» markiert, suchen Sie die Antwort im Original und nicht in einer weiteren KI-Antwort.
Worauf Sie achten müssen
- Exposition ist kein Wegfall. Der Internationale Währungsfonds (IWF) etwa schrieb Anfang 2024, dass ein grosser Teil der Beschäftigten weltweit KI-exponiert sei, in Industrieländern mehr als anderswo. Gemeint ist die Berührung durch KI. Das schliesst ausdrücklich auch Unterstützung ein, nicht nur Ersatz.
- Befragungen sind Erwartungen. Der Bericht «Future of Jobs» des Weltwirtschaftsforums beruht auf Umfragen bei Unternehmen. Solche Zahlen zeigen, was Firmen planen oder erwarten. Es sind keine Messwerte.
- Verschiedene Interessen. Anbieter von Technik, Beratungsfirmen, Gewerkschaften und Behörden haben unterschiedliche Anliegen. Das macht keine Zahl falsch, aber es erklärt, warum die Betonung verschieden ausfällt.
- Keine Berufsrangliste als Urteil. Listen mit Rängen und Prozenten wirken genau, rechnen aber mit Annahmen. Verwenden Sie Zahlen nur mit Quelle und Stand, und geben Sie sie nicht ohne diese Angaben weiter.
- KI erfindet Zahlen. Wenn Sie KI nach Statistiken fragen, kann sie plausible, aber falsche Werte nennen. Prüfen Sie jede Zahl im Original.
- Belastung ernst nehmen. Wenn Sie die Schlagzeilen nachts wachhalten, sprechen Sie mit einer Vertrauensperson oder Ihrer Hausärztin. In akuter Not erreichen Sie die Dargebotene Hand unter 143.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Weber arbeitet in der Administration eines Gartenbaubetriebs in Lenzburg. Ihr Chef zeigt ihr eine Schlagzeile mit einer hohen Prozentzahl für «bedrohte Stellen». Sie ist verunsichert und überlegt, sich vorsorglich neu zu bewerben.
Sie schreibt die Aussage auf und füllt den Steckbrief aus. Das Ergebnis: Es handelt sich um eine Exposition, weltweit gerechnet, ohne Aussage zur Schweiz. Dann listet sie ihre Aufgaben auf und markiert, welche KI heute schon unterstützt, etwa Entwürfe für Offerten.
Nachher hat sie keine Entwarnung, aber ein klares Bild. Rechnungsprüfung und Kundenkontakt bleiben bei ihr, die Textentwürfe laufen künftig teilweise über KI. Sie bespricht mit ihrem Chef, welche Weiterbildung dafür sinnvoll ist. Weitere Orientierung bietet Durch KI gefährdet: Was heisst das?.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn die Zahlen zur KI Sie wegen der eigenen Stelle beunruhigen, kann Job-Coaching und Laufbahnberatung Ihre berufliche Situation anhand von CV, Zeugnissen und Diplomen ordnen und Stärken sichtbar machen. Daraus lassen sich Laufbahnoptionen und ein konkreter Aktionsplan entwickeln. Das Coaching prognostiziert nicht, ob Ihre Stelle bestehen bleibt.
Häufige Fragen
Gibt es überhaupt eine seriöse Gesamtzahl?
Es gibt seriöse Schätzungen, aber keine einzelne verbindliche Zahl. Gute Berichte geben Bandbreiten und Annahmen an. Misstrauen ist angebracht, wenn für ein fernes Jahr ein einziger exakter Wert genannt wird.
Werden insgesamt mehr Stellen wegfallen als entstehen?
Das ist offen. Frühere Technikwellen veränderten Aufgaben und Berufe, ohne dass die Gesamtbeschäftigung dauerhaft einbrach, doch daraus folgt keine Garantie für KI. Mehr dazu in Neue Jobs durch KI: Szenarien.
Gilt eine weltweite Zahl auch für die Schweiz?
Nicht ohne Weiteres. Berufsbildung, Branchenstruktur, Löhne und der Fachkräftemangel unterscheiden sich von Land zu Land. Suchen Sie bei Statistiken nach Schweizer Daten, etwa beim BFS und beim SECO.
Was kann ich tun, ohne die Zahl zu kennen?
Lernen Sie, KI in Ihren Aufgaben einzusetzen, und halten Sie Ihr Profil aktuell. Das nützt in jedem Szenario, auch wenn sich die Prognosen ändern.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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