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Arbeit im Wandel · Swiss Jobrollen Check

Welche Berufe ersetzt KI? Eine Einordnung

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Niemand kann sicher sagen, welche Berufe durch KI ersetzt werden. Wahrscheinlich ist, dass sich zuerst einzelne Aufgaben in vielen Berufen verändern, besonders routinierte Schreib-, Prüf- und Sortierarbeiten. Ob ein ganzer Beruf verschwindet, ist offen und hängt von Wirtschaft, Regeln und Nachfrage ab.

Das Problem

Frau Weber, 42, arbeitet im Büro eines Schweizer KMU. Sie liest fast jede Woche eine Liste mit Berufen, die KI angeblich ersetzt. Mal steht ihr Beruf darauf, mal der ihres Mannes in der Pflege. Die Listen widersprechen sich, und die Überschriften klingen entweder alarmierend oder beruhigend.

Die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Berufe durch KI ersetzt werden, ist unbequem: Das weiss niemand genau. Prognosen über Jahrzehnte waren in der Vergangenheit oft falsch, in beide Richtungen. Wer Ihnen eine sichere Liste verkauft, verkauft Ihnen Gewissheit, die es nicht gibt.

Was sich dagegen gut beobachten lässt: KI verändert zuerst Tätigkeiten, nicht ganze Berufe. Das ist für Sie die nützlichere Frage. Diese Seite zeigt, wie Sie Aussagen einordnen und für Ihren Alltag prüfen, was sich ändern könnte. Alle Aussagen gelten für den Stand Oktober 2026.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Wechseln Sie von «Beruf» zu «Aufgaben». Ein Beruf besteht aus vielen Tätigkeiten. Schreiben Sie auf, was Sie in einer normalen Woche tatsächlich tun, zum Beispiel Rechnungen prüfen, Kundschaft beraten, Termine koordinieren.
  2. Sortieren Sie die Aufgaben nach Art. Gibt es Routinearbeiten mit klaren Regeln, Aufgaben mit Textarbeit, Aufgaben mit Menschenkontakt, Aufgaben mit Verantwortung und Urteil? KI kommt zuerst bei Regeln und Text, später und schwerer bei Verantwortung und Beziehung.
  3. Probieren Sie ein KI-Werkzeug an einer Aufgabe aus. Wählen Sie eine harmlose Aufgabe ohne vertrauliche Daten, etwa einen erfundenen Beispielbrief. Beobachten Sie, was gut klappt und was nachgebessert werden muss.
  4. Bewerten Sie jede Aufgabe mit «wahrscheinlich / möglich / offen». Fragen Sie: Wird diese Aufgabe in den nächsten Jahren wahrscheinlich teilweise von KI unterstützt, ist es möglich oder ist es offen? Begründen Sie in einem Satz.
  5. Notieren Sie, was bleibt und was wächst. Dazu gehören oft Beziehung, Beratung, Prüfen, Entscheiden, Handwerk und die Verantwortung für das Ergebnis. Wer KI-Resultate beurteilen kann, wird gebraucht.
  6. Legen Sie ein bis zwei Lernschritte fest. Das kann ein Kurs, ein Gespräch mit der Vorgesetzten oder eine Standortbestimmung sein. Kleine, konkrete Schritte wirken besser als Dauerangst.
  7. Prüfen Sie in sechs Monaten erneut. Der Stand ändert sich. Wiederholen Sie die Einordnung mit neuen Beobachtungen aus dem Alltag.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Wechseln Sie von «Beruf» zu «Aufgaben»; 2. Sortieren Sie die Aufgaben nach Art; 3. Probieren Sie ein KI-Werkzeug an einer Aufgabe aus; 4. Bewerten Sie jede Aufgabe mit «wahrscheinlich / möglich / offen»; 5. Notieren Sie, was bleibt und was wächst; 6. Legen Sie ein bis zwei Lernschritte fest; 7. Prüfen Sie in sechs Monaten erneut.
Der Weg im Überblick: Welche Berufe ersetzt KI? Eine Einordnung

Vorlage zum Kopieren

Ich arbeite als [Beruf] in [Branche, z. B. Treuhand, Detailhandel, Pflege].
Meine typischen Aufgaben in einer Woche: [Liste mit 8–10 Aufgaben].
Ordne jede Aufgabe in eine Tabelle ein mit den Spalten:
Aufgabe | Art (Routine, Text, Beziehung, Urteil) |
Einfluss von KI in den nächsten Jahren (wahrscheinlich / möglich / offen) |
Begründung in einem Satz.
Behaupte nichts als sicher, nenne keine Prozentzahlen und keine
erfundenen Studien. Schliesse mit drei Fragen, die ich mit meiner
Vorgesetzten oder einer Beratungsperson besprechen sollte.

Setzen Sie Ihre eigenen Aufgaben ein, ohne Namen von Kundschaft oder Kolleginnen. Die Tabelle ist ein Gedankenanstoss und keine Prognose.

Wie sicher sind welche Aussagen?

AussageEinordnung
KI verändert einzelne Aufgaben in vielen Berufenwahrscheinlich, breit beobachtet
Routinearbeiten mit Text und festen Regeln werden zuerst unterstütztwahrscheinlich
Berufe verschwinden vollständigmöglich, je nach Beruf und Branche offen
Neue Aufgaben entstehen rund um Prüfung und Einführungwahrscheinlich, genaue Berufe offen
Zeitpunkt und Tempooffen

Worauf Sie achten müssen

  • Listen kritisch lesen: Viele Berufslisten stützen sich auf Schätzungen, wie technisch automatisierbar eine Aufgabe ist. Das ist etwas anderes als der tatsächliche Wegfall von Stellen. Wirtschaft, Kosten, Regeln und Kundenwünsche entscheiden mit. Mehr dazu: Welche Jobs werden durch KI ersetzt? So lese ich die Studien richtig.
  • Keine Panik, keine Verharmlosung: Weder «alles bleibt wie es ist» noch «bald gibt es keine Büroberufe mehr» ist belegt. Offene Fragen dürfen offen bleiben.
  • Fachkräftemangel einbeziehen: In der Schweiz fehlen in einigen Branchen Fachleute, etwa in Pflege, Bau, Handwerk und IT. Das beeinflusst, ob Aufgaben wegfallen oder ob KI vor allem Entlastung bringt. Aktuelle Zahlen finden Sie beim SECO; sie ändern sich laufend.
  • Datenschutz: Geben Sie beim Ausprobieren keine Personendaten, Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse in öffentliche KI-Dienste ein. Fragen Sie nach den Regeln Ihres Betriebs.
  • Belastung ernst nehmen: Wenn die Sorge um die Stelle Sie stark belastet oder nicht mehr schlafen lässt, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder einer Beratungsstelle. In akuter Not erreichen Sie rund um die Uhr die Dargebotene Hand unter der Nummer 143.
  • Beratung nutzen: Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung der Kantone unterstützt Erwachsene; Informationen bietet berufsberatung.ch.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Weber arbeitet als kaufmännische Mitarbeiterin in einem Handwerksbetrieb im Aargau. Sie macht Offerten, Rechnungen, Korrespondenz und Telefonate. Eine Liste im Internet nennt «Bürokräfte» als gefährdet, und sie fühlt sich unsicher.

Sie schreibt ihre Aufgaben auf und ordnet sie ein. Bei Briefentwürfen und der Ablage ist KI-Unterstützung wahrscheinlich. Bei Telefonaten mit Kundschaft und bei der Prüfung, ob eine Offerte zum Kunden passt, sieht sie Beziehung und Urteil. Sie beschliesst, einen Kurs zur Arbeit mit KI zu besuchen und mit dem Chef über Aufgabenverteilung zu sprechen.

Nachher hat sie keine Garantie, aber einen Plan. Sie weiss, welche Tätigkeiten sich eher verändern und woran sie arbeiten kann. Hilfreich dazu: Tätigkeiten statt Berufe analysieren und Was KI nicht ersetzt: menschliche Tätigkeiten.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie statt einer pauschalen Ersetzungsprognose passende berufliche Alternativen prüfen wollen, gleicht der Swiss Jobrollen Check Ihr Profil mit Schweizer Berufen ab. Er orientiert sich an Interessen und Stärken, sagt aber nicht voraus, welche Berufe durch KI wegfallen.

Häufige Fragen

Welche Berufe sind am wenigsten betroffen?

Das lässt sich nicht sicher sagen. Berufe mit viel Beziehungsarbeit, handwerklichem Können und Verantwortung gelten als weniger leicht ersetzbar. Aber auch dort verändern sich Aufgaben, etwa durch Dokumentation und Planung.

Soll ich meinen Beruf wechseln?

Nicht aus Angst allein. Prüfen Sie zuerst, welche Ihrer Aufgaben sich verändern und ob Weiterbildung genügt. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn er zu Ihren Interessen und Stärken passt. Eine Laufbahnberatung hilft bei der Entscheidung.

Wie schnell geht das alles?

Das ist offen. Technische Möglichkeiten und tatsächliche Einführung in Betrieben sind verschiedene Dinge. Die Einführung hängt von Kosten, Datenschutz, Regeln und Akzeptanz ab und verläuft je nach Branche unterschiedlich.

Gilt das für die Schweiz anders als für andere Länder?

Teilweise. Die Berufsbildung, der Fachkräftemangel und der Arbeitsmarkt unterscheiden sich von anderen Ländern. Internationale Studien lassen sich deshalb nicht eins zu eins auf die Schweiz übertragen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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