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Berufe im Wandel · Swiss Jobrollen Check

Welche Berufe ersetzt KI? Prüfen Sie Ihre Tätigkeiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Nach heutigem Wissen verändert KI zuerst einzelne Tätigkeiten innerhalb von Berufen, nicht ganze Berufe auf einen Schlag. Ob und wie stark Ihr Beruf betroffen ist, hängt davon ab, welche Aufgaben ihn ausmachen. Sichere Prognosen für 30 Jahre gibt es nicht, aber Sie können Ihre Aufgaben ordnen und gezielt handeln.

Das Problem

Sie lesen Schlagzeilen wie «KI macht Millionen Jobs überflüssig» und fragen sich, ob Ihr Beruf dazugehört. Die Aussagen widersprechen sich: Einmal heisst es, ganze Branchen verschwinden, dann wieder, es entstünden mehr neue Stellen als alte wegfallen. Für Sie als Berufstätige bleibt unklar, was Sie damit anfangen sollen.

Hilfreich ist ein Perspektivwechsel. Ein Beruf besteht aus vielen Tätigkeiten: Kundschaft beraten, Unterlagen prüfen, Texte schreiben, Termine koordinieren, Verantwortung tragen. KI kann einzelne dieser Tätigkeiten übernehmen oder beschleunigen, andere kaum. Entscheidend ist deshalb, welche Aufgaben in Ihrem Beruf welchen Anteil haben.

Niemand weiss heute, wie Arbeit in zehn oder dreissig Jahren aussieht. Diese Seite liefert deshalb keine Liste verschwindender Berufe, sondern eine Methode: Sie lernen, Ihre Tätigkeiten zu ordnen und einzuschätzen, was sich wahrscheinlich ändert, was möglich ist und was offen bleibt.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Schreiben Sie Ihre Tätigkeiten auf. Notieren Sie, was Sie in einer typischen Woche tun, möglichst konkret: «Rechnungen kontrollieren», «Kundenanfragen beantworten», «Patientinnen begleiten». Zehn bis fünfzehn Punkte genügen.
  1. Ordnen Sie sie in drei Gruppen. Routinetätigkeiten mit festen Regeln (zum Beispiel Daten übertragen), Tätigkeiten mit Urteil und Abwägung (zum Beispiel eine Offerte beurteilen) und Tätigkeiten mit Beziehung oder Handarbeit (zum Beispiel beraten, pflegen, installieren).
  1. Fragen Sie die KI nach der Einschätzung. Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten ohne Firmennamen und ohne Kundendaten und bitten Sie um eine Einschätzung, welche Aufgaben sich eher mit KI unterstützen lassen. Die Antwort ist eine Diskussionsgrundlage, kein Urteil.
  1. Prüfen Sie die Einschätzung selbst. Wo liegt die KI offensichtlich daneben? Was verlangt in Ihrem Alltag Genauigkeit, Haftung oder Vertrauen? Streichen oder ergänzen Sie.
  1. Unterscheiden Sie «unterstützt» von «ersetzt». Eine Tätigkeit, bei der KI einen Entwurf liefert und Sie prüfen, verschwindet nicht, sie verändert sich. Markieren Sie, wo eher die Menge der Arbeit sinkt, wo die Qualitätskontrolle wichtiger wird.
  1. Leiten Sie daraus Lernziele ab. Wählen Sie ein bis zwei Aufgaben, bei denen Sie KI in den nächsten Wochen ausprobieren, und eine Fähigkeit, die Sie stärken wollen, zum Beispiel Prüfen, Beraten oder Fachwissen vertiefen.
Ablaufgrafik in 6 Schritten: 1. Schreiben Sie Ihre Tätigkeiten auf; 2. Ordnen Sie sie in drei Gruppen; 3. Fragen Sie die KI nach der Einschätzung; 4. Prüfen Sie die Einschätzung selbst; 5. Unterscheiden Sie «unterstützt» von «ersetzt»; 6. Leiten Sie daraus Lernziele ab.
Der Weg im Überblick: Welche Berufe ersetzt KI? Prüfen Sie Ihre Tätigkeiten
TätigkeitsartBeispielEher mit KI unterstützbar?
Routine mit festen RegelnDaten abgleichen, StandardbriefeWahrscheinlich ja, oft als Entwurf
Urteil und AbwägungOfferte beurteilen, Fall einschätzenMöglich als Vorbereitung, Verantwortung bleibt
Beziehung und HandarbeitBeraten, pflegen, reparierenEher kaum, KI kann Umfeld erleichtern

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt hilft Ihnen, Ihre Aufgaben zu ordnen. Verwenden Sie keine Namen von Kundschaft oder Firmen.

Ich arbeite als [Beruf] in der Schweiz, Branche [Branche]. In einer typischen Woche mache ich diese Tätigkeiten: [Tätigkeit 1], [Tätigkeit 2], [Tätigkeit 3], [weitere].
1. Ordne jede Tätigkeit einer Gruppe zu: Routine mit festen Regeln, Urteil und Abwägung, Beziehung oder Handarbeit.
2. Schätze für jede Tätigkeit ein, ob KI sie eher unterstützen, teilweise übernehmen oder kaum betreffen könnte, und begründe das in einem Satz.
3. Kennzeichne jede Einschätzung als «wahrscheinlich», «möglich» oder «offen».
4. Nenne drei Fähigkeiten, die in diesem Beruf wichtiger werden könnten, ohne Garantien.
Mache keine Prognosen mit Prozentzahlen und erfinde keine Studien.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Angaben. Besprechen Sie das Ergebnis danach mit einer Kollegin oder Ihrer Vorgesetzten.

Worauf Sie achten müssen

  • KI kann Ihre Tätigkeiten nur nach Ihrer Beschreibung einschätzen. Die tatsächliche Wirkung hängt von Ihrem Betrieb, Ihrer Branche, den Vorschriften und den Kosten ab.
  • Technisch Mögliches wird nicht automatisch eingeführt. Haftung, Datenschutz, Kundenerwartungen und Aufwand bremsen oder verändern den Einsatz.
  • Geben Sie vertrauliche Kunden- oder Firmendaten nur gemäss den betrieblichen Regeln in KI-Dienste ein. Bei Personendaten sind Zweck, Rechtsgrundlage, Schutzbedarf und Vorgaben Ihrer Organisation zu beachten; besonders schützenswerte Personendaten erfordern besonderen Schutz. Geben Sie solche Daten nicht ohne entsprechende Berechtigung und Freigabe in öffentliche KI-Dienste ein.
  • Zahlen zu «ersetzten Jobs» sind meist Szenarien oder Schätzungen. Siehe Studien richtig lesen.
  • Die Sorge um den Arbeitsplatz kann belasten. Reden Sie mit Vertrauten. Wenn Sie Schlaf oder Alltag stark beeinträchtigt, suchen Sie ärztliche Hilfe. Rund um die Uhr erreichen Sie in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin in einer Versicherungsagentur im Aargau schreibt ihre Aufgaben auf und ordnet sie. Das Erfassen von Standardmeldungen und das Verfassen von Routinebriefen kann KI vermutlich zu einem guten Teil vorbereiten. Die Beurteilung von Sonderfällen und die Gespräche mit verunsicherten Kundinnen bleiben bei ihr.

Sie probiert in zwei Wochen aus, Briefentwürfe von der KI erstellen zu lassen, und prüft sie. Dabei merkt sie, dass das Prüfen wichtiger wird als das Schreiben. Sie nimmt sich vor, sich bei Sonderfällen und in der Kundenberatung zu vertiefen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie sich fragen, welche Berufe und Bildungswege zu Ihren Interessen und Stärken passen könnten, bietet der Swiss Jobrollen Check eine erste Orientierung. Er umfasst 64 Fragen und gleicht Ihre Angaben mit über 1800 Schweizer Berufen ab. Der Check ist kostenlos, die erste Auswertung wird nach der Registrierung gespeichert. Die Ausgabe in der Pro-Version nennt die drei besten Berufe mit Bildungswegen.

Der Check liefert keine Prognose, welche Berufe es künftig gibt. Er zeigt, was zu Ihrem Profil passen könnte, und ergänzt Ihre eigene Aufgabenanalyse.

Häufige Fragen

Gibt es Berufe, die sicher bleiben?

Sicher kann das niemand sagen. Breit belegt ist, dass in Gesundheit und Pflege, Bau und Handwerk, Bildung und IT-Sicherheit auch in den kommenden Jahren Personal gebraucht wird, unter anderem wegen der Alterung der Bevölkerung. Auch dort verändern sich aber die Aufgaben.

Soll ich jetzt den Beruf wechseln?

Nicht allein aus Angst vor KI. Prüfen Sie zuerst, welche Aufgaben sich verändern und ob Sie sich anpassen können. Ein Gespräch mit einer Laufbahnberatung hilft, die Situation einzuordnen.

Wie lange dauert es, bis sich mein Beruf verändert?

Das lässt sich nicht verlässlich sagen. Veränderungen verlaufen je nach Branche und Betrieb unterschiedlich schnell. Beobachten Sie Ihren Arbeitsalltag und probieren Sie Neues schrittweise aus.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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