Berufe im Wandel · Swiss Jobrollen Check
Welche Jobs ersetzt KI? Studien korrekt lesen
Kurz gesagt
Studien zu KI und Arbeit kommen zu sehr unterschiedlichen Zahlen, weil sie verschiedene Fragen stellen und Methoden verwenden. Meist messen sie, welche Tätigkeiten technisch automatisierbar wären, nicht, wie viele Stellen tatsächlich wegfallen. Prüfen Sie Methode, Zeithorizont, Region und Absender, bevor Sie Schlüsse ziehen.
Das Problem
Eine Studie sagt, fast die Hälfte der Berufe sei gefährdet. Eine andere nennt nur einen kleinen Anteil. Ein Bericht spricht von Millionen neuen Stellen, ein Zeitungsartikel von Massenarbeitslosigkeit. Sie haben nicht die Zeit, jede Studie zu lesen, und fragen sich, wem Sie glauben sollen und was das alles für Ihren Beruf heisst.
Die Unterschiede sind kein Zeichen, dass jemand lügt. Sie entstehen, weil Studien verschiedene Dinge messen. Die einen fragen, welche Berufe als Ganzes automatisierbar scheinen. Andere schauen auf einzelne Tätigkeiten. Wieder andere rechnen Szenarien durch, in denen neue Stellen entstehen und alte wegfallen. Auch Zeithorizont, Land und Annahmen unterscheiden sich stark.
Ein bekanntes Beispiel ist eine Studie von Carl Frey und Michael Osborne der Universität Oxford aus dem Jahr 2013. Sie schätzte für die USA, dass rund 47 Prozent der Beschäftigten in Berufen mit hohem Automatisierungsrisiko arbeiten. Spätere Untersuchungen, die einzelne Tätigkeiten statt ganzer Berufe betrachteten, kamen auf deutlich tiefere Anteile. Der Unterschied liegt vor allem in der Methode.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie, was die Studie misst. Geht es um «Exposition» (wie stark Tätigkeiten mit KI zu tun haben könnten), um «Automatisierbarkeit» oder um tatsächlich verlorene Stellen? Das sind verschiedene Aussagen.
- Prüfen Sie den Absender. Wer hat die Studie gemacht und bezahlt: Universität, Statistikamt, Beratungsfirma, Technologieanbieter, Verband? Das erklärt nicht alles, aber es hilft bei der Einordnung.
- Achten Sie auf Zeitraum und Stand. Wann wurde die Studie veröffentlicht, auf welchen Zeitraum bezieht sie sich? Eine Studie vor dem KI-Schub der letzten Jahre kann überholt sein.
- Prüfen Sie Land und Stichprobe. Gelten die Aussagen für die Schweiz? Oft beziehen sich Zahlen auf die USA oder auf mehrere Länder zusammen.
- Lassen Sie sich die Studie von der KI erklären. Fügen Sie keine vertraulichen Dokumente ein. Bei öffentlichen Studien können Sie die Zusammenfassung oder die Kernaussagen eingeben und gezielt nach Methode, Annahmen und Grenzen fragen.
- Vergleichen Sie zwei bis drei Quellen. Suchen Sie ergänzend Stellen wie das Bundesamt für Statistik (BFS) oder das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Notieren Sie, wo sich die Quellen einig sind und wo nicht.
- Übersetzen Sie die Aussage auf Ihre Tätigkeiten. Was bedeutet sie für Ihre Aufgaben? Siehe Eigenen Beruf auf KI-Betroffenheit prüfen.

| Prüffrage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Was wird gemessen? | Betroffenheit ist nicht dasselbe wie Stellenabbau |
| Wer ist Absender? | Interessen können die Darstellung färben |
| Welcher Zeitraum? | Prognosen werden mit der Zeit unsicherer |
| Welches Land? | Schweizer Arbeitsmarkt unterscheidet sich |
| Szenario oder Messung? | Szenarien sind keine Vorhersagen |
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt prüfen Sie öffentliche Zusammenfassungen von Studien auf Methode und Grenzen.
Ich möchte eine Studie zu KI und Arbeit richtig einordnen. Ich füge den öffentlichen Zusammenfassungstext ein (keine vertraulichen Dokumente): [Text der Zusammenfassung]
1. Fasse in fünf Sätzen zusammen, was die Studie misst (Berufe, Tätigkeiten, Stellen) und für welchen Zeitraum und welches Land.
2. Nenne die wichtigsten Annahmen und Grenzen, die im Text erkennbar sind.
3. Erkläre den Unterschied zwischen «Exposition», «Automatisierbarkeit» und «Stellenabbau».
4. Formuliere drei Fragen, die ich der Autorenschaft stellen würde.
Wenn etwas im Text nicht steht, schreibe «nicht erkennbar» und ergänze nichts aus eigener Kenntnis.Fügen Sie nur Text ein, den Sie öffentlich gefunden haben. Prüfen Sie die Antworten am Originaltext.
Worauf Sie achten müssen
- KI-Modelle können Studien falsch zusammenfassen oder Zahlen erfinden. Lesen Sie die Kernaussagen im Original nach.
- Zahlen ohne Quelle und Stand sollten Sie nicht weitergeben. Eine genaue Prozentzahl über 30 Jahre ist eine Schätzung, keine Messung.
- Szenarien beschreiben «Wenn-dann»-Welten, keine Vorhersagen. Achten Sie auf Begriffe wie «könnte», «unter der Annahme».
- Vorsicht bei Rankings von «sicheren» und «gefährdeten» Berufen. Sie vereinfachen stark und veralten schnell.
- Wenn Zahlen Sie beunruhigen, sprechen Sie mit jemandem darüber. Bei anhaltender Belastung hilft die Hausärztin oder der Hausarzt. In akuten Krisen ist die Dargebotene Hand unter 143 erreichbar.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Verkaufsleiter in Olten liest in einer Zeitung, dass «jeder zweite Job» gefährdet sei. Er sucht die Studie und stellt fest: Sie betrifft die USA und misst die technische Automatisierbarkeit ganzer Berufe, nicht den tatsächlichen Stellenabbau.
Er gibt die öffentliche Zusammenfassung in die KI ein, lässt sich Methode und Grenzen erklären und vergleicht mit einer zweiten Quelle. Fazit: Die Aussage sagt wenig über seinen Betrieb. Er analysiert stattdessen die Aufgaben seines Teams und startet einen kleinen Versuch mit KI-Entwürfen für Offerten.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Studien zur KI-Berufsentwicklung Fragen zu Ihrer eigenen Laufbahn auslösen, gleicht der Swiss Jobrollen Check Interessen und Stärken mit Schweizer Berufen ab. Er ergänzt die Studien um eine persönliche Profilorientierung, prognostiziert aber nicht die Zukunft einzelner Berufe und ersetzt keine Laufbahnberatung.
Häufige Fragen
Welche Quellen sind für die Schweiz brauchbar?
Zum Einstieg dienen das Bundesamt für Statistik (BFS), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Internationale Berichte wie der Future of Jobs Report des World Economic Forum geben einen Überblick, beziehen sich aber nicht auf die Schweiz allein.
Warum ändern sich die Zahlen ständig?
Weil sich Technik, Annahmen und Datenlage ändern. Gerade bei KI entwickeln sich die Fähigkeiten rasch. Ältere Schätzungen können überholt sein.
Kann KI selbst sagen, welche Jobs ersetzt werden?
KI kann Argumente und Beispiele sammeln, aber keine verlässliche Prognose liefern. Antworten können falsch oder zu sicher klingen. Verwenden Sie sie als Anregung und prüfen Sie sie.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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