Zukunft · Swiss Jobrollen Check
Welche neuen Berufe könnten durch KI entstehen?
Kurz gesagt
Es zeichnen sich neue Rollen rund um KI ab, etwa für das Einführen, Prüfen und Betreuen von KI-Systemen, für Datenqualität und für den Umgang mit KI in Fachberufen. Welche Berufsbezeichnungen sich durchsetzen, ist offen. Sicher ist: Fachwissen, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, mit KI zu arbeiten, werden wichtiger.
Das Problem
Jugendliche vor der Berufswahl, Eltern, Lehrpersonen und Berufsumsteigende stellen dieselbe Frage: Welche Berufe wird es geben, wenn KI überall mitarbeitet? Zeitungen zählen «Prompt Engineers», «KI-Trainer» und «Daten-Kuratoren» auf, als wäre klar, wohin die Reise geht. Gleichzeitig entstehen und vergehen Berufsbezeichnungen schnell. Was heute als Zukunftsberuf angepriesen wird, ist in fünf Jahren vielleicht Teil jeder normalen Stelle.
Wer eine Ausbildung wählen oder wechseln will, braucht Orientierung, keine Modewörter. Die gute Nachricht: Ein grosser Teil dessen, was Berufe auszeichnet, bleibt über Technikwellen hinweg ähnlich. Die schlechte: Wie genau sich Berufsbilder verändern, weiss niemand sicher.
Diese Seite ordnet ein, was sich abzeichnet und was Spekulation ist. Die Angaben beziehen sich auf den Stand Oktober 2026. Konkrete Zahlen zu künftigen Stellen nennen wir bewusst nicht.
Einfach erklärt
Neue Berufe entstehen auf drei Wegen. Erstens als Berufe rund um die Technik selbst: Menschen, die KI-Systeme entwickeln, einführen, betreiben und absichern. Zweitens als neue Rollen in bestehenden Berufen: Die Treuhänderin, die KI-Auswertungen prüft und erklärt, der Pflegefachmann, der digitale Hilfsmittel einsetzt. Drittens als Berufe, die aus neuen Bedürfnissen entstehen: etwa Datenschutz, Prüfung von KI-Ergebnissen, Schulung im Umgang mit KI.
Oft verändern sich bestehende Berufe mehr, als dass ganz neue entstehen. Eine Berufsbezeichnung bleibt, der Inhalt wandelt sich.
| Richtung | Beispiele möglicher Aufgaben (nicht gesicherte Berufsbezeichnungen) |
|---|---|
| Rund um die Technik | KI-Systeme einführen, betreuen, absichern, Daten pflegen |
| In bestehenden Berufen | Fachwissen mit KI-Werkzeugen verbinden, Ergebnisse prüfen |
| Qualität und Verantwortung | KI-Ergebnisse kontrollieren, Risiken und Datenschutz beurteilen |
| Lernen und Beratung | Menschen im Umgang mit KI schulen und begleiten |
| Mensch und Beziehung | Pflege, Betreuung, Beratung, Handwerk und Gestaltung gewinnen an Wert |
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
So nutzen Sie die Diskussion für Ihre Laufbahnplanung:
- Eigene Interessen und Stärken klären. Was machen Sie gern, was können Sie gut, was ist Ihnen wichtig? Ein strukturierter Test hilft bei der ersten Orientierung. Siehe unten.
- Berufsfelder ansehen. Informieren Sie sich bei der Berufsberatung über Berufe und Wege in der Schweiz. Dort sind Berufsbilder, Ausbildungen und Entwicklungen beschrieben.
- KI im gewünschten Beruf anschauen. Fragen Sie Personen aus dem Beruf: Wo nutzen sie KI schon, was verändert sich, was nicht? Schnuppern Sie, wenn möglich.
- Aufgaben statt Titel betrachten. Fragen Sie nicht «Wird dieser Beruf verschwinden?», sondern «Welche Aufgaben darin verändern sich, und welche bleiben?»
- Grundlagen aufbauen. Wählen Sie eine Ausbildung mit solidem Fundament und lernen Sie parallel den Umgang mit KI-Werkzeugen.
- Offen bleiben. Planen Sie ein, dass Sie in Ihrem Berufsleben mehrmals dazulernen. Berufswege sind selten gerade.
- Mit Fachpersonen sprechen. Berufs- und Laufbahnberatung kann individuell einordnen. Siehe Welche Lehre ist mit KI zukunftsfähig?.
- Regelmässig neu prüfen. Schauen Sie jedes Jahr, ob Ihr Weg noch passt.
Worauf Sie achten müssen
- Modeberufe misstrauen: Berufsbezeichnungen, die plötzlich überall auftauchen, sind oft kurzlebig. Fragen Sie nach der Grundlage und dem Bedarf.
- Vermeintliche Gewissheit: Wer genaue Zahlen künftiger Stellen nennt, hat keine sichere Grundlage. Siehe KI-Prognosen prüfen.
- Verkaufsinteressen: Kurse und Zertifikate «für die Berufe der Zukunft» sind nicht immer nötig. Prüfen Sie Nutzen und Anerkennung.
- Anerkannte Wege: In der Schweiz sind Berufsabschlüsse wie EFZ, Berufsmaturität, höhere Fachschule und Fachhochschule gut etabliert. Sie bleiben eine solide Grundlage.
- Fachwissen zählt: KI ersetzt Fachwissen nicht, sie macht es wichtiger, weil jemand die Ergebnisse beurteilen muss.
- Menschliche Berufe: Berufe mit Beziehung, Handwerk und Verantwortung behalten ihren Wert, verändern sich aber ebenfalls.
- Einstieg: Für Neueinsteigende können einfache Aufgaben schneller automatisiert werden. Siehe KI und der Berufseinstieg.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Sekundarschüler aus Burgdorf möchte wissen, ob eine Lehre als Informatiker oder als Elektroinstallateur zukunftssicherer ist, nachdem er gelesen hat, KI schreibe bald Programme. Seine Eltern sind verunsichert.
Vorher: Die Diskussion dreht sich um Schlagzeilen. Nachher: Die Familie macht einen Orientierungstest für Interessen und Stärken, spricht mit der Berufsberatung und besucht zwei Schnuppertage. Der Schüler erfährt, dass beide Berufe sich mit KI verändern, aber nicht verschwinden: Im Informatikbereich verschieben sich Aufgaben, im Elektrohandwerk kommen neue digitale Systeme dazu. Er entscheidet nach Interesse und Fähigkeiten, und beschliesst, parallel den Umgang mit KI zu lernen.
So hilft Ihnen Alpasana
Für eine erste Orientierung bietet der Swiss Jobrollen Check nach Angebotsbeschreibung einen Berufs-Check mit 64 Fragen zu Interessen, Arbeitsweise, Stärken, Umfeld und Werten und einen Abgleich mit über 1800 Schweizer Berufen, mit Bezug zu EBA, EFZ, Berufsmaturität, HF und FH. Der Check ist kostenlos, nach Registrierung wird die erste Auswertung gespeichert. Er liefert eine erste Orientierung, keine Prognose über künftige Berufe, und ersetzt keine persönliche Berufsberatung.
Häufige Fragen
Soll ich mich auf KI-Berufe ausrichten?
Nur wenn es Ihren Interessen entspricht. Berufe rund um Technik sind eine Option, aber nicht die einzige. Auch in anderen Berufen wird der Umgang mit KI Teil des Alltags. Wählen Sie nach Stärken, nicht nach Schlagwort.
Wie erfahre ich, wie sich mein Wunschberuf verändert?
Fragen Sie Berufsleute, Berufsverbände und die Berufsberatung. Schauen Sie auf konkrete Aufgaben und Werkzeuge, nicht auf Prognosen. Schnuppertage geben den besten Einblick.
Ist es zu spät, noch einen neuen Weg einzuschlagen?
Nein. Berufswechsel und Weiterbildung sind in jedem Alter möglich. Wichtig ist ein realistischer Plan mit kleinen Schritten. Siehe Umschulung wegen KI.
Soll ich einen Kurs für «KI-Berufe» belegen?
Prüfen Sie zuerst, was der Kurs vermittelt, wer ihn anbietet und ob die Inhalte in der Praxis nachgefragt werden. Ein Kurs zum Umgang mit KI im eigenen Fachgebiet ist oft nützlicher als ein Kurs für ein neues, unsicheres Berufsbild. Fragen Sie Berufsleute und die Berufsberatung nach ihrer Einschätzung.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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