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Zukunft · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Welche Berufe könnte KI ersetzen oder stark verändern?

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI ersetzt selten ganze Berufe auf einen Schlag, sie verändert vor allem einzelne Tätigkeiten. Am stärksten betroffen sind Aufgaben mit viel Text, Daten und Routine, etwa in Büro und Verwaltung. Wie stark Ihr Beruf betroffen ist, hängt von Ihren konkreten Aufgaben ab, nicht vom Berufstitel.

Das Problem

Fast jeden Tag lesen Sie Schlagzeilen wie «Diese Berufe sind bald überflüssig». Dazu Listen mit Prozentzahlen, die beunruhigen. Sie fragen sich, ob Ihr Beruf dabei ist, ob Sie sich umorientieren sollten oder ob das Übertreibung ist.

Solche Listen sind mit Vorsicht zu geniessen. Oft sind sie vereinfacht, stammen aus Schätzungen und sagen wenig über Ihren konkreten Arbeitsplatz aus. Ausserdem verändern sich Berufe seit jeher, und neue entstehen. Trotzdem wäre es falsch, die Entwicklung zu ignorieren.

Hier erfahren Sie, wie Sie die Meldungen einordnen, welche Tätigkeiten besonders betroffen sind und wie Sie Ihr persönliches Bild gewinnen.

Einfach erklärt

Ein Beruf besteht aus vielen Tätigkeiten: Sie schreiben Briefe, telefonieren, prüfen Rechnungen, beraten Kundschaft, organisieren Termine. KI kann manche dieser Tätigkeiten übernehmen oder beschleunigen, andere nicht. Entscheidend ist also, welcher Anteil Ihrer Arbeit betroffen ist.

Untersuchungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu generativer KI kamen zum Schluss, dass die meisten Tätigkeiten eher teilweise verändert als vollständig ersetzt würden. Büro- und Sekretariatsarbeit gehört demnach zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Auch der Bericht des Weltwirtschaftsforums zur Zukunft der Arbeit beschreibt Verschiebungen: Einige Tätigkeiten nehmen ab, andere neu zu. Die konkreten Zahlen unterscheiden sich je nach Studie, und sie sind Schätzungen.

TätigkeitEinfluss von KI
Standardtexte, Zusammenfassungen, Übersetzungenhoch, KI kann Entwürfe liefern
Datenerfassung und Sortieren von Dokumentenhoch
Recherche, Vergleichemittel bis hoch, mit Prüfung
Beratung mit Vertrauen und Verantwortungmittel, Mensch bleibt zentral
Handwerk und Arbeit vor Orteher gering, aber nicht null
Pflege, Betreuung, Erziehunggering bei der Beziehung, Unterstützung bei Dokumentation

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

So schätzen Sie Ihre Lage ein, ohne in Panik zu geraten:

  1. Aufgaben aufschreiben: Notieren Sie über zwei Wochen, was Sie tatsächlich tun, mit grober Zeitangabe.
  2. Aufgaben sortieren: Markieren Sie, was Routine ist, was Urteilsvermögen braucht und was Beziehung zu Menschen voraussetzt. Ausführlich zeigt das Welche meiner Aufgaben könnte KI übernehmen?.
  3. Mit KI ausprobieren: Testen Sie ein bis zwei Routineaufgaben mit einem Assistenten. Wie gut ist das Ergebnis? Wie viel Prüfung braucht es?
  4. Veränderung erkennen: Wo wird Ihre Arbeit schneller, wo ändert sich die Rolle? Aus «Schreiben» wird zum Beispiel «Prüfen und Verbessern».
  5. Stärken stärken: Beratung, Verantwortung, Fachwissen, Kundenbeziehung und Urteilsvermögen bleiben wertvoll. Siehe Welche Fähigkeiten brauche ich?.
  6. Gespräch suchen: Reden Sie mit Vorgesetzten, Kolleginnen und Berufsverband über Pläne und Weiterbildung.
  7. Laufbahn bei Bedarf klären: Wenn die Unsicherheit bleibt, kann eine Laufbahnberatung helfen, ein Profil zu schärfen und Optionen zu sehen.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Auftrag lassen Sie sich helfen, Ihre Tätigkeiten zu ordnen. Schreiben Sie keine vertraulichen Details hinein:

Ich arbeite als [Beruf] in [Branche, z. B. Gemeindeverwaltung, Treuhand, Handwerk] in der Schweiz.
Meine wichtigsten Tätigkeiten sind: [Liste mit 8–10 Tätigkeiten und ungefährem Zeitanteil].
Ordne jede Tätigkeit ein: 1. KI kann unterstützen, 2. KI kann vieles übernehmen, 3. bleibt beim Menschen.
Begründe kurz und weise darauf hin, wo die Einschätzung unsicher ist. Nenne keine erfundenen Studien oder Prozentzahlen.

Ergänzen Sie Ihre Tätigkeiten. Besprechen Sie das Ergebnis mit einer Person, die Ihren Beruf kennt.

Worauf Sie achten müssen

  • Listen mit Prozentzahlen: Sie sind Schätzungen mit grosser Unsicherheit. Fragen Sie nach Methode und Quelle.
  • Verallgemeinerungen: Ihre Firma, Ihr Kanton und Ihre Branche können ganz anders aussehen.
  • Zeithorizont: Veränderungen geschehen schrittweise. Die Technik ist schneller als die Einführung in Betrieben.
  • Neue Aufgaben: KI schafft auch neue Aufgaben, siehe Neue Berufe durch KI.
  • Angst: Sie ist verständlich, aber ein schlechter Ratgeber. Handeln Sie mit kleinen Schritten, siehe Angst vor Jobverlust.
  • Stand Oktober 2026: Die Lage verändert sich. Informieren Sie sich regelmässig bei seriösen Quellen, zum Beispiel bei der Berufsberatung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin in einer Versicherung in Winterthur liest, dass ihre Tätigkeit «gefährdet» sei.

Vorher: Sie hat Angst und weiss nicht, was sie tun soll.

Nachher: Sie schreibt zwei Wochen lang auf, was sie tut, und stellt fest, dass ein Drittel Routine ist: Standardbriefe und Zusammenfassungen. Zwei Drittel sind Telefonate, Beratung und Klärung von Sonderfällen. Sie testet die Routine mit KI, spart Zeit und verwendet sie für Beratungsgespräche. Ihr Chef sieht, dass sie sich weiterentwickelt, und plant mit ihr eine Weiterbildung.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Ihre berufliche Zukunft persönlich klären möchten, bietet Alpasana Begleitung. Das Job-Coaching und die Laufbahnberatung umfasst laut Beschreibung Standortbestimmung mit Stärkenprofil, Karriereplanung mit Aktionsplan und Begleitung der Stellensuche. Das Kennenlerngespräch ist kostenlos.

Häufige Fragen

Ist mein Beruf sicher?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Prüfen Sie Ihre Aufgaben. Eine Einordnung finden Sie auch bei KI-sichere Berufe.

Soll ich umschulen?

Nicht überstürzt. Zuerst lohnt sich die Analyse Ihrer Aufgaben und ein Gespräch mit dem Arbeitgeber. Bei Bedarf informiert die Berufsberatung über Möglichkeiten, siehe Umschulung wegen KI.

Werden Junge benachteiligt?

Die Auswirkungen auf den Berufseinstieg werden diskutiert. Siehe KI und Juniorstellen.

Wer bezahlt Weiterbildung?

Das hängt von Arbeitgeber, Kanton und Angebot ab. Auskunft gibt die Berufsberatung Ihres Kantons.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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