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Werkzeuge & Agenten · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Alte Fotos mit KI restaurieren: So prüfen Sie das Ergebnis

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI kann Kratzer, Risse und Flecken auf eingescannten alten Fotos entfernen und die Schärfe verbessern. Sie ergänzt dabei aber auch Gesichter und Details, die so nie zu sehen waren. Prüfen Sie das Ergebnis deshalb immer mit dem Original und mit Menschen, die die Personen kennen.

Das Problem

In einer Schachtel liegen Fotos der Grosseltern, des Firmengründers oder des ersten Ladens. Sie sind vergilbt, haben Knicke, Risse und Flecken. Sie möchten sie für eine Jubiläumsschrift, eine Ausstellung oder die Familienchronik retten.

Fachleute für Restaurierung leisten hervorragende Arbeit, sind aber teuer und brauchen Zeit. KI-Werkzeuge versprechen dasselbe in Sekunden. Das Ergebnis wirkt oft beeindruckend, aber es birgt ein Risiko: Die KI «verbessert» auch Gesichter und Details, indem sie sie neu berechnet. Aus dem Grossvater kann dabei ein fremder, glatter Mann werden.

Mit einer klaren Vorgehensweise schützen Sie die Erinnerung und nutzen trotzdem die Möglichkeiten der Technik.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Original schonen: Fassen Sie die Fotos an den Rändern an und legen Sie sie flach hin. Knicken oder reiben Sie nicht daran.
  2. Gut einscannen: Nutzen Sie einen Flachbettscanner mit hoher Auflösung oder fotografieren Sie das Foto bei gleichmässigem Tageslicht ohne Blitz. Speichern Sie die Datei als unbearbeitetes Original.
  3. Kopie anlegen: Arbeiten Sie nur an einer Kopie der Scan-Datei.
  4. Grobe Schäden zuerst: Flecken, Kratzer und Risse lassen sich mit Retusche- und KI-Werkzeugen entfernen. Gehen Sie schrittweise vor.
  5. Schärfe und Kontrast dosieren: Verbessern Sie Helligkeit und Kontrast zurückhaltend. Mehr dazu unter Belichtung verbessern.
  6. Gesichter besonders prüfen: Vergleichen Sie jedes Gesicht mit dem Original. Sehen die Augen, Mund und Falten noch so aus wie zuvor?
  7. Von Betroffenen prüfen lassen: Zeigen Sie das Ergebnis einer Person, die die Abgebildeten kannte. Sie erkennt Abweichungen sofort.
  8. Beide Versionen aufbewahren: Legen Sie Original, Scan und restaurierte Version in einem Ordner ab und vermerken Sie, dass KI beteiligt war.

Vorlage zum Kopieren

Für die Ablage hilft eine Notiz, damit auch in zehn Jahren klar ist, was Sie gemacht haben:

Foto: [Beschreibung, z. B. Belegschaft der Schreinerei Müller, ca. 1962]
Original: [Ablageort, z. B. Archivschachtel 3]
Scan: [Datum, Auflösung, Gerät]
Bearbeitung: [z. B. Kratzer und Flecken mit KI entfernt, Gesichter nicht verändert]
Werkzeug: [Name des Programms]
Geprüft von: [Name der Person, z. B. Tochter des Gründers]

Passen Sie die Angaben an. Die Notiz hilft auch, falls das Bild später in einer Chronik oder Ausstellung gezeigt wird.

Worauf Sie achten müssen

  • Erfundene Gesichter: KI ergänzt fehlende Details aus Erfahrung, nicht aus der Wirklichkeit. Das ist bei historischen Fotos heikel.
  • Datenschutz: Online-Dienste laden die Bilder auf fremde Server. Bei Fotos mit erkennbaren Personen, vor allem Lebenden, brauchen Sie deren Einwilligung, siehe KI-Fotos von Personen.
  • Persönlichkeitsrechte: Auch Verstorbene haben Angehörige. Fragen Sie vor der Veröffentlichung nach.
  • Urheberrecht: Das Foto kann geschützt sein. Wer es gemacht hat, hat unter Umständen Rechte, auch bei alten Aufnahmen.
  • Beweiskraft: Restaurierte Fotos sind für Dokumentationszwecke nicht geeignet.
  • Kolorierung: Farben werden geraten. Mehr dazu unter Schwarzweissfotos kolorieren.
SchadenWirkung der KI
Kratzer und Fleckenmeist gut
Risse und Knickegut bis mittel
Verblasste Farbenoft gut
Fehlende Bildteilewird erfunden
Unscharfe GesichterVorsicht, Verfälschung möglich

Ein Wort zu den Erwartungen: Restaurieren mit KI ist keine Zauberei. Je besser der Scan, desto besser das Ergebnis. Ein schlechter Scan mit Reflexen und Staub kostet später viel Nacharbeit. Nehmen Sie sich für das Einscannen deshalb die meiste Zeit, und reinigen Sie vorher die Scannerfläche vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch.

Überlegen Sie ausserdem, wofür Sie das Bild brauchen. Für eine Chronik im Format A5 reicht eine einfachere Bearbeitung als für ein grosses Wandbild. Und wenn das Foto für Ihre Familie oder Ihren Betrieb besonders wertvoll ist, kann sich der Weg zu einer Fachperson für Fotorestaurierung lohnen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Bäckerei in Sursee feiert 100 Jahre. Aus der Gründerzeit gibt es ein einziges Foto des Firmengründers vor dem Laden, mit Rissen und Flecken.

Vorher: Das Foto ist teilweise nicht mehr gut erkennbar und für die Jubiläumsschrift zu beschädigt.

Nachher: Die Enkelin scannt es sorgfältig ein, entfernt Kratzer und Flecken mit einem KI-Werkzeug und vergleicht das Ergebnis mit dem Original. Das Gesicht des Gründers wirkt zunächst zu glatt, deshalb nimmt sie die zurückhaltendere Version. Sie lässt ihre Tante das Bild prüfen, die den Grossvater noch gekannt hat. Im Bericht steht «digital restauriert».

So hilft Ihnen Alpasana

Wer KI-Bildwerkzeuge für Ihren Betrieb oder Verein verantwortungsvoll nutzen möchte, kann den Umgang gezielt trainieren. Die Kurse KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort umfassen laut Beschreibung KI-Bilder und Praxisaufgaben und enthalten den verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Häufige Fragen

Wie scanne ich ein altes Foto am besten?

Mit einem Flachbettscanner ohne starke Automatikkorrekturen. Wählen Sie eine hohe Auflösung und speichern Sie in einem verlustfreien Format. Ein Handyfoto bei gleichmässigem Licht geht auch.

Darf ich ein Foto von jemand anderem restaurieren?

Für den privaten Gebrauch meist ja. Bei Veröffentlichung können Urheber- und Persönlichkeitsrechte betroffen sein. Klären Sie das mit den Rechteinhabern. Mehr dazu in KI-Inhalte und Urheberrecht.

Soll ich das Foto kolorieren?

Das ist Geschmackssache. Die Farben sind geschätzt, nicht belegt. Wenn Sie kolorieren, zeigen Sie es klar als Bearbeitung und bewahren Sie das Schwarzweissbild auf.

Wie lange dauert das?

Der Scan eines Fotos dauert wenige Minuten, die KI-Bearbeitung meist nur Sekunden. Rechnen Sie für Prüfen und Vergleichen trotzdem noch einmal mit einigen Minuten pro Bild.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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