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Gesichter und Kennzeichen automatisch unkenntlich machen
Kurz gesagt
Lassen Sie Gesichter und Kennzeichen von einem Programm automatisch erkennen und mit starker Unschärfe oder einem Balken abdecken. Kontrollieren Sie jedes Bild von Hand, denn Automaten übersehen Personen. Exportieren Sie das Ergebnis als neue Datei und entfernen Sie die Metadaten.
Das Problem
Sie möchten Fotos von der Baustelle, vom Strassenfest oder aus dem Betrieb verwenden, etwa auf der Website oder in einem Bericht. Doch auf den Bildern sind Personen erkennbar, im Hintergrund fahren Autos mit lesbaren Kennzeichen, und niemand hat gefragt.
Das ist heikel. Personen haben ein Recht am eigenen Bild, und ein erkennbares Gesicht ist in der Regel eine Personenangabe im Sinn des Datenschutzes. Auch Kennzeichen können je nach Zusammenhang einer Person zugeordnet werden. Wer solche Bilder veröffentlicht, braucht eine gute Grundlage, etwa die Einwilligung, oder macht die Personen unkenntlich.
Von Hand jedes Gesicht in hundert Bildern abzudecken, ist mühsam. KI-Werkzeuge erkennen Gesichter und Kennzeichen automatisch und decken sie ab. Die Angaben beziehen sich auf den Stand Oktober 2026. Die rechtliche Lage im Einzelfall klärt eine Fachperson.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Prüfen, ob es nötig ist. Brauchen Sie Personen auf dem Bild? Oft genügt ein Ausschnitt oder ein anderes Foto. Vermeiden ist besser als Verpixeln.
- Einwilligung klären. Haben abgebildete Personen zugestimmt? Wenn ja, sind Sie auf der sicheren Seite, solange der Zweck gedeckt ist. Siehe Personen auf KI- und Fotobildern: Einwilligung.
- Original sichern. Arbeiten Sie immer an einer Kopie. Das Originalfoto bleibt unverändert und geschützt abgelegt.
- Werkzeug auswählen. Wählen Sie ein Programm mit Funktion zum automatischen Erkennen und Abdecken von Gesichtern und Kennzeichen, bei Videos mit Verfolgung über mehrere Bilder. Prüfen Sie, ob die Verarbeitung lokal oder in einer Cloud stattfindet.
- Automatisch abdecken lassen. Starten Sie die Erkennung und lassen Sie die Bereiche abdecken. Wählen Sie eine starke Unschärfe oder einen einfarbigen Balken statt einer leichten Pixelung.
- Von Hand kontrollieren. Gehen Sie jedes Bild durch und zoomen Sie hinein. Prüfen Sie Personen im Hintergrund, im Profil, mit Maske oder von hinten, Spiegelungen, Fenster und Kennzeichen am Rand.
- Weitere Hinweise prüfen. Auch Namensschilder, Firmenschriftzüge auf Fahrzeugen, Hausnummern oder Bildschirminhalte können identifizieren. Decken Sie sie bei Bedarf ab.
- Exportieren und Metadaten entfernen. Speichern Sie eine neue Datei, bei der die Abdeckung fest ins Bild eingebrannt ist, und entfernen Sie Ortsangaben und Kameradaten. Prüfen Sie die fertige Datei noch einmal.
Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Prüfliste kontrollieren Sie jedes Bild, bevor es veröffentlicht wird:
BILD-FREIGABE: Personen und Kennzeichen
Bild/Datei: [Name] Verwendungszweck: [z. B. Website, Newsletter] Geprüft von: [Name], am [Datum]
[ ] Brauchen wir Personen auf dem Bild? (Ja/Nein, wenn Nein: anderen Ausschnitt wählen)
[ ] Einwilligung der erkennbaren Personen liegt vor: [Ja / Nein / nicht nötig, weil ...]
[ ] Alle Gesichter abgedeckt, auch im Hintergrund, Profil, Spiegelung
[ ] Kennzeichen abgedeckt (Autos, Anhänger, Motorräder, auch klein am Bildrand)
[ ] Namensschilder, Hausnummern, Bildschirme, Papiere geprüft
[ ] Abdeckung ist fest im Bild (kein Ebenen-Trick, keine reine Verpixelung bei Kleinstbereichen)
[ ] Metadaten (Ort, Gerät, Datum) entfernt
[ ] Zweites Augenpaar hat gegengelesen: [Name]
Freigabe: [Ja / Nein]Legen Sie die ausgefüllte Liste zur Bilddatei. So können Sie später zeigen, dass Sie sorgfältig geprüft haben.
| Methode | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Starke Unschärfe | Gut | Genug stark wählen |
| Leichte Verpixelung | Eher schwach | Kann teilweise rekonstruierbar sein |
| Einfarbiger Balken | Sehr sicher | Wirkt auffälliger |
| Ausschnitt ändern | Am besten | Person gar nicht zeigen |
Worauf Sie achten müssen
- Recht am eigenen Bild und Datenschutz: Erkennbare Personen dürfen in der Regel nicht ohne Grundlage veröffentlicht werden. Besonders heikel sind Kinder, Patientinnen, Kundschaft und Mitarbeitende. Quellen unten, im Einzelfall Fachperson fragen.
- Nicht jede Abdeckung genügt: Leichte Pixelung kann bei hoher Auflösung umgangen werden. Wählen Sie kräftige Methoden.
- Automatische Erkennung hat Lücken: Kleine, verdeckte oder seitlich aufgenommene Gesichter werden oft übersehen. Das gilt auch für Kennzeichen im Schatten.
- Daten in der Cloud: Laden Sie Bilder mit Personen nur in Werkzeuge, deren Datenschutz Sie geprüft haben.
- Ebenen und Metadaten: Wenn die Abdeckung nur als Ebene gespeichert ist, kann sie entfernt werden. Exportieren Sie ein flaches Bild.
- Videos: Gesichter bewegen sich, die Abdeckung muss durchgehend folgen. Kontrollieren Sie das ganze Video.
- Zweck: Auch anonymisierte Bilder können Informationen verraten, etwa Ort und Zeit. Prüfen Sie den ganzen Zusammenhang.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Tiefbauunternehmen in Frauenfeld möchte auf der Website Bilder von der Baustelle an einer Hauptstrasse zeigen. Auf mehreren Fotos sind Passanten, Autos und Kennzeichen zu sehen.
Vorher: Das Team wollte die Bilder ohne Prüfung verwenden. Nachher: Es sichert die Originale, lässt die Gesichter und Kennzeichen automatisch abdecken und kontrolliert jedes Bild mit der Liste. Dabei zeigt sich, dass ein Passant im Schaufenster gespiegelt war und ein Kennzeichen am Bildrand übersehen wurde. Beides wird korrigiert. Zwei Bilder werden ganz ausgetauscht, weil die Personen zu nah im Bild stehen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer sorgfältig mit Medien und KI umgehen möchte, kann das in Praxiskursen lernen. Das Angebot KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort umfasst nach Angebotsbeschreibung unter anderem KI-Bilder, Video-Teaser, Podcast- und Voiceover-Vorbereitung sowie Phishing, Deepfakes und betriebliche KI-Richtlinien, dazu KI-Lerncoach, Praxisaufgaben und einen verifizierbaren Abschluss.
Häufige Fragen
Darf ich Personen in der Öffentlichkeit fotografieren und veröffentlichen?
Nicht ohne Weiteres. Auch im öffentlichen Raum haben Personen Persönlichkeitsrechte. Ob eine Veröffentlichung zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab, etwa von Zweck und Erkennbarkeit. Im Zweifel holen Sie eine Einwilligung ein oder machen die Personen unkenntlich und lassen sich beraten.
Reicht ein schwarzer Balken über den Augen?
Meistens nicht, wenn die Person sonst erkennbar bleibt, etwa durch Haare, Kleidung, Umfeld oder Beschriftungen. Decken Sie das ganze Gesicht ab oder wählen Sie einen anderen Ausschnitt.
Sind Kennzeichen immer Personendaten?
Das hängt davon ab, ob sich über das Kennzeichen eine Person bestimmen lässt. Weil das auf Bildern kaum auszuschliessen ist, gilt es als bewährte Praxis, sie unkenntlich zu machen. Für verbindliche Aussagen fragen Sie eine Datenschutz-Fachperson.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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