Zum Inhalt springen

Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Mein Kind wird mit KI-Bildern erpresst: Wo finde ich Hilfe?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bleiben Sie ruhig und stellen Sie sich hinter Ihr Kind: Es ist das Opfer. Zahlen Sie nicht, brechen Sie den Kontakt ab, löschen Sie nichts und leiten Sie die Bilder nicht weiter. Notieren Sie Profile und Zeiten, melden Sie den Fall der Plattform und der Polizei und holen Sie Unterstützung, zum Beispiel bei der Beratung von Pro Juventute unter 147.

Das Problem

Frau Müllers Enkel Luca, fünfzehn, kommt aufgelöst zu ihr. Jemand hat ihm in einem Chat ein Bild geschickt: Sein Gesicht, eingefügt in ein Nacktbild. Dazu die Drohung: «Zahl 300 Franken, sonst schicke ich das an deine Klasse und deine Familie.» Luca hat kein solches Foto von sich gemacht, aber das Bild sieht echt aus. Er schämt sich, hat Angst und wollte eigentlich zahlen.

Das ist eine Form von Sextortion (Erpressung mit intimen Bildern). Früher drohten Täter mit echten Aufnahmen, die Opfer zuvor geschickt hatten. Heute genügt oft ein normales Foto, etwa vom Profilbild, das mit KI zu einem gefälschten Intimbild verarbeitet wird. Die Herkunft der Täter ist für die ersten Schritte nicht entscheidend. Die Drohung setzt Betroffene unter Scham und Zeitdruck.

Wichtig für Eltern und Grosseltern: Das Kind ist Opfer einer Straftat, nicht schuldig. Und es gibt einen klaren, bewährten Ablauf, der Schritt für Schritt hilft. Die folgenden Hinweise sind eine erste Orientierung und ersetzen keine Beratung durch Fachstellen und Polizei.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

KI hilft hier höchstens beim Formulieren von Mitteilungen. Die wichtigen Schritte führen Sie selbst und mit Fachstellen durch.

  1. Atmen Sie durch und beruhigen Sie Ihr Kind. Sagen Sie klar: «Du hast nichts falsch gemacht. Wir lösen das gemeinsam.» Das ist der wichtigste Schritt, denn Scham hält Kinder davon ab, Hilfe zu holen.
  1. Zahlen Sie nicht. Eine Zahlung garantiert nicht, dass die Forderungen enden. Holen Sie sofort Hilfe.
  1. Brechen Sie den Kontakt ab, aber löschen Sie nichts. Antworten Sie nicht mehr. Blockieren Sie das Profil erst, nachdem Sie Profilnamen, Links und Zeitangaben notiert haben. Löschen Sie keine Chats.
  1. Sichern Sie Beweise ohne Weiterverbreitung. Notieren Sie Profilnamen, Plattform, Daten, Zeiten, Forderungen und Zahlungsangaben. Speichern, kopieren oder verschicken Sie intime Bilder von Minderjährigen nicht eigenständig. Fragen Sie die Polizei, wie Sie die Beweise rechtmässig sichern können; die rechtliche Beurteilung hängt vom Bild und den Umständen ab. Weitere Hinweise: Deepfake-Beweise sichern.
  1. Melden Sie das Profil der Plattform. Nutzen Sie die Meldefunktion für Erpressung oder sexuelle Inhalte mit Minderjährigen. Viele Plattformen haben dafür spezielle Wege.
  1. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Gehen Sie persönlich zum Polizeiposten oder rufen Sie an. Nennen Sie klar: Erpressung, Minderjähriger, gefälschte oder intime Bilder. Je schneller, desto besser. In Notfällen gilt die Nummer 117.
  1. Holen Sie Unterstützung für Ihr Kind. Die Beratung von Pro Juventute (Telefon 147) ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos. Auch Schulsozialarbeit, Kinderärztin und Opferhilfestellen in Ihrem Kanton helfen weiter.
  1. Schützen Sie Konten und Daten. Ändern Sie Passwörter, prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen und schränken Sie ein, wer Ihr Kind kontaktieren darf. Mehr: Deepfake melden und löschen.

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt hilft, die Fakten für die Polizei zu ordnen. Geben Sie keine intimen Bilder und keine Namen ein, schreiben Sie nur sachliche Stichworte.

Ich helfe einem Kind, das in der Schweiz mit gefälschten intimen Bildern erpresst wird. Ich möchte die Angaben für eine Anzeige bei der Polizei ordnen.
Meine Notizen (ohne Namen und ohne Bildbeschreibungen): [Plattform], [Profilname der Täterseite], Zeitpunkt des ersten Kontakts: [Datum], Art der Forderung: [Betrag oder Handlung], Frist: [Frist], bisherige Reaktionen: [z. B. «nicht geantwortet»].
Erstelle eine übersichtliche Tabelle: Datum/Uhrzeit | Ereignis | Plattform | Beleg vorhanden (ja/nein). Schlage danach eine Liste von Fragen vor, die die Polizei vermutlich stellen wird.
Regeln: Beschreibe keine Bilder. Gib keine rechtliche Beurteilung. Erfinde keine Telefonnummern oder Adressen. Deutsch (Schweiz), sachlich.

Füllen Sie nur Sachangaben ein und bringen Sie die Tabelle zur Polizei. Die Entscheidungen trifft Ihre Familie mit den Fachstellen.

Worauf Sie achten müssen

  • Kein Vorwurf an das Kind: Scham ist die Waffe der Täter. Wer Vorwürfe hört, schweigt.
  • Keine Weiterverbreitung: Für bestimmte Darstellungen Minderjähriger können strafrechtliche Regeln gelten. Lassen Sie sich von der Polizei anleiten, wie Sie Beweise rechtmässig sichern und übergeben.
  • Keine Zahlung: Auch kleine Beträge sichern keine Ruhe und finanzieren die Täter.
  • Fristdruck ignorieren: Täter setzen künstliche Fristen. Sie haben Zeit, Hilfe zu holen.
  • Echt oder gefälscht: Ob ein Bild echt oder KI-generiert ist, ändert nichts daran, dass Sie Hilfe holen sollten. Ob Persönlichkeitsrechte verletzt wurden oder eine Straftat vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen.
  • Seelische Belastung: Solche Erlebnisse können stark belasten. Suchen Sie bei Bedarf psychologische Unterstützung.
SchrittTunNicht tun
Kontaktabbrechen, blockieren nach Notizenantworten, verhandeln
Geldnichts bezahlen«nur einmal» zahlen
BeweiseProfil, Zeit, Plattform notierenBilder speichern oder weiterleiten
HilfePolizei, 147, Schuleallein bleiben
Kindunterstützenbeschuldigen

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Vater in Bern entdeckt, dass sein sechzehnjähriger Sohn nachts Nachrichten erhält, die ihm Angst machen. Er spricht ihn ruhig an. Der Sohn gibt zu, dass er einem Profil sein Gesicht gezeigt hat und nun mit einem gefälschten Bild erpresst wird.

Vorher: Der Sohn hat bereits 100 Franken überwiesen und will weitere zahlen. Nachher: Der Vater lobt ihn für das Vertrauen, sie notieren Profilname und Zeiten, melden das Profil, bringen die Notizen zur Polizei und rufen die Beratung 147 an. Die Zahlungen enden, die Täter melden sich nicht mehr. Der Sohn bekommt Unterstützung durch die Schulsozialarbeit.

So hilft Ihnen Alpasana

Zur Vorbeugung hilft Wissen. Wer lernen möchte, wie Deepfakes und Betrugsmaschen funktionieren, findet bei absofort im Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben Kurse, die unter anderem Phishing und Deepfakes behandeln. Dazu gehören Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und ein verifizierbarer Abschluss.

Bei einem akuten Fall ersetzt ein Kurs aber keine Hilfe. Wenden Sie sich an Polizei und Beratungsstellen. absofort bietet keine Opferberatung und keine Löschung von Bildern an.

Häufige Fragen

Soll ich der Polizei die Bilder zeigen?

Fragen Sie die Polizei vorab, wie sie Beweise erfassen möchte. Verschicken Sie keine Bilder selbst. Notieren Sie Angaben und lassen Sie sich anleiten.

Was, wenn die Täter die Bilder trotzdem verschicken?

Das ist möglich. Eine Zahlung garantiert nicht, dass die Bilder zurückgehalten werden. Holen Sie Hilfe bei Polizei und Plattform und fragen Sie nach Möglichkeiten zur Entfernung; siehe Deepfake melden und löschen.

Wo finde ich rechtliche Hinweise?

Eine Übersicht bietet Intime Deepfakes: rechtliche Hilfe. Für den Einzelfall hilft eine Fachperson oder die Opferhilfe.

Wie sage ich es meinem Kind?

Mit klaren Sätzen: «Du bist nicht schuld. Wir gehen das gemeinsam an. Du bekommst keinen Ärger.» Der Rest folgt im Gespräch.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie