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Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Gefälschte Intimbilder von mir: Wo bekomme ich Hilfe?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Gefälschte Intimbilder sind Missbrauch, und Sie sind nicht schuld. Sichern Sie Belege ohne die Bilder weiterzuverbreiten, melden Sie die Inhalte der Plattform und holen Sie Hilfe bei Polizei und Opferhilfe. Lassen Sie sich nicht erpressen.

Das Problem

Sie erfahren, dass es intime Bilder oder Videos gibt, die Ihr Gesicht zeigen, obwohl Sie nie solche Aufnahmen gemacht haben. Jemand hat Ihr Gesicht mit KI in fremdes Material eingefügt oder Bilder komplett erzeugt. Das nennt man einen Deepfake.

Das ist ein schwerer Übergriff auf Ihre Würde. Viele Betroffene schämen sich, obwohl sie nichts falsch gemacht haben. Manchmal folgt eine Erpressung: Jemand droht, die Bilder zu verbreiten, wenn Sie nicht zahlen oder weitere Aufnahmen schicken.

Diese Seite ist eine erste Orientierung. Sie ersetzt keine Beratung. Wenn Sie in akuter Not sind oder sich unsicher fühlen, rufen Sie bitte eine der unten genannten Stellen an. In einer Notlage wählen Sie 117 (Polizei) oder 144 bei medizinischem Notfall.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Bewahren Sie Ruhe und holen Sie sich Beistand. Sagen Sie einer Vertrauensperson, was passiert ist. Sie müssen die Last nicht allein tragen. Bei Jugendlichen kann die Nummer 147 von Pro Juventute helfen.
  2. Reagieren Sie nicht auf Erpressung. Zahlen Sie nicht vorschnell und schicken Sie keine weiteren Bilder. Holen Sie Beratung bei Polizei oder Opferhilfe, bevor Sie reagieren.
  3. Sichern Sie Belege, ohne Bilder zu speichern oder zu verbreiten. Notieren Sie Link, Plattform, Kontoname, Datum und Uhrzeit. Fertigen Sie Screenshots von Nachrichten und Drohungen an. Anleitung: Deepfake-Beweise sichern. Bitten Sie niemanden, Ihnen die Bilder zu schicken.
  4. Melden Sie die Inhalte der Plattform. Nutzen Sie die Meldefunktion und wählen Sie einen Grund wie «intime Bilder ohne Einwilligung». Ein Muster bietet Deepfake melden und Löschung beantragen.
  5. Wenden Sie sich an die Polizei. Sie können eine Anzeige erstatten oder sich zuerst beraten lassen. Über cybercrimepolice.ch erhalten Sie Hinweise zur Meldung.
  6. Holen Sie Beratung bei der Opferhilfe. Die Opferhilfe berät kostenlos und vertraulich. Die Seite opferhilfe-schweiz.ch hilft bei der Suche nach der Beratungsstelle in Ihrem Kanton.
  7. Sprechen Sie mit der Arbeitsstelle oder Schule, wenn nötig. Eine knappe Mitteilung, dass gefälschte Bilder kursieren, kann vor Gerüchten schützen. Entscheiden Sie selbst, wer informiert wird.

Vorlage zum Kopieren

Ein KI-Assistent kann Ihnen helfen, eine sachliche Meldung zu formulieren. Beschreiben Sie dabei nur die Fakten, ohne die Bilder zu beschreiben oder hochzuladen:

Ich möchte ohne Beschreibung der Bilder eine Meldung an eine Plattform schreiben.
Fakten: Auf [Plattform] ist unter [Link] Material veröffentlicht, das mit KI gefälscht wurde
und ohne meine Einwilligung meine Identität missbraucht.
Schreibe eine kurze, sachliche Meldung (maximal 100 Wörter), die
die sofortige Entfernung verlangt, auf Identitätsmissbrauch hinweist
und um Bestätigung der Meldung bittet.
Verwende keine Drohungen und nenne keine Gesetze.

Laden Sie die Bilder selbst nicht in einen KI-Assistenten hoch, auch nicht zur Analyse.

Wer hilft wobei?

StelleHilfe
Polizei (117)Anzeige, Beweise, Ermittlung
OpferhilfeKostenlose, vertrauliche Beratung
PlattformMeldung und Entfernung der Inhalte
RechtsberatungEinschätzung der rechtlichen Schritte
VertrauenspersonEntlastung und Begleitung

Worauf Sie achten müssen

  • Laden Sie die Bilder nicht in KI-Dienste oder Prüfseiten hoch. Sie verbreiten sie sonst weiter und verlieren die Kontrolle über die Daten.
  • Bewahren Sie Belege sicher auf. Speichern Sie sie auf einem Gerät, das nur Sie nutzen, oder übergeben Sie sie der Polizei. Teilen Sie sie nicht über Chatgruppen.
  • Vorsicht vor «Löschdiensten». Manche Anbieter versprechen, alles zu entfernen, und verlangen im Voraus Geld. Fragen Sie zuerst Opferhilfe oder Polizei.
  • Rechtliche Fragen im Einzelfall klären. Ob und wie die Täter verfolgt werden können, hängt vom Fall ab. Lassen Sie sich bei der Polizei oder einer Anwältin beraten. Hier werden bewusst keine Fristen genannt.
  • Seien Sie nachsichtig mit sich. Ihre Gefühle sind verständlich. Wenn Sie überfordert sind, kann auch die Dargebotene Hand (Telefon 143) ein offenes Ohr bieten.

Das Bundesamt für Cybersicherheit weist darauf hin, dass KI-Fälschungen auch für Erpressung eingesetzt werden (BACS).

Wie können Angehörige helfen?

Hören Sie zu, ohne zu urteilen. Fragen Sie nicht «Warum hast du Fotos ins Netz gestellt?». Sagen Sie stattdessen «Das tut mir leid, wie kann ich dich unterstützen?». Helfen Sie beim Sichern der Belege und beim Melden, wenn die betroffene Person es möchte. Weitere Hinweise zum Umgang mit Betroffenen gibt die Seite Betrugsopfern ohne Vorwurf helfen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller, Sekretärin in einem kleinen Betrieb im Aargau, erhält eine Nachricht von einer unbekannten Person mit der Drohung, gefälschte intime Bilder zu verbreiten, wenn sie nicht 500 Franken zahlt.

Vorher hätte sie aus Angst gezahlt. Nachher antwortet sie nicht, sichert die Nachricht mit Screenshots, meldet das Konto der Plattform und ruft die Opferhilfe an. Eine Freundin begleitet sie zur Polizei. Die Drohung wird dokumentiert, und sie weiss, wer sie weiter unterstützt.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Praxiskurse von absofort vermitteln Wissen über Deepfakes und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI. Das kann vorbeugend helfen, etwa bei der Frage, welche Bilder Sie öffentlich teilen.

In einer akuten Lage brauchen Sie keine Weiterbildung, sondern Hilfe von Polizei und Beratungsstellen. Alpasana bietet hier keine Opferberatung an.

Häufige Fragen

Muss ich Anzeige erstatten?

Das entscheiden Sie. Eine Anzeige kann Täter stoppen, ist aber nicht Pflicht. Die Opferhilfe berät Sie vorab über Vor- und Nachteile.

Kann ich die Bilder löschen lassen?

Häufig lassen sich Inhalte über Meldungen an Plattformen entfernen. Ein Erfolg ist nicht garantiert und Kopien können existieren. Je früher Sie melden, desto besser.

Was, wenn die Person ein Kind oder ein Jugendlicher ist?

Bleiben Sie ruhig, sichern Sie Belege und wenden Sie sich an die Polizei und eine Beratungsstelle. Die Seite Deepfake-Mobbing in der Schule erklärt Hilfe für Schulen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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