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Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Deepfake-Mobbing in der Schule: Wie reagieren Eltern?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Stellen Sie sich hinter Ihr Kind und bleiben Sie sachlich. Sichern Sie Beweise durch Notizen und Screenshots der Verbreitung, ohne intime Bilder weiterzuleiten, informieren Sie Klassenlehrperson und Schulleitung, melden Sie das Video der Plattform und holen Sie bei Bedarf Polizei und Beratung dazu. Das Kind soll spüren, dass es nicht schuld ist.

Das Problem

Am Abend zeigt Frau Müllers Enkelin Nina, vierzehn, ihrer Mutter ihr Handy. Im Klassenchat kursiert ein kurzes Video: Ninas Gesicht, eingesetzt in eine Szene, in der sie etwas Peinliches tut. Es ist offensichtlich gefälscht, aber alle haben es gesehen. Einige haben es weitergeschickt, andere lachen. Nina will nicht mehr in die Schule.

Deepfakes, also mit KI erzeugte oder veränderte Videos, Bilder und Stimmen, sind in Schulen angekommen. Mit einfachen Apps lassen sich Gesichter austauschen oder Aussagen erfinden. Für Jugendliche ist das oft «ein Scherz», für die Betroffenen kann es verletzend und bedrohlich sein. Weil Inhalte in Chats rasch weitergegeben werden, wächst der Schaden schnell.

Für Eltern ist es schwer, Ruhe zu bewahren. Die folgenden Schritte geben eine Reihenfolge, die sich bewährt hat. Es ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung; im Einzelfall helfen Schule, Beratungsstellen und Fachpersonen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

KI hilft höchstens beim Formulieren von Schreiben. Das Handeln übernehmen Sie, Schule und Fachstellen.

  1. Beruhigen Sie Ihr Kind. Sagen Sie klar: «Du bist nicht schuld, ich bin auf deiner Seite.» Fragen Sie, wie es sich fühlt, und hören Sie zu. Scham und Angst sind normal.
  1. Sichern Sie Beweise. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Chatgruppe, Absenderprofile und wer das Video weitergeleitet hat. Machen Sie Screenshots des Chats, die zeigen, wo und wann das Video erschien. Bei intimen oder sexuellen Inhalten mit Minderjährigen speichern oder verschicken Sie die Bilder nicht; fragen Sie die Polizei. Mehr unter Deepfake-Beweise sichern.
  1. Bitten Sie darum, das Video nicht weiterzuverbreiten. Fragen Sie in einer sachlichen Nachricht oder über die Schule, dass niemand es weiterleitet. Streit im Chat ist nicht ratsam.
  1. Informieren Sie die Schule. Wenden Sie sich an Klassenlehrperson, Schulsozialarbeit oder Schulleitung. Schildern Sie sachlich, was vorgefallen ist, und bitten Sie um ein Gespräch. Schulen haben oft Abläufe für Mobbing und Medienvorfälle.
  1. Melden Sie das Video der Plattform. Nutzen Sie die Meldefunktion des Messengers oder sozialen Netzwerks. Anleitung: Deepfake melden und löschen.
  1. Klären Sie rechtliche Schritte. Je nach Inhalt können Ehrverletzung, Verletzung der Persönlichkeit oder, bei sexuellen Darstellungen, Pornografie betroffen sein. In der Schweiz sind Jugendliche ab dem zehnten Altersjahr nach dem Jugendstrafrecht verantwortlich. Ob eine Anzeige sinnvoll ist, besprechen Sie mit Schule, Polizei oder Opferhilfe.
  1. Unterstützen Sie Ihr Kind dauerhaft. Bleiben Sie im Gespräch, achten Sie auf Rückzug, Schlafprobleme oder Schulangst. Beratung erhalten Sie bei Pro Juventute (Telefon 147), bei der Schulsozialarbeit und bei der Kinderärztin.
  1. Sprechen Sie über Regeln im Klassenchat. Siehe Klassenchat: Regeln gegen Fake-Bilder.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Prompt entwerfen Sie ein sachliches Schreiben an die Schule. Geben Sie keine Namen oder Bildinhalte ein, sondern nur sachliche Angaben.

Schreibe einen sachlichen, höflichen Brief auf Deutsch (Schweiz) an die Klassenlehrperson und Schulsozialarbeit. Ich bin Elternteil von [Alter]-jähriger Schülerin/Schüler in der Klasse [Klasse].
Sachverhalt: Am [Datum] wurde im Klassenchat ein gefälschtes Video verbreitet, das mein Kind betrifft. Es wurde von [Anzahl, z. B. «mehreren»] Personen weitergeleitet. Mein Kind ist belastet.
Bitte um: ein Gespräch bis [Datum], Unterstützung für mein Kind, Klärung der Weiterverbreitung, Hinweise zum weiteren Vorgehen.
Der Brief soll: ruhig und ohne Anschuldigungen gegen einzelne Personen sein, keine Bildbeschreibungen enthalten, die Beweise erwähnen, die ich gesichert habe (Notizen, Screenshots des Chats).
Regeln: Keine rechtlichen Behauptungen, keine Namen. Markiere Angaben, die ich ergänzen muss, mit [ERGÄNZEN].

Setzen Sie die Angaben ein. Lassen Sie das Schreiben von einer zweiten Person lesen, bevor Sie es senden.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Rache und kein öffentlicher Pranger: Veröffentlichen Sie keine Namen der Beteiligten und führen Sie keine Diskussion im Klassenchat. Das verschärft die Lage.
  • Keine Weiterverbreitung intimer Inhalte: Auch das Weiterleiten zur «Beweissicherung» kann strafbar sein; die Polizei gibt Anweisungen.
  • Altersgrenzen und Verantwortung: Auch die Täter sind oft Jugendliche. Schule und Jugendanwaltschaft haben eigene Wege. Sachlichkeit hilft.
  • Gefälscht oder echt: Der Schutz der Persönlichkeit gilt unabhängig davon, ob ein Video echt ist. Siehe auch Eigenes Gesicht in einem Fake-Video.
  • Belastung des Kindes: Nehmen Sie Anzeichen von Angst und Rückzug ernst. Holen Sie früh Unterstützung.
  • Rechtliche Hinweise: Persönlichkeitsschutz (Art. 28 ZGB) und Straftatbestände wie Ehrverletzung kommen in Betracht. Die Anwendung im Einzelfall beurteilen Fachpersonen.
WerHilfe
Schule (Lehrperson, Schulsozialarbeit, Schulleitung)Gespräch, Regeln, Unterstützung
PlattformEntfernen des Videos
Polizei, JugendanwaltschaftAnzeige bei Straftaten
Pro Juventute 147Beratung für Kinder und Eltern
OpferhilfeBeratung nach Straftaten

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: In einer Sekundarschule in Aarau kursiert im Klassenchat ein gefälschtes Video einer Schülerin. Ihre Mutter bemerkt es, als Nina nicht mehr aus dem Zimmer kommt.

Vorher: Die Mutter will im Chat schreiben, die Täter sollten sich schämen. Nachher: Sie macht Notizen und Screenshots der Chatverläufe, schreibt der Klassenlehrerin, meldet das Video über die Plattform und bittet die Schulsozialarbeit um ein Gespräch. Die Schule bespricht den Vorfall mit der Klasse und erinnert an die Regeln. Die Mutter holt zusätzlich eine Beratung für Nina, die langsam wieder in die Schule geht.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer Deepfakes besser verstehen und im Alltag einordnen möchte, findet bei absofort im Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben Kurse zu Phishing, Deepfakes und betrieblichen KI-Richtlinien, mit Praxisaufgaben, KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss.

Bei einem akuten Fall in der Schule ersetzt ein Kurs keine Hilfe. absofort bietet keine Opferberatung, keine Mediation und keine Löschung von Videos an. Wenden Sie sich an Schule, Plattformen, Polizei und Beratungsstellen.

Häufige Fragen

Soll ich die Eltern der Beteiligten ansprechen?

Besser über die Schule. Direkte Gespräche zwischen Eltern können eskalieren. Die Schule kann vermitteln.

Kann ich das Video selbst löschen lassen?

Über die Meldefunktion der Plattform und, wenn nötig, über Anwälte oder Polizei. Eine Garantie gibt es nicht; siehe Deepfake melden und löschen.

Was, wenn mein Kind selbst das Video weitergeleitet hat?

Sprechen Sie ruhig mit ihm über die Folgen, siehe Kind hat ein Fake-Video weitergeleitet. Entschuldigung und Löschen sind wichtige Schritte.

Wann ist Anzeige sinnvoll?

Bei sexuellen Darstellungen, Drohungen, Erpressung oder schweren Ehrverletzungen. Besprechen Sie es mit Schule und Polizei.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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