Selbstcoaching mit KI · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
Selbstbild und Fremdbild mit KI vergleichen
Kurz gesagt
Das Selbstbild ist, wie wir uns sehen, das Fremdbild, wie andere uns erleben. Beide können abweichen. Sie sammeln Rückmeldungen von Vertrauenspersonen und ordnen sie mit KI-Hilfe. Was Sie davon annehmen, entscheiden Sie selbst. Die KI kennt Sie nicht.
Das Problem
Sie halten sich für eher zurückhaltend, doch eine Kollegin sagt, Sie wirkten in Sitzungen sehr bestimmt. Oder Sie halten sich für unorganisiert, obwohl andere Sie als zuverlässig beschreiben. Solche Unterschiede überraschen und verunsichern. Wer hat recht?
Fachleute sprechen vom Selbstbild (wie ich mich sehe) und vom Fremdbild (wie andere mich sehen). Beide enthalten Wahres, aber beide sind gefärbt: Das Selbstbild von dem, was wir von uns erwarten und wie wir uns erinnern, das Fremdbild von dem, was andere von uns sehen und wie sie uns einschätzen. In der Kommunikationspsychologie wird dazu oft das Johari-Fenster genannt, ein Modell, das bekannte und unbekannte Bereiche des Selbst unterscheidet. Es ist ein Denkmodell, kein Test.
Ein Vergleich beider Bilder kann nützlich sein, weil er blinde Flecken (was andere sehen, ich aber nicht) und verborgene Stärken sichtbar macht. Er ist aber heikel: Rückmeldungen können verletzen, falsch oder unfair sein. KI kann beim Ordnen der Rückmeldungen und beim Formulieren von Fragen helfen. Sie kennt die Personen und Situationen nicht und kann nicht entscheiden, was stimmt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Selbstbild aufschreiben: Notieren Sie, wie Sie sich in einem bestimmten Bereich sehen, zum Beispiel im Beruf: drei Stärken, zwei Schwächen, wie Sie auf andere wirken.
- Personen auswählen: Wählen Sie drei bis fünf Menschen, denen Sie vertrauen und die Sie in unterschiedlichen Rollen erleben, etwa Kollegin, Freund, Familienmitglied.
- Fragen formulieren: Lassen Sie sich mit der Vorlage unten eine kurze Frageliste erstellen, die Sie den Personen stellen können. Sie sollte offen und nicht wertend sein.
- Rückmeldungen einholen: Fragen Sie persönlich oder schriftlich, und erklären Sie, wozu. Bitten Sie um konkrete Beispiele.
- Rückmeldungen privat sammeln: Schreiben Sie sie wörtlich auf. Geben Sie nicht Namen oder Details in öffentliche KI-Dienste ein, sondern verallgemeinern Sie («Kollegin», «Freund»).
- Vergleichen: Legen Sie Ihr Selbstbild neben die Rückmeldungen: Wo stimmt es überein? Was überrascht? Was ist neu?
- Einordnen: Markieren Sie Aussagen, die mehrfach vorkommen. Wiederholungen können ein Hinweis auf ein Muster sein; berücksichtigen Sie dabei, wen Sie gefragt haben und in welchen Situationen die Personen Sie erleben.
- Entscheiden: Wählen Sie ein bis zwei Punkte, die Sie weiterverfolgen möchten, und lassen Sie den Rest stehen.
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte Rückmeldungen zu meiner Wirkung im Beruf einholen und mein Selbstbild mit dem Fremdbild vergleichen.
Erstelle mir:
1. Eine Liste von sieben offenen, nicht wertenden Fragen, die ich Vertrauenspersonen stellen kann (z. B. «In welchen Situationen erleben Sie mich als besonders hilfreich?», «Was könnte ich in Sitzungen anders machen?»).
2. Einen kurzen Einladungstext (höchstens vier Sätze), mit dem ich darum bitte, ehrlich und konkret zu antworten.
3. Eine Tabelle zum Vergleich mit den Spalten: Mein Selbstbild, Rückmeldungen (anonymisiert), Übereinstimmung, Überraschung, was ich damit tun möchte.
4. Fünf Fragen, mit denen ich Rückmeldungen einordnen kann (Wie oft wurde es genannt? Von wem? In welcher Situation?).
Beurteile mich nicht und treffe keine Aussagen über meine Persönlichkeit. Sprache: Deutsch (Schweiz), Anrede «Sie».Passen Sie den Bereich an (Beruf, Verein, Familie). Fügen Sie später keine echten Namen in KI-Dienste ein.
Worauf Sie achten müssen
- Datenschutz und Fairness: Rückmeldungen betreffen Dritte. Geben Sie keine Namen und Wortlaute in öffentliche KI-Dienste ein. Verallgemeinern Sie.
- Auswahl der Personen: Wer nur Wohlmeinende fragt, erhält ein geschöntes Bild, wer nur Kritiker fragt, ein negatives. Wählen Sie ausgewogen.
- Nicht alle Rückmeldungen sind richtig: Sie spiegeln auch die Sicht, die Stimmung und die Interessen der Person. Prüfen Sie, ob sie zu Ihrer Erfahrung passt.
- KI-Auswertung ist keine Diagnose: Lassen Sie sich nicht von der KI sagen, «wer Sie sind». Sie sieht nur Ihre Stichworte.
- Verletzlichkeit: Rückmeldungen können wehtun. Planen Sie danach Zeit ein und besprechen Sie schwierige Punkte mit einer vertrauten Person.
- Hoher Druck: Wenn Rückmeldungen Sie tief verunsichern oder Selbstzweifel stark zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder einer Fachperson. In akuten Krisen erreichen Sie die Dargebotene Hand unter Telefon 143.
| Mein Selbstbild | Rückmeldung | Mögliche Deutung |
|---|---|---|
| «Ich bin eher zurückhaltend.» | «In Sitzungen wirkst du sehr bestimmt.» | Wirkung hängt von der Situation ab |
| «Ich bin unorganisiert.» | «Man kann sich auf dich verlassen.» | Eigenes Strengmass kann höher sein |
| «Ich bin nicht kreativ.» | «Du findest oft ungewöhnliche Lösungen.» | verborgene Stärke |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Silvan, 33, ist Elektroplaner in Baden und hält sich für schlecht im Präsentieren. Im Mitarbeitergespräch hört er überraschend, dass seine Kunden seine Erklärungen schätzen.
Vorher: Er vermeidet Kundentermine und nimmt das Lob nicht ernst.
Nachher: Er fragt vier Personen nach ihrer Sicht und lässt sich dazu Fragen mit KI formulieren. Die Rückmeldungen zeigen mehrfach: «Du erklärst ruhig und verständlich.» Als Entwicklungsfeld wird genannt, dass er Zahlen zu schnell durchgeht. Er übernimmt künftig einen kleinen Teil der Kundenpräsentationen und übt gezielt das Tempo.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie Rückmeldungen besprechen oder Ihre Wirkung im Beruf vertieft klären möchten, kann ein persönliches Gespräch helfen. my-coach.ch begleitet im Life Coaching bei Klarheit, Orientierung und beruflicher Neuorientierung sowie bei Themen wie Selbstwert, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen
Wie viele Personen soll ich fragen?
Drei bis fünf reichen meist. Wichtig ist die Vielfalt der Rollen, nicht die Menge.
Was, wenn eine Rückmeldung verletzt?
Lassen Sie sie ein paar Tage ruhen. Prüfen Sie, ob sie konkret ist und ob andere Ähnliches sagen. Hilfreich ist die Seite Kritik und Selbstwert trennen.
Muss ich alle Rückmeldungen annehmen?
Nein. Sie entscheiden, was Sie weiterverfolgen. Siehe auch Stärken, die zu viel werden.
Wie gehe ich mit Lob um?
Viele Menschen wehren es ab. Eine Übung dazu bietet die Seite Komplimente annehmen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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