Selbstcoaching mit KI · Prompt Engineering
Pro-und-Contra-Liste mit KI: Was fehlt in meiner Abwägung?
Kurz gesagt
Schreiben Sie Ihre Pro-und-Contra-Liste zuerst allein. Danach lassen Sie die KI nach fehlenden Argumenten, Folgen und anderen Sichtweisen fragen. Die KI ergänzt Ihre Liste, die Gewichtung und die Entscheidung bleiben bei Ihnen.
Das Problem
Die Pro-und-Contra-Liste ist die bekannteste Entscheidungshilfe. Sie ist einfach, aber hat Schwächen. Meist schreiben Sie zuerst die Punkte auf, die Ihnen sofort einfallen, und das sind oft die, die Ihre bereits vorhandene Neigung stützen. Wichtige Gesichtspunkte fehlen, weil Sie sie nicht sehen oder nicht sehen wollen.
Solche Lücken nennt man blinde Flecken. Dazu gehören Folgen, die erst später eintreten, Auswirkungen auf andere Menschen oder Kosten, die Sie unterschätzen. Hinzu kommt, dass Listen alle Argumente gleich zählen, obwohl ein einziges Argument manchmal schwerer wiegt als fünf andere.
Eine KI kann Ihre Liste lesen und gezielt nachfragen. Sie kennt Ihre Lage nicht, deshalb sind ihre Fragen Anregungen und keine Wahrheiten. Der Gewinn liegt darin, dass Sie auf Punkte stossen, an die Sie nicht gedacht hatten.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Entscheidung klar benennen: Formulieren Sie als Ja-oder-Nein-Frage, zum Beispiel «Soll ich das Teilzeitpensum von 60 auf 80 Prozent erhöhen?».
- Liste allein schreiben: Nehmen Sie sich 10 Minuten für Pro und Contra, ohne KI. Schreiben Sie auf, was Ihnen einfällt.
- Gewicht markieren: Markieren Sie bei jedem Punkt, wie wichtig er Ihnen ist (hoch, mittel, tief).
- Anonymisieren: Ersetzen Sie Namen durch Rollen wie «mein Chef» oder «meine Schwester».
- KI nach Lücken fragen: Fügen Sie die Liste in die Vorlage ein.
- Neue Punkte prüfen: Übernehmen Sie nur Argumente, die auf Ihre Lage zutreffen. Streichen Sie den Rest.
- Zeitachse ergänzen: Fragen Sie sich zu jedem Punkt, ob er in einem Monat, in einem Jahr und in fünf Jahren noch gilt.
- Entscheidung vorläufig treffen: Entscheiden Sie probehalber und beobachten Sie, wie sich das anfühlt. Vergleichen Sie mit dem Bauchgefühl.

Vorlage zum Kopieren
Ich habe eine Entscheidung zu treffen: [Frage als Ja/Nein].
Meine Pro-Liste: [Punkte mit Wichtigkeit hoch/mittel/tief].
Meine Contra-Liste: [Punkte mit Wichtigkeit hoch/mittel/tief].
Rahmen: [Fristen, finanzielle Grenzen, ohne Namen].
Aufgabe:
1. Stelle mir 8 Fragen, die mögliche fehlende Gesichtspunkte aufdecken:
langfristige Folgen, Kosten, Auswirkungen auf andere, Alternativen.
2. Nenne 3 Argumente für die Seite, die in meiner Liste schwächer ist,
und markiere sie als Denkanstoss, nicht als Fakt.
3. Frage, welche Information ich noch einholen könnte.
Sag mir nicht, was ich tun soll. Sprache: Deutsch (Schweiz).Wenn Sie wollen, ergänzen Sie am Ende «Welche Frage vermeide ich vielleicht?».
Worauf Sie achten müssen
- Gefälligkeit der KI: Assistenten stimmen gerne zu. Bitten Sie ausdrücklich um Gegenargumente, wie in der Vorlage. Siehe Zustimmung prüfen.
- Anzahl ist nicht Gewicht: Zehn kleine Punkte können gegen einen grossen verlieren. Zählen Sie nicht, gewichten Sie.
- Fakten prüfen: Wenn die KI Zahlen, Fristen oder Rechtsfolgen nennt, prüfen Sie sie bei offiziellen Quellen. Zum Beispiel bei Arbeitsrecht oder Steuern.
- Auswirkungen auf andere: Beziehen Sie betroffene Personen im echten Gespräch ein. Die KI kann dazu nur Fragen vorbereiten.
- Datenschutz: Keine Namen, Gesundheits- oder Finanzdaten in öffentliche Dienste.
| Schwäche der Liste | Frage zum Gegenprüfen |
|---|---|
| Nur kurzfristige Argumente | Was gilt in einem Jahr noch? |
| Alle Argumente gleich gewichtet | Welches ist das schwerste Argument? |
| Betroffene fehlen | Wer ist ausser mir betroffen? |
| Alternative fehlt | Gibt es eine dritte Möglichkeit? |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Informatiker aus Brugg überlegt, ob er ein Jobangebot in Zürich annimmt.
Vorher: Seine Liste hat vier Pro (Lohn, Titel, Projekte, Lernen) und zwei Contra (Arbeitsweg, neues Team). Er neigt zum Ja und will nur noch eine Bestätigung.
Nachher: Die KI fragt unter anderem, wie sich der Arbeitsweg auf Familienzeit auswirkt, was bei Teamwechsel mit laufenden Projekten passiert und ob er mit seinem heutigen Arbeitgeber über Änderungen gesprochen hat. Er ergänzt zwei Contra-Punkte und stellt fest, dass er mit dem Arbeitgeber noch nicht über ein anderes Projekt gesprochen hat. Er führt dieses Gespräch zuerst und entscheidet danach klarer.
So hilft Ihnen Alpasana
Gute Fragen an eine KI zu stellen, ist lernbar. Der Kurs Prompt Engineering von absofort.ch zeigt laut Beschreibung, wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, Prompts überarbeiten und Ergebnisse prüfen. Er ist als Online-Kurs mit Zertifikat beschrieben, ohne Programmierkenntnisse.
Für Entscheidungen mit grossem persönlichem Gewicht können Sie zusätzlich ein Gespräch mit einer Person suchen, etwa im Erstgespräch bei my-coach.ch.
Häufige Fragen
Sollte ich die Liste zuerst allein schreiben?
Ja. Wenn die KI zuerst vorschlägt, übernehmen Sie leicht deren Gesichtspunkte und verpassen Ihre eigenen. Das Ergänzen kommt danach.
Wie viele Punkte sind genug?
Es gibt keine feste Zahl. Entscheidend ist, ob die für Sie wichtigen Argumente auf dem Tisch liegen. Fünf Punkte pro Seite können als unverbindlicher Startpunkt dienen.
Was, wenn sich nach der Liste nichts klärt?
Dann fehlt vielleicht Information, oder die Entscheidung berührt etwas Grundsätzlicheres. Siehe Entscheidungskriterien klären.
Darf ich die KI entscheiden lassen?
Das empfehlen wir nicht. Sie trägt weder Verantwortung noch die Folgen. Nutzen Sie sie als Gesprächspartnerin, nicht als Entscheiderin.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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