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Selbstcoaching mit KI · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching

Wie viele Entscheidungen treffen wir täglich?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wie viele Entscheidungen wir täglich treffen, lässt sich nicht seriös beziffern, denn das hängt davon ab, was man als Entscheidung zählt. Die oft genannten Riesenzahlen sind kaum belegt. Nützlicher ist, die eigenen Entscheidungen einen Tag lang zu sortieren und die wiederkehrenden zu vereinfachen.

Das Problem

Sie haben irgendwo gelesen, wir träfen jeden Tag Tausende Entscheidungen. Abends fühlen Sie sich erschöpft und fragen sich, ob das stimmt. Und ob es Ihnen deshalb schwerfällt, nach Feierabend noch zu entscheiden, was es zum Essen gibt.

Die ehrliche Antwort auf die Frage, wie viele Entscheidungen wir täglich treffen: Es gibt keine belastbare Zahl. Die Angaben, die im Internet kursieren, reichen je nach Quelle von einigen Hundert bis zu mehreren Zehntausend. Meist fehlt eine nachvollziehbare Messung, und die Zahlen werden von Text zu Text weitergereicht.

Der Grund liegt in der Definition. Zählt es als Entscheidung, wenn Sie nach links statt nach rechts greifen? Wenn Sie die gewohnte Route zur Arbeit nehmen? Oder nur, wenn Sie bewusst zwischen zwei Möglichkeiten abwägen? Je nach Antwort ändert sich die Zahl um ein Vielfaches.

Hilfreicher als eine Zahl ist deshalb die Frage: Welche meiner Entscheidungen kosten mich Kraft, und welche kann ich mir leichter machen?

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

Sie brauchen dafür keine Statistik, sondern einen Tag Beobachtung. Eine KI (ein Sprachmodell, das Texte versteht und erzeugt) hilft beim Sortieren, nicht beim Zählen der Wahrheit.

  1. Einen normalen Tag wählen: Kein Urlaub, kein Ausnahmetag. Ein Arbeitstag mit Familie oder Betrieb zeigt am meisten.
  2. Notizen führen: Schreiben Sie in Stichworten auf, wann Sie bewusst überlegen mussten. Zum Beispiel «Was koche ich?», «Antworte ich dem Kunden heute oder morgen?», «Welche Rechnung zuerst?». Zehn bis dreissig Einträge reichen.
  3. Auf dem Papier sortieren: Markieren Sie jeden Eintrag mit R für Routine (immer gleich), A für Alltagswahl (kleiner Entscheid) oder W für wichtige Entscheidung (mit Folgen).
  4. Gefühl ergänzen: Setzen Sie ein Minus hinter alles, was Sie genervt oder Energie gekostet hat.
  5. KI um Ordnung bitten: Geben Sie die anonymisierte Liste in die Vorlage unten ein. Lassen Sie sich Muster zeigen, etwa «dreimal dieselbe Frage» oder «viele kleine Wahlen am Morgen».
  6. Eine Vereinfachung auswählen: Nehmen Sie die ein bis zwei Vorschläge, die Ihnen einleuchten. Zum Beispiel ein fester Wochenplan für das Mittagessen oder eine feste Zeit für E-Mails.
  7. Eine Woche testen: Beobachten Sie, ob sich die Minus-Zeichen verringern.
  8. Wichtige Entscheidungen separat behandeln: Dafür gibt es andere Methoden, etwa Entscheidungen lernen und besser treffen.

Vorlage zum Kopieren

Ich habe an einem normalen Tag meine Entscheidungen notiert.
Hier ist die Liste (ohne Namen und ohne vertrauliche Angaben):
[Liste mit R/A/W und Minus-Zeichen].

Aufgabe:
1. Fasse die Einträge in höchstens fünf Gruppen zusammen.
2. Zeige, welche Gruppen sich wiederholen und welche mit Minus markiert sind.
3. Schlage für die zwei belastendsten Gruppen je eine einfache Regel oder
   Routine vor (zum Beispiel feste Zeit, Standardwahl, Vorbereitung am Vorabend).
4. Stelle mir zwei Rückfragen, bevor du etwas empfiehlst.
Behaupte keine Zahlen darüber, wie viele Entscheidungen Menschen im Durchschnitt treffen.
Sprache: Deutsch (Schweiz).

Passen Sie die Vorlage an, indem Sie die Zahl der Gruppen oder den Bereich ändern, zum Beispiel «nur Entscheidungen im Betrieb».

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Scheinzahlen: Fragen Sie eine KI nicht nach der «richtigen» Zahl. Sie kann eine glaubwürdig klingende Zahl nennen, die nicht belegt ist. Lassen Sie sich Quellen nennen und prüfen Sie diese selbst.
  • Entscheidungsmüdigkeit ist umstritten: Die Idee, dass die Willenskraft im Lauf des Tages aufgebraucht wird, wird in der Psychologie diskutiert, und nicht alle Befunde liessen sich bestätigen. Dass viele Wahlmöglichkeiten belasten können, kennen aber viele aus dem Alltag.
  • Keine Diagnose: Anhaltende Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder gedrückte Stimmung sind kein Entscheidungsproblem. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. In einer akuten Krise erreichen Sie in der Schweiz die Dargebotene Hand unter der Telefonnummer 143.
  • Datenschutz: Nehmen Sie keine Namen von Kunden, Familienmitgliedern oder Angaben zu Gesundheit in die Liste auf. Beschreiben Sie neutral: «Kundenanfrage» statt Name.
  • Routine ist nicht Zwang: Feste Regeln entlasten, solange sie zu Ihrem Leben passen. Prüfen Sie sie nach einigen Wochen.
Art der EntscheidungBeispielHilfreiche Strategie
RoutineFrühstück, ArbeitswegGewohnheit festigen, nicht neu abwägen
AlltagswahlWelche Aufgabe zuerst?Standardwahl oder feste Reihenfolge
Wichtige EntscheidungStellenwechsel, UmzugZeit einplanen, Kriterien klären, Rat holen

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Inhaberin einer kleinen Bäckerei in Olten fühlt sich abends «leer gedacht» und schiebt private Entscheide wie Einkaufsplanung oder Termine vor sich her.

Vorher: Sie hat keinen Überblick darüber, wo die Kraft hingeht. Sie vermutet, sie sei einfach nicht belastbar genug.

Nachher: Sie notiert an einem Arbeitstag 24 Entscheidungen und sortiert sie. Die KI zeigt, dass zehn davon Wiederholungen sind, etwa die Frage, was am Abend gekocht wird. Mit einem festen Wochenplan und einer Einkaufsliste am Sonntag fallen mehrere Wahlen weg. Sie merkt, dass sie nicht unfähig war, sondern täglich dieselben Fragen neu stellte. Die wenigen grossen Entscheide, etwa eine Neuanschaffung, plant sie nun gezielt am Vormittag.

Die Zahl 24 gilt nur für diesen Tag und diese Person. Sie ist ein Hilfsmittel, keine Messgrösse.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn die vielen kleinen Entscheide eine grössere Frage zu Grenzen, Stress oder beruflicher Neuorientierung verdecken, kann ein Gespräch beim Sortieren helfen. my-coach.ch bietet Life Coaching zu Klarheit und Entscheidungen sowie Mental Coaching zu Stress und Grenzen an. Coaching ist keine Therapie.

Häufige Fragen

Stimmt die Zahl von 35 000 Entscheidungen am Tag?

Eine solche Zahl wird häufig genannt, doch eine nachvollziehbare Messung dahinter ist nicht bekannt, und Sie sollten sie nicht als Tatsache weitergeben. Seriös lässt sich nur sagen, dass der Alltag viele kleine Wahlen enthält und dass die Zahl von der Zählweise abhängt.

Warum fühle ich mich nach vielen Entscheidungen müde?

Mehrere Gründe sind möglich: Zeitdruck, Unsicherheit, Auswahl ohne klare Kriterien oder schlicht fehlende Pausen. Ob sich Willenskraft wie ein Akku verbraucht, ist in der Forschung umstritten. Hilfreich ist, Entscheidungen zu bündeln und Pausen einzuplanen.

Kann mir eine KI Entscheidungen abnehmen?

Für Routinen wie eine Menüplanung ja, für persönliche und wichtige Entscheidungen sollten Sie die Verantwortung behalten. Die KI kann Optionen ordnen und Fragen stellen, siehe Entscheidungstagebuch mit KI.

Wie gehe ich mit Entscheidungen um, die ich später ändern kann?

Hier hilft Gelassenheit: Wenn ein Entscheid sich leicht rückgängig machen lässt, genügt oft eine gute Wahl statt der besten. Mehr dazu unter Entscheidungen, die sich rückgängig machen lassen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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