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Schule & Unterricht · Fachbücher von Sascha Fiechter

Lehrplan 21 kurz erklärt: Aufbau und Ziele

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Der Lehrplan 21 ist der gemeinsame Lehrplan der Deutschschweizer Volksschule. Er beschreibt in Fachbereichen und drei Zyklen, welche Kompetenzen Lernende bis zu welchem Zeitpunkt aufbauen sollen, und nennt Grundansprüche als Mindestniveau. Die Kantone setzen ihn mit eigenen Anpassungen um.

Das Problem

Der Lehrplan 21 umfasst viele hundert Seiten. Neue Lehrpersonen, Quereinsteigende und Eltern fragen sich, was darin steht und was es für den Alltag bedeutet. Frau Keller möchte den Lehrplan 21 verstehen, ohne das ganze Dokument zu lesen.

Die Schwierigkeit liegt weniger im Umfang als in den Begriffen. Wer von «Kompetenzorientierung», «Zyklen» und «Grundansprüchen» liest, weiss oft nicht, was das für die Planung einer einzelnen Lektion heisst. Dazu kommt, dass die Kantone den Lehrplan unterschiedlich umgesetzt haben.

Dieser Überblick erklärt Aufbau, Ziele und Kernbegriffe in einfachen Worten. Er ersetzt nicht den Blick in die verbindliche Version Ihres Kantons, hilft aber, sich darin zurechtzufinden.

Einfach erklärt

Der Lehrplan 21 ist der gemeinsame Lehrplan der Volksschule in den 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantonen der Schweiz. Er wurde von der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) erarbeitet. Er legt fest, was Lernende im Laufe der Volksschule lernen sollen, und gilt vom Kindergarten bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit.

Aufbau. Der Lehrplan gliedert sich in Fachbereiche: Sprachen, Mathematik, Natur, Mensch, Gesellschaft, Gestalten, Musik sowie Bewegung und Sport. Dazu kommen das Modul Medien und Informatik, die Berufliche Orientierung auf der Oberstufe und überfachliche Kompetenzen. Das sind personale, soziale und methodische Fähigkeiten, etwa Selbstreflexion, Zusammenarbeit oder Arbeitstechniken.

Zyklen. Die Volksschule ist in drei Zyklen gegliedert: Zyklus 1 umfasst Kindergarten bis 2. Klasse, Zyklus 2 die 3. bis 6. Klasse und Zyklus 3 die Oberstufe. Der Lehrplan beschreibt Erwartungen über mehrere Jahre, nicht pro Klasse. So bleibt Raum für individuelle Lerntempi.

Kompetenzen. Statt reinen Stoffinhalten beschreibt der Lehrplan Kompetenzen. Eine Kompetenz ist die Fähigkeit, Wissen und Können in einer Situation anzuwenden, zum Beispiel einen Sachtext zu verstehen und zu nutzen. Jede Kompetenz wird in Stufen aufgebaut. Dabei gibt es Grundansprüche: Das ist das Niveau, das alle Lernenden bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen sollen.

Beispiel

Statt «Die Lernenden behandeln das Thema Bruchrechnen» formuliert der Lehrplan sinngemäss, was Lernende mit Brüchen tun können. Die Planung beginnt dadurch beim Können. Als Lehrperson fragen Sie: Woran erkenne ich, dass die Kompetenz erreicht ist, und welche Aufgaben führen dorthin?

BegriffBedeutung in einfachen WortenFrage für die Planung
FachbereichGrosses Fach wie Mathematik oder SprachenWelcher Fachbereich ist betroffen?
KompetenzbereichTeilgebiet innerhalb eines FachbereichsWelches Teilgebiet übe ich?
KompetenzFähigkeit, Wissen anzuwendenWas sollen Lernende tun können?
KompetenzstufeEntwicklungsschritt der KompetenzWo stehen die Lernenden?
GrundanspruchMindestniveau am Ende eines ZyklusErreichen alle diese Basis?
ZyklusMehrjähriger Abschnitt der SchulzeitWie baue ich über Jahre auf?

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Die kantonale Fassung öffnen. Rufen Sie die Online-Fassung des Lehrplans Ihres Kantons auf. Sie ist verbindlich, nicht eine KI-Zusammenfassung.
  1. Fachbereich und Zyklus wählen. Bestimmen Sie, welcher Fachbereich und welcher Zyklus für Ihre Klasse gilt, und lesen Sie die Einleitung des Fachbereichs.
  1. Unbekannte Begriffe klären lassen. Lassen Sie sich von einer KI Fachbegriffe wie Kompetenzstufe oder Grundanspruch in einfachen Worten erklären und prüfen Sie die Erklärung am Original.
  1. Eine Kompetenz auswählen. Suchen Sie im Lehrplan selbst eine Kompetenz, die zu Ihrem nächsten Thema passt, und notieren Sie Wortlaut und Code.
  1. In Lernziele übersetzen. Formulieren Sie, was Lernende nach der Einheit tun können sollen. Eine KI kann Entwürfe liefern; Sie entscheiden, was zu Ihrer Klasse passt.
  1. Aufgaben und Beurteilung ausrichten. Prüfen Sie, ob Aufgaben und Rückmeldungen tatsächlich das Lernziel überprüfen.
Ablaufgrafik in 6 Schritten: 1. Die kantonale Fassung öffnen; 2. Fachbereich und Zyklus wählen; 3. Unbekannte Begriffe klären lassen; 4. Eine Kompetenz auswählen; 5. In Lernziele übersetzen; 6. Aufgaben und Beurteilung ausrichten.
Der Weg im Überblick: Lehrplan 21 kurz erklärt: Aufbau und Ziele

Vorlage zum Kopieren

Eine KI können Sie als Gesprächspartnerin für Entwürfe nutzen, sollten Lehrplanangaben aber immer gegen die offizielle Fassung prüfen. Ein Prompt kann so lauten:

Erkläre mir in einfachen Worten, was der Lehrplan 21 unter «Kompetenzorientierung» versteht.
Gib drei Beispiele für Fachbereich [Fachbereich] auf [Zyklus].
Erfinde keine Kompetenzcodes oder Zitate aus dem Lehrplan und markiere, was ich im offiziellen Lehrplan nachschlagen muss.

Passen Sie Fachbereich und Zyklus an und vergleichen Sie jede Angabe mit der Online-Fassung Ihres Kantons.

Worauf Sie achten müssen

  • Der Lehrplan 21 gilt in der Deutschschweiz; in der Westschweiz und im Tessin bestehen eigene Lehrpläne. Wenn Sie in einem zweisprachigen Kanton arbeiten, klären Sie, welche Fassung für Sie gilt.
  • Die Kantone ergänzen oder verändern Teile, etwa bei Stundentafeln, Fächern oder Beurteilung. Verwenden Sie immer die Fassung Ihres Kantons.
  • KI-Werkzeuge erfinden gern Kompetenzcodes und Formulierungen, die so nicht im Lehrplan stehen. Übernehmen Sie nichts, was Sie nicht im Original gefunden haben.
  • Keine Daten von Lernenden in KI-Dienste eingeben; Lehrplanfragen kommen ohne Personendaten aus.
  • Kompetenzorientierung heisst nicht, dass Wissen unwichtig wäre. Ohne Faktenwissen lassen sich Kompetenzen nicht anwenden.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Eine Quereinsteigerin tritt an einer Primarschule im Kanton Schwyz ihre erste Stelle an. Vorher liest sie vergeblich im gesamten Lehrplan und verliert den Überblick.

Nachher geht sie systematisch vor: Sie öffnet die kantonale Fassung, wählt Zyklus 2 und Fachbereich Mathematik, liest den Einleitungstext und lässt sich von einer KI die Begriffe erklären. Dann sucht sie die Kompetenzen selbst im Lehrplan heraus. Nach einer Stunde besitzt sie eine Übersicht und kann mit ihrer Mentorin gezielter über Planung sprechen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie den Lehrplan 21 mit Fragen zu Lernen und Prüfen im KI-Zeitalter verknüpfen möchten, geben Sascha Fiechters Fachbücher dazu Denkanstösse. Hinweise und Bezugsverweise finden Sie auf Über uns von Alpasana; kantonale Fassungen erläutern die Bücher nicht.

Häufige Fragen

Ist der Lehrplan 21 für alle Schweizer Kantone gleich?

Nein. Er gilt für die Deutschschweiz und die mehrsprachigen Kantone. Die Westschweiz hat einen eigenen Plan, das Tessin ebenfalls. Auch innerhalb der Deutschschweiz setzen die Kantone Akzente unterschiedlich.

Muss ich jede Kompetenz einzeln unterrichten?

Nein. Der Lehrplan ist ein Orientierungsrahmen, aus dem Sie Schwerpunkte auswählen. Oft werden mehrere Kompetenzen in einer Unterrichtseinheit verbunden.

Was bedeutet Grundanspruch für die Beurteilung?

Der Grundanspruch beschreibt, was alle Lernenden bis zu einem Zeitpunkt erreichen sollen. Wie genau beurteilt und benotet wird, regeln die Kantone; informieren Sie sich bei Ihrer Schulleitung.

Vertiefen Sie das Thema mit Lehrplan 21 im Schulalltag anwenden, Seit wann gibt es den Lehrplan 21? und Kompetenzen des Lehrplans 21 mit KI zuordnen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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